August 22, 2019

Angst zu versagen: 16 Dinge, die du jetzt tun kannst

Die Angst zu versagen hält uns davon ab, unser volles Potential zu leben.

Sie flüstert uns ein, wir können dieses nicht und sollten jenes lieber lassen.

Wir machen uns selbst unermesslichen Druck, haben riesige Ansprüche an uns selbst und sind dauerhaft im Stress. 

In der Folge vertrauen wir uns (und unseren Fähigkeiten) immer weniger. Wir fühlen uns dauerhaft überfordert.

Wir würden uns am liebsten vor dem Leben verstecken. Alles kommt uns viel zu viel vor.

Doch die Angst zu versagen lässt sich in den Griff bekommen. Denn sie ist nicht real (auch wenn sie so wirkt) – sondern entsteht in unseren Gedanken.

Hier können wir ansetzen und ihr die Macht über uns nehmen

In diesem Artikel zeige ich dir 16 Techniken und Übungen, mit denen du deine Angst zu versagen überwinden kannst.

Danach zeige ich dir noch, wie du einen felsenfesten Glauben an dich und deine Fähigkeiten entwickelst.

Viel Freude dabei.

Wieso wir Angst haben, zu versagen

Die Angst zu versagen resultiert aus dem Gedanken, zu versagen wäre etwas ganz schlimmes und kaum zu überleben.

Jeder Mensch ist zu weit mehr in der Lage, als er es sich jemals zu erträumen wagt.

Was zwischen jedem von uns und einem erfüllten und erfolgreichen Leben steht, sind einzig und allein unsere Ängste.

Wenn wir glauben, zu versagen würde uns Freunde, Job und Beziehung kosten, dann entsteht daraus eine riesige Angst.

Wenn wir der Stimme unserer Angst glauben, dann behält sie am Ende Recht.

  • Diese innere Stimme ziehen uns Energie ab. 
  • Sie verhindert, dass wir mutig handeln. 
  • Sie lässt uns zögern.

Genau aus diesem Grund steigt die Wahrscheinlichkeit zu versagen tatsächlich.

Aber ist diese Angst gerechtfertigt?

Nur in den seltensten Fällen. 

Denn meistens sind die Konsequenzen eines echten Versagens nicht einmal halb so schlimm, wie wir es uns vorstellen.

Trotzdem versucht unsere Angst zwanghaft, uns genau das weißzumachen.

1. Akzeptiere, dass du Angst zu versagen hast

Eines vorneweg: Versagensangst zu haben, ist vollkommen normal. Es sagt nichts über dich aus – sondern ist total menschlich.

Du bist nicht der einzige Mensch mit diesem Problem.

Wir leiden vor allem unter diesen Ängsten, weil wir sie nicht haben wollen. Wir meinen, man dürfte nicht ängstlich sein.

Es kam eine unglaubliche Befreiung in mein Leben, als ich mir endlich erlaubt habe, mich auch mal ängstlich zu fühlen. 

Seitdem kommen die Ängste zwar immer nochmal wieder zurück, aber sie stressen mich weitaus weniger.

Akzeptanz ist der erste Schritt, um Ängste dauerhaft loszulassen.

  • Ja, deine Ängste sind stark. 
  • Ja, sie sind unangenehm.

Sei trotzdem präsent mit ihnen, anstatt sie zu unterdrücken

2. Erkenne, dass die Angst zu versagen nur ein Papiertiger ist

Immer dann, wenn wir stark in Versagensängsten feststecken, stecken wir in Wahrheit in Gedanken über das Versagen fest.

Das Problem dabei ist, dass sich diese Gedanken so verdammt real anfühlen. 

Mit je weniger Abstand wir sie betrachten (oder sogar ohne jeglichen Abstand), desto brutaler wirken sie.

Das wichtigste ist daher zu erkennen, dass diese Ängste trotz allem nur aus Gedanken bestehen. 

