Oktober 28, 2019

Stress abbauen (OHNE 9 komische Übungen, die sowieso nicht funktionieren)

Stress abbauen ist einfach.

Wirklich.

Nur hat kaum jemand wirklich verstanden, wo Stress herkommt.

Solange das so bleibt haben wir nur die Chance, die Stress-Symptome zu bekämpfen – niemals die Ursache.

Sobald dann etwas herausforderndes in deinem Leben passiert, kommt der Stress direkt wieder.

Das kann sehr frustrierend sein.

Daher teile ich in diesem Artikel mit dir ein tieferes Verständnis davon, wo Stress, Nervosität und Anspannung herkommen.

Wenn du das einmal verstanden hast, dann wird direkt mehr Lockerheit, Leichtigkeit und Lebensfreude in dein Leben kommen. 

Dazu musst du nicht kürzer treten und dich von Stressoren lösen. 

Das klappt durch Verständnis und ohne stundenlange Übungen oder anderen nutzlosen Kram. 

Wie kann man Stress abbauen: Woher dein Stress WIRKLICH kommt

Um effektiv Stress abbauen zu können müssen wir zuerst verstehen, wie Stress entsteht.

Denn viele Menschen meinen, er entstünde weil ihr Leben stressig ist.

  • “Ich fühle mich gestresst, weil ich so viele Aufgaben bewältigen muss.”
  • “Ich fühle mich gestresst, weil ich nicht weiß, was die Zukunft so bringt.”
  • “Ich fühle mich gestresst, weil ich gerade familiäre Probleme habe.”

Diese Liste könnte ich endlos weiterführen und du sicher auch. Bei jedem Menschen sind die vermeintlichen Stress”auslöser” unterschiedlich.

Gemeinsam haben wir alle das gleiche Ergebnis: Wir fühlen Stress in uns aufsteigen – und meinen, er käme aus der Außenwelt.

Wieso manche Menschen gestresst – und andere entspannt durchs Leben gehen

Doch wenn das so ist, wieso sind dann manche Leute von einer Situation mehr gestresst, als andere?

Wieso kann jemand total gelassen bleiben, wenn der Chef mal wieder Druck macht, während jemand anders direkt unter extremen Stress leidet?

Weil Stress in uns entsteht. Genauer gesagt an einem ganz bestimmten Ort. 

In unseren Gedanken.

Wir fühlen nicht die stressige Welt sondern unsere Gedanken. 

Der Job, die Familie und all die kleinen und großen Aufgaben des Lebens haben damit nichts zu tun.

Es kann gar nicht anders sein, sonst würden alle auf eine Situation genau gleich reagieren. 

Jemand, der locker und gelassen bleibt macht sich schlicht weniger stressige Gedanken, als jemand, der ständig gestresst ist. 

Das klingt erstmal unglaublich. Ist es auch fast. 

Aber hier liegt die Befreiung.

Stress effektiv abbauen: Erkenne seine wahre Ursache

Wenn du merkst, dass dein innerer Dialog für 100% des Stresses verantwortlich ist, dann bist du einen riesigen Schritt weiter.

Schau doch mal bei dir nach: Wie sieht es in deinem Kopf aus, wenn du dich gestresst fühlst? 

  • Ist da Ruhe und Frieden?
  • Oder Lautstärke und Chaos?

Ich habe bisher noch niemanden getroffen, der sich gleichzeitig gestresst fühlt und komplette Ruhe in Gedanken hat.

Das in unserem Leben viel los ist, können wir manchmal nicht verhindern. Wieviel Stress wir dabei im Kopf erzeugen, ist komplett optional.

Nur wissen das die meisten Menschen nicht und so kommt der Eindruck auf, stressige Gefühle und Gedanken würden von der Situation ausgelöst.

Sie hängen mit der Situation zusammen, das ist richtig. Aber sie sind nicht die einzig mögliche Reaktion auf das, was in deinem Leben passiert.

Wieso Stress-Symptome bekämpfen keinerlei Sinn macht

Wenn du also lernen willst, innerlich gelassen zu bleiben gerade dann, wenn im Außen viel los ist, dann bist du in diesem Artikel genau richtig.

Denn hier wollen wir keine Symptome bekämpfen.

Wenn du die Hand auf einer heißen Herdplatte hast, würdest du ja auch keine Tablette gegen den Schmerz nehmen.

Nein, du würdest die Hand von der Herdplatte nehmen.

Die heiße Herdplatte ist beim Stress unser Denken und die Schmerzmittel wären Yoga, Entspannungstechniken und was dir dein 08/15 Persönlichkeitsblog da draußen noch so alles empfiehlt (das heißt natürlich nicht, dass du das nicht auch machen kannst).

Wenn du dich jedoch dauerhaft vom Stress lösen willst und trotzdem auf nichts im Leben verzichten willst, leistungsfähig sein und etwas erreichen willst, dann musst du eine Ebene tiefer gehen.

Wo Stress entsteht

Wir leben also unser Leben und tun viele kleine Dinge. 

Dann ist da noch dieser Kommentator, der obendrein eine Menge Stress erzeugt.

Wäre dieser mentale Kommentar nicht vorhanden, würdest du keinen Stress fühlen. 

Du würdest immer im Moment und Flow sein und dem, was dein Leben dir gerade schenkt.

  • Wenn wir jedoch etwas tun, aber viel lieber etwas anderes tun würden, entstehen Widerstand und Stress.
  • Wenn wir etwas tun und gleichzeitig darüber nachdenken, dass wir da jetzt eigentlich keine Zeit für haben, entsteht Stress.
  • Wenn wir arbeiten und darüber sinnieren, dass wir gerade total überfordert sind, entstehen Stress und Anspannung.

Wieso macht er das?

Er will dir helfen.

Er meint, sich Stress und Druck zu machen würde dir dabei helfen, die alltäglichen Aufgaben besser zu bewältigen. 

Doch in meiner Erfahrung vermindert sich Leistung- und Problemlösungsfähigkeit rapide, wenn wir uns selbst stressen.

Es frisst einfach nur Energie, fühlt sich mies an und bringt am Ende nichts. 

Gezielt Stress abbauen: Der einzige Ort, an dem du niemals gestresst bist

Der effektive Ausweg aus täglichem Stress ist, mehr Präsenz für den Moment zu entwickeln. 

Wenn du dem, was vor dir ist, deine ungeteilte Aufmerksamkeit gibst, kannst du nicht gestresst sein.

Wenn du etwas einfach tust, um es zu tun, kommst du in den Flow.

Deinen Verstand kannst du weiterhin für praktische Dinge nutzen. 

Wenn du weißt, dass du in 2 Stunden deine Kinder von der Schule abholen und zum Sport fahren musst, dann ist der Verstand ein vorzügliches Werkzeug, um nicht zu spät zu kommen.

Was Stress mit innerer Anspannung zu tun hat 

Stress erzeugt er jedoch dann, wenn er anstatt einem kurzen: “Ich brauche 20 Minuten, also fahre ich 25 Minuten eher los weil auf der Hauptstraße noch eine Baustelle ist” -Gedanken … 

…noch so etwas anhängt wie: “Boah und wieso kann mein Mann das nicht mal machen. Ich hab so viel zu tun. Wenn ich da zu spät komme dann gucken die wieder alle beim Training und die Mutter von Benjamin, auf die will ich da auch auf gar keinen Fall treffen” …

… dann entsteht selbstverständlich Stress.

An der Situation im Leben ändert sich objektiv nichts. 

Aber daran, ob du innerlich ruhig bleibst- oder auf 180 ins Auto steigst und komplett abgehetzt ankommst – schon.

Würden wir immer noch dem unser Aufmerksamkeit geben, was vor uns ist, gäbe es keinen Stress.

Je weiter weg von der Realität und je abstrakter wir mit unseren Gedanken sind, desto mehr Stress und innerer Druck entsteht.

Wie du verlässlich in den Moment kommst

Im Moment zu sein fällt uns leider genau in den Momenten schwer, in denen wir uns sehr gestresst fühlen. 

Denn genau dann sind wir sehr weit weg vom Moment.

Tausend Gedanken schwirren im Kopf herum. Jeder einzelne zieht uns aus dem Moment heraus in die Zukunft oder Vergangenheit – und erzeugt so potentiell Stress.

Wir sind nicht mehr richtig da.

Aber wir können lernen, bewusster zu werden. Dann werden wir nämlich immer weniger tief in den Morast aus Gedanken gezogen, den wir dann in Form von Stress fühlen.

Schenke alltäglichen Dingen mehr Präsenz

Wenn wir morgens duschen, sind wir mit den Gedanken schon im Büro und dort mit Gedanken wieder zu Hause auf dem Sofa.

Wir sind selten dort, wo wir gerade sind und leben so für eine Zukunft, die niemals kommen wird. 

Auch so verlieren wir den Kontakt zum Hier und Jetzt. Stress und Gedankenchaos sind so Tür und Tor geöffnet.

Möchtest du weniger gestresst sein dann tue, was du tust, um es zu tun.

  • Wenn du duschst, dann konzentriere dich auf den Geruch der Seife und das Wasser auf deinen Körper
  • Wenn du zur U-Bahn gehst, dann fokussiere dich auf deine Füße auf dem Boden
  • Wenn du arbeitest, dann sei zu 100% mit der Aufgabe, die gerade vor dir ist

Nutze deinen Verstand allerhöchstens dafür, um ganz praktische Sachen kurz logisch zu planen. Nicht für abstraktes Denken über die Zukunft.

Dabei kann es immer mal sein, dass du wieder ins Denken abrutschst. Das ist normal und zu erwarten.

Dein Training besteht jetzt darin, das immer früher zu merken und aus deiner kleinen Gedanken-Hypnose aufzuwachen.

Denn wenn du das im kleinen lernst, kannst du es immer besser in den Momenten, in denen die starken, stressigen Gedanken zu dir kommen.

Anstatt zwei Stunden in ihnen zu baden kannst du sie jetzt erkennen, bevor sie überhaupt anfangen, in dir zu rotieren. 

Wie du das Gefühl von Stress nutzt, um entspannter zu werden

Dazu kannst du ganz einfach dein Stressgefühl als Warnsignal nehmen. 

Immer, wenn du ab heute Stress anfliegen spürst, dann bemerke, dass gleichsam die Stimme in deinem Kopf loslegt.

Sage dir:“Mich stresst gerade nicht das Leben sondern meine Gedanken.”

Der nächste Schritt wäre zu erkennen, dass es eben nur eine Stimme ist. 

Wir brauchen Abstand von dieser Stimme.

Wie Unbewusstheit aussieht

Immer dann, wenn wir mit dieser Stimme identifiziert sind und ihr ohne es zu bemerken zuhören, sind wir unbewusst.

Wie Bewusstheit aussieht

Wenn wir erkennen: “Hier bin ich und da ist die Stimme”, dann sind wir bewusst. 

Dann ist diese Stress-Stimme nicht mehr das einzige, was wir in unserem Bewusstsein haben.

Es ist nur ein kleiner, viel weniger bedeutsame Teil. 

Jetzt kommt sie dir vielleicht vor wie so ein kleiner nerviger Mann, der mit schriller Stimme neben dir herläuft und voll den Stress schiebt. 

Schon irgendwie lustig, aber ernst nehmen kann man den auch nicht.

Wenn du bemerkst, dass es diese Stimme ist, die für deinen Stress verantwortlich ist, wirst du immer weniger auf sie achten. 

Sicherlich wird sie das eine oder andere Mal noch die Kontrolle übernehmen. Das ist ganz normal. Aber du wirst es immer schneller und früher merken.

5 Tipps, um Stress langfristig und langsam abzubauen

Auch wenn ich immer wieder betone, dass Übungen gegen Stress als reine Symptombekämpfung nichts bringen, können sie doch sehr sinnvoll sein, wenn wir sie mit dem richtigen Verständnis ausführen.

Auch höre ich immer wieder, das Menschen etwas gegen ihren Stress tun wollen – und gleichzeitig befürchten, dass sie die neuen Aktivitäten nur noch mehr stressen.

Das macht dann auch eher wenig Sinn. 

Hier sind also ein paar Dinge, die du tun kannst, um den Stress aus Körper und Geist zu bekommen.

1. Dir Ruhe gönnen

Oft wird im Internet geraten, dass man sich von sogenannten “stress-erzeugenden Umständen” lösen soll.

Wenn das einfach machbar ist, dann kann man das natürlich tun. 

Wenn wir unsere Hand auf der heißen Herdplatte haben, dann nehmen wir sie auch einfach runter.

Aber wenn wir weiterhin der Illusion erliegen, dass Stress aus der Außenwelt kommt, dann werden wir immer mehr vor diesem “stressigen Leben” weglaufen.

Viele klassische Aussteiger rennen einfach vor ihren eigenen Gedanken weg.

Sie meinen, es gäbe irgendwo einen Ort, an denen sie die Gedanken nicht haben. Doch Gedanken nehmen wir immer mit, egal wohin wir gehen.

Deshalb erkenne genau, ob du vor etwas harmlosen weglaufen willst, wenn du dich von stressigen Situationen lösen willst.


Denn in Wahrheit entsteht der Stress im Denken.

Gönne dir trotzdem immer wieder Ruhe. 

Das hilft dir dabei, präsenter zu werden mit dem, was ist. In Stille wirst du ganz genau merken, wie viel Unruhe unsere Gedanken erzeugen können.

Dort wird deutlich, dass wir auch in kompletter Reizarmut sitzen können und es trotzdem kaum aushalten. Naja gut, dann stresst uns halt die Stille, könnten wir denken.

Hier haben wir Zeit und Gelegenheit zu erkennen, wie das ganze wirklich funktioniert.

2. Stress abbauen: Geh in die Natur

Die Natur kann dein Lehrer sein, wenn du dich bewusst in ihr bewegst. Tiere und Pflanzen haben kein so stark ausgeprägtes Denken, wie wir. 

Sie leben in Präsenz ohne irgendwelche Gedankenschleifen.

Oder hast du schon einmal einen gestressten Hasen im Wald gesehen oder einen innerlich unruhigen Baum?

In der Natur herrscht eine starke Energie vo Präsenz. 

Von ihr kann man sich viel abschauen. Geh raus in die Natur und spüre, wie sie dich in den Moment holt – einfach durch ihr Sein.

3. Stress abbauen durch Sport und Bewegung

Fast jede Sportart bringt dich vom Kopf in den Körper.

Wenn du einem Ball hinterherläufst und 180 Puls hat, dann hast du keinen Fokus auf deine Grübel- und Stress-Gedanken.

Du bist im Moment, es gibt nur den Ball und einige Mitspieler.

Wenn du gerne Tanzen gehst, passiert genau das gleiche. Wenn du im Flow bist, dann gibt es nur deinen Körper, Tanzpartner und die Musik. 

Ohne weitere Gedanken fühlst du dich gut und stressfrei. 

Suche dir einen Sport, bei dem du dich wohlfühlst und der dich mit dem Moment verbindet. Suche dir etwas, das Spaß macht.

Wieso?

Weil Spaß ein eindeutiger Indikator dafür ist, dass du nicht in unnötigen Sorgen verwickelt bist, die Stress erzeugen. 

4. Stress abbauen durch Meditation

Regelmäßige Meditation eignet sich vorzüglich, um Stress abzubauen.

Auch hier meditieren wir nicht aus dem Grund, um die Symptome von Stress abzumildern (und dann morgen wieder neuen Stress auf der Arbeit entstehen zu lassen).

Wenn du in Stille sitzt, dann kannst du vielleicht das erste Mal klar sehen, wieviele krasse Gedanken du im Kopf hast.

Du wirst auch in Phasen kommen, in denen du dich innerlich ruhiger fühlst – und bemerken dass dann weniger Denken präsent war.

Auch ist es eine vorzügliche Methode um deine Präsenz zu schulen. 

Während deiner Meditationspraxis wirst du höchstwahrscheinlich immer wieder ins unbewusste Denken abdriften.

Gerade warst du noch bei deiner Atmung und jetzt schon seit zwei Minuten nicht mehr da – voll im Denken gefangen.

Hier kannst du lernen, aus solchen Zuständen immer früher aufzuwachen und das Stress-Gedankenkarussell nicht mehr volle Fahrt aufnehmen zu lassen.

5. Stress abbauen durch Spielen

Wann hast du das letzte Mal so richtig gespielt und dich wieder wie ein Kind gefühlt?

Wenn du spielst und Spaß hast, dann bist du im Moment. Deine Gedanken sind weiter weg und du bekommst so neue Energie und Lebensfreude.


Author:

Leave a comment