Februar 15, 2018

Schuldgefühle loswerden – was du unbedingt über sie wissen solltest

„Wie konnte mir das bloß passieren?“
„Warum habe ich das nur getan?“
„Wieso habe ich das nicht verhindert?“
„Wie konnte ich das nur vergessen?“

Kommen dir diese oder ähnliche Gedanken vertraut vor?
Wenn ja, dann leidest du mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit an Schuldgefühlen.

Hieran erkennst du es genauer:

  • Du plagst dich damit, dass du etwas ganz Bestimmtes getan oder nicht getan hast.
  • Du hast etwas von dir erwartet, bist dieser Erwartung aber nicht gerecht geworden.
  • Du verurteilst dich nun dafür, dass du einen „Fehler“ gemacht hast und siehst dies als große Schwäche und Versagen an.

Kurz gesagt:

Du fühlst dich schuldig für eine gewisse Situation und deine Gedanken kreisen permanent darum.

Am liebsten möchtest du die Situation rückgängig machen oder zumindest wiedergutmachen.

„Ach hätte ich doch nur…“, denkst du dir und fühlst dich dabei ziemlich mies.

Dass du dich aber schon eine ganze Weile mit Selbstvorwürfen herumplagst, ist nicht zufällig!

Im Gegenteil, es gibt Ursachen für Schuldgefühle und ich helfe dir, diesen auf den Grund zu gehen.

Wenn du endlich herausfinden willst, woher deine Schuldgefühle kommen, woran du sie erkennst und wie du sie loswerden kannst, damit du wieder mit einem reinen Gewissen und positiven Gedanken durchs Leben gehen kannst, bleib JETZT unbedingt dran!

In diesem Artikel kläre ich dich darüber auf, wie Schuldgefühle entstanden sind, was „Schuld“ und „Schuldgefühle“ sind und welche Begleiterscheinungen Selbstvorwürfe mit sich bringen.

Beginnen wir damit, die Ursachen von Schuldgefühlen ins Visier zu nehmen.

schuldgefühle loswerdenWie haben sich Schuldgefühle entwickelt, sodass sie in deinem Leben heute eine solch‘ unglaubliche Macht haben?

Die Hauptursache deiner Schuldgefühle liegt in deinem Anspruch, perfekt sein zu müssen, es allen Recht zu machen und wenn du es nicht tust, dich für dein falsches Verhalten zu verurteilen.

Um deine Selbstvorwürfe loslassen zu können, musst du diesen Anspruch allerdings aufgeben.

Aber wie geht das? Um die Antwort auf diese Frage zu finden, müssen wir tiefer graben.

Was deine Schuldgefühle auslöst

Schauen wir uns hierfür ein paar typische Glaubenssätze an, von denen du in deiner Vergangenheit sicher so einige unterbewusst abgespeichert hast, sodass sie heute in deinem Leben wirken.

So wie wir vieles von unseren Eltern bewusst oder unbewusst übernommen haben, so haben wir auch von ihnen gelernt, Schuldgefühle zu entwickeln.

Schon in frühester Kindheit wurden wir konditioniert und geprägt, vorwiegend natürlich durch unsere Eltern und der Schule, aber auch zum Teil durch kirchliche Instanzen.

Folgende Botschaften wurden dir möglicherweise eingeflößt:

  • „Du bist schuld, dass es mir jetzt so schlecht geht.“
  • „Wegen dir konnte ich heute Nacht nicht schlafen.“
  • „Das ist nun der Dank dafür, dass ich so viel für dich getan habe.“
  • „Du bringst mich noch ins Grab, Kind.“
  • „Brave Kinder verhalten sich nicht so, wie du es tust.“
  • „Dir wird es noch leid tun, dass du dich so benommen hast.“

Dir wurde vermutlich eingeredet, dass wenn du nicht nach den Vorstellungen deiner Eltern handelst, ungehorsam bist und es deshalb verdienst, beschuldigt und verurteilt zu werden.

Wie deine Kindheit dein Leben beeinflusst

Auch wenn es deine Eltern wahrscheinlich nur gut meinten, indem sie dir moralisches und angemessenes Verhalten anerziehen wollten, waren solche Suggestionen ausschlaggebend für deine weitere Entwicklung.

Diese Botschaft könnte sich bei dir abgespeichert haben:

„Wenn ich nicht so handele, wie meine Eltern es möchten, mögen sie mich nicht. Außerdem bin ich schuld, wenn es ihnen nicht gut geht. Sie lieben mich nur, wenn ich mich nach ihren Erwartungen verhalte. Dann bin ich ein braves Kind.“

Diese oder ähnliche Sätze können sich möglicherweise tief in deinem Unterbewusstsein verankert haben, ohne dass sie dir bewusst sind.

Oft stellen sich schon Selbstvorwürfe bei Kindern ein, wenn die Eltern diese Botschaften nur nonverbal übermitteln, indem sie wenig mit ihnen sprechen, sie ignorieren oder ein angestrengtes Gesicht machen.

Allein durch Mimik, Körpersprache und Stimmlage merken Kinder, dass etwas nicht stimmt und sie möglicherweise der Grund dafür sind.

Wann immer du also keine Beachtung bekommen oder eine negative Reaktion wahrgenommen hast, glaubtest du, etwas falsch gemacht zu haben.

Da Kinder ihre Eltern in der Regel lieben und von ihnen ebenso geliebt werden wollen und sie nicht verletzen möchten, fühlen sich diese schlecht und verantwortlich, wenn sie es den Eltern nicht Recht machen und so beginnt sie – die Spirale der Schuldgefühle.

So lernen wir Menschen aus Angst vor den negativen Folgen, nur noch das zu tun, was andere von uns erwarten oder uns zumindest mit Selbstvorwürfen zu bestrafen, wenn wir nicht nach den Vorstellungen geliebter Menschen handeln.

Und dadurch schleicht sich unterschied
bewusstsein
Stück für Stück ein und wir tragen es meist bis ins Erwachsenenalter mit uns herum.

Nicht dass du mich falsch verstehst:

Es geht hier nicht darum, dass dir gleichgültig ist, wie du dich gegenüber anderen verhältst und was dein Verhalten bei anderen auslöst.

Es geht darum, dass du nach deinen eigenen moralischen Wertvorstellungen agierst und Menschen so behandelst, wie du auch von ihnen behandelt werden möchtest.

Mit Schuldgefühlen ist niemandem geholfen und es bringt nichts, dir immer wieder Vorwürfe zu machen, wenn du nicht so handelst, wie man es möglicherweise von dir erwartet.

Es reicht völlig, wenn du dich so verhältst, wie es für dich gut und richtig erscheint!

Da wir jetzt wissen, woher Schuldgefühle kommen und dass sie sich schon in frühester Kindheit eingeschlichen haben, schauen wir uns einmal die Begriffe „Schuld“ und „Schuldgefühle“ näher an.

Schuld und Schuldgefühle

In den folgenden Zeilen erfährst du, welche Arten von Schuldgefühlen es gibt und wo diese herkommen.

Wie du sicher weißt, kann die Größe und Intensität von Schuldgefühlen sehr unterschiedlich sein.

Aber die Ursache ist immer die gleiche:

Du denkst dir:
Ich habe etwas getan oder unterlassen und bin dabei meinen eigenen Werten und (moralischen) Ansprüchen an mich selbst nicht gerecht geworden.

Doch manche Menschen entwickeln schneller Schuldgefühle als andere. Sie verfallen schneller in Selbstvorwürfen und haben somit auch häufiger ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihrer Meinung nach etwas falsch machen.

Wenn es dir wie einer von vielen geht, dann glaubst du, dass Schuldgefühle zwangsläufig aufkommen, wenn du dich nicht richtig verhalten hast, also etwas tust, dass du im Nachhinein für falsch, unangebracht und unmoralisch hältst.

Allerdings gibt es auch Personen, die sich bei exakt dem gleichen Verhalten keineswegs schuldig fühlen.

Schuldgefühle sind also von dir selbst geschaffen und zwar durch die Art und Weise, wie du dein eigenes Verhalten und dich selbst bewertest.

Dabei kann es sich um ganz verschiedene Situationen handeln, in denen du Schuldgefühle empfindest.


Zum Beispiel:

  • Du fühlst dich schuldig, weil du deine Eltern zu selten besuchst.
  • Du fühlst dich schuldig, wenn du jemanden angelogen hast.
  • Du fühlst dich schuldig, wenn du dich zu wenig um die Gesundheit eines geliebten Menschen gekümmert hast.
  • Du fühlst dich schuldig, wenn du ein bereits langes geplantes Treffen platzen lässt.

Doch da gibt es noch etwas, das du unbedingt wissen solltest:

Der Unterschied zwischen Schuld und Schuldgefühlen

Ein Mensch kann Schuld haben, aber keine Schuldgefühle empfinden oder aber wiederum unschuldig sein und dennoch Schuldgefühle haben.

Beispiel:

  1. Ein Kind, dessen Eltern sich getrennt haben, kann glauben, dass es schuld daran ist, obwohl es absolut nichts mit der Sache zu tun hat und keine Schuld trägt.
  2. Ein Einbrecher hingegen mag schuldig sein. Wenn dieser allerdings keine Reue zeigt, leidet er nicht an Schuldgefühlen.

Es ist also immer eine Frage der Perspektive und der Bewertung, inwieweit uns „Schuld“ und „Schuldgefühle“ betreffen.

Doch Schuldgefühle haben auch einen positiven Effekt, den du auf den ersten Blick vielleicht gar nicht siehst.

Zuerst einmal fühlst du dich schlecht und die ständigen Selbstvorwürfe ziehen dich ganz schön herunter und das oft in übertriebenem und ungerechtfertigten Maße.

Doch Schuldgefühle ermöglichen uns Menschen auch, soziales Verhalten zu entwickeln.

In einem gewissen Maße sind sie also nützlich und gut, denn sie helfen uns Regeln, Normen und Gesetze besser einzuhalten und ermöglichen „Fehler“ wieder wiedergutmachen und uns gegebenenfalls bei anderen Menschen für unser falsches Verhalten zu entschuldigen.

Im nächsten Schritt zeige ich dir, warum es so wichtig ist, deine Schuldgefühle ein für alle Mal hinter dir zu lassen, denn Schuldgefühle ziehen einschneidende Konsequenzen nach sich.

Sie sind es nicht wert, dass deine Psyche und dein Körper darunter leiden müssen.

Die Folgen von Schuldgefühlen

Wenn wir uns ständig Vorwürfe machen und glauben, etwas falsch gemacht zu haben und uns dafür verurteilen, dann hat schuldgefühle loswerdendas langfristig Auswirkungen auf unseren Körper und unseren Geist:

Das könnten die körperlichen Symptome von Schuldgefühlen sein:

  • Magenschmerzen
  • Herzstechen
  • Muskelverspannungen
  • Kopfschmerzen /Migräne
  • Atemnot
  • Heißhunger

Doch auch an deiner Psyche gehen ständige Selbstvorwürfe nicht spurlos vorbei.

Das könnten die psychischen Symptome von Schuldgefühlen sein:

  • Gereiztheit
  • Ständige Grübelei
  • Permanente Gewissensbisse
  • Du bist wütend auf dich selbst
  • Du wirst manipulierbarer
  • Du haderst häufig mit dir selbst
  • Das Gefühl, ein Versager zu sein
  • Empfänglicher für Kritik
  • Du kritisierst andere härter
  • Selbstbeschuldigungen vermehren sich
  • Das Gefühl von Wertlosigkeit
  • Ohnmachtsgefühl
  • Mutlosigkeit
  • Depressionen
  • Psychosomatische Beschwerden

Wie du siehst, bringen dauerhafte Schuldgefühle ganz schön viele Nachteile mit sich.

Schuldgefühle sind es nicht wert

Was glaubst du passiert, wenn du dich sowohl geistig als auch körperlich fortwährend schlecht fühlst?