Auch, aber vor allem gerade dann, wenn die Ängste sehr stark und präsent sind

Ich weiß nicht, wie es dir geht – aber ich kann nicht in die Zukunft gucken. 

Das heißt: Der einzige Ort, an dem deine Versagensängste exisiteren, sind deine Gedanken. 

Denn per Definition kann die Zukunft immer nur in Gedanken entstehen.

  • Wenn es keine Zukunft gibt – dann gibt es auch kein Versagen. 
  • Es gibt nur Gedanken über das Versagen. 

Was uns dabei das Leben schwer macht ist, dass an jedem Gedanke ein Gefühl dranhängt. 

Du fühlst keine reale Bedrohung – sondern du fühlst den Inhalt deiner Gedanken.

3. Schaffe Abstand zwischen dir und deinen ängstlichen Gedanken

Der Ausweg ist zu erkennen, dass deine Gedanken nicht wahr sein müssen. 

Denn was sind Gedanken am Ende des Tages wirklich? 

Meiner Erfahrung nach sind Gedanken nichts weiter, als eine nervige Stimme in unserem Kopf, die den ganzen Tag alles mögliche erzählt.

… manchmal erzählt sie dir aus irgendwelchen, unerfindlichen Gründen halt eine Geschichte über dein Scheitern. 

Erkenne, dass es nur eine Stimme ist, die dir eine Geschichte erzählt, die nicht wahr sein muss.

Dann beobachte deine Stimme. Sieh, dass das nicht deine Stimme, sondern eine Stimme ist. 

Oder hast du dir diese Gedanken über dein Scheitern bewusst ausgesucht?

Ich denke mal nicht, denn so angenehm fühlen sie sich nicht an.

4. Die Identifikation mit deinen (Versagens-) Gedanken loslassen

Angst zu versagen

Trotzdem fallen du und ich immer wieder in diese Falle hinein. Wir werden unbewusst und meinen, dass wäre unsere Stimme.

Dann müssen wir ihr alles glauben. In diesem Moment wirken die Horrorszenarien über die Zukunft zu 100% real. Es geht nicht anders. 

Wenn wir nicht wieder “aufwachen”, zieht uns diese Stimme immer tiefer hinein. Du kennst das ja auch, wenn du nach 3 Stunden komplett fertig aus einer dieser fiesen Gedankenspiralen aufwachst.

Doch je länger wir bewusst bleiben, desto weniger Macht hat diese Stimme über uns. 

Um unsere Angst zu versagen überwinden zu können ist es daher unsere einzige Aufgabe, uns nicht komplett von dieser Stimme vereinnahmen zu lassen.

Du erkennst dann, dass du ein Bild eines Monsters auf ein Blatt Papier gemalt hast – und dich danach so erschreckt hast, dass du schreiend aus dem Raum laufen musstest. 

5. Hinterfrage was es überhaupt heißt, zu versagen

“Versagen” ist komplett subjektiv. Es ist nichts weiter als ein Konzept in deinem Kopf. 

Was für mich “Versagen” ist, kann für jemand anders ein großer Erfolg sein. 

Wenn “versagen” für dich heißt, 99,7% anstatt 100% Leistung zu bringen – dann wird es sich für dich lohnen, deine Ansprüche mal ein wenig herunterzuschrauben.

Wir machen uns aus dem Grund so viel Druck, weil wir meinen es würde uns an unser Ziel bringen.

Wir meinen, ließen wir ein wenig lockerer, würden wir total abdriften.

Doch jeder gute Sportler wird dir sagen, das ein guter Mix aus Fokus aber auch Lockerheit die Voraussetzung dafür ist, Topleistung abzurufen.

Sind wir zu angespannt, ist die Chance zu versagen viel höher. 

6. Die Angst loslassen, Fehler zu machen

Angst zu versagen - die Angst vor Fehlern loslassen

Die Angst zu versagen ist vor allem eines: Die Angst vor Fehlern. Wir wollen mit aller Macht vermeiden, etwas falsch zu machen.

Wir meinen, die Konsequenzen davon wären fatal. 

  • Doch Fehler gehören zum Leben dazu. 
  • Nur durch Fehler können wir lernen.

Wir entwickeln uns nur weiter und werden besser in einer Sache, wenn wir etwas probieren und dabei auch mal Scheitern. 

Ohne Fehler geht es nicht. Sie sind der schnellste Weg zu besseren Fähigkeiten. 

Fun-Fact: Je mehr wir mit aller Macht Fehler vermeiden wollen, desto eher machen wir am Ende welche. 

Denn wir sind nicht bei der Sache, sondern sehen uns in unserem mentalen Kino dabei zu, wie wir einen Fehler machen – und im Anschluss unser Leben den Bach runtergeht. 

Dabei ist der Fehler oft noch nicht einmal passiert. Doch uns kommt es so vor, als würde wirklich alles schiefgehen, was schiefgehen kann. 

Je mehr wir im Kopf sind und nachgrübeln, desto abgelenkter sind wir. 

Desto weniger Kapazität haben wir, um uns auf die Arbeit oder den Lernstoff zu fokussieren.

6.1 Sei im Moment – nicht im Kopf

Erkenne, dass das nur eine Stimme in deinem Kopf ist – die sich verdammt real anfühlt. 

Fokussiere dich dann auf das, was vor dir ist. 

Fühle den Stift in deiner Hand, sei im Moment, spüre, rieche, schmecke deine Umgebung. 

Lass diese Gedanken an Fehler wie Fahrstuhlmusik im Hintergrund spielen. Klar, das erfordert Übung. Du wirst immer mal wieder von diesen Gedanken übermannt.

Die Kunst ist, das zu bemerken, den Gedanken nicht direkt alles zu glauben und mit dener Aufmerksamkeit wieder zurück zur Tätigkeit zu kehren. 

7. Die Erwartungen an sich selbst zurückschrauben

Lasse zu hohe Erwartungen los

Klar, es gibt auch Erwartungen von außen. Im Studium brauchen wir bestimmte Noten und in Ausbildung oder Job müssen wir bestimmte Resultate vorweisen.

Doch übertriebene Erwartungen kommen vor allem von uns selbst. 

Sie entstehen in userem Kopf. Dann kommt es uns so vor, als würden alle anderen Menschen genauso hohe Erwartungen an uns haben.

Die Wahrheit lautet aber: Auch wenn Erwartungen im Außen da sind – sie sind niemals so groß und schwerwiegend, wie sie uns in unserem Kopf vorkommen.

Diese Gedanken erzeugen eine Menge Druck, Stress und lenken uns heftig von dem ab, worin wir eine gute Leistung bringen wollen.

Je mehr wir uns während des Tuns (Lernen, Arbeiten, …) auf das Tun fokussieren und je weniger auf unsere Gedanken an das Resultat, desto leichter wird es uns fallen.

Am Ende kannst du sowieso nur Dein Bestes geben. Das gelingt die aber viel wahrscheinlicher, mit einem ruhigen Verstand. 

Dazu kannst du dir hier auch meine Podcastfolge anhören.

8. Die realen Konsequenzen unseres Scheiterns erkennen

Genauso wie Erwartungen entstehen die “fatalen” Folgen eines Scheiterns ausschließlich in unseren Gedanken.

Auch hier übertreiben wir gerne einmal komplett in unserem Kopfkino. 

Doch: Niemand kann in die Zukunft gucken. Sie existiert einfach nicht, außer in unserem Denken. 

Trotzdem lassen wir Horrorfilme über diese Zukunft dort oben abspielen – und wundern uns dann, wenn wir krasse Angst haben.

Erkenne, dass mögliches Scheitern nicht wirklich zu einem absoluten Desaster führen wird, sondern du das im Moment nur denkst.

Es ist schon witzig.

Wir können sicher und warm in unserem Bett liegen. Wir haben genug gegessen und getrunken. Es fehlt uns nichts. Und trotzdem haben wir das Gefühl, morgen wäre das Leben zu Ende. 

Die Gedanken an die morgen unweigerlich bevorstehenden Katastrophen, lassen den Wunsch entstehen, gar nicht mehr hinzugehen.

Klar, es gibt angenehemre Gefühle, als wirklich einmal zu Scheitern oder einen Fehler zu machen. 

Aber um Leben und Tod geht es nicht – außer vielleicht in deinem Kopf. 

9. Wie du es schaffst, dich weniger unter Druck zu setzen

Druck entsteht zu 100% in dir. Genauer gesagt in deinen Gedanken.

Wenn sich deine Gedanken nur noch darum drehen, nicht zu versagen, keine Fehler zu machen und gleichzeitig noch mehr zu leisten – dann versetzt dass dein ganzes System in Alarmbereitschaft.

Erkenne, dass da ein innerer Kritiker in dir ist, der dir diesen Druck macht. Es ist nicht deine Arbeit, dein Studium oder deine Beziehung.

Entziehe dem Kritiker das Wort. Immer, wenn er dir Druck machen will, sage ihm: “Ich weiß, du meinst es gut mit dir, aber gerade übertreibst du ein wenig.”

Erkenne:

  • Dein Leben (oder deine Zukunft) steht nicht auf der Kippe
  • Du wirst nicht morgen von einem wilden Mob durch die Straßen getrieben

Fun-Fact: Je lockerer du mit Fehlern, Missgeschicken und Unkonzentriertheiten umgehen kannst, desto lockerer sehen andere Menschen das auch oft.

Und wenn nicht, dann kannst du ihre Reaktion lockerer sehen. Denn auch hier malt der innere Kritiker wieder den Teufel an die Wand. 

Lass ihn das tun, aber nimm ihm nicht alles ab. 

Dein Professor, Chef oder Ausbilder wird dich nicht direkt in eine Kiste packen und nach China schicken.

10. Was wäre das Worst-Case Szenario?

Stell dir vor, was das Worst-Case Szenario wäre, wenn du tatsächlich einmal versagen solltest.

  • Lachen die Leute über dich?
  • Wirst du arbeitslos?
  • Lassen deine Freunde dich im Stich?

Ich stimme dir zu, das hört sich alles unangenehm an. Wenn wir es uns aussuchen könnten, würden wir beide auf diese Erfahrungen lieber verzichten.

Und trotzdem würden wir es überleben. Relativ leicht sogar. Ausgelacht zu werden und selbst seinen Job zu verlieren ist nicht lebensbedrohlich.

Aber in unseren Gedanken fühlt es sich so an. Deshalb leiden wir und fühlen uns elend. Unsere Gedanken dramatisieren schamlos. Wenn wir ihnen glauben, dann kommt und das Versagen gefährlich vor.

Wenn wir ihnen nicht glauben, dann ist das Leben auf einmal leicht. Denn du kannst dich viel mehr trauen.

Wenn Scheitern für dich nichts mehr ist, was du um jeden Preis vermeiden musst, dann bist du frei.

Deine Angst zu versagen will dich schützen. Sie will dich von dieser “Gefahr” bewahren. 

Deshalb versucht sie auch weiterhin versuchen, dir diese Worst-Case Szenarios glaubenhaft erscheinen zu lassen.

Gehe dem nicht auf den Leim. Bleibe bewusst und hinterfrage. 

10.1 Wieso deine Ängste zu 99.9% übertreiben

Mache dir dann bewusst, dass Ängste zu 99.9% übertreiben. 

Ich gebe es zu: Angst ist ein Gefühl – ein sehr starkes Gefühl.

Auch wenn es sich so anfühlt, abe selbst eine Abfuhr von einem attraktiven Menschen zu bekommen, bringt dich nichts in Grab.

Selbst das Scheitern im Job i fst realistisch betrachtet kein Weltuntergang.

Wie man im Süden sagen würde:“Das Lebbe geht weida”…oder so.

Wenn es also wirklich einmal passieren sollte, dass all die gefürchteten Konsequenzen eintreten, dann wirst du folgendes merken:

Selbst wenn das Worst-Case Szenario eintritt – es bringt dich nicht um.

  • Klar, es ist unangenehm.
  • Klar, damit müssen wir umgehen. 
  • Aber am Ende schaffen wir es.

Das Beste daran ist: Hier liegt persönliches Wachstum. Fehler und Niederlagen gehören zum Wachstum dazu. Sie machen uns stark.

Aus ihnen lernen wir. Sie geben uns Selbstvertrauen und innere Stärke.

Ich kenne niemanden, der erfolgreich und glücklich ist und nicht mehrmals auf die Nase gefallen ist.

Solange wir unsere Nase aus dem Schneckenhaus stecken und am Leben teilnehmen wollen, passiert sowas.

So what? Wenn wir das einfach akzeptieren und sehen, dass es am Ende gar nicht so schlimm ist, dann verlieren wir ganz automatisch eine Menge dieser Ängste. 

11. Lege deinen Perfektionismus ab

Deine Angst zu versagen entsteht aus Perfektionismus.

Perfektionismus ist komplett unnötig. Und trotzdem streben wir alle danach, etwas besonders perfekt zu machen.

Wenn deine Ansprüche an dich regelmäßig ins Unerreichbare abdriften, sage STOP.

Denn auch deine Ansprüche und dein Perfektionismus entsteht in deinen mentalen Bewertungen. Sie sind nicht real. 

Wir drücken unserem Handeln einen Stempel auf: 

  • Perfekt gemacht
  • Ok gemacht
  • Schlecht (also zu langsam, zu fehlerhaft, zu …)

Du wirst niemals perfekt sein – und das ist gut so

Wir zücken dabei sehr oft den Stempel “schlecht gemacht”. Dabei ist es oft so, dass gar nicht die Qualität erwartet wird, die wir meinen, unbedingt liefern zu müssen.

Sieh es mal so: Du kannst sowieso nicht mehr tun, als du gerade tun kannst. Das ist ein Fakt. 

Du kannst nur aufmerksam sein, lernen und versuchen, dich zu verbessern. Das ist die Leistung, die du bewerten solltest – nicht was am Ende dabei rauskommt.

Denn das kannst du nicht beeinflussen. Wieviel du gibst, kannst du beeinflussen. Auch kannst du beeinflussen, wie präsent du dabei bist und wie sehr du deine bewertenden Gedanken dabei ernst nimmst.

Erkenne: Perfektion gibt es nicht.

Wenn du sie jedoch erreichen willst, wirst du per Definition immer scheitern. Was meinst du, mit wieviel Motivation und innerer Ruhe du an die Sache herangehen kannst, wenn du sowieso nur scheitern kannst.

Hinterfrage deine Stempel. Erkenne sie dazu zuerst. Hier liegt der Weg von Selbstzweifeln hin zu Selbstvertrauen

12. Lasse dein Vergleich mit anderen los

Du bist du. Andere sind andere. 

Auch wenn ihr euch in der gleichen Umgebung bewegt (Job, Studium, Ausbildung), so seid ihr doch verschieden.

Es macht sehr viel Sinn, auf andere zu schauen und von ihnen zu lernen. 

Gar keinen Sinn macht es jedoch, sich schlecht zu fühlen, wenn jemand anders etwas besser kann. 

Denn wir schauen die meiste Zeit nur darauf, was andere besser können – und haben solche Gedanken wie:

  • “Wieso kann ich nicht so organisiert und schnell arbeiten?”
  • “Warum brauche ich immer doppelt so lange, um etwas zu verstehen.”

Erstens kannst du diese Fakten im Moment nicht ändern, also bleibt dir nur die Akzeptanz. Zweitens gibt es mindestens genauso viele Dinge, die du besser kannst, als andere.

Nur irgendwie schauen wir da nicht so richtig drauf. Es geht mir nicht darum, das du den Egotrip fahren sollst. 

Erkenne, dass du halt du bist, mit allem was dazu gehört – und dass das voll OK so ist. 

13. Wichtig: Lass deinen Selbstwert aus der Sache heraus

Richtig fies wird es, wenn wir unseren Selbstwert an unsere Leistung knüpfen.

  • “Nur wenn ich keine Fehler mache, dann bin ich ein wertvoller Mensch.”
  • “Nur, wenn ich Topleistung bringe, werden andere mich respektieren.”
  • “Nur, wenn ich alle Ansprüche über-erfülle, kann ich mit mir zufrieden sein.”

Hier muss ganz klar eine Trennung her. Sonst steigt der Druck ins unermessliche und wir sind gleichzeitig völlig gelähmt.

Denn bei allem was wir tun ist auf einer unser Wert als Mensch in Frage gestellt.

Erkenne, dass deine Leistung nichts über dich als Mensch aussagt. So kannst du alles geben, lernen und wachsen – aber mit Leichtigkeit und ohne Stress und Druck.

Das ist sehr befreiend. 

Fange mit deiner Sprache an. 

Anstatt: “Ich bin ein Versager.” –  sage dir: “Da ist mir ein Fehler passiert.” Trenne die Situation und den Handeln von dir als Person.

14. Ängste zu haben ist nicht schlechtes

Danke deinen Gefühlen dafür, dass sie dich beschützen wollen. 

Sie meint es wirklich gut mit dir.

Angst ist nichts schlechtes. Es ist eine (oft starke) Energie, die sich in dir bewegt. Das Gefühl hat noch niemandem auch nur ein Haar gekrümmt. 

Es ist ein zahnloser Tiger. Am Ende des Tages kann die Angst nur das mit uns machen, was wir mit uns machen lassen.

Wenn wir erkennen, dass sie “nur” ein Gefühl ist und auch wieder weiterzieht, dann kommt so richtig viel Entspannung in unser Leben. 

Übrigens: Erfolgreiche Menschen können akzeptieren, dass Ängste zu ihrem Weg dazugehören – während erfolglose Menschen mit dem Handeln warten, bis diese Ängste weg sind.

Da können sie leider lange warten. 

15. Wie du die Angst zu versagen loslässt

Ganz simpel, nutze dein Angstgefühl als Türsteher. 

Immer, wenn du starke Angst spürst, dann nimm das als Signal deine Gedanken für eine Weile nicht ganz so ernst zu nehmen.

Sie sagt dir, von deinem momentanen Gedanken abzuspringen. Nimm dir einen Moment der Stille und warte darauf, dass der nächste Gedanke zu dir kommt.

Widerstehe dem Zug der Gedanken, der dich direkt mitreißen will – immer tiefer ins Gedankenchaos. 

Die Angst zeigt dir, dass der Gedanke dir gerade nichts über dich, deine Fähigkeiten oder die Welt sagt – sie zeigt dir lediglich, dass am Ende dieser Gedankenspirale überhaupt nichts gutes auf dich warten kann. 

Daher sind solche Angstgefühle sehr nützlich.

Das kannst du mit dem leichten Schmerz vergleichen, wenn du deine Hand einer heißen Herdplatte zu nah kommt.

Instinktiv ziehst du die Hand weg – anstatt dich richtig stark zu verbrennen.

15.1 Du musst nicht angstfrei sein, um zu handeln

Viele Menschen glauben, sie müssten erst alle Ängste innerlich besiegt haben, um ihre Träume zu verwirklichen.

Doch dabei unterschätzen wir maßlos unsere Fähigkeit, auch mit Angst etwas zu tun. Die Angst sagst uns zwar, dass wir das jetzt auf gar keinen Fall tun können.

Doch das stimmt nicht. 

Performance und Angst hängen erstaunlich wenig miteinander zusammen.

Erkenne, dass Angst kein zuverlässiger Gradmesser dafür ist, was wir tun können und nicht tun können.

Um handfeste Beweise dafür zu bekommen, zeige ich dir im nächsten Schritt, wie du dich deinen Ängsten stellen kannst – ohne dich zu überfordern.

16. Stell dich deinen Ängsten – verliere die Angst zu versagen

Angst zu versagen - verliere die Angst vor der Versagensangst

Viel krasser wird es noch, wenn du anfängst, dich mit diesem neuen Wissen deinen Ängsten zu stellen. 

Frage dich, wie oft dich deine Angst zu versagen schon davon abgehalten hat, das zu tun, was du wirklich tun willst. 

Frage dich jetzt, was alles möglich wäre, wenn du trotz dieser Angst aus deiner inneren Mitte handeln könntest.

Die Rechnung ist ganz einfach. 

Wenn wir ein entspannteres, glücklicheres Leben wollen, dann dürfen wir mehr handeln und weniger grübeln.

Mache dir daher bewusst, dass du trotz der Angst handeln kannst.

  • Sie hat letztendlich keine Macht über dich. 
  • Du kannst immer frei entscheiden, was du tust. 

Wenn du das verstehst, hast du eine Menge für dein gesamtes Leben gelernt.

“Feel the Fear and Do it Anyway” – so der Titel eines wunderbaren Buches.

Dabei gehen wir systematisch vor.

Zuerst schauen wir unsere Ängste an. Wir gucken ganz genau, wovor wir Angst haben.

Dann stellen wir uns der Angst und gucken, ob diese Ängste wirklich etwas mit der Realität zu tun hatten.

Oft werden wir hier feststellen, dass dem nicht so ist. Wir merken, dass wir uns viel Sorgen um wenig gemacht haben.

17. Steigere dich langsam

Ich rate dir nicht, dich deinen größten Herausforderungen sofort zu stellen. Steigere dich langsam.

Taste dich heran.

Fange klein an und merke, dass du es kannst. Gehe bewusst heran und schaue, was sich herausfordernd, aber nicht überfordernd anfühlt für dich.

Denke daran: Jeder wächst in seinem Tempo. Gucke dabei nicht darauf, was sich andere schon alles zutrauen.

Sei präsent und gucke, was sich für dich nach gutem Wachstum anfühlt.

Sei dabei ehrlich mit dir. Wenn du das Gefühl hast, eine Herausforderung fühlt sich nicht mehr herausfordernd für dich an dann stelle dich einer neuen Herausforderung.

So wirst du sehr schnell eine riesige Komfortzone entwickeln.

Dann wird es immer weniger Bereiche in deinem Leben geben, in denen du Versagensangst hast.

Du kannst jetzt entspannt in dir ruhen. Du vertraust dir vollkommen selbst.

18. Bewusster durch den Tag gehen

Oftmals merken wir gar nicht, wie sehr ir uns den ganzen Tag lang unter Druck setzen. Es kommt uns nur alles wahnsinnig schwer und anstrengend vor – und am Abend sind wir fix und fertig.

Wir stehen den ganzen Tag unter (hausgemachter) Anspannung. 

Erst wenn wir erkennen, dass sie durch unsere Gedanken (Perfektionismus, keine Fehlertoleranz, Ansprüche an sich selbst, Druck machen) entstehen, können wir etwas dagegen tun.

Also lege am Tag immer ein paar kleine Pausen ein in denen du dich bewusst mit ein wenig Abstand auf dein Denken konzentrierst, einmal tief durchatmest und ihm für den Moment weniger Bedeutung gibst.

Je mehr du das tust und so deine unbewussten Muster erkennst, desto weniger tief kannst du in diese Gedankenspiralen hineinfallen.


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