Aufschieberitis bekämpfen

Aufschieberitis: Das psychologische Phänomen, welches dich wirklich zurückhält

Nein, das hier ist kein weiterer „5 oder 8 oder 365 Tipps, wie du deine Aufschieberitis bekämpfen kannst, die diesmal aber wirklich funktionieren, versprochen“ Artikel.

Es gibt derartige Artikel wie Krebse am Strand einer thailändischen Insel und ich bin mir sicher, obwohl du dir schon den einen oder anderen zu Gemüte geführt hast, verändert hat sich bisher wenig.

Ich könnte mir zwar in kürzester Zeit solch einen Artikel aus den Fingern saugen und ihm einen reißerischen Titel geben, aber dann müsste ich mich selbst hassen.

Neben meinem Selbsthass ist der Mehrwert eines solchen Artikels für dich eher beschränkt.

Da diese Kosten-Nutzen-Rechnung für uns beide nicht aufgeht habe ich mich dazu entschieden, in diesem Artikel lieber über die Ursachen zu schreiben, die wirklich hinter deiner Aufschieberitis, Motivations-, und Antriebslosigkeit stecken.

Wieso oberflächliche Tipps, um deine Aufschieberitis bekämpfen zu können, nicht funktionieren

Anstatt dir eine weitere ToDo Liste zu schreiben, die dich von deinem Schreibtisch mit einem fiesen Grinsen anstarrt, wohlwissend, dass sie verstauben und niemals abgehakt wird, wirst du erfahren, wie du langfristig und vor allem nachhaltig zu mehr Energie und Antriebskraft kommst.

Versprochen, in diesem Artikel gibt es keine „Kauf dir ein Eis wenn du eine unangenehme Aufgabe bewältigt hast“ Tipps.

Wäre es mit Deadline setzen, Prioritäten klären und dem ganzen Kram um deine Aufschieberitis zu überwinden getan, würdest du jetzt nicht diesen Artikel lesen, sondern mit Volldampf und topmotiviert deinen Zielen hinterherjagen.

Wäre es so einfach, würden nicht Heerscharen von Menschen tagein tagaus energie- und antriebslos durch ihren Tag treiben auf der Suche nach dem rettenden Strohhalm.

Es muss also mehr dahinterstecken.

Ein kleiner Tipp am Rande. Es liegt nicht an deiner Methodik. Es liegt auch nicht an einem fehlenden System.

Nein, es liegt an einem fiesen psychologischen Phänomen, welches dich immer wieder zurückrutschen lässt und in Aufschieberitis und Prokrastination zwingt.

Welches das ist und wie du es unschädlich machen kannst, das erfährst du in diesem Artikel.

Aufschieberitis bekämpfen

Aufschieberitis Ursachen:

Aufschieberitis bekämpfen Tipp #1: Erfülle deine Grundbedürfnisse

Wenn dich schon am Morgen eine dunkle Macht, gegen die Darth Vader wirkt wie Clown im ersten Lehrjahr, mit einer solchen Energie im Bett halten will, dass du denkst, du wärst mit deinem Motorroller frontal gegen einen amerikanischen Supertruck gebrettert, dann versuchst du dich krampfhaft für die falschen Ziele zu motivieren.

Punkt.

Welchem Sche*ß läufst du hinterher?

Du läufst irgendeinem Sche*ß hinterher, der dich nicht die Bohne interessiert und von dem du denkst, du müsstest ihn tun – es gäbe keine andere Möglichkeit, außer morgen von der Gesellschaft verstoßen und vollkommen verarmt auf der Straße zu sitzen für ein paar Euro traurige Leider auf der Gitarre zu spielen.

Wenn du schon völlig fertig bist, kurz nachdem dein Wecker dich wieder einmal viel zu früh aus deinem warmen Bettchen in diese unbarmherzige Welt gescheucht hat, dann spricht das nicht für eine generelle Arbeitsallergie oder akute Aufstehunverträglichkeit.

Wann hast du das letzte Mal wirklich auf dich gehört?

Nein, es spricht dafür, dass du jahrelang nicht mehr darauf gehört hast, was du wirklich willst. Es spricht dafür, dass der Kontakt zu dir schon vor Ewigkeiten abgebrochen ist und du seitdem verzweifelt versuchst, dich mit irgendwelchen oberflächlichen Motivationstechniken an den eigenen Haaren aus dem Sumpf deiner Prokrastination zu ziehen.

Wenn das die letzten Jahre nicht funktioniert hat, dann wird es auch in Zukunft nicht funktionieren. Ich denke einmal, darin sind du und ich uns einig, oder?

Gut, weiter im Text.

Untersuchungen konnten zeigen, dass du und ich mehr Wohlbefinden, Enthusiasmus, Lebensfreude und –kraft in unser Leben holen, sobald wir unsere Ziele selbst bestimmen. [note]Ryan, Richard M., Deci, Richard L. (2008). From Ego Depletion to Vitality: Theory and Findings Concerning the Facilitation of Energy Available to the Self. Social and Personality Psychology Compass 2/2. University of Rochester.[/note]

Autonomie, also Selbstbestimmung, ist neben Kompetenz und sozialer Eingebundenheit Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Wählen wir Ziele und Aktivitäten nach unseren eigenen Werten aus, so führt das zu mehr Motivation.

Aufschieberitis ade.

Du kannst also noch ein paar Jahre nach der magischen Pille suchen, die dir auf einmal Energie und Motivation schenkt und dich deine Aufschieberitis endgültig überwinden lässt.

Nur zwingst du dich damit, früher oder später diese Worte noch einmal zu lesen und meinen Server unnötig zu strapazieren.

Alternativ kannst du jetzt meinen Artikel zum Thema intrinsische Motivation lesen und mithilfe von fünf Fragen endlich anfangen, dich und deine eigenen Interessen zu leben.

Alleine das wird eine Menge Motivationsprobleme für immer aus der Welt schaffen und dich deine Prokrastination überwinden lassen. Bevor dieses Thema nicht geklärt ist, brauchen wir im Grunde nicht weitermachen.

Aufschieberitis bekämpfen

Aufschieberitis bekämpfen Tipp #2: „Ich hab es voll drauf“

Kompetenz. Was für ein schreckliches Wort. Doch auch wenn das Wort in Erinnerung an die ganzen Kompetenzteams, Kompetenztreffen und Kompetenzinitiativen arg gelitten hat kommen wir nicht drum herum anzuerkennen, dass es ein weiteres menschliches Grundbedürfnis darstellt.

Erfüllte Grundbedürfnisse führen zu mehr Wohlbefinden. Wenn ich das Gefühl habe, ich werde mit allem fertig, was da auf mich zukommen mag, dann fühlt sich das gut an.

Noch mehr. Diese Grundüberzeugung, dieses Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, führt ebenso zu messbar mehr Motivation. [note]Ryan, Richard M., Deci, Edward L. (2006). Self-Regulation and the Problem of Human Autonomy: Does Psychology Need Choice, Self-Determination, and Will?[/note]

Vertraust du in deine eigenen Fähigkeiten? Ja? Wirklich?

Hand aufs Herz.

Würdest du in eine Sache mehr Energie investieren, wenn du wüsstest, dass du sie aus eigener Kraft schaffen kannst?

Oder wenn du auf Glück, die Barmherzigkeit des Universums oder den Kaffeesatz deiner Oma hoffen müsstest?

Richtig, du verlässt dich auf den Kaffeesatz. Wie konnte ich etwas Anderes erwarten. Oma hat schließlich bisher immer Recht behalten.

Spaß bei Seite.

Immer dann, wenn wir davon überzeugt sind, gute Chancen zu haben, durch Einsatz unserer eigenen Fähigkeiten ein Ziel zu erreichen, sind wir motivierter. [note]Carol S. Dweck, Ellen L. Leggett: A Social-Cognitive Approach to Motivation and Personality. 1988. University of Illinois Harvard University.[/note]

Daher macht es durchaus Sinn, gezielt an seinem Selbstvertrauen zu arbeiten.

Wie genau du dieses Selbstvertrauen aufbauen kannst, darüber habe ich übrigens einen extrem detaillierten Artikel geschrieben.

Die eine Sache, die dich immer wieder zurück rutschen lässt

Also haben wir schon zwei Voraussetzungen für bombensichere Motivation entdeckt.

Wir brauchen selbstgewählte und für uns persönlich bedeutsame Ziele und müssen davon überzeugt sein, dass unsere Fähigkeiten genügen, um sie auch in die Tat umzusetzen.

Sind diese beiden Faktoren gegeben, steht einem energetischen und motivierten Handeln nichts mehr im Wege.

Sollte man meinen.

Und doch ist es nur die halbe Wahrheit.

Erinnerst du dich an dieses ominöse psychologische Phänomen, von dem ich am Anfang sprach und auf dessen Erklärung ich unverschämterweise bis jetzt verzichtet habe?

Wie konnte ich nur.

Ok ok, du hast mich überzeugt. Ich zeige Reue und hole es nach.

Der Glaube, es nicht zu verdienen, sabotiert dich!

Was ist, wenn wir tief in unserem Inneren nicht davon überzeugt sind, unseren Erfolg zu verdienen?

Richtig, wir werden uns sabotieren.

Immer und immer wieder.

Da hilft auch der neuste Wochenplaner aus feinstem Walpenisleder nichts.

Auch wenn der Blogger mit Affiliatelink* zu dem viel zu teuren Produkt sicherlich etwas Anderes behaupten würde.

Alle Prokrastination, alles Aufschieberitis, alle „ich trau mir das nicht zu und meine Fähigkeiten reichen gerade einmal aus, um mich zwischen drei verschiedenen Stempeln zu entscheiden und sie auf ein schlecht kopiertes Dokument zu zimmern“ haben letztendlich genau einen tieferliegenden Grund.


Den Glaube daran, nicht zu verdienen, was man doch so gerne haben möchte.

Ich behaupte, jeder von uns hat auf irgendeiner Ebene Gefühle sich selbst gegenüber, die alles andere als wohlwollend sind.

Vielleicht wurden wir immer wieder gehänselt, während wir uns durch unsere Schulzeit quälten oder unsere Eltern ließen uns mangels besseren Wissens spüren, dass wir noch mehr leisten und schaffen müssen, bevor wir ihre Zuneigung verdienen.

Was auch immer in deinem Leben passiert ist, es ist etwas passiert. Und aus diesem Grund schlummern da tief unten Gefühle der Unzulänglichkeit und des „nicht Verdienens“.

Wie sich das im Einzelnen im Leben zeigt, könnte unterschiedlicher nicht sein. Das Wirkprinzip bleibt das Gleiche.

So läufts:

1. Wir stellen uns vor, wie schön es wäre, mit einem Ferrari und einer drallen Blondine an der Strandpromenade von Miami langzubrettern und entscheiden uns, ab heute alles daran zu setzen, diesen Traum zu verwirklichen (ich behaupte selbstverständlich nicht, aber bestreite genauso wenig, dass dies mein Traum sein könnte beziehungsweise einmal war).

2. Unterbewusst schleichen sich Gedanken und Gefühle der Unzulänglichkeit ein. Wir spüren, oftmals paradoxerweise ohne es bewusst zu spüren, dass wir unter Umständen und mit viel Glück Lieschen Müller von nebenan verdienen, aber die Blondine? Niemals!

3.

  • Wir sabotieren uns auf dem Weg dorthin.
  • Wir bleiben nicht dran.
  • Auf einmal sind wir so ganz komisch unglaublich müüüüde. zZzZzZ.
  • Wir haben aus unerfindlichen Gründen keine Energie mehr, wir verplempern unsere Zeit mit Schwachsinn wie Facebook und der siebten Folge Game of Thrones an diesem Tag.
  • Wir lassen Menschen in unser Leben, die uns kleinreden.
  • Wir finden Gründe, wieso unser Leben auch ohne den Sportwagen und die schöne Frau komplett ist (was zweifellos eine Fehleinschätzung sein muss! :) ).
  • Wir halten uns mit Aufschieberitis selbst zurück.

Ich könnte diese Liste jetzt unendlich fortführen, aber ich glaube du weißt, wovon ich spreche.

Ob du nun glaubst, dass du es nicht verdienst, 1000€ am Tag zu verdienen oder deinen Traum zu verwirklichen und eine Schule für chinesische Töpferei aufzumachen, spielt keine Rolle.

Auf irgendeiner Ebene sabotierst du deinen Erfolg.

Wieso ich niemandem mehr helfe, der gerne von seinem Blog leben möchte

tumblr_o0pjx5CAlo1t09cwto1_1280In der Vergangenheit habe ich mich verückterweise immer mal wieder dazu hinreißen lassen, Menschen zu helfen, die einen erfolgreichen Blog starten wollten.

Eine Freundin beispielsweise interessiert sich brennend für die vegetarische Küche. Durch einige ausgiebige Verkostungen konnte ich sicherstellen, dass man ihre Gerichte tatsächlich einem Menschen anbieten kann.

Gleichzeitig beichtete sie mir, dass sie aus heiterem Himmel ihren extrem gut bezahlten Job kündigen und etwas tun wolle, was ihr wirklich Spaß macht. Gut, sie hat ihre Leidenschaft gefunden, dachte ich mir.

Also setzten wir uns zusammen und erarbeiteten einen Plan. Einen Plan, den sie einfach nur hätte umsetzen müssen.

Einige Zeit später fragte ich sie „und, wie läuft es mit dem Blog.“

„Ja, also ich weiß wirklich nicht. Ich weiß nicht, ob das Zukunft hat und ob ich überhaupt gut genug schreiben kann. Solche Blogs gibt es doch wie Sand am Meer und ich will mich jetzt erstmal um mich selbst kümmern. Ich verfolge das später weiter.“

Bumm, Selbstsabotage durch Aufschieberitis in Aktion

Und das war nur eines von vielen Beispielen.

Ich habe geschwitzt und gelitten, um dieses Wissen zu erlangen. Es würde ihnen Jahre an Arbeit, Schweiß und Tränen ersparen.

Und trotzdem passiert, du hast es erraten, nichts.

Locker 90% aller Menschen, die bisher zu mir kamen um Inspiration und Hilfe zu bekommen, haben bisher Null davon umgesetzt.

Nada.
Nichts.
Niente.

Dawai dawai, wie man wahrscheinlich nicht auf Russisch sagen würde.

Die Millionen Euro Frage lautet daher, wieso?

Wieso zum Teufel?

Wieso ziehen so wenige Menschen die Dinge durch? Wieso leiden so viele Menschen unter Aufschieberitis und Prokrastination?

Wir wollen zwanghaft loswerden, was wir glauben nicht zu verdienen

Ich glaube, dass wir immer einen Weg finden um alles loszuwerden, von dem wir nicht tief in uns überzeugt sind, es zu verdienen.

Dabei geht es freilich nicht ausschließlich um solch Dinge wie ein eigenes Business.

Menschen zerstören unbewusst die Beziehung zu dem Menschen, der sie bedingungslos liebt – weil die Stimmen tief in ihnen mit unbarmherzigen Nachdruck behaupten, sie wären diese Liebe nicht wert.

Menschen fangen auf der Arbeit an, die komischsten Fehler zu machen, sobald sie in eine Position befördert wurden, derer sie sich als nicht würdig erachten.

In jedem Lebensbereich sabotieren wir uns.

Wenn du keine Motivation dafür verspürst, die Dinge zu verwirklichen, die du schon seit Jahren wirklich willst, dann stehen die Chancen hoch, dass du sie dir insgeheim nicht gönnst.

Du alleine bist der Grund für deine Aufschieberitis – und das ist okay so

Du bist derjenige, der es immer wieder ruiniert.

Der sich nicht aufraffen kann.

Der sich selbst bremst.

Das klingt vielleicht wie ein harter Schlag ins Gesicht, aber es kann gleichzeitig sehr befreiend sein. Jetzt können wir uns daran machen, an unserem Selbstwertgefühl zu arbeiten und zu einer Person zu werden, die sich Glück und Erfolg wirklich gönnt.

Aufschieberitis bekämpfen

Selbstakeptanz als Startpunkt

P.S. Die falsche Schlussfolgerung wäre jetzt, dich selbst für dein „Nichtgönnertum“ mit einem feuchten Fisch auszupeitschen.

Natürlich ist der erste Schritt zu akzeptieren, dass du dich nun mal gerade in dieser Situation befindest.

Glaube mir, du bist nicht allein und glaube mir, es ist vollkommen ok so.

Selbstakzeptanz ist dein Startpunkt.

Das psychologische Phänomen

Achso, wie konnte ich das nur vergessen.

Es tut mir wahnsinnig leid.

Ich habe das Geheimnis rund um dieses psychologische Phänomen immer noch nicht gelüftet.

