Januar 30, 2015

Gefühle verdrängen? Wie du schlechte Gefühle in den Griff bekommst

Der Wunsch, seine Gefühle verdrängen zu wollen, stammt häufig von einen mangelndem Selbstwertgefühl.

Wenn du nicht hinschauen willst, wenn du etwas an dir nicht fühlen willst, dann ist das zuerst einmal vollkommen verständlich. Wer fühlt sich schon gerne ängstlich, schüchtern, wer hat schon gerne Verlustängste oder ständige Sorgen über die Zukunft.

Doch Gefühle verdrängen zu wollen bedeutet gleichzeitig, gegen sie anzukämpfen. Wir versuchen durch Kampf und Krampf die Gefühle loszuwerden.

Die schlechte Nachricht lautet: So funktioniert das nicht. Denn je stärker wir gegen unsere Gefühle ankämpfen, desto mehr Macht geben wir ihnen über uns.

Stell dir einmal vor, du kannst Nachts nicht einschlafen – je mehr du jetzt gegen diesen Zustand ankämpfst, je mehr du nicht mehr wach sein willst, desto schwerer fällt es dir, einzuschlafen.

Wenn du dich entspannst und das Kämpfen sein lässt, findest du Schlaf. Vorher nicht. Oder erst nach 3 Stunden Kampf, weil du so erschöpft bist.

Relativ unnötig sowas.

Genauso ist es mit deinen Gefühlen auch. Je mehr du gegen sie ankämpfst, desto eher bleiben sie auch da. Alles, was du in deinem Leben Aufmerksamkeit gibst, wird zu dir kommen oder bei dir bleiben.

Jetzt könnte man denken: “Na dann ist doch verdrängen und nicht hinschauen die richtige Lösung – dann gebe ich den Gefühlen keine Aufmerksamkeit mehr.”

Das ist zum Teil richtig. Wie wir am effektivsten an die Sache herangehen ist, dass wir unsere Gefühle beobachten. Wir schauen sie uns an. Wir lassen sie bei uns sein. Aber, und jetzt kommt der wichtige Punkt, wir bewerten sie nicht.

Wir sagen nicht: “Oh diese verdammte Angst, wie schön wäre mein Leben nur, wenn ich sie endlich los wäre.”

Was wir stattdessen tun ist Folgendes: Wir schauen uns die Gefühle an und sagen uns: “Oh, das ist ja interessant – ich spüre da so einen Druck auf der Brust, nebenbei wird mir auch noch etwas warm und in meinem Kopf scheint sich alles zu drehen.”

Kurzum: Wir richten unseren Fokus auf die körperlichen Auswirkungen des Gefühls und schauen sie uns, als neutraler Beobachter an. Wir sagen uns: “Hallo Gefühl, schön dass du da bist. Du hast mir bestimmt etwas wichtiges zu sagen, deshalb heiße ich dich willkommen.”

Eine weitere, wichtige Unterscheidung hier lautet, anstatt immer und immer wieder in unserem Kopf zu wiederholen: “Ich bin wütend, ich bin wütend, ich bin wütend”, zu sagen: “Ich fühle gerade eine Emotion, die ich als Wut beschreiben könnte.”

Dadurch durchbrechen wir die komplette Identifizierung mit dem Gefühl und ermöglichen uns so einen ganz neuen Zugang dazu. Wir sind jetzt nämlich nicht mehr zu 100% von dem Gefühl eingenommen, sondern schauen es uns aus der Beobachterrolle an.

Das ist ein riesiger Unterscheid sich mit irgendwelchen Dingen abzulenken oder deine Gefühle ausschalten zu wollen.

Meditation

Eine wunderbare Methode, diese Beobachterrolle einzunehmen, ist die Meditation. Es gibt hunderte von Möglichkeiten, zu meditieren und ich empfehle dir dringend, einige davon auszuprobieren.

Hinterher kannst du dich entscheiden, welche Methode die richtige für dich ist und ob Meditation überhaupt etwas für dich ist.

Gib der Sache aber wirklich eine Chance, denn die Resultate sind hier meistens nicht sofort zu bewundern, sie brauchen vielmehr ein wenig Zeit, bis sie ihre Wirkung zeigen.

Mich hat die Meditation zu einem ganz neuen Menschen gemacht und jeden einzelnen Bereich meines Lebens grundlegend zum Positiven verändert.

Da das hier aber kein Artikel über Meditation werden soll, belasse ich es einmal hierbei.

Auf der Seite von der Mutter eines guten Freundes findest du noch weiter Informationen zu dem Thema Meditation lernen.

Gefühle besser annehmen durch mehr Körperbewusstsein

Viele von uns sind den Großteil ihres Tages in den härtesten Tagträumen unterwegs. Sitzen wir in der U-Bahn, sind wir mit den Gedanken beim Job, sind wir beim Job, versetzen uns die Gedanken nach Hause auf die warme Couch.

Nur eines sind wir selten – wirklich im Moment. Doch genau diese Fähigkeit ist es, die uns unseren Gefühlen näher bringt und uns am Ende auch den Drang überwinden lässt, die Gefühle ausschalten zu wollen.

Also wenn du das nächste Mal bei der Arbeit auf deinem Stuhl sitzt, vergegenwärtige dir diese Situation doch einmal. Erinnere dich daran, dass du gerne voll im Moment wärst. Im nächsten Augenblick wirst du wahrscheinlich schon wieder in Gedanken abschweifen, aber das ist vollkommen ok.

Diese kleinen Momente von Präsenz sind es, die du so allmählig erweitern kannst. Dabei hilft es ungemein, dich während deines Alltages immer wieder darauf zu konzentrieren, was du gerade tust.

Wenn du dir die Hände wäscht, spüre das warme Wasser auf deiner Haut und rieche die Seife – anstatt mental bei dem Streit letzte Woche mit deinem Partner zu sein.

Wenn du die Treppen zu deiner Wohnung hinaufgehst, spüre jeden einzelnen Schritt. Fühle deine Beinmuskulatur, spüre wie sich dein Kniegelenk beugt. Sei gegenwärtig bei deiner Fußsohle und nimm wahr, wie sie die den Untergrund berührt.

Was du so lernst ist, deinen Körper besser zu spüren, anstatt deinen Tag im Kopf gefangen zu sein. Denn hier entsteht der ganze Widerstand, hier ist das Plappermaul zu Hause, das gegen das Gefühl anämpfen und das Gefühl verdrängen will.

Je mehr du so bei deinem Körper bist, desto mehr wirst du die Fähigkeit entwickeln, deine Gefühle zu beobachten, anstatt dich von ihnen in einen Strudel negativer Gedankenmuster reißen zu lassen.

(Hier gibt es weitere Achtsamkeitsübungen)

Du hast die Macht – Entscheide selbst, wie du dich fühlen willst

Du kannst als Mensch jedes Gefühl fühlen, das du fühlen willst. Dass viele von uns nur so eine kleine Bandbreite von Gefühlen wirklich kennen, liegt daran, dass uns nie jemand beigebracht hat, wie man gute Gefühle haben kann.

Stattdessen lernen wir, komplizierte Gleichungen zu lösen. Aber das ist ein anderes Thema.

Die Gefühle zu akzeptieren und willkommen zu heißen ist nur der erste Schritt. Anstatt Gefühle ausschalten oder Gefühle verdrängen zu wollen, können wir uns auch ganz bewusst dazu entscheiden, uns gut zu fühlen.

Wir können uns heute dazu entschließen, alles Nötige zu lernen, um uns gut fühlen zu können.

Auch hier gibt es wieder 1001 Möglichkeiten, sich gut zu fühlen. Jeder Mensch reagiert auf etwas anderes.

Hier stelle ich aus Platzgründen einmal eine sehr wirkungsvolle und gleichzeitig extrem leicht zu erlernende Methode vor, um sich jederzeit gut zu fühlen.

Wie du dich dauerhaft gut fühlst

Wie du deine Gefühle nicht mehr verdrängst, sondern sie annimmst und aus ihnen lernst, das hast du in diesem Artikel schon erfahren.

Von dieser Basis aus wollen wir jetzt anfangen, uns selbst und ganz proaktiv bessere Gefühle zu machen.

Gehen wir doch einmal davon aus, dass Gefühle dadurch entstehen, was wir denken. Gedanken sind ein wildes Mischmasch aus Bildern, Tönen, Musik, Gerüchen, usw. in unserem Kopf.

Stell dir doch einmal vor, wie du morgen zu deiner Arbeit kommst. Schau dich auf deinem Arbeitsplatz einmal ganz sorgfältig um. Mache das Bild einmal ein wenig größer und hole es dir ganz nah vor dein geistiges Auge. Arbeite einmal ein wenig an den Farben, mach es so realistisch, wie es geht.

Stell dir jetzt vor, wie du auf deinem Stuhl sitzt (hier bitte kreativ sein, vielleicht arbeitest du auch nicht im Sitzen) und es tippt dich jemand von hinten auf die Schulter. Es ist die Sekretärin vom Chef. Sie macht ein ernstes Gesicht und traut sich kaum, dir in die Augen zu schauen.

Mit leiser Stimme bittet sie dich, doch einmal zu deinem Chef ins Büro zu kommen. Du folgst ihrer Anweisung und musst dir vom Chef anhören, dass er mit deiner Arbeitsleistung in letzter Zeit alles andere als zufrieden war und du nicht mehr länger in diesem Unternehmen gebraucht wirst.

Wenn du dir diese Situation sehr bildlich vorgestellt hast, wird sich sicherlich ein eher bedrücktes, vielleicht sogar etwas ängstliches Gefühl in dir breit gemacht haben. Das ist sogar passiert, ohne dass die Situation auch nur in irgendeiner Art und Weise im realen Leben passiert wäre.

Bilder machen Gefühle

Was du hier ganz deutlich gemerkt hast: Die Bilder, die du dir in deinem Kopf machst, bestimmen darüber, wie du dich fühlst. Mehr noch, sie bestimmen sogar darüber, was du in dein Leben ziehst (dazu aber mehr in einem anderen Artikel).

Hast du Bock drauf, dich den ganzen Tag absolut fantastisch zu fühlen, dann darfst du ab heute auf die Suche nach Gedanken gehen, die dich gut fühlen lassen.

  • Welche Bilder musst du in deinem Kopf entstehen lassen, damit du vor Freude in die Luft springst?
  • Wie musst du mit dir reden, damit du dich selbst magst?
  • Worauf musst du deine Gedanken fokussieren, dass du dich selbstbewusst und mutig fühlst?

Viele Menschen entgegnen daraufhin, es wäre ja kompletter Selbstbetrug, sich irgendwelche Fantasiebilder in den Kopf zu machen, nur um dann wieder auf den harten Boden der Realität zurückgeholt zu werden.

Ich glaube, dass du nur gerade auf dem harten Boden deiner Realität krabbelst, weil du bisher keine Kontrolle über deine Bilder und Gedanken ausgeübt hast. Du hast dein Denken einfach passieren lassen.

Welche Gefühle und auch welche Umstände du jetzt in deinem Leben ist sind ein exaktes Feedback darüber, welche Gedanken du regelmäßig denkst.

Also schmeiß einfach mal alle “Realität” über Bord und lass der Kraft deiner Gedanken vollen Freiraum, sich kreativ zu entfalten. Beschränke dich nicht, spiele damit herum, bis zu Gedanken und Bilder gefunden hast, die sich für dich gut anfühlen.

Lege für einen Moment einmal alle etwaige Skepsis bei Seite, probiere es aus und sei überrascht davon, wie sich dein Leben verändern wird.

Übung macht den Meister

Schreibe dir vor allen hinter die Ohren, dass jeder hier in seinem eigenen Tempo wächst. Abhängig davon, wo du anfängst, hast du hier einen weiteren oder kürzeren Weg zu gehen.

Wie auch immer, es lohnt sich, hier Energie reinzustecken und sich immer wieder bewusst zu machen, welche Gedanken komische Gefühle auslösen, diese Gefühle und Gedanken zu akzeptieren und dann nach vorne zu schauen und proaktiv neue, bessere Gedanken zu suchen.

Solange, bis es sich wieder stimmig anfühlt und wir so gute Gefühle in unser Leben geholt haben.

Gefühle ausleben

Die Gefühle ungefiltert ausleben zu wollen ist für mich ein zweischneidiges Schwert.

Wenn es meine einzige Möglichkeit, mit Wut und Schmerz umzugehen ist, in den Wald zu gehen und auf einen Baum einzuschlagen oder vielleicht sogar noch schlimmeres zu tun, dann ist das kein gesunder Weg.

Sobald ich Gefühle aber verdränge und herunterschlucke, bleiben sie irgendwo in mir un meinem Körper gespeichert und erzeugen so noch mehr Leid, psychische Symptome und sogar Krankheiten.

Für mich ist die Variante, Gefühle zu allererst zuzulassen und zu beobachten in jedem Falle der erste Schritt.

Wenn du dann bewusst entscheidest, es einfach mal herauszuschreien oder einem Baum Umgerechtigkeiten anzutun, dann ist das meiner Meinung nach auch vollkommen ok.

Vor allem, um mit in der Vergangenheit abgespeicherten und nicht verarbeiteten schlechten Gefühlen ist das mit unter sehr ratsam. Für sowas gibt es extra Workshops und Therapeuten, die einen famosen Job machen.

Schlechte Gefühle im Zwischenmenschlichen

Ich halte es auf der einen Seite für alle zwischenmenschlichen Beziehungen von höchster Wichtigkeit, dass alle Beteiligten vernünftig mit ihrem Emotionen umgehen.

Zuerst gilt es hier zu erkennen, dass niemand anders als ich selbst für meine Gefühle verantwortlich ist. Klar, manche Menschen können Dinge tun oder sagen, die uns sehr verletzen. Wie wir damit aber umgehen, das liegt alleine bei uns.

Sobald wir in die Kommunikation gehen und jemandem vorwerfen, er wäre für unsere schlechten Gefühle verantwortlich, so haben wir fast schon verloren.

Wenn wir aber im Moment bleiben und unserem Gegenüber ganz genau erklären, wie wir uns gerade fühlen und was für Gedanken uns durch den Kopf flitzen – aus der Beobachterrolle – und Schuldzuweisungen dabei außenvor lassen, sind wir schon in einer ganz anderen Sphäre der Kommunikation.

Wenn wir uns verletzt fühlen, dann sagen wir nicht: “Du hast mich verletzt” sondern eher: “Ich fühle mich gerade verletzt oder zurückgewiesen.”

Damit kommunizieren wir unser Gefühl, ohne dem Gegenüber eine Absicht zu unterstellen und ermöglicht ihm, auf der gleichen Ebene zu Antworten.

Abschluss

Ich hoffe dass in diesem Artikel klargeworden ist, dass es nichts bringt, Gefühle verdrängen oder Gefühle ausschalten zu wollen.

Ein bewusster Umgang mit unseren Gefühlen nimmt ihnen jedoch eine Menge an Macht über uns. Darauf aufbauend sind wir die Architekten unserer eigenen Gefühle und können mit verschiedensten Methoden lernen, uns gut zu fühlen. Dazu müssen wir uns allerdings proaktiv entscheiden.

Lassen wir unsere Gedanken und mentale Bilder so wie gestern, werden wir uns auch so wie gestern fühlen.

Es ist ein mehr oder weniger weiter Weg, um so viel Bewusstheit zu entwickeln, dass wir in der Lage sind, unsere Gefühle anzunehmen und nicht mehr den Drang zu haben, Gefühle ausschalten zu wollen.

envelopeWenn du mehr zu deinen Gefühlen und den Umgang mit ihnen wissen willst, dann trage dich in meinen Newsletter ein und bekomme vollkommen kostenlos wertvolle und schnell anwendbare Tipps direkt in dein E-Mail Postfach.

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Liebe Grüße

Tim


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