März 10, 2015

Zufriedenheit lernen: Ändere deinen Fokus

Zufriedenheit ist eines der schönsten Gefühle, die ich kenne. Es fühlt sich einfach gut an, wenn alles in Ordnung ist, wenn es nichts gibt, was uns fehlt und die Dinge scheinbar mühelos glatt laufen.

Doch schaue ich mich um, dann sehe ich selten wirklich zufriedene Menschen. Schlage ich die Zeitung auf (was ich seit Jahren nicht mehr tue), dann springen mir für jede gute Nachricht zehn schlechte entgegen.

Ich habe mich irgendwann dazu entschieden, da nicht mehr mitzumachen. Ich wollte Zufriedenheit lernen.

Neulich fuhr ich im Bus zurück von Hamburg in meine Heimatstadt Berlin. Hinter mir saßen zwei junge Männer, die sich drei Stunden lang angeregt darüber unterhielen, was in dieser Welt alles schlecht läuft. Die Konzerne wollen uns ausbeuten, die Nahrungsmittelindustrie vergiftet uns und quält die Tiere. Natürlich gibt es in dieser Welt viel Ungerechtigkeit.

Es passieren Dinge, bei denen ich liebsten von einer Brücke springen würde, wenn ich mich näher damit beschäftige.

Doch muss ich mich deswegen zwangsläufig schlecht fühlen und unzufrieden sein? Gibt es nicht genauso viele gute Dinge in dieser Welt?

Unzufrieden zu sein ist der einfache Weg

Wie du siehst, es ist ziemlich einfach, umzufrieden zu sein.

  • Wenn wir von überall hören, dass die Welt gefährlich ist und zu 90% aus Problemen besteht, dann fühlen wir uns ängstlich und schlecht.
  • Wenn wir glauben, uns anstrengen müssen, um in dem großen Rennen des Lebens nicht zurückzufallen, dann sind wir schnell unzufrieden, wenn wir die Leistung mal nicht bringen.
  • Wenn wir glauben, wir wären erst mit einem guten Job und einer großen Wohnung fähig, wirklich glücklich zu sein, dann macht sich Umzufriedenheit um den Fakt herum breit, dass wir diese Ziele noch nicht erreicht haben.

In einer Welt, in der wir immer mehr brauchen, um zufrieden zu sein, können wir das Erreichte nicht mehr genießen.

Zufriedenheit lernen

Doch Zufriedenheit lernen ist nicht so schwierig, wie du vielleicht denken magst. Denn du kannst schon heute lernen, dein Leben wertzuschätzen. So, wie es momentan ist. Du kannst dich darauf konzentrieren, was du schon hast und es wirklich genießen. Zufriedenheit lernen bedeutet, Dankbarkeit in dein Leben zu holen.

Fokus und Einstellung

Zufriedenheit ist eine Frage des Fokus und der Einstellung. Wir Menschen haben die wunderbare Eigenschaft, proaktiv Handeln zu können. Das bedeutet, zwischen einem Stimulus (etwas, das im Außen passiert) und unserer Response (unserer Reaktion darauf) haben wir die Möglichkeit, eine bewusste Entscheidung zu treffen.

Wenn ich dich grundlos provoziere, dann kannst du entscheiden, wie du reagierst. Folgst du deinem ersten Impuls und haust mir direkt eine rein, oder überlegst du kurz, kommunizierst mir deine Verletztheit und klärst die Sache mit mir. Du hast dazu immer die Wahl.

Genauso hast du die Wahl, auf was du dich in deinem Leben fokussierst. Nur nehmen viele Menschen diese Macht nicht wahr und gehen sehr unzufrieden durch ihr Leben.

Du hast die Wahl: Fokussierst du dich…

  • Auf Kriege und Zerstörung, oder auf Aktionen für den Frieden?
  • Auf alles, was du noch nicht hast, oder auf das, was du schon besitzt?
  • Auf die negativen Merkemale an dir, oder auf die positiven?
  • Auf die negativen Seiten an deinem Partner, oder auf die positiven?
  • Auf deine Schwächen, oder auf deine Stärken?
  • Auf deinen Mangel an Geld, oder auf Möglichkeiten, mehr zu verdienen?
  • Auf Gesundheit oder Krankheit?
  • Auf deine Fehler in der Vergangenheit, oder auf die schönen Dinge in der Zukunft?
  • Darauf, gute Gefühle in dein Leben zu holen oder darauf, schlechte zu vertreiben?
  • Auf unser mögliches Scheitern oder möglichen Erfolg?

Es macht einen riesigen Unterschied, worauf dein Fokus liegt. Es verändert dein Leben. Und komm mir jetzt bloß nicht mit “Ja, aber es gibt doch nunmal Krieg und Leid in der Welt und der Kapitalismus macht doch auch so vieles kaputt, da muss man doch hinsehen.”

Dieses Statement hätte ich vor einem Jahr sicherlich noch genauso unterschrieben.

Doch mittlerweile halte ich es für absolut schwachsinnig, sich auf diese Dinge zu konzentrieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich immer das in mein Leben ziehe, worauf ich mich fokussiere. In meinem Leben im kleinen und im Großen auch in der Welt.

Wenn ich mich darauf fokussiere, dass es kein Krieg mehr geben soll, dann habe ich Bilder von Krieg in meinem Kopf. Wenn ich mich darauf fokussiere, dass ich nicht krank werden möchte, dann habe ich automatisch Bilder von Elend und Krankheit in meinem Kopf. Woran ich denke, manifestiert sich irgendwann in meinem Leben. Das bedeutet, wenn ich mir nur lange genug einrede, dass ich bald krank werde, dann passiert es auch.

Ich war früher ständig erkältet. Erst als ich anfing, mich auf Gesundheit zu konzentrieren, hatte das ein Ende. Ich hatte in den letzten zwei Jahren nur einmal zwei Tage lang einen kurzen Schnupfen, den ich kaum bemerkte. Sonst nichts. Früher war ich mindestens acht Mal im Jahr richtig stark erkältet.

Zufriedenheit lernen: Fokussiere dich

Gewöhne dir an, deine Macht als Mensch wahrzunehmen und dich auf die Dinge in deinem Leben zu fokussieren, die du schon hast.

Leuchte mit einer großen Lampe dorthin, wo es gut läuft.

Viele von uns denken, es gäbe da nicht viel in ihrem Leben. Doch da muss ich widersprechen. Wenn du nichts in deinem Leben findest dann ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass du den falschen Fokus hast. Denn jeder Mensch hat Dinge, die ihn zufrieden machen.

Möchtest du Zufriedenheit wirklich lernen, dann verändere deinen Fokus radikal. Blende alles aus, was du noch nicht hast, blende alles aus, was dir ein schlechtes Gefühl gibt.

Seitdem ich keine Tagesnachrichten mehr lese, geht es mir spürbar besser. Mein Fokus hat sich verändert. Ich lese nur noch positive Literatur und schaue aufbauende Filme. Ich habe negative Nachrichten weitestgehend aus meinem Leben verbannt.

Und nochmal NEIN, man muss nicht hinschauen. Denn: Es ist nicht so, dass auf der Welt mehr schlechte als gute Dinge passieren. Das denkst du nur, weil du dich so stark auf die schlechten Dinge fokussierst. Es ist nicht messbar, aber ich bin davon überzeugt, dass genauso viele gute Dinge auf dieser Welt passieren, wie schlechte.

Wieso fokussiere ich mich nicht darauf?

Ist es nicht die wahre Ignoranz, dort wegzuschauen?

Die guten Dinge zu ignorieren?

  • Jeden Tag kommen tausende gesunde Kinder auf die Welt.
  • Jeden Tag verlieben sich Menschen ineinander.
  • In jedem Winkel dieser Erde haben jederzeit Menschen zusammen eine gute Zeit.
  • Das Bewusstsein der Menschen steigt ständig an.
  • Es entstehen zur Zeit wunderbar viele nachhaltige Projekte.
  • Unsere Art, uns zu ernähren befindet sich gerade in einer Keimzelle zur Revolution.

Wieso schauen wir nicht dort hin? Das macht uns gute Gefühle. Irengendwo müssen wir sowieso hinschauen. Wieso nicht zu den guten Dingen? Damit tun wir uns und der gesamten Menschheit den wahren Dienst.

Die Folgen des richtigen Fokus

Mal eine Stufe weitergesponnen. Wenn sich alle Menschen nur noch auf Frieden konzentrieren würden, dann könnte es de facto gar keinen Krieg mehr geben. Denn kein Mensch denkt mehr daran. Keiner hat mehr Bilder in seinem Kopf, wie Menschen aufeinander schießen und sich gegenseitig ihre Häuser zerbomben.

Bilder im Kopf sind immer die Voraussetzung dafür, zu handeln. Gibt es keine Bilder, gibt es kein Handeln. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, doch wenn du und ich anfangen, unseren Fokus auf die wirklich positiven Dinge in diesem Leben zu richten, dann bringen wir so positives in unsere Welt und können ganz nebenbei auch noch Zufriedenheit lernen. Ist unser Fokus komplett auf positiven Dingen, dann sind wir zufrieden.

In dem Moment, in dem wir wieder anfangen zu denken: “Mensch, du darfst doch jetzt nicht einfach so zufrieden sein, weißt du eigentlich, was gerade alles für schreckliche Dinge in dieser Welt passieren?”, holen wir wieder Unzufriedenheit in unser Leben. Denn in diesem Moment verschiebt sich unser Fokus.

Den Fokus verschieben kann jeder lernen

Doch wie verschieben wir unseren Fokus am besten? Immerhin haben wir jahrelange Gewohnheiten in uns, worauf wir uns fokussieren. Deshalb heißt es zuerst einmal, den Fokus zu erkennen. Das ist eine super Übung für deine Bewusstheit. Nimm dir jeden Tag ein wenig Zeit und reflektiere dich.

Woran denkst du die meiste Zeit?

Ein einfacher Weg, Zufriedenheit zu lernen ist es, acht auf seine Gedanken zu geben. Denkst du ständig daran, was du noch nicht hast, wie schrecklich dein Leben ist und wie schwer du es hast, dann wird die Zufriedenheit auf der Strecke bleiben.

Bleibe bewusst. Immer, wenn solche Gedanken in dir emporsteigen, dann unterbrich sie. Sei dort rigoros. Sage STOP. Mache dir vorher einen Plan, an was du stattdessen denken willst und tue es.

Was für Bilder hast du in deinem Kopf, was siehst du?

Bilder sagen mehr als tausend Worte. An diesem Sprichwort ist eine Menge dran. Bilder erzeugen Gefühle. Hast du schreckliche Bilder in deinem Kopf, enstehen schreckliche Gefühle in dir.

Gewöhne dir an, Verantwortung für deine mentalen Bilder zu übernehmen. Zufrieden sein lernst du, indem du Einfluss auf diese Bilder nimmst. Noch einmal: Du hast sowieso Bilder in deinem Kopf. Aus ihnen entsteht deine Realität. Möchtest du die Welt als einen schönen Ort wahrnehmen und dich als einen zufriedenen Menschen, dann lasse Bilder entstehen, die genau das wiederspiegeln.

Das mag ein wenig Übung erfordern.

Bleibst du am Ball, wird sich dein Leben um 180 Grad drehen.

Worüber unterhältst du dich mit deinen Freunden?

Erinnerst du dich an die beiden Kollegen im Bus? Die sich genüßlich darüber ausgelassen haben, wie schlecht doch diese Welt sei? Wie schaut es bei dir aus? Was ist das häufigste Gesprächsthema in deinem Freundeskreis? Negatives oder Positives?

Unterhaltet ihr euch darüber, wie korrupt die Politiker sind und wie unsicher unsere Arbeitsplätze doch geworden sind. Sind die Verfehlungen des Nachbarn stundenlang Thema? Oder tauscht ihr die neusten Ideen aus, unterstützt euch gegenseitig und freut euch gemeinsam darüber, wie wunderbar doch das Leben auf diesem Planeten ist.

Wie zufrieden du dich fühlst entscheidet sich auch über dein Umfeld. Seitdem ich in meiner neuen WG wohne, hat sich meine Zufriedenheit noch einmal deutlich erhöht. Ich wohne hier nämlich mit sechs sehr bewussten Männern zusammen, die sich alle sehr stark mit ihrem Fokus beschäftigt und Zufriedenheit lernen konnten. Das strahlen sie aus und das färbt auf mich ab, genauso wie ich es ausstrahle und auf sie abfärbe.

Es klingt hart, aber wenn du unzufrieden bist und das gerne ändern möchtest, ändere deinen Freundeskreis, wenn er dir schlechte Gedanken und dadurch schlechte Gefühle bereitet.

Was hast du für Glaubenssätze?

Was wir glauben, das bestimmt unsere Realität. Wenn du glaubst, du müsstest viel erreichen, um zufrieden sein zu dürfen – dann wirst du nie zufrieden sein können. Wenn du glaubst, dass du erst wertvoll bist, wenn du bestimmte Ziele erreicht hast, dann wird Zufriedenheit lernen für dich immer ein Mysterium bleiben.

Wenn du glaubst, das Gras sei auf der anderen Seite des Zaunes immer grüner, dann rückt deine persönliche Zufriedenheit in weite Ferne.

Also überprüfe einmal ganz genau, was du so alles über dieses Leben glaubst.

Wie sieht deine Realiät aus?

Ich sage hier bewusst deine Realität. Denn diese entsteht daraus, was du für Glaubenssätze über diese Welt hast. Es gibt nicht diese eine Realität. Wir erschaffen sie uns selbst. Meistens leider nicht ganz so schöne Realitäten die auf Dauer wenig Spaß bereiten. Was du für wahr hältst, muss in keinem Falle wahr sein.

Hinterfrage also einmal das, was du über das Leben glaubst. Wie siehst du die Welt? Ist es wirklich so? Deine Glaubenssätze lassen sich verändern und so auch deine Realität.

In Wirklichkeit sind 99% aller Glaubenssätze Quatsch. Sie spiegeln nur deine Realität wieder.

Nichts weiter.

Oftmals schränken sie dich leider sehr stark ein. Wenn du davon überzeugt bist, das “Geld verdienen schwer ist” oder “man reich sein muss, um eine schöne Frau zu erobern”, dann ist das für dich auch so und macht es dir unmöglich dich selbst zu motivieren und das Leben deiner Träume zu leben.

Doch Glaubenssätze sind veränderbar! Wir können uns jederzeit aussuchen, wie wir diese Welt sehen möchten. Niemald schreibt es uns vor. Dazu haben wir, als Menschen, die Macht. Wir können proaktiv entscheiden.

(Mehr darüber, wie Glaubenssätze deine Realität bestimmen und wie du ganz bewusst Einfluss darauf nehmen kannst, erfährst du bei meinem Kollegen Anil)

Was dir deine Zufriedenheit über deine Beziehung zu dir selbst sagt

Eine der Grundvoraussetzungen, um Zufriedenheit zu lernen ist es, eine liebevolle Beziehung zu sich selbst zu haben. Wenn ich mich selbst nicht mag, tja, wie soll ich mich dann Zufrieden fühlen.

Doch können wir lernen, uns selbst so anzunehmen, wie wir sind. Mögen wir uns nicht, dann gönnen wir uns unterbewusst dies Zufriedenheit nicht. Das wird immer dazu führen, dass wir uns selbst sabotieren.

Wir werden immer wieder den Fokus verlieren, weil wir denken, wir hätten Zufriedenheit nicht verdient.

Wir werden immer wieder in negative Selbstgespräche hineingezogen.

Wieso sollten wir schon gut mit jemandem sprechen, der nichts wert ist.

Also intensivere deine Beziehung zu dir selbst jetzt. Lerne, wieder zu erkennen, dass du wertvoll bist und das nicht beweisen musst.

Erfahre wie es sich anfühlt, wieder ganz du zu sein und dich nicht mehr verstellen zu müssen aus Angst, von anderen Menschen abgelehnt zu werden.

envelopeLasse das ewige Vergleichen mit anderen Menschen hinter dir und lerne stattdessen, selbst über deinen Wert als Person zu entscheiden.

Trage dich in meinen kostenlosen E-Mail Kurs ein und du bekommst schon heute die erste, einfache Lektion in deinen Postfach. Mit der nötigen Selbstliebe und Selbstwertgefühl ist Zufriedenheit lernen ein Kinderspiel.

Liebe Grüße

Tim


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2 comments
  • Nicolas

    Hey Tim,
    was machst du mit unmittelbaren Angriffen gegen dich, oder deine Arbeit?
    Stell dir vor du wärst eine Politesse und müsstest dir jeden Tag Anfeindungen von Leuten anhören, denen du ein Knöllchen verteilt hast?
    Oder als Arzt, wenn du täglich schlechte Nachrichten überbringen musst, und die Leute dich deswegen angreifen?
    Würde deine Zufriedenheit und innere Ruhe dann nicht auch Schaden nehmen?

    Juli 26, 2017 7:11 pm || Antworten

    1. Tim Hamer

      Hey Nicolas,

      es kommt Hin und Wieder einmal vor, dass jemand seine schlechte Laune an mir auslassen will.

      Ich merke da schon, wie das innerlich etwas mit mir macht und sich bestimmte Emotionen einstellen. Aber ich habe gelernt, diese schneller wieder loszulassen.

      Außerdem kann ich sehr gut nachvollziehen, dass da jemand seine eigenen inneren Prozesse auf mich und meine Arbeit projiziert. Das passiert mir in anderen Lebensbereichen auch manchmal.

      Damit kann ich dann sehr gut umgehen und nehme es nicht persönlich, lasse mich aber gleichzeitig nicht auf Diskussionen ein.

      Wenn jemand mir konstruktive Kritik zuteil werden lässt, dann freue ich mich darüber und sehe es als Chance, meinen Horizont zu erweitern und persönlich zu wachsen.

      Auf meine Zufriedenheit schlägt das eigentlich selten.

      Liebe Grüße,
      Tim

      August 1, 2017 11:14 am || Antworten

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