Du überträgst deine negativen Energien automatisch auf deine Mitmenschen, mit eingeschlossen deinen Partner, deine Kinder oder nahe Verwandte, indem du deine Gefühle an ihnen auslässt.

Dadurch, dass du dich von diesen Emotionen vollkommen vereinnahmen lässt, treibst du geliebte Menschen von dir und ich frage dich, ist es das wirklich wert?

schuldgefühle loswerdenAußerdem lebst du durch die Schuldgefühle ständig in der Vergangenheit, indem du das Geschehene immer wieder in deinem Geiste durchspielst.

Du bist also entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft, was schade ist, denn:

So erlaubst du dir nicht, im Hier und Jetzt zu leben, dem einzigen Moment der wirklich zählt.

Willst du wirklich die schönen Momente verpassen, weil du immer wieder mit dir haderst und dein vergangenes Verhalten bereust?

Ich bin mir sicher, dass möchtest du nicht, hab‘ ich Recht?

Schuldgefühle können täglich auftauchen, es kann sich dabei um Kleinigkeiten aber auch um große Dinge handeln.

Das kann schon der versprochene, aber nicht gemachte Anruf bei einer alten Freundin oder das Absagen einer Feierlichkeit sein.

Das alles löst ein Reuegefühl in uns aus und der Wunsch, seinen Fehler wieder gerade zu biegen.

Selbst wenn es sich dabei um eine eigentlich für uns richtige Entscheidung anfühlt, können Schuldgefühle auftauchen.

Wenn es die richtige Entscheidung ist, auch wenn sie für andere vielleicht schmerzhaft ist, sind deine Schuldgefühle definitiv ungerechtfertigt.

Das heißt nicht, dass dir egal ist, wie es anderen geht, sondern nur das du zu dir und deinen Entscheidungen stehst und darauf hörst, was für dich gut und richtig ist – und das ist wichtig.

Schuldgefühle loslassen

Sei mal ganz ehrlich zu dir.

Was bringen dir dauerhafte Schuldgefühle?

Lässt sich dadurch die Situation rückgängig machen oder wiedergutmachen?

Nein.

Dadurch ändert sich nichts, außer dass es dir körperlich und geistig immer schlechter gehen wird.

Schuldgefühle haben es also gar nicht verdient, ständig in deinem Kopf herumzuschwirren und dir schlechte Gefühle über eine längere Zeit zu bescheren!

Okay, du hast möglicherweise einen „Fehler“ begangen. Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn du anders gehandelt hättest, als du es getan hast.

Du hast eingesehen, dass etwas nicht so gelaufen ist, wie du es erwartet oder dir gewünscht hast.

Du hast mit deiner Handlung vielleicht einen nahestehenden Menschen verletzt.

Doch es bringt nichts sich weiterhin damit herumzuquälen.

Was geschehen ist, ist geschehen und du weißt nie, was eine Entscheidung bewirkt, die du heute triffst.

Sie kann sich als richtig oder auch als falsch erweisen.

Du kannst die Zeit nicht zurückdrehen!

Zu diesem Zeitpunkt hast du dich nun mal dafür entschieden, so zu reagieren (oder gar nicht zu reagieren).
Für diesen Moment hast du es als richtig empfunden.

Vielleicht ergeben sich dadurch aber auch Chancen, die du jetzt noch gar nicht wahrnimmst.

Außerdem kannst du nur so aus deinen Fehlern lernen, wirst stärker und wächst über dich hinaus.

Und darum geht es im Leben – Erfahrungen zu sammeln, positive aber auch „negative“, um aus ihnen zu lernen.

Verschwende deine kostbare Zeit also nicht, indem du dir ständig Selbstvorwürfe machst und dein Leben in schuldgefühle loswerdender Vergangenheit führst.

Keiner ist perfekt und wir Menschen werden immer wieder Fehler machen, das ist nicht schlimm, sondern völlig normal. Genau das macht uns zu Menschen.

Tu dir selbst den Gefallen und lasse die Schuldgefühle immer mehr los und erlaube dir ein Leben in Freude und Glück – Das Leben ist JETZT!


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