Immerhin ist es für deine Aufschieberitis verantwortlich.

Hoffentlich habe ich dein Vertrauen nicht gerade leichtfertig aufs Spiel gesetzt.

Denn weiterlesen lohnt sich. Das Phänomen, von dem ich eingangs sprach, nennt sich Selbstverifikationstheorie. Diese Theorie habe ich mir natürlich nicht selbst ausgedacht, sondern der amerikanische Psychologe William B. Swann.
Dieser behauptet, dass Menschen, die ein negatives Selbstbild haben, dieses durch ihre Umwelt und andere Menschen betätigt sehen wollen. [note]Swann, W. B., Jr. (1983). Self-verification: Bringing social reality into harmony with the self. In J. Suls & A. G. Greenwald (Eds.), Psychological perspectives on the self (Vol. 2, pp. 33–66), Hillsdale, NJ: Erlbaum.[/note]

Sieht ein Mensch sich als nicht liebenswert, so wird er alles in seiner Macht Stehende tun, um dies von der Umwelt und anderen Menschen bestätigt zu bekommen. Er wird seine Beziehungen sabotieren und den Menschen jeden Grund geben, ihn abzulehnen.

Er wird Partner anziehen, die ihn respektlos behandeln.

Es konnte sogar herausgefunden werden, dass Menschen sich häufiger von Partnern scheiden lassen, die sie als „zu gut“ ansehen, verglichen mit ihrem eigenen Selbstbild.

Wir schaffen mit allen Mitteln Situationen, die unser Selbstbild bestätigen

Mag ein Mensch sich generell nicht, wird er Situationen schaffen und Menschen in sein Leben ziehen, die genau das bestätigen.

Wenn diese das dann wider erwartend nicht tun, helfen wir ein wenig nach, indem wir uns unangemessen verhalten, um genau diese Situation wieder zu provozieren.

Sieht sich ein Mensch als unwürdig an, erfolgreich oder wohlhabend zu sein, so wird er diese Dinge aus seinem Leben fernhalten.

Auch wenn wir uns oberflächlich eine liebevolle Beziehung und Wohlstand wünschen, wir werden es nicht erreichen.

Je stärker etwas dein gewohntes Selbstbild bedroht, desto mehr Aufwand wirst du betreiben, um es von dir fernzuhalten.

Du wirst prokrastinieren und hundert Gründe finden, wieso du heute ausnahmsweise einmal nichts für dein Ziel tun wirst.

Und so vermeidest du, deine Ziele anzustreben. Aus diesem Grund fehlt dir Motivation, die wichtigen Dinge anzugehen.

Dieser Sachverhalt lässt dich immer wieder zurückrutschen. Er zieht dir die Energie ab, die du so gerne hättest.

Was tun um seine Aufschieberitis zu bekämpfen

Was zu tun liegt nahe, wenn wir uns Dinge nicht gönnen? Richtig, uns von nun an mehr gönnen.

Sich etwas zu gönnen zeigt, dass wir uns wichtig sind.

Gönne dir eine Auszeit. Tue etwas nur, weil es dir gut tut.

Fühlt sich das ungewohnt an?

Natürlich tut es das, du bist es nicht gewohnt.

Sagt dir dein Kopf, dass solch eine Kleinigkeit nichts bringen wird?

Klar tut er das.
Denn hier wird gerade dein Selbstbild wieder herausgefordert.

Dadurch jedoch, dass wir mit kleinen Dingen anfangen können wir dieses Selbstbild Schritt für Schritt verändern.

Wir zeigen uns so jeden Tag, dass wir es wert sind. Wir reden es uns nicht nur ein, sondern wir tun es auch.

Sich etwas gönnen muss nicht mit Geld ausgeben in Verbindung stehen. Kleinigkeiten wie einmal bewusst fünf Minuten eine Pause von allem zu machen oder sich einen Spaziergang zu gönnen reichen am Anfang schon aus.

Du sähst so den Samen dafür, die auch auf einer größeren Bühne mehr zu gönnen. Denn du stärkst so deine Beziehung zu dir selbst.

Wie könntest du nicht wertvoll sein und alles in dieser Welt verdienen, wenn du es dir doch jeden Tag zeigst.

Du wirst merken, wie du auf einmal wieder mehr Energie in dein Leben ziehst, die Motivation wiederkommt und du so deine Prokrastination und Aufschieberitis bekämpfen konntest.

Du stärkst und vertiefst so deine Beziehung zu dir selbst.

Lege los!

17 Kommentare
  1. Sarah
    Sarah sagte:

    Hallo Tim,
    Vielen Dank für diesen wirklich tollen Artikel. Es ist immer wieder erhellend und unglaublich interessant Deine Artikel zu lesen. Ich persönlich finde ganz besonders die „kleinen Nebensätze“ super, in denen Du Deine Beschreibungen immer wieder auf andere Lebensbereiche beziehst. So wird (für mich) ein allumfassendes Bild daraus und nicht nur ein bestimmter Aspekt beleuchtet. Hut ab. Ich freue mich auf mehr!
    Liebe Grüße

    Antworten
  2. Uwe
    Uwe sagte:

    Hallo Tim,

    toller Artikel, in dem sich wohl jeder ein Stückweit wiedererkennt. Ich habe nur Zweifel datan, dass solche tief sitzeneden Glaubenssätze einfach aufzulösen sind!?

    Liebe Grüße

    Uwe

    Antworten
  3. Tim Hamer
    Tim Hamer sagte:

    Hey Uwe,

    klar ist es nicht mit sich einmal ein Eis gönnen getan. Aber der Glaubenssatz, dass es nicht „einfach“ sein kann, macht es sicherlich auch nicht einfacher.

    Alles dauert seine Zeit und jeder wächst in seinem eigenen Tempo. Ich denke jedoch, es muss nicht immer alles „schwer“ und mit viel Arbeit, Schweiß und Tränen verbunden sein.

    Das kann manchmal sein, muss es aber nicht ^^

    Antworten
  4. Alicia
    Alicia sagte:

    Wunderbarer Artikel! Das mit der Selbstsabotage ist wirklich faszinierend. Allgemein neigen die Menschen dazu immer das Haar in der Suppe zu suchen, um sich selbst zu schützen und vermeintliche schmerzvolle Situationen wie zum Beispiel Ablehnung zu verhindern. Das sie sich dabei selbst behindern und tolle Chancen verpassen ist den meisten dabei garnicht bewusst. Vielen Dank für deinen Tollen Beitrag zu diesem Thema! :)

    Antworten
  5. Marianne
    Marianne sagte:

    Lieber Tim,
    Ich bin in der Ausbuldung zur individualpsychologischen Beraterin … Und gerade fasziniert von Deinen Artikeln. In unseren Gesprächen kommen wir genau auf diese Selbstbilder / Fremdbilder, die Mensch hat, auf seine Motivationen – und dann darauf, was er wirklich tut oder vermeidet. ( wo dieser Zwiespalt oft recht deutlich wird zwischen wollen und tun). Im Gespräch spiegeln wir das, zeigen auf … und wenn „erkennen“ stattfindet – und Mensch will – erarbeiten wir Korrekturen.
    Was ich speziell finde ist, dass Du von den Bildern her fernöstlich orientiert bist. Ich komme vom christlichen Hintergrund her – und kann die Dinge wie Selbstbewusstsein, Selbstwert usw. gleich elementar sehen wie Du …

    Antworten
    • Tim Hamer
      Tim Hamer sagte:

      Hey Marianne, danke für deinen Kommentar. Ich denke auch, dass ein „Erkennen“ immer an erster Stelle steht und Veränderung nur dann gelingen kann, wenn die Person dies auch will.

      Was genau meinst du denn mit „fernöstlichen“ Bildern?

      Liebe Grüße,
      Tim

      Antworten
  6. Aline
    Aline sagte:

    Danke für den Artikel, ich leide im Moment ganz besonders unter meinem zwanghaften Aufschieben. Ich dachte lange, dass ich Dinge aufschiebe vor denen ich Angst habe und ich habe enorme Angst vom Versagen.
    Nach dem ich deinen Artikel gelesen habe scheint mir der Aspekt mit der Selbstsabotage ebenfalls für mein Aufschieben verantwortlich zu sein, ja tatsächlich, es ist mir gar nicht aufgefallen, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich das Gefühl es nicht verdient zu haben, dass bei mir alles klappt.
    Wie auch immer, danke für diesen Artikel und deine Ehrlichkeit :)

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert