November 4, 2019

Sich Sorgen machen: Ein Tipp für dauerhaft weniger Sorgen

Sich dauernd Sorgen machen scheint zum Volkssport geworden zu sein. 

Dabei wissen wir meistens selbst, dass es außer negativen Gefühlen wie Ängsten und Hilflosigkeit nichts bringt. 

Aufhören können wir trotzdem nicht.

Auch ständige Sorgen können die vermeintliche Katastrophe in der Zukunft nicht verhindern.

Trotzdem macht sich fast jeder täglich Sorgen. Kaum jemand kann bewusst sein lassen.

Je mehr Sorgen wir uns machen, desto mehr Lebensfreude und Energie bleibt auf der Strecke.

Anstatt das Leben zu genießen, versuchen wir uns (mit Gedanken) vor etwas zu schützen, was noch garnicht passiert ist. 

Doch man kann aufhören sich ständig solch große Sorgen zu machen. 

Dazu musst du deine Sorgen nicht mit Willenskraft bekämpfen (hast du bestimmt schonmal ohne Erfolg probiert), noch musst du positiv denken.

Ein simples Verständnis über Sorgen, Grübeln und Gedanken an sich reicht aus, um ihnen die Macht über dich zu entziehen.

Dieses Verständnis teile ich in diesem Artikel mit dir. 

So möchte ich dir helfen, dich aus der Sorgenfalle zu befreien und das Leben im Hier und Jetzt wieder genießen.

Los geht’s.

Was Sorgen eigentlich genau sind

Meistens geht es direkt nach dem Aufwachen am Morgen los. Das Sorgenkarussell nimmt Fahrt auf. Das war es dann mit dem ausgeschlafen und entspannt fühlen. 

Doch wenn wir es einmal ganz nüchtern betrachten, machen wir uns ständig vollkommen umsonst Sorgen.

  • Wir machen uns Sorgen um unsere Gesundheit (obwohl wir laut Arzt gesund sind).
  • Wir machen uns Sorgen um andere Menschen (obwohl es ihnen in diesem Moment gut geht).
  • Wir machen uns Sorgen um die Zukunft (obwohl wir gerade im warmen sitzen und genug zu Essen im Kühlschrank haben).

Sorgen kann man nicht anfassen. Sie passen in keine Schubkarre. Das heißt sie existieren nur in unserem Kopf.

Sorgenvolle Gedanken haben viel weniger mit der echten Welt zu tun, als es uns immer dann vorkommt, wenn wir uns Sorgen machen und Grübeln.

Denn das ist das fiese an diesen Sorgen: Sie sind zu 99,9% nicht grechtfertigt – aber trotzdem schaffen sie es, dass sie uns so unfassbar real vorkommen.

Wir meinen, die Katastrophe steht wirklich kurz bevor, während wir gleichzeitig im warmen Bettchen liegen, ein gutes Abendessen im Bauch haben und in einem der besten Gesundheitssysteme der Welt leben.

Sie sind das beste Virtual Reality System auf dem Markt. 

Warum man sich keine Sorgen machen sollte

Sich Sorgen machen bringt nichts

Sich ständig Sorgen zu machen führt nachweislich zu einer Menge psychischer Probleme wie Angst, Depression und sogar körperlichen Krankheiten. 

Dabei ist unsere Intention dahinter nobel: Wir wollen, dass es uns gut geht, dass wir gesund sind und dass es unseren Liebsten genauso gut geht.

Wir wollen glücklich sein und von glücklichen Menschen umgeben sein. 

Das einzige Problem ist, dass sich Sorgen machen dazu nicht allzu viel beiträgt.

Außer Angst, innere Unruhe, Anspannung und manchmal sogar gesundheitliche Probleme kommt da nicht viel produktives bei heraus.

Warum macht man sich Sorgen?

Viele Menschen sagen ja auch: “Du hast gut reden, ich habe schon viele Schicksalsschläge verkraften müssen – jetzt muss ich mir ja Sorgen machen.”

Auch wenn das eine verständliche Reaktion ist – verhindert sie doch nichts, was in der Zukunft möglicherweise passiert.

Denn die Zukunft gibt es nur in deinen Gedanken – mit allem, was da passiert. 

Und wenn da viele Gedanken im Kopf sind über eine Zukunft voller Schrecken, dann fühlst du auch täglich Angst und Schrecken. 

Was du aber da fühlst, ist nicht die Realität, sonder nur deine Gedanken.

Ich erwähne es mittlerweile in jedem Artikel, weil es so essenziell ist: Wir fühlen nicht die Welt da draußen, sondern unsere Gedanken über diese Welt.

Das verwechseln ganz viele Menschen und leiden dann grundlos unter ihren Gedanken. 

Worin liegt nochmal genau der Grund, unsere Sorgen und Horrorszenarien zu verteidigen? 

Den einzigen, den ich sehen könnte wäre, dass wir uns weiter ängstlich und schlecht fühlen wollen

Doch wer will das schon? Und trotzdem erzeugen wir jeden Tag durch Sorgen eine Realität, in der unser Leben kurz vor dem Abgrund steht.

Lass uns damit doch aufhören, was meinst du? 🙂

Bewusstsein: Der Weg um zu lernen sich weniger Sorgen zu machen

Der absolut essentielle Schritt ist zu erkennen: Hier bin ich (der Beobachter) – da ist die Stimme, die sich Sorgen macht.

Diese Stimme erzählt den ganzen Tag ziemlich viel (und wenn wir ein wenig Abstand haben (und das alles nicht mehr so ernst nehmen), können wir manchmal nur noch lachen über den Mist, der uns da erzählt wird.

Stell dir einmal vor, es gäbe einen kleinen, hässlichen Mann, der den ganzen Tag neben dir herläuft und dir erzählt:

  • “Morgen wird bestimmt dein Kind unheilbar krank!”
  • “Du stehst kurz vor der Kündigung….”

Wie würdest du den wohl angucken? 

Ich denke du würdest bald feststellen, dass der scheinbar nicht mehr alle Tassen im Schrank hat und ihm noch einen schönen Tag wünschen.

Wieso wir alle unsere Sorgen so ernst nehmen

Weil diese Gedanken jedoch nicht von außen kommen, sondern sich nah und persönlich anfühlen, nehmen wir das Geblubber viel ernster.

Hier entsteht das Leid – obwohl es objektiv betrachtet keinen Unterschied gäbe. 

In dem Moment, in dem wir diese komplett unrealistischen Gedanken für unsere eigenen halten, geht es runter. 

Wir versuchen dann, in genau den gleichen Gedanken eine Lösung zu ergrübeln, in denen das Problem überhaupt erst entstanden ist.

Das ist so, als wenn wir mit einem Schwert aus Wolken gegen einen Drachen aus Wolken kämpfen.

Das kann man schon machen. Soviel bringt es zwar nicht, dafür ist es schön anstrengend und frustrierend.

Klingt nach keiner so guten Freizeitbeschäftigung für mich. 

Warum macht man sich Sorgen

Was wir verstehen dürfen ist, dass uns Sorgen machen nicht hilft.

Wir meinen oft, in den Sorgen fänden wir eine Lösung. Wir meinen, wir müssen uns Sorgen machen, sonst wird alles noch viel schlimmer.

Als könnten wir in unserem Kopf etwas verhindern, was vermeintlich in der äußeren Welt passieren wird. 

Doch in Wahrheit sieht es ganz anders aus. All diese Horrorszenarien entstehen einzig und allein in diesen Sorgen. 

Und dann fühlen wir uns schlecht, weil wir diese Gedanken fühlen und nicht die “gefährliche” Welt da draußen.

Ohne die Sorgen würde es die ganzen Probleme schlicht nicht geben. 

Einzig und allein unser Denker erschafft sie. 

Hättest du nicht den Gedanken “Meinem Partner ist bestimmt etwas passiert auf dem Heimweg” – dann würdest du dich nicht ängstlich, sorgenvoll oder hilflos fühlen.

Du wärst komplett entspannt. 

Auch dir Sorgen zu machen kann dich nicht schützen

Sich Sorgen machen Schutz

Denn der einzige Ort, wo die mögliche Katastrophe existiert, ist dein Kopf. 

Und naja, “wenn es dann aber wirklich so kommt” – haben dir deine Sorgen auch nicht geholfen.

Das klingt makaber, aber genauso ist es.

Scheinbar konnten auch deine Sorgen es nicht verhindern. 

Was sie aber vorzüglich gemacht haben war, dir die Zeit vor dem “schlimmen Ereignis” genauso schlimm zu machen.

