November 26, 2019

Zur Ruhe kommen: Alles, was du wissen musst

Du möchtest endlich zur Ruhe kommen. 

Das kann ich gut verstehen. Denn gerade in unserer hektischen Welt fällt es vielen Menschen genau das immer schwerer.

Sie sind innerlich aufgewühlt – tausend Gedanken kreisen. Scheinbar gibt es keinen Ausweg.

Doch jeder Mensch kann lernen, innerlich zur Ruhe zu kommen. 

In diesem Artikel teile ich den wichtigsten Tipp mit dir, um zur Ruhe zu kommen. 

Das Beste ist: All das wirkt auch dann (und gerade dann), wenn gerade viel los ist in deinem Leben.

Du musst dazu nicht kürzer treten oder dich zurückziehen (auch wenn du das natürlich kannst).

Nein, es geht vielmehr um ein neuartiges Verständnis davon, wo unsere Unruhe herkommt.

Haben wir das einmal verstanden werden dann von ganz alleine mehr zur Ruhe kommen – und noch wichtiger: Auch innerlich ruhiger bleiben – egal was im Außen los ist.

Los geht’s.

Wie innere Unruhe entsteht

Vielleicht ist es dir auch schon einmal aufgefallen: Immer, wenn wir nicht zur Ruhe kommen können, dann ist in unserem Kopf ganz viel los.

Die Gedanken kreisen um tausend Dinge gleichzeitig, die Lautstärke ist hoch und wir verlieren immer mehr die Kontrolle über dieses exzessive Denken.

Das kann zu jeder Tages- und Nachtzeit passieren. Oft fällt es uns schwer, nach Trennungen oder Abends zur Ruhe zu kommen.

Viele Menschen können sich nach einem Streit nicht richtig beruhigen – und gerade in stressigen Phasen fällt es uns sehr schwer, runterzufahren und zu entspannen.

Da unsere Gefühle immer der Spiegel unserer Gedanken im Körper sind, entstehen so allerlei unangenehme Gefühle wie Angst und Stress, aber auch körperliche Grundanspannung und Schlafstörungen.

Die Faustformel lautet: Je mehr Gedanken wir haben, desto schwerer fällt es uns, zur Ruhe zu kommen.

Es ist quasi Dauer-Alarmzustand in Kopf und Körper.

Um das zu lösen müssen wir vor allem unsere Gedanken zur ruhe kommen lassen. Denn sie sind verantwortlich für all diese Symptome.

Lernen zur Ruhe zu kommen: Diese Erkenntnis wird dir dabei helfen

Unsere Gedanken sind dafür verantwortlich, dass wir innerlich unruhig sind.

“Wieso schalten wir die dann nicht einfach ab?”

Weil das eben nicht so einfach ist. Die Gedanken haben ihr Eigenleben entwickelt. Sie plappern automatisch den ganzen Tag und Abend und erzeugen Stress und Angst.

Wir können jetzt damit nicht so einfach aufhören, weil wir schon so an diese Grübeleien gewöhnt sind. 

Das passiert komplett unbewusst. Wir sind dann “offline” und checken gar nicht mehr, dass da diese Stimme in unserem Kopf unentwegt plappert.

Das spannende dabei ist: Wenn die Stimme damit aufhören würde, dann kämen wir von einer Sekunde auf die nächste zur Ruhe. 

Einfach so.

Das große Missverständnis über die Ursachen von Stress, Angst und Anspannung

Zur Ruhe kommen Innen Außen

Viele Menschen meinen, ihre Unruhe, Stress und Ängste würden von ihrem Leben ausgelöst.

“Ich muss ja unruhig sein, bei allem was da gerade in meinem Leben passiert.”

Doch sie fühlen immer nur ihre unruhigen Gedanken über diese Welt – nicht die Welt an sich. 

Lies den letzten Satz noch einmal.

Gedanken sind dabei immer im Wandel. Wir könnten von einer Sekunde auf die andere aufhören, unsere unruhigen Gedanken zu denken.

Aber wir sind schon so dran gewöhnt – und bemerken sie deshalb gar nicht mehr. Und so rattern sie munter weiter und wir können nichts dagegen tun, wir müssen uns weiter unruhig fühlen.

Genau die gleichen Gedankenschleifen, die wir gestern pausenlos gedacht haben, denken wir auch heute.

Deshalb fühlen wir uns auch jeden Tag gleich (schlecht).

Unser Zwang, nicht existierende Probleme zu lösen

Wenn wir nicht zur Ruhe kommen können, dann denken wir oft ganz viel durcheinander.

Wir haben so richtiges Gedankenmüsli im Kopf.

wir springen von einem Gedankenfetzen zum nächsten, von Zukunft in Vergangenheit und einem schrecklichen Bild zum nächsten – komplett sinnlos.

Aber wir meinen wir müssen das tun, weil uns sonst das Leben entgleiten würde. 

Die Vorstellung, sich einfach hinzugeben und im Moment zu sein erzeugt nur noch mehr ängstliche Gedanken.

Und so verheddern wir uns weiter in zusammenhangslosen Gedankenschleifen die zu nichts führen – außer uns total unruhig und kirre zu machen.

Du kannst nur zur Ruhe kommen wenn du bewusst wirst

Solange wir dieser Plapperstimme dort oben alles glauben und gespannt zuhören, haben wir keine Chance, zur Ruhe kommen zu können.

Denn selbst in einem warmen Sprudelbecken oder auf der Massageliege wird höchstwahrscheinlich die Birne weiter Stress machen – sodass wir auch die ganzen Entspannungsübungen nicht genießen können.

Noch schlimmer: Hier haben wir, genau wie Abends im Bett, herrlich viel Zeit zum ausführlichen Nachdenken.

Und das machen wir dann auch – und kommen selbst im Urlaub oder beim Wellnesstag nicht so richtig zur Ruhe.

Wenn wir ganz viel Glück haben, dann entstehen dort ein paar kleine Lücken in den Gedanken und wir können kurzfristig abschalten – aber spätestens am nächsten Tag kommt die Anspannung wieder.

Deshalb funktionieren auch die meisten Techniken gegen Grübeln nichts.

Denn mit viel Willenskraft können wir uns dazu zwingen, an etwas anderes zu denken.

Passen wir aber eine Sekunde lang nicht auf, dann rutschen wir direkt zurück in die alten Schleifen.

Was also tun?

Bewusster werden: Schaffe Abstand zwischen dir und den Gedanken

Wir leiden vor allem dann unter solchen Grübeleien, wenn wir unbewusst sind.

Das heißt wenn wir keinen Abstand zwischen uns und dem Denker dort oben haben. Wir meinen dann, diese Stimme sagt immer die Wahrheit.

Wir müssen ihr dann alles glauben.

Wenn sie uns dann also sagt, wir müssen Angst vor morgen haben – dann müssen wir es glauben und Angst haben.

Wenn sie uns sagt, wir wären bestimmt schwer krank – dann müssen wir das glauben und uns schlecht fühlen.

Der Ausweg ist zu erkennen: Hier bin ich, da sind die Gedanken. 

So können wir aus der Grübelfalle aussteigen. Das führt direkt dazu, das wir innerlich ruhig werden.

Jeder kann lernen, zur Ruhe zu kommen.

Innere Ruhe kehrt ein, wenn Stille im Kopf herrscht

Zur Ruke kommen - Stille im Kopf

Wenn du dir dieser Stimme bewusst bist hast du die Wahl, wie viel Aufmerksamkeit du ihr geben willst.

Je weniger Aufmerksamkeit du ihr gibst, desto mehr kannst du zur Ruhe kommen. Denn sie plappert dann zwar immer noch – aber eher als Fahrstuhlmusik im Hintergrund, anstatt als Dauerbeschallung aus dem Vordergrund.

Das kannst du aber erst in dem Moment tun, in dem du erkennst: Hier bin ich, da sind die Gedanken. 

Deshalb MUSST du diesen Punkt erreichen. Sonst bist du Grübelgedanken und der daraus folgenden inneren Unruhe komplett ausgeliefert.

Übung: Beobachte den Denker

Schau doch direkt jetzt mal hin. Kannst du diese Stimme hören? Vielleicht kommentiert sie gerade diesen Artikel. Oder fragt sich, ob diese Übung Sinn macht.

Ja, genau. Von dieser Stimme rede ich. Die, die den ganzen Tag in deinem Kopf ist.

Und jetzt schau mal ob du “das” wahrnehmen kannst, was diese Stimme hört. Den Beobachter. Das Bewusstsein.

Das, ohne das du diese ganze Erfahrung hier nicht machen könntest. Das, was auch andere Menschen wahrnimmt, deine Gedanken über deine Arbeit erfährt.

Dieses “das” ist immer da – unabhängig davon, was gerade passiert.

Also beobachte deine Stimme im Kopf immer mal. Vor allem dann, wenn du unruhig bist. Schaffe Distanz und erkenne, dass “du” sie nicht immer so ernst nehmen musst.

Wo du Stille findet und zur Ruhe kommst

Was wir also lernen dürfen ist, achtsamer und präsenter zu leben.

Was heißt das?

Nein, du sollst ab heute nicht deinen Tee im Schneckentempo trinken und jeden Atemzug bewusst genießen (obwohl das natürlich vorzügliche Wege sind, um mehr in den Moment zu kommen).

Unser Ziel ist es, diesen Abstand zwischen uns und dem Denken hinzubekommen. Denn dann können wir unsere Gedanken nicht mehr so ernst nehmen – und kommen endlich innerlich mehr zur Ruhe.

Dazu kannst du vorzüglich dein Gefühl als Feuermelder nehmen.

Wenn du dich angespannt, unruhig oder ängstlich fühlst – dann sagst das nicht etwa etwas über die Qualität der Welt aus, sondern über die Qualität deiner Gedanken.

Schlechte Gefühle sind eine schlichte Aufforderung an dich, dein Denken mehr zu beobachten und weniger ernst zu nehmen.

Wenn du Abstand von deinen Gedanken bekommst, dann wirst du so automatisch auch emotional zur Ruhe kommen.

Denn immer, wenn du weniger in diesen Gedanken drin bist, desto weniger werden sie auch negative Emotionen auslösen.

Deine innere Stimme wird niemals eine gute Lösung finden

Oft meinen wir, wir müssten Grübeln und uns Sorgen machen, weil es ohne keine Lösung geben würde.

Es fühlt sich so an, als würde unser Leben gegen die Wand fahren, wenn wir mit dem Denken aufhören.

Doch genau das Gegenteil ist der Fall. 

Wir springen von einem sinnlosen Gedanken zum nächsten und haben eine Horrorvision nach der anderen – das erzeugt immer mehr Druck in uns.

Wir springen von Vergangenheit zur Zukunft und sehen dort alle möglichen negativen Dinge.

Der Ort, an dem immer Ruhe herrscht

Je öfters du diesen Abstand hinbekommst zwischen dir und deinen Gedanken, desto innerlich ruhiger wirst du.

Das liegt daran, dass deine Stimme ganz automatisch weniger Gedanken erzeugen wird.

Das kann manchmal eine Weile dauern, denn auf dieser Stimme ist sehr viel Druck drauf. 

Alte Erfahrungen haben dein Denken konditioniert und erzeugen immer die gleichen, negativen Gedanken.

Wenn du diese Gedanken einfach in dein Bewusstsein kommen und weiterziehen lässt, anstatt dich mit deinem gesamten Fokus darauf zu stürzen, dann verlieren sie ihre Power.

Jedes Mal lässt du ein wenig mehr von dieser alten Energie ab.

Du wirst innerlich immer freier und erkennst immer ein Stück mehr, wer du wirklich bist.

Wieso manche Menschen immer gelassen sind und andere nicht

Irgendwann wirst du einen Ort in dir finden, an dem immer alles OK ist. Einen Ort, von dem aus du jede Erfahrung machst, du die im Leben machst.

Ein Ort, der nicht zu verändern ist, egal was auf der Leinwand des Lebens da vorne gerade abläuft.

Das ist übrigens auch der Grund, wieso einige Menschen scheinbar in den stressigsten Situationen total gelassen bleiben – während andere sich total aufregen.

Sie sind mehr mit dem Ort verbunden, an dem innere Ruhe herrscht.

Das Beste: Je weniger wir in unseren persönlichen (Ego-) Gedanken drin sind, desto mehr Platz wird frei für wirklich positive Gedanken. Die entstehen dann automatisch aus uns heraus.

Von diesem Ort kommen dann unerwartete Lösungen oder die Fähigkeit, eine Situation von einer auf die nächste Sekunde komplett anders zu sehen (und sich direkt entspannter und optimistischer zu fühlen).

4 Möglichkeiten, um bewusster zu werden und dadurch mehr zur Ruhe zu kommen

Der einzige Weg, dauerhaft zur Ruhe zu kommen, ist Ruhe in Gedanken zu erzeugen.

Das funktioniert nicht, indem wir Gedanken wegdrücken oder manipulieren. Die sind wie ein Korken. Je weiter wir sie runterdrücken, mit desto mehr Schmackes kommen sie später wieder an die Oberfläche geschossen.

Nein. Wir wollen erkennen, dass unsere Realität nur aus Gedanken entsteht.

Wir fühlen die Gedanken und nicht die Welt.

Immer, wenn wir viele Gedanken im Kopf haben, dann fühlen wir uns schlecht. Wenn wir wenige, langsame Gedanken im Kopf haben, fühlen wir uns ruhig.

Ganz simpel eigentlich.

Wenn diese Gedanken nicht so oft aus dem absoluten nichts kommen würden und unsere komplette Aufmerksamkeit einwickeln würden.

Wir müssen also Mittel und Wege finden, immer wieder diesen Abstand von den Gedanken zu bekommen. 

Beobachte dich im Alltag genauer

Auch wenn ich regelmäßig meditiere und relativ achtsam lebe, so ist das echte Leben doch immer noch mein bester Trainingspartner.

Ich bin der Auffassung, dass alles was uns jeden Tag passiert aus genau dem Grund passiert, um uns bewusster zu machen.

Du kannst alles, was dich im Leben vermeintlich aufregt und Unruhe erzeugt genauer beleuchten.

Stell dir immer wieder die Frage: “Könnte es nicht sein, dass ich auch hier nur meine Gedanken fühle?”

Wenn du das erkennst, dann bist du schon einen großen Schritt weiter. Nutze dein Gefühl dabei als Wegweiser.

Zur Ruhe kommen durch Meditation

Zur Ruhe kommen durch Meditation

Meditation eignet sich besonders gut, weil wir hier keine Ablenkung haben.

Außer dich auf deinen Atem zu konzentrieren und mit deiner Aufmerksamkeit bei ihm zu bleiben, musst du kaum etwas tun.

Doch ein ganz normaler Mensch wird das selten länger als 10 Sekunden schaffen, bevor er wieder voll ins Denken abrutscht.

Das ist übrigens vollkommen normal und menschlich. 

Während der Meditation ist jeder dieser Punkte für uns die Chance, genau diesen Punkt der Unbewusstheit zu erkennen – und dann mit der Aufmerksamkeit wieder in den Moment zurückzukehren.

Das kannst du beim meditieren endlos üben und wirst so immer früher merken, wenn du in diese unbewussten Gedankenschleifen abrutschst.

Wenn du das während der Meditation lernst, kannst du das direkt viel leichter in deinem Alltag anwenden.

Zur Ruhe kommen durch Social Media Verzicht

Die häufigste “Medizin” gegen innere Unruhe ist heutzutage das Smartphone.

Es vergeht kaum eine Sekunde die wir nicht am Smartphone hängen. Immer, wenn unangenehme Gefühle aufkommen dann holen wir uns sofort eine kleine Dosis Glückshormone bei Instagram.

Kurzfristig funktioniert das. Wir müssen unsere Unruhe für eine Weile nicht mehr so deutlich spüren.

Doch lenken wir uns damit von uns selbst ab. Wir kommen nicht etwa zur Ruhe, sondern drücken die Unruhe noch weg.

So kannst du dein Hab und Gut darauf verwetten, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt stärker wiederkommt.

So brauchen wir immer aggressivere Ablenkungen. Irgendwann sehen wir uns vor dem Fernseher, mit dem iPad auf dem eine Serie läuft und chatten gleichzeitig mit 5 Menschen.

Die Dosis muss erhöht werden.

Daher ist der langfristige Lösung für mehr innere Ruhe, ganz bewusst seinen Smartphone- und Social Media Konsum zu reduzieren.

Entspannungsmethoden

Wenn du das in diesem Artikel gelernte ein wenig verinnerlicht hast, kannst du schauen, ob Entspannungsmethoden etwas für dich sind.

Probiere einmal autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder 

Vergiss dabei aber niemals, dass immer deine Gedanken für dein Grübeln verantwortlich sind – niemals die Welt im außen.

Theoretisch gibt es nichts, von dem wir uns entspannen müssen – wir fühlen nur unsere Gedanken.

In dem Moment, wo wir das erkennen, haben wir es geschafft.

Natürlich kannst du dich trotzdem entspannen. Die Ruhe kann helfen, bewusster zu werden.


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