Selbstbetrug

Die gewöhnlichste Lüge ist die, mit der man sich selbst belügt; das Belügen andrer ist relativ der Ausnahmefall. – Friedrich Nietzsche

Laut Wissenschaftlern ist uns der Hang zum Selbstbetrug angeboren.

Wenn wir uns etwas nur lang genug einreden, dann glauben wir es irgendwann.

Das funktioniert im Positiven, genauso wie im Negativen. Diese gewiefte Selbsttäuschung bietet kurzfristig viele Vorteile.

Betrügen wir uns selbst, so müssen wir der bitteren Wahrheit nicht direkt ins Auge sehen.

Wir verstecken uns vor unangenehmen Gefühlen, anstatt sie zu akzeptieren und an ihnen zu wachsen.

Da wir keine wirkungsvollen Strategien haben, um mit solchen Gefühlen umzugehen, meiden sie daher häufig.

Vorerst mögen wir das Problem “gelöst” haben. Doch leben wir damit in einer Scheinwelt.

Wir verlieren den Durchblick

Wir ignorieren die Realität und ersetzen sie mit einer erfundenen Geschichte, die vielleicht Oskarpotential hat, uns jedoch massiv daran hintert, erfolgreich zu sein.

Langsam aber stetig verlieren wir uns in einem undurchsichtigen Konstrukt aus Lügen, Illusionen und Trugbildern. Am Ende blicken wir durch dieses fiktive Gebilde selbst nicht mehr durch.

Infolgedessen belügen wir sogar andere Menschen – alles nur, um unsere Illusionen aufrecht zu erhalten (außerdem glauben wir selbst oft schon an unsere eigenen Lügen).

Solange wir die Augen vor der Realität verschließen, können wir nicht effektiv mit ihr Interagieren. Dafür bekommen wir früher oder später eine Quittung, die sich gewaschen hat.

Akzeptiere deinen Selbstbetrug

Der wichtigste Schritt zu einem ehrlichen, aber dennoch liebevollen Umgang mit sich selbst ist, seine Tendenzen zu Selbstbetrug und Selbsttäuschung zu akzeptieren.

Erkenne, dass du dich mit diesem Verhalten schützen willst. Du versuchst damit, dir Schmerz zu ersparen und glücklich zu sein.

Damit meinst du es aus tiefstem Herzen gut mit dir.

Du stehst für dich ein und versuchst, in dieser Welt zu bestehen.

Dieses Ziel ist über alle Maßen ehrenvoll. Der einzige kleine Haken ist die Art und Weise, wie du für dein Wohlbefinden zu sorgen versuchst.

Sie sind einfach nicht effektiv. Aber kein Problem. Das lässt sich ändern.

Genauso wie es nicht effektiv ist, einen Topf Wasser mit einen Feuerzeug zum kochen bringen zu wollen, finden wir unser Glück nicht, indem wir uns selbst belügen.

Sind wir wirklich so rational?

Große Philosophen vergangener Tage sangen ein Loblied auf Rationalität und Besonnenheit.

Die moderne Wissenschaft scheint diesen Eindruck immer mehr zu entkräften. Der Mensch, so sind sich viele führende Forscher einig, entscheidet vor allem von seinem (Bauch-)gefühl geleitet und zufällig, anstatt mit dem Verstand.

Da unser Verstand nicht nutzlos erscheinen will, rationalsiert er im Nachhinein viele Entscheidungen. Er redet sich die Entscheidung gewissermaßen hinterher schön.

Je mehr dieser Rationalisierungen wir hören, desto stärker glauben wir ihnen.

Wir nutzen Selbstbetrug konsequent als Mittel zum Selbstschutz.

Dabei belügen wir uns selbst – ohne dass wir uns dieser Lüge bewusst sind.

Das macht es so schwierig zu erkennen, wann wir ehrlich zu uns sind und wo wir uns selbst täuschen.

Wieso Selbsttäuschung so häufig gelingt

Selbstbetrug

Viele Menschen meinen, sie lebten in einer objektiven Welt.

Sie glauben, ihre Welt und die aller anderer Menschen wäre identisch.

Das dies ein Trugschluss ist, offenbart sich relativ schnell (spätestens, wenn nach 1-2 Bier eine politische Diskussion ausbricht).

Schnell wird deutlich: wir sehen die Welt durch eine teilweise erheblich eingefärbte, hoch-individuelle Brille.

Unsere Filter blenden gnadenlos 98% aller in unser Bewusstsein strömenden Informationen aus. Sie kommen schlicht nie an.

Wie akurat kann unser Bild von dieser Welt sein, wenn es nur auf einem Bruchteil der Informationen aufbaut, die wir zur Verfügung haben?

Wir können daher festhalten, dass wir in einer Scheinwelt leben. Jeder Mensch lebt in seiner eigenen, selbstkreirten Realität.

Das Pippi Langstrumpf Prinzip und das Gesetz der Anziehung

Frei nach dem Pippi Langstrumpf Prinzip designen wir uns die Welt so, wie sie uns gerade passt.

Diese Fähigkeit ist von unschätzbarem Wert, wenn wir sie bewusst anwenden. Das Gesetz der Anziehung nutzt diesen Sachverhalt als Basis und sich das Leben seiner Träume zu erschaffen.

Leider nutzen nur die allerwenigsten Menschen diese Macht wirklich aktiv. Stattdessen verteidigen sie dieses vollkommen zufällig enstandene Konstrukt aus Täuschungen fast heorisch.

Als wenn ihre Existenz von diesen Lügen abhinge.

Ihr unbewusster Instinkt Verletzungen und Schmerz vermeiden zu wollen führt dazu, dass sie sich in eine Scheinwelt aus Selbstbetrug und Selbsttäuschung flüchten.

Der Drang sich (und seine Entscheidungen) zu verteidigen

Selbstbetrug sich verteidigen

Dazu filtern wir Informationen aus unserer Umwelt undbewusst so heraus, dass sie unsere Weltsicht bestätigen.

Wenn ich davon überzeugt bin, dass ich ein Versager bin, