Mai 15, 2019

Innere Zufriedenheit: Wo und wie sie jeder findet

Viele Menschen verschieben ihr Glück und ihre innere Zufriedenheit in die Zukunft.

Wenn ich:

  • endlich selbstbewusster bin…
  • wenn ich meinen Traumjob gefunden habe…
  • wenn ich 7,5kg abgenommen habe…

… daaaaann kann ich glücklich und zufrieden sein. Doch sicherlich hast auch du schon einmal die Erfarhrung gemacht, dass das Hoch nach dem Erreichen eines solchen Ziels reltiv schnell abklingt.

Die Unzufriedenheit kehrt zurück, wir können unsere neue Errungenschaft bald schon nicht mehr genießen und machen uns auf zum nächsten Ziel.

Und genau hier liegt der wahre Grund für mangelnde innere Zufriedenheit: Es liegt eben nicht daran, dass uns etwas fehlt.

Sondern vielmehr daran, dass wir fest davon überzeugt sind, dass erst (im Inneren oder im Außen) etwas anders sein muss, um zufrieden sein zu können.

Woher mangelnde innere Zufriedenheit wirklich kommt (nicht das, was du denkst)

Wir meinen, unsere momentane Lebenssituation, der Job, die Partnerschaft oder das mangelnde Selbstvertrauen wären an der mangelnden inneren Zufriedenheit Schuld.

Doch so sind wir in Gedanken ständig schon in der Zukunft und verpassen den einzigen Moment, in dem “echte” Zufriedenheit entsteht – dieser Moment.

Außerdem wird diese Hatz nach der Erfüllung im Außen dann ein Leben lang weitergehen.

Das ist eine endlose Spirale von mehr und mehr und mehr.

Wie oft reden wir uns ein “wenn ich noch 1.000€ mehr im Monat mache, dann ist es endlich soweit, dann lösen sich alle Probleme in Luft auf und ich bin endlich ok so, wie ich bin.”

Was für eine Illusion. Und trotzdem glauben wir sie immer wieder.

Doch wie oft wurdet du schon enttäuscht? Wie oft warst du überzeugt, die endgültige Lösung gefunden zu haben nur um nach kurzer Zeit innerlich an genau den gleichen Punkt zurückzukehren, von dem aus du gestartet bist?

  • Neuer Partner?
  • Neues Handy?
  • Neue Wohnung?
  • Neuer Job?
  • Neue Persönlichkeitsentwicklungsmethode?

Und mal unter uns: Jeder von uns kennt, durch die Medien oder persönlich mindestens einen Menschen, der scheinbar alles hat und dem es trotzdem miserabel geht (und der sich dann vor laufenden Kameras Skandale leistet und den Kopf rasiert).

Die Erkenntnis, die mir innere Zufriedenheit gebracht hat

Für mich gab es in meinem Leben eine absolut essentielle Erkenntnis: In genau dem Moment, in dem ich Widerstand gegen irgendetwas leiste, fängt das Leiden an.

Bin ich allerdings in der Lage, “einfach” alles so sein zu lassen, wie es ist (also Annahme praktiziere), dann wäre nichts ein Problem für mich – dann ist alles eben einfach so, wie es ist.

Immer dann, wenn ich irgendetwas in meinem Leben ändern will, vor allem mit dem Gedanken, dass es mir hinterher bestimmt besser geht – sitze ich einer fundamentalen Fehlannahme bezüglich dem Mechanismus der inneren Zufriedenheit auf.

Der große Trugschluss lautet: Wir meinen, Dinge im Außen wären in irgendeiner Art und Weise dafür verantwortlich, wie es uns geht.

Wieso innerer Widerstand immer Leid erzeugt

Diese Annahme führt dann dazu, dass wir innerlich Widerstand leisten gegen das, was gerade in diesem Moment ist.

Wir Menschen sind wahre Meister im Widerstand leisten. Gegen unsere Lebenssituation, gegen unsere Gedanken, Gefühle und gegen unser Verhalten.

Eigentlich gegen alles.

Als wäre das Leben ein “Work in Progress” – und es wäre unsere Aufgabe, es perfekt zu machen. Mit der Vorannahme: Erst wenn es perfekt ist, dann darf ich mir erlauben, innerlich zufrieden zu sein.

Allerdings auch nicht sehr lange, weil das nächste “Fix myself” Projekt wartet schon um die nächste Ecke.

Wenn wir genau hinsehen erkennen wir, dass dieser Widerstand, dieses “nicht-haben-wollen” das genaue Gegenteil von innerer Zufriedenheit ist.

Innere Zufriedenheit entsteht in dem Moment, in dem wir erkennen, dass Dinge nun einmal gerade so sind, wie sie sind – und dass das vollkommen OK so ist, wie es ist.

Innere Zufriedenheit entsteht daher genau dann, wenn wir mit allem cool undentspannt sind. Vor allem mit den Dingen, die wir so gerne an uns ändern würden.

Und ja, damit meine ich auch…

  • deine Angespanntheit mit anderen Menschen.
  • deine Angst vor zu Versagen.
  • deine Unsicherheit auf der Arbeit.

… gerade diese Dinge sind es, die zuerst liebevoll akzeptiert und angenommen werden wollen.

Wir überschätzen unsere Fähigkeit, die Welt zu beeinflussen

Ok, jetzt verrate ich dir einmal ein Geheimnis: In diesem Moment sind die Dinge sowieso so, wie sie sind.

Da bringt es nichts, auch noch unzufrieden darüber zu sein.

In dem Moment, in dem du Widerstand leistest, ist die Schüchternheit schon da und das Leben erscheint dir sowieso schon langweilig und ziellos.

Selbst mit Widerstand kannst du das in diesem Moment nicht mehr ändern, auch wenn dir das dein Ego natürlich verklickern will.

Du hast in dieser Sekunde keinen Einfluss mehr, auch wenn wir uns das nicht eingestehen wollen.

Zufriedenheit entsteht vor allem dann, wenn wir den Wunsch nach Kontrolle loslassen, der uns noch einigermaßen ein (natürlich sehr fragiles) Gefühl von Sicherheit gibt.

Viele Menschen haben tierische Angst, diese Kontrolle loszulassen.

Sie meinen, ihr Leben wird über ihnen vollends zusammenbrechen, wenn sie sich nicht mit Händen und Füßen gegen die Schrecklichkeit und die Gefahren dieser Welt wehren.

Klar, dass das unzufrieden macht. Wir können es nunmal nicht kontrollieren.

Denn wir haben viel weniger Kontrolle über die Gefühle, die wir bekommen und die Gedanken, die wir denken, als wir meinen (und auch über die Dinge, die uns passieren).

Trotzdem strampeln wir innerlich und äußerlich, sobald wieder einmal eines dieser fiesen Gefühle vorbeikommt.

Doch wie fühlt sich das an, sich ständig im Kampf zu befinden?

Ich glaube, einer der tiefsten Wünsche aller Menschen ist es, endlich ein Stück mehr loszulassen und sich diesem Fluss des Lebens mehr hinzugeben.

Die Welt ist sowieso, wie sie ist. Was wir uns wirklich wünschen ist die Fähigkeit, innerlich ruhig und zentriert zu sein in dem Wissen – “Alles wird gut.”

Ich würde sagen: “Alles ist gut, wenn wir ihm erlauben, gut zu sein.”

Dieses Gefühl verprechen wir uns übrigens auch heimlich davon, wenn wir meinen uns verändern zu müssen. “Wenn ich erstmal mehr Selbstbewusstsein habe, dann wird alles ok.”

Nope. Es ist schon alles ok und mit deinem Widerstand gegen diesen Moment (auch ohne Selbstbewusstsein) erzeugst du das, was du nicht haben willst.

Innere Zufriedenheit: Die Angst vor dem Leben loslassen

“If the only thing people learned was not to be afraid of their experience, that alone would change the world.”

~ Sydney Banks

Das ist so wahr. Wir haben nämlich keine Angst vor der Welt, sondern davor, wie wir meinen, dass sie uns fühlen lassen könnte.

Wir haben Angst, dass wir eine Erfahrung machen könnten, gegen die wir dann Widerstand leisten müssten.

Daher ist der Ausweg zu lernen, keinen Widerstand mehr gegen keine Erfahrung zu erzeugen (übrigens, solltest du doch Widerstand leisten, lasse den Wunsch los, daran etwas zu verändern).

Wenn den Versuch der Kontrolle über unsere Erfahrungen loslassen und den Fluss des Lebens einfach passieren lassen, werden wir frei.

Dann ist auf einmal alles ok. Wir sind innerlich zufrieden. Im Grunde hat sich nichts geändert, außer unsere Sicht.

Wenn wir erkennen, dass der Fluss des Lebens immer da ist und wir mit ihm fließen können, entsteht innere Gelassenheit und Zufriedenheit.

Und während wir früher geschrien und gestrampelt haben und alles unternommen haben, um zu kontrollieren – tun wir jetzt genau das Gegenteil.

Wir lassen immer mehr Bewertungen, Abneigungen und Kontrollzwang los und geben uns dem Fluss der Dinge hin. Denn wenn wir mal ehrlich sind: Wieviel Einfluss haben wir wirklich auf die Dinge?

Wir können strampeln und schreien, soviel wir wollen. An dem Lauf der Dinge wird das wie gesagt sowieso nichts ändern. Also können wir uns auch direkt hingeben.

Innere Zufriedenheit und deine Gedanken

Vielleicht “denkst” du beim Lesen dieser Zeilen jetzt: “Ja, du hast gut reden. Aber bei mir gibt es wirklich Charaktereingeschaften, die nicht akzeptabel sind, die will bzw. muss ich wegbekommen.”

I get you, I get you. Solche Gedanken kenne ich nur zu gut.

Hierzu möchte ich zwei prägende Erkenntnisse mit dir teilen: Zum einen heißt wahre Akzeptanz nicht, dass du aktiv daran arbeiten sollst, alles von dir als negativ wahrgenommene dein ganzen Leben lang zu hegen und zu pflegen wie ein geliebte Topfpflanze.

Es geht immerausschließlich um den Moment – denn es gibt streng genommen nichts, als genau diesen Moment.

Daher kannst du auch nur in diesem Moment zufrieden sein.

Zum zweiten: Das, was du unbedingt ändern willst, ist nicht in Stein gemeißelt. Klar, im Moment kommt es dir so vor.

Doch die Frage lautet: Kommt es dir so vor, weil es in jedem Fall so ist? Oder kommt es dir so vor, weil du denkst, es wäre so?

  • Woher weißt du mit 100%-iger Sicherheit, dass Schüchternheit etwas schlechtes ist?
  • Wer sagt dir, dass Angst zu haben total störend oder gar verboten ist?

Klar, aus der Gesellschaft, Erziehung, Werbung, Medien gibt es klare Tendenzen. Es wird uns versucht zu verklickern, dass es eine Reihe an Gefühlen gibt, die akzeptabel sind und wiederum andere, die es zu meiden gilt wie die Pest.

Doch der einzige Ort, an dem irgendetwas als “nicht gut” deklariert werden kann, ist dein Kopf.

Der wahre Schlüssel zu innerer Zufriedenheit

Daher ist das zweite Schlüsselelement für wahre innere Zufriedenheit: Zu erkennen, dass wir die einzigen sind, die bestimmte Gefühle, Gedanken oder Lebensumstände als inakzeptabel deklarieren – und daher auch die einzigen sind, die jederzeit ihre Meinung darüber ändern können.

Einfach so. Ohne jemanden zu fragen. Ohne sich rechtfertigen zu müssen.

Was wäre, wenn nicht das Gefühl an sich der “Übeltäter” wäre, sondern unsere Tendenz, etwas mit dem Gefühl machen zu müssen, weil wir es nicht akzeptieren können so, wie es ist.

In dem Moment, in dem du deinen Gedanken das glaubst, gehst du in den Widerstand. Der erste Schritt dort heraus ist es, präsent mit diesen Gedanken zu sein und zu erkennen, dass es eben “nur” Gedanken sind.

Es sind Töne in deinem Kopf, die sonstwo herkommen. Zumindest suchen wir uns nicht aktiv aus, was wir den ganzen Tag so denken – und trotzdem meinen wir, es wären “unsere” Gedanken und diese wären ganz furchtbar wichtig.

Innere Zufriedenheit entsteht im Moment

Innere Zufriedenheit heißt daher nichts anderes, als präsent in diesem Moment zu leben. Es heißt, mit dem, was gerade da ist, einfach zu sein, anstatt sich zu wünschen, dieser Moment wäre anders.

Schau, wir sind das präsente Bewusstsein im Fluss des Lebens. Erfahrungen, Gefühle, Gedanken, Menschen, Situationen sind in ständigem Wandel.

Bewusstsein ist unveränderbar. Das, was mit fünf Jahren dein Leben im Kindergarten oder im elterlichen Garten wahrgenommen hat, nimmt jetzt deine Angst vor dem Job oder deine Unzufriedenheit mit deiner Wohnung wahr.

Der Wahrnehmende ist gleich – das Wahrgenommene ändert sich.

In dem Moment, in dem wir den Schritt heraus aus der Identifikation mit unserer Erfahrungen machen und heraus aus dem Eindruck, wir hätten damit etwas zu tun (oder es wäre unsere Aufgabe, es zu verändern, kontrollieren, optimieren), kommt wahre innere Zufriedenheit in unser Leben.

Innere Akzeptanz gibt dir das, was du dir wünschst

Übrigens fallen uns dann Dinge wie “die Passion finden” oder “Selbstvertrauen” viel einfacher zu. Denn wir agieren dann nicht mehr von einer Position des Mangels, sondern aus Fülle.

Mit Widerstand erzeugen wir nicht nur Leid, sondern halten auch konsequent die Dinge fern von uns, die wir meinen haben zu wollen.

Tricky minds kommen jetzt auf die Idee.

Cool, dann habe ich mit Akzpetanz ja ein super Tool gefunden, um über diesen Umweg doch noch alles zu bekommen, was ich meine zu brauchen um happy zu sein.

Nope.

Ganz so leicht zu verarschen ist das Universum dann auch nicht. Erst wenn du präsent in diesem Moment spüren kannst, dass du nichts brauchst, damit du glücklich sein kannst, öffnet sich dieser Raum für dich. Dann aber ohne Aufwand und ohne gefakte Selbstakzeptanz.

Lass uns diesen Umweg zum Glück von jetzt an auslassen und den direkten Weg nehmen. Der direkte Weg ist zu erkennen, dass du in diesem Moment alles hast, um ok zu sein.

Das du nichts brauchst. Keine andere Menschen, keine materiellen Güter und auch keine Anerkennung und Sicherheit.

Selbstakzeptanz heißt, den Moment zu akzeptieren. Um den Moment zu akzeptieren müssen wir präsent und bewusst sein.

Diese Präsenz bringt uns dann Verbindung mit dem Fluss des Lebens. Wir erkennen, dass der Fluss immer weiterzieht. Emotionen, Menschen, Gefühle, Erfahrungen kommen und gehen.

Das, was bleibt, sind wir. Schauen wir von diesem bewussten Punkt aus auf die Welt, sind wir frei.


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