März 18, 2015

Sich selbst motivieren

Sich selbst motivieren zu können ist eine Kunst, die nicht vielen Menschen von Natur aus in die Wiege gelegt wurde.

Dabei kann jeder Mensch die Fähigkeit lernen, sich motivieren zu können, wenn es drauf ankommt.

Ich glaube viele von uns kennen den immer gleichen Zyklus. Heute noch strotzen wir vor Motivation, nehmen uns vor die Welt zu erobern und fühlen uns so, als könnten wir Bäume ausreißen. Wir nehmen uns vor, endlich unseren Traumkörper zu bekommen, ein eigenes Business hochzuziehen, Yoga zu lernen und endlich auch die nette Kellnerin auf ein Treffen einzuladen, mit der wir schön öfters nett gequatscht haben.

Es fühlt sich einfach umwerfend an, diese starke Motivation und Energie. Wir malen uns unsere Zukunft in den schönsten Farben aus. Wenn wir all das erst einmal erreicht haben, wie schön wäre dann wohl unser Leben?

Sich selbst motivieren: Zurück auf dem harten Boden der Tatsachen

sich selbst motivieren
Spulen wir jedoch einmal vier Wochen vor, so müssen wir betrübt feststellen, dass von der Energie nicht mehr viel übrig ist, wir seit zwei Wochen unseren Trainingsplan vernachlässigt haben und die Kellnerin auch noch auf unsere Einladung wartet.

Leider versteht fast niemand, wie Motivation wirklich funktioniert

Das liegt daran, dass viele Menschen nicht verstehen, wie Motivation wirklich funktioniert. Sie verstehen nicht, dass Motivation in Wellenbewegungen auftritt. Niemand hat immer das gleiche Level an hoher Motivation. Doch gehen viele Menschen genau davon aus. Sie nehmen sich in Phasen hoher Motivation unheimlich viel vor. Wenn dann aber diese, vollkommen natürlichen Phasen geringerer Motivation kommen, können sie damit nicht umgehen. Sie denken dann, dass etwas nicht stimmen würde und dass sie schonwieder versagt hätten.

Sich selbst motivieren heißt, sich anzunehmen

Daraus schlussfolgern dann viele, dass sie “schon wieder versagt” hätten oder “nie etwas zu Ende bringen können”. Dann sie machen den Fehler, genau an diesem Punkt aufzuhören.

Doch in diesen Phasen holt sich der Körper nur seine verdienten Ruhepausen. Er läd die Akkus auf. Er fährt ein wenig runter. Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken und noch viel weniger, sich dafür zu verurteilen.

Ruhepausen sind der Schlüssel

Das ist der Schlüssel, um wirklich dranzubleiben und sich weiterhin selbst motivieren zu können. Es geht nicht darum, jeden Tag 100% Topleistung zu bringen. Das kann niemand. Es geht darum, jeden Tag kontinuierlich das Optimum herauszuholen. Es geht also darum, nicht während der ersten Phase stockender Motivation aufzugeben und sich selbst zu bemitleiden.

Es geht darum, sich gerade hier in Selbstakzeptanz zu üben und sorgsam mit sich umzugehen.

Was ist dir lieber? Drei Jahre lang kontinuierlich durchschnittliche 80% zu geben und deine Ziele mit Leichtigkeit zu erreichen. Oder drei Wochen lang 100% zu geben und danach auf 0-10% abzufallen? Doch genau das passiert einer Menge Menschen. Aus dem einfachen Grund, weil sie nie gelernt haben, mit dieser Wellenbewegung umzugehen.

Pausen nicht als Ausreden benutzen

Natürlich solltest du das nicht als Ausrede benutzen. Wenn du sieben Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr in einer Phase wenig Motivation steckst, dann hilft nur, einmal wirklich ehrlich zu dir zu sein. Du bist derjenige, der am genauesten weiß, wenn er sich selbst betrügt.

Weitere Gründe für mangelnde Motivation

#1: Dir fehlt der Glaube an deinen Erfolg

Einer der stärksten Gründe dafür, dass dir die Motivation fehlt ist, dass du nicht an dich selbst glaubst. Fehlt dir Selbstvertrauen, dann glaubst du nicht, dass du Einfluss nehmen kannst. Dir fehlt die Überzeugung, Dinge schaffen zu können. Doch genau das ist unabdingbare Grundlage dafür, um sich selbst motivieren zu können. “Weiß” ich schon vorher, dass meine Fähigkeiten für diese Aufgabe nicht ausreichen, woher soll dann die Motivation kommen?

Wir sind dann davon überzeugt, dass wir umsonst Zeit investieren und am Ende doch mit leeren Händen dastehen und sich die Menschen vielleicht sogar über unser Versagen lustig machen.

Wenn du sowieso schon weißt, dass du Scheitern wirst, wieso solltest du dich dann überhaupt noch anstrengen. Ich zumindest würde es nicht tun.

Baue ein starkes Selbstvertrauen auf

Es führt deshalb kein Weg dran vorbei, ganz aktiv an deinem Selbstvertrauen zu arbeiten. Indem du dich immer wieder kleinen Aufgaben stellst, baust du langsam aber sicher Selbstvertrauen auf. Du wählst diese Herausforderungen klugerweise so, dass sie zwar herausfordernd, aber dennoch relativ sicher zu schaffen sind.

So erzählst du deine eigene Erfolgsgeschichte.

Du nimmst dir jeden Tag kleine Herausforderungen vor und bewältigst sie. So zeigst du dir, dass du Dinge schaffst, wenn du sie dir wirklich vornimmst. Gehe auch an dein Projekt Selbstvertrauen langsam heran. Überfordere dich nicht.

Vor allem aber vergleiche dich nicht mit anderen und rede dann deine eigenen Errungenschaften klein. Jeder wächst in seinem Tempo. Es ist vollkommen egal, ob jemand anders schon fünf Schritte weiter ist als du und größere Herausforderungen bewältigt.

Du bist nicht die anderen.

Du bist du.

Sche*ß drauf, was die anderen machen

sich selbst motivieren
Indem du dich vergleichst, sabotierst du dich enorm. Lass die anderen die anderen sein und bleib dabei ganz bei dir. Auch wenn dir die Herausforderung noch so klein erscheinen mag – wenn sie dich angemessen herausfordert ist sie in diesem Moment genau richtig.

In zwei Monaten, mit einem größeren Selbstvertrauen, wirst du darüber vielleicht lachen. Heute ist sie deine Übung. Führe sie aus und gibt ihr Respekt. Gib auch dir dabei Respekt dafür, dass du an dir arbeitest und den Mut aufbringst, dich zu verändern und Herausforderungen anzunehmen.

#2: Falscher Fokus

Es fällt enorm schwer, sich selbst motivieren zu wollen, wenn wir uns ständig auf das Negative fokussieren. Stell dir einmal vor, du möchtest gerne ein paar Kilos abnehmen.

Wenn deine Gedanken nur darum kreisen, wie anstrengend es doch ist, Sport zu treiben oder wieviel Aufwand eine gesunde und ausgewogene Ernährung macht, dann stehen die Chancen, sich motivieren zu können eher gering.

Verbinden wir ausschließ Negatives, wird es uns an Motivation fehlen. Wir übersehen dabei nämlich komplett, was mehr Sport und eine gute Diät für schöne Gefühle in unser Leben holt.

Fokussiere dich auf das Positive

Richten wir unseren Fokus darauf, dann wird das bisschen Anstrengung und der Aufwand, gesund zu kochen, bald kaum noch ins Gewicht fallen. Du wirst fröhlich und motiviert zum Sport gehen und ein mit einem guten Gefühl in den Supermarkt gehen und kochen. Sich selbst motivieren zu können ist also vor allem eine Frage des richtigen Fokus.

Forsche einmal bei dir nach. Was hält dich davon ab, dich wirklich zu verändern?

  • Fokussierst du dich auf mögliche negative Folgen deiner Veränderung?
  • Hast du vielleicht Schiss, dass deine Freunde dein neues Ich ablehnen würden?
  • Fürchtest du dich davor, es nicht zu schaffen und wieder zurückzurutschen.

Egal, was es bei dir ist, lerne, deinen Fokus zu optimieren. Richtig zu fokussieren ist nur eine Frage der Übung. Wir sind es gewohnt, erst einmal das Schlechte zu sehen. Genauso können wir uns aber auch umgewöhnen. Sich selbst motivieren bedeutet, selbst über seinen Fokus zu entscheiden.

#3: Negative Selbstgespräche – werde dein größer Fan

Sobald wir uns Herausforderungen im Leben stellen kann es immer passieren, dass wir dabei scheitern oder Fehler machen.

Darauf haben wir kaum einen Einfluss.

Früher oder später wird es passieren. So ist der Lauf der Dinge.

Doch worauf wir sehr wohl einen großen Einfluss haben ist, wie wir mit Fehlern und Niederlagen umgehen. Viele von uns sind darauf programmiert, sich das Leben in solchen Situationen selbst noch schwerer zu machen, als es sowieso schon ist.

Willst du dich selbst motivieren, wenn du dich ständig zur Sau machst? Wenn du dir bei jedem Fehler deine eigene Unfähigkeit in groben Ton bescheingst?

Werde dein größter Fan

Sich motivieren bedeutet, sein größter Fan zu werden. Es bedeutet, für sich einzustehen und sich zu unterstützen – auch wenn es mal brenzlig wird. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, mir immer vollsten Respekt zu geben, egal was passiert. Ich feiere mich voll ab.

Ich weiß innerlich schon genau, ich muss mich nur Herausforderungen stellen und ich kann mir meines eigenen Respekts sicher sein. “Hey, ich habe es versucht, ich habe alles gegeben.” Dafür gibt es von mir vollsten Respekt. Immer. Ich bin mein größter Fan und feuere mich an.

Früher habe ich mir auch oft das Leben schwer gemacht.

Doch wieso?

Wen bringt es weiter?

Das ist nichts anderes als eine schlechte Angewohnheit die wir irgendwann einmal angenfangen haben. Damit kannst du genauso gut wieder aufhören. Gewöhne dir an, für dich zu sein, anstatt gegen dich. Gewöhne dir an, dein größter Fan zu werden und dir mental einen dicken Applaus zu geben. Egal was passiert. Echte Fans halten auch in schwierigen Zeiten zu ihrem Team.

Sei ein echter Fan.

#4: Alles jetzt und sofort haben wollen.

sich selbst motivieren
Wir haben uns schon mit der Wellenbewegung der Motivation beschäftigt. In hochmotivierten Phasen wollen wir am besten alles auf einmal haben. Sich selbst motivieren bedeutet deshalb auch, sich zu mäßigen.

Denn wenn ich gleichzeitig meine Ernährung umstellen will, mich mit Trainingswissenschaft beschäftigen und jeden Morgen und Abend Yoga machen und meditieren will, dann bin ich in die klassische Überforderungsfalle getappt.

Es kreisen soviele Gedanken in meinem Kopf was ich noch alles lesen, ausprobieren und durchziehen will, dass ich letztendlich nichts von alledem mache. Denn wo soll ich anfangen? Will ich alles auf einmal durchziehen, müsste ich am besten zwei Bücher gleichzeitig lesen und dabei, während ich im Fitnessstudio Gewichte stemme noch zusätzlich meditieren.

Die Ausgeburt der Überforderung: ein moderner Supermarkt

Du warst sicherlich auch schon einmal in einem dieser neuen, riesigen Supermärkte. Dort finden wir heutzutage circa 750 verschiedene Sorten Yoghurt. Wie zum Teufel soll ich mich da entscheiden? Und wir sind hier erst beim Yoghurt. Warte mal ab, bis wir zum Kühlregal oder die Obstabteilung kommen.

Das gleiche Spiel. Wir stehen davor uns sind paralysiert. Am Ende kaufen wir vielleicht sogar gar nichts, weil wir komplett reizüberflutet sind. Wir wissen nicht, wo wir anfangen sollen und sind letztendlich völlig überfordert.

Sich selbst motivieren bedeutet deshalb vor allem: Eines nach dem anderen zu tun. Ich kann es vollkommen verstehen wenn du vor Energie strotzt und dein Leben ein für alle Mal verändern möchtest. Das ist ein tolles Gefühl.

Genieße es.

Erinnere dich aber gleichzeitig an diesen Artikel. Werde dann minimalistisch.

Suche dir eine Sache aus, mit der du gerne anfangen möchtest. So mache ich das bei meinem Blog auch immer. Ich könnte mich jetzt schon mit irgendwelchen Facebookanzeigen, Splittesting und den kompliziertesten Marketingtechniken beschäftigen. Um ehrlich zu sein, es brennt mir ganz schön unter den Nägeln. Ich bin topmotiviert und möchte lieber heute als morgen loslegen.

Gleichzeitig weiß ich aus eigener Erfahrung, dass dieses Vorgehen früher oder später scheitern wird.

Deshalb entscheide ich mich ganz bewusst dazu, erst einmal eine Menge gute Artikel zu schreiben und mich um google zu kümmern.

Wenn ich dort meine Zwischenziele erreicht habe, gehe ich einen Schritt weiter. Vorher nicht. Auch wenn ich mir manchmal nichts sehnlicher wünsche, als das. Sich motivieren zu können bedeutet also manchmal auch, ganz bewusst zurückzuschrauben und eins nach dem anderen anzugehen.

Sich motivieren lernen – es geht weiter!

envelopeWir haben jetzt gelernt, wie Motivation entsteht, wie wir Selbstvertrauen aufbauen und uns gleichzeitig nicht überfordern. Wir wissen, wie wir gut mit uns sprechen um mehr Motivation in unser Leben zu holen. Auch haben wir uns einen Plan gemacht und gelernt, uns auf die positiven Seiten unseres Zieles zu fokussieren. Wir wissen, dass Höhen und Tiefen in der Motivation ganz normal sind und es wenig bringt, durch diese Phasen hindurchzupushen.

Doch wie bleiben wir wirklich lange motiviert bei der Sache? Ich habe dazu eine dreiteilige Videoserie aufgenommen. In ihr erfährst du:

  • Wieso es wenig bringt, durch Phasen geringer Motivation durchzupushen.
  • Wie wir es schaffen können, das Phasen geringer Motivation nicht so lang werden.
  • Was deine allerwichtigste Eigenschaft ist, durch die du nie mehr mit mangelnder Motivation zu kämpfen haben wirst.

Trage dich hier ein und du bekommst das erste Video heute direkt in dein Postfach gesendet. Vollkommen unverbindlich und kostenlos.

Ich wünsche dir alles Gute,

Tim


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2 comments
  • Andreas

    “Gewöhne dir an, dein größter Fan zu werden und dir mental einen dicken Applaus zu geben. Egal was passiert. Echte Fans halten auch in schwierigen Zeiten zu ihrem Team. Sei ein echter Fan.”
    Sehr, sehr geil Tim 🙂

    März 24, 2015 3:49 pm || Antworten

  • Tim Hamer

    Danke 🙂

    März 25, 2015 9:26 am || Antworten

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