Juni 6, 2019

Mit Leichtigkeit Leben: Dein Weg aus dem täglichen Kampf

Das Leben mit Leichtigkeit zu leben ist einfach. Denn es ist ein stetiger Fluss von Erfahrungen.

  • Ein Ereignis geht in an das nächste über.
  • Ein Gefühl löst das nächste ab.
  • Gedanken kommen und gehen.

Eigentlich ist alles ganz schön entspannt.

Doch dann ist da noch eine Instanz in uns, die das gar nicht so entspannt findet.

Sie vermutet hinter jeder Ecke Gefahr und hat die starke Tendenz, alles kontrollieren zu wollen.

Sie meint:“Alles wird ganz schrecklich den Bach heruntergehen, wenn ich nicht jetzt sofort eingreife und den Karren eigenhändig aus dem Dreck ziehe.”

So ein kleiner Kontrollfreak eben. Er erstickt jede Leichtigkeit im Keim.

Gleichzeitig haben wir offensichtlich nur eine begrenzte Kontrolle über das Leben. Ehrlich gesagt ist es total zufällig.

Niemand weiß, ob dein Lebensplan funktionieren wird. Ob die Spülmaschine genau dann die Bude unter Wasser setzt, wenn du nicht zu Hause bist, weiß kein Schwein. Ob die Gäste bei der Party dich mögen werden, who the f*ck knows.

Und trotzdem versuchen wir, genau solche Dinge krampfhaft zu verhindern.

Kannst du sehen, wie das den einen oder anderen stressigen Moment erzeugt und Leichtigkeit verhindert, wenn wir etwas unkontrollierbares auf einmal versuchen zu kontrollieren?

Mit Leichtigkeit leben: Der Versuch, die Emotionen zu kontrollieren

Nur hört es noch lange nicht dabei auf, unsere Umwelt oder andere Menschen kontrollieren zu wollen.

In Wahrheit versuchen wir, unsere emotionale Reaktion auf diesen Strom an Erfahrungen zu kontrollieren.

Die Erfahrung an sich ist nicht das, was uns belastet und die Leichtigkeit nimmt.

Wir haben Angst vor dem Gefühl, das dabei hochkommt. Weil wir Angst vor dem Gefühl haben meinen wir, wir müssten strampeln und uns abrackern (also kontrollieren), um dieses Gefühl zu vermeiden.

Aber wie mit den Ereignissen ist es auch mit den Gefühlen: Irgendwie kommen die einfach so zu uns. Wieso und woher genau, wieviel davon und wann – keine Ahnung.

Doch trotzdem versuchen wir da irgendwie, Einfluss drauf zu nehmen – und das erzeugt Stress und Anspannung.

Wieso wir mit kontrollierendem Verhalten die Kontrolle verlieren

Leichtigkeit Kontrolle loslassen

Obendrein bewirken wir mit diesem kontrollierenden Verhalten das genaue Gegenteil. Wir blockieren unsere inneren Kapazitäten, entspannt und mit Leichtigkeit mit dem umzugehen, was das Leben uns gibt.

Stattdessen herrscht innerlich ständig Anspannung, Unruhe, Angst.

Denn am effektivsten handeln wir nicht, wenn wir unter Druck stehen und tausende Gedanken im Kopf haben – sondern dann, wenn wir innerlich ruhig und frei sind.

Manche Menschen wundern sich, wieso solche Gefühle ihnen immer wieder das Leben schwer machen. Die Antwort ist weil wir meinen sie zu brauchen, um mit dem Leben umgehen zu können.

Würden wir in den Fluss des Lebens vertrauen, bräuchten wir keinen Stress und Druck erzeugen. Aber das ist momentan die einzige Möglichkeit, de wir sehen, um die Illusion von Einfluss und Kontrolle noch irgendwie aufrecht zu erhalten.

Wir sind alle exzellente Geschichtenerzähler

Leichtigkeit Geschichten

Die meisten Menschen haben vor nichts weniger Angst, als ihre Kontrolle zu verlieren. Wir tun fast alles, um immer die Oberhand zu behalten.

Wir meinen, das wäre der einzige Weg, Sicherheit in unser Leben zu holen.

Immerhin haben wir das Leben doch bisher mehr oder weniger gut gebacken bekommen, oder?

Doch der Grund, wieso uns das so vorkommt ist, dass wir uns eine gute Geschichte erzählen.

Das Leben (also Erfahrungen, Gefühle, Gedanken, …) passiert sowieso – und wir reden uns ein, wir hätten wahnsinnig viel Einfluss darauf.

Wie?

  • Wenn irgendwas “gut geklappt” hat, dann haben wir das “gut gemacht”.
  • Wenn etwas anderes in die Hose gegangen ist, dann waren wir daran natürlich auch Schuld.

Was wäre jedoch, wenn die Dinge sowieso so kommen, wie sie kommen – wir uns aber an unsere Stories festklammern weil wir tierischen Schiss haben, uns dem Fluss des Lebens einfach mal so hinzugeben und es uns zur Abwechselung mal einfach zu machen.

Wenn wir das verstehen kommt große Leichtigkeit in unser Leben – denn dann ist es nicht mehr zu 100% an uns.

Das Totschlagargument, was ich oft bekomme ist: ”Ja, dann fress ich mich ja den ganzen Tag voll, liege faul auf der Couch rum und mach gar nichts mehr.”

Möglich, dass du dann für eine Zeit diese Erfahrung machen würdest. Doch was wäre, wenn das nur eine Phase wäre und du danach anfangen würdest, mehr deiner Intuition, dem Flow des Lebens zu folgen? Weil du wüsstest, das alles ok ist.

Vielleicht findest du dann deine Passion, weil du automatisch auf sie zusteuerst? Vielleicht erscheinen dir dann alte Limitierungen gar nicht mehr als limitierend – sondern als irrelevant. Vielleicht bewerkstelligst du dann hoch-stressige Situationen auf einmal mit viel mehr Leichtigkeit.

Der Fluss des Lebens

Leichtigkeit Flow

Klingt zu gut um wahr zu sein? Nicht wirklich.

Denn wir können uns langsam diesem Zustand des Flows annähern und für immer längere Zeit in ihn einzutauchen.

Ich bin mir sicher, dass dir auch schonmal ein Tag untergekommen ist, an dem einfach alles so geflowt ist – alles hat einfach gut geklappt. Ohne Anstrengung, ohne Kontrolle.

Du wusstest, was zu tun ist, und hast es dann getan. Einfach so. Ohne Nachdenken. Ohne Stress und Aufregung – dafür mit viel Leichtigkeit.

Und dann gibt es andere Tage, an denen jeder Schritt zur Qual wird. Alles ist schwergängig, nichts klappt so richtig und du bist um 12 Uhr schon bereit für einen 18-stündigen Mittagsschlaf.

Deine Gedanken, Flow und Leichtigkeit

Wo liegt hier der Unterschied?

An unflowigen Tagen haben wir schwierige, komplizierte Gedanken zu fast allem, was wir tun.

… und an flowigen Tagen genau anders herum.

Erinnere dich einmal an eine Zeit zurück, an dem scheinbar alles geklappt hat für dich (vielleicht auch in deiner Kindheit).

  • Wie sehr hast du da nachgedacht über das, was du getan hast?
  • Oder hast du es möglicherweise einfach gemacht, “ohne groß darüber nachzudenken?”

Wahrscheinlich zweiteres.

Denn nicht das Leben an sich ist kompliziert. Es ist ein stetiger Fluss. Es passiert einfach.

Unsere Gedanken erzeugen Probleme, die es nicht gibt

Anstatt mich im Moment darauf zu fokussieren, was ich tue (und was passiert), bin ich mit 90-95% meiner Aufmerksamkeit bei meinem inneren Plappermaul das meint, einen wichtigen Beitrag dazu geben zu können.

Immer dann, wenn etwas schwer ist, du unsicher bist ob du das richtige tust oder “etwas kannst oder nicht kannst” – sind das am Ende nur Gedanken.

Das Resultat wird sowieso irgendwie ausfallen – und noch fast niemand hat es mit exzessiven Abgelenktsein durch Gedanken zum besseren bewegt – auch wenn wir da oft genug von überzeugt sind.

Bemerke also das nächste Mal, wenn du scheinbar nicht im Flow bist, wieviele Gedanken du in diesem Moment hast. Ich gehe jede Wette ein, dass das ordentlich viele sind.

Versuche nicht, da etwas gegen zu tun, das erzeugt nur noch mehr Gedanken – sondern bemerke es nur. Sei präsent mit dem, was du tust und mit den Gedanken.

Fokussiere dich ein wenig mehr auf den Raum zwischen deinen Gedanken, nicht so sehr auf den konkreten Inhalt.

Denn immer dann, wenn wir von Gedanken aus dem Flow gerissen werden, dann liegt es nicht an den Gedanken – sondern daran, dass wir “offline” sind und mit den Gedanken identifiziert und ihnen alles glauben.

Was uns also aus dem Flow bringt ist nicht, dass wir “das falsche tun” oder etwas wirklich “nervig, anstrengend, …” oder sonst etwas ist.

Viel mehr ist es unser Denken darüber.

Damit machen wir es zu dem, was es ist – ohne es zu merken.

Deine Realität besteht aus Gedanken

Mittlerweile ist relativ offensichtlich, dass uns das nicht besonders gut tut und viel Stress und wenig Leichtigkeit erzeugt.

Wieso tun wir das dann trotzdem?

Das liegt daran, dass wir diese Gedanken oft nicht mehr so richtig mitbekommen. Sie gestalten unsere Realität, ohne dass wir etwas davon mitbekommen.

Wir haben sie uns irgendwann einmal angewöhnt und ab dann schlicht so oft gedacht, dass wir sie gar nicht mehr so richtig mitbekommen.

Solange wir so in “unseren” Gedanken verstrickt sind, ist die Arbeit wirklich nervig und meine Performance wirklich schlecht. Aber von jetzt auf gleich, mit einem frischen Gedanken, könnte die Welt auch ganz anders aussehen.

Wache aus deinem Tagtraum auf für mehr Leichtigkeit

Es geh also darum, unsere Gedanken über das Leben zu erkennen. Wir dürfen bemerken, dass wir unwahren Gedanken aufsitzen, wenn wir gestresst sind und Angst haben.

Wenn ich aber aus diesem Tagtraum ausbreche, dann bemerke ich die Illusion.

Dann sehe ich, dass die Dinge eben nicht schwer und anstrengend sind, sondern ich sie dazu mache. Mit Gedanken.

Also was nun? Positives Denken? Nein.

Um mit solchen Gedanken umzugehen reicht es, bewusst mit ihnen zu sein und zu erkennen, dass sie nichts weiter sind, als Stimmen in deinem Kopf.

Diese Stimmen haben zu allem und jedem eine Meinung. Sie kommentieren ungefragt alles und jedem in deinem Leben. Doch hat sie damit noch lange nicht recht.

Hinter den Gedanken liegen Leichtigkeit und Flow

Leichtigkeit Freiheit

Wenn wir hinter unsere Identifikation mit den Gedanken blicken können dann merken wir, dass das Leben immer im Fluss ist. Vorher wehren wir uns mit Händen und Füßen (also mit Gedanken) dagegen, in ihn einzutauchen.

Es fühlt sich fast schon gefährlich an, ihm zu vertrauen. Jetzt tun wir das immer mehr. Je mehr wir erkennen, dass Gedanken eben nur Gedanken sind, desto freier werden wir.

Dieser unendliche Strom von Gedanken rückt in den Hintergrund und der Flow rückt in den Vordergrund.

Wir nehmen unsere Gedanken einfach nur wahr, antatt sie zu bewerten oder ihnen zu glauben. Sie kommen uns dann ein wenig so vor, wie Fahrstuhlmusik. Die ist auch da, aber niemand interessiert sich dafür wirklich.

Einfach tun ohne zu grübeln

Was wäre wohl, wenn du ab heute nur noch tun würdet, ohne groß zu grübeln. Dein Verstand erledigt zuverlässig den logischen Planungsteil deines Lebens (Morgen um 15 Uhr zum Zahnarzt, danach einkaufen und an die Milch denken) – sonst hält er sich vornehm im Hintergrund.

  • Würdet du dich dann mehr trauen in deinem Leben?
  • Würdest du Sachen einfach mal durchziehen, anstatt zu grübeln?Würdest du offener und lockerer mit anderen Menschen sein?

Davon gehe ich einmal aus.

In Leichtigkeit zu lesen heißt also, die Identifikation mit seinen Gedanken loszulassen. Es bedeutet zu erkennen, dass hinter den Gedanken eine komplette Welt aus innerer Führung, innerer Ruhe und Entspanntheit liegt.

Hier ist unsere Fähigkeit verborgen, mit allen Herausforderungen ruhig und gelassen umzugehen und das Leben mit viel mehr Leichtigkeit zu leben.


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2 comments
  • Janina

    Hi Tim,
    finde es auch sehr wichtig, dass es eben nicht um positives Denken geht. Sonst entsteht noch mehr Angst – nämlich die Angst davor, negative Gedanken zu haben.
    Wenn wir aber verstehen, dass wir mehr sind als die Gedanken. Dass wir auch ohne Gedanken existieren, bringt das viel Ruhe in uns.
    Ich fand diese kleine Übung dafür super hilfreich: Wenn ich bemerkt habe, dass ich in einem kritischen oder sabotierenden Gedankenkarussel stecke, habe ich einfach Stop! gedacht.
    Das unterbricht alle Gedanken sofort und einen kleinen Moment lang ist nur Stille im eigenen Kopf. War für mich ein spannendes Experiment als ich versucht habe, es wirklich zu begreifen.
    Alles Liebe
    Janina

    Juni 7, 2019 10:03 am || Antworten

  • Tim Hamer

    Hey Janina,

    vielen Dank für den tollen Kommentar. Ja, genauso ist es. Wir sind mehr als unsere Gedanken und das zu erkennen ist das Ende vielen Leidens 🙂

    Liebe Grüße,
    Tim

    Juni 12, 2019 11:26 am || Antworten

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