Siehst du die Ironie in der Sache?

Ich finde alleine der Wortgebrauch sagt alles “sich Sorgen machen”.

Wir machen es also selbst. 

Wir erschaffen uns selbst eine (komplett ausgedachte) Realität, in der von allein Seiten große Gefahren für unser (emotionales) Wohlbefinden warten.

Ist doch der Wahnsinn, oder? 

Und trotzdem tun wir es alle. Immer wieder – mit keinem anderen Resultat als Leid.

Wie du dein Denken nicht so ernst nimmst

Stell dir einmal vor, all deine Sorgen würden so vor sich hindudeln, wie Fahrstuhlmusik im Hintergrund. 

Wieviel Einfluss hätten sie noch auf dich?

Der einzige Grund, wieso sie uns das Leben zur Hölle machen ist, weil wir ihnen krass nah sind und jedes Wort für Bare Münze nehmen.

Um wirklich aus dem Sorgenkarussell auszusteigen, müssen wir eine Ebene tiefer ansetzen. 

Wir brauchen eine Trennung von Bewusstsein und Gedanken

Wenn du einmal erkannt hast, dass Sorgen dich eben nicht beschützen (sondern die Ursache deines Unsicherheitsgefühls sind), dann wird es für dich immer weniger Sinn machen, ihnen so viel deiner Aufmerksamkeit zu schenken.

Wenn wir einmal erfahren haben, dass unsere Hand immer wehtut, wenn wir sie auf eine heiße Herdplatte legen, dann machen wir das ja auch nicht mehr.

Nur mit dem exzessiven Grübeln und Nachdenken sieht es da ganz anders aus. 

Weil wir nicht wissen, dass diese Angewohnheit die Ursache dafür ist, dass es uns schlecht geht, machen wir es immer wieder.

Weil wir irgendwo denken, dass wäre gut für uns. 

Das wäre ein bisschen so, als wenn wir jeden Tag immer wieder die Hand auf die Herdplatte legen – weil es dann bestimmt irgendwann nicht mehr so doll wehtut.

Gar nicht mal so clever, diese Idee, oder? 😉

Wie man aufhört sich Sorgen zu machen

Wir können nicht verhindern, dass Sorgen in unserem Bewusstsein auftauchen. 

Niemand kann seine Gedanken bestimmen – niemand weiß, was sein nächste Gedanke sein wird.

Das ist auch voll ok. Gedanken (also auch Sorgen) kommen und gehen. Wenn wir sie lassen. 

Was wir jedoch immer mehr kontrollieren können ist, wie oft wir auf den vorbeifahrenden Sorgen-Zug aufspringen und wie lange wir mit ihm fahren wollen.

Nimm die Gedanken nicht so ernst

Sich Sorgen machen und Gedanken ernst nehmen

Mit dem ständigen ‘sich Sorgen machen’ hört man auf, indem man seine Gedanken nicht so ernst nimmt.

Doch kann man sich nicht einfach einreden: “Ich nehme diese Gedanken jetzt nicht mehr so ernst.”

Nein, der Weg führt über mehr Bewusstsein. 

Immer, wenn du stark in deinen Sorgen bist, dann bist du auf einer nierdigeren Stufe von Klarheit.

Das heißt, es gibt für dich in diesem Moment nur noch diese Gedanken, nur noch diese sehr aktive Stimme im Kopf.

Aus diesem Zustand heraus ist es kaum möglich, seine Sorgen loszulassen.

Was wir brauchen ist mehr Bewusstsein. 

Wenn du erkennen kannst, quasi als Beobachter, dass da gerade eine Stimme ist, die wie wild mit dir diskutieren will (und am liebsten den Teufel an die Wand malt) – dann bist du schon einen riesigen Schritt weiter.

Denn jetzt gibt es eine Trennung. Du kannst deine Sorgen beobachten, anstatt zu 100% von ihnen eingenommen zu sein.

Sie sind zwar noch da, aber ziehen dich nicht mit sich hinab in den Abgrund. Das ist der einzige, langfristige Weg, wie man sich weniger sorgen macht.

Praktische Wege mit deinen Sorgen umzugehen

Das Gegenteil von sich Sorgen machen ist: Pragmatisch sein und dann seine Sorgen loslassen.

Schau mal: Die Zukunft ist nicht zu kontrollieren, deshalb brauchen wir uns über sie auch keine Sorgen machen (und im Hier und Jetzt schon leiden).

Daher lautet die Faustregel: Wenn es etwas ganz pragmatisches gibt, was du tun kannst, dann tue es!

Wenn es nichts gibt, dann lasse deinen Wunsch nach Kontrolle durch Sorgen machen komplett los. 

  • Wenn du dir Sorgen machst ob du das mit dem Autofahren gebacken bekommst – gehe zum ADAC und mache ein Fahrsicherheitstraining.
  • Wenn du dir Sorgen um die Gesundheit machst – dann informiere dich über gesunde Ernährung und Sport und geh zum Arzt. 

Doch selbst durch solche Maßnahmen ist das Leben ist nur ganz bedingt kontrollierbar. 

Unternehmen wir trotzdem den Versuch von 100%-iger Kontrolle, werden wir krachend scheitern (und ständig angespannt sein).

Denn wenn etwas passiert, passiert es sowieso. Egal ob du vorher 10 Stunden darüber nachgedacht hast. 

Mache einen Realitäts-Check

Sich Sorgen machen Realitätscheck

Ich halte das Verständnis, dass es diese Sorgen ausschließlich und zu 100% nur in unserem Denken für absolut ausreichend, um sich weniger Sorgen machen zu müssen.

Manchmal kann uns aber auch ein kleiner Realitäts-Check eine schnelle Lösung bringen. 

Für mehr Klarheit im Kopf können auch folgende, realistische Fragen sorgen:

  • Was ist es genau, was mir da solche Sorgen macht? 
  • Wie realistisch ist mein Sorgen-Szenario wirklich?
  • Gibt es etwas, das ich tun kann, damit es nicht eintrifft?
  • Was wäre das schlimmste, was wirklich passieren kann?
  • Wie hoch ist genau die Wahrscheinlichkeit dafür?
  • Was wäre eine Lösung, wenn es tatsächlich genauso so kommten sollte?
  • Was davon kann ich beeinflussen, was nicht?

Bleibe aber präsent bei der Beantwortung dieser Fragen, sonst bist du nach kurzer Zeit wieder in genau dem gleichen Grübeln gefangen, aus dem du ausbrechen willst. 

Das ist auch der Grund, wieso diese rein kognitive Herangehensweise (also auf Gedankenebene) meiner Meinung nach beschränkt ist.

Denn übermäßige Identifikation mit den Gedanken sind der Grund für übermäßiges Sorgen machen.

Ohne Sorgen steigt unsere Problemlösungs-Fähigkeit

Ich möchte ehrlich mit dir sein: Das Leben ist nicht vorherzusehen. Noch viel weniger kannst du kontrollieren, was es dir bringt. 

Es passieren Dinge, die nicht schön sind. Menschen bekommen Krankheiten, Firmen gehen Pleite und Beziehungen zerbrechen.

So ist das Leben (und nein, auch Sorgen können da nichts gegen tun).

Jedoch gibt es eine Lösung, die mehr Leichtigkeit und weniger Grübeln und Sorgen in dein Leben bringen.

Bereit?

Je weniger du dir Sorgen machst, desto mehr Kapazität hast du dafür zur Verfügung, das Leben erfolgreich zu meistern.

Nehmen wir einmal an, du verlierst wirklich deinen Job. Wie kannst du jetzt damit umgehen?

Indem du zwanghaft Gedanken nachgehst, dass das jetzt das Ende ist und dir Sorgen über die Zukunft machst?

  • Gibt dir das die Klarheit, Kreativität und Energie um eine Lösung zu finden? 
  • Oder lähmt es dich eher?

Je präsenter wir in solchen Situationen sind (und je weniger wir uns in Gedankenschleifen verrennen), desto einfacher finden wir Lösungen.

Denn klares Denken kommt dann zu uns, wenn der Kopf leer ist, nicht voll. 

Also lerne, hinter deine Gedanken zu schauen und zu erkennen, dass es da mehr gibt, als nur diese Gedanken.

Fokussiere dich auf den Raum zwischen den Gedanken, anstatt zu sehr auf den Inhalt. 

Erkenne, dass da eine Stimme (und nicht deine Stimme) zu dir spricht.

Nimm wahr, dass da auch ne ganze Menge unhaltbare Mutmaßungen über die Zukunft mit dabei sind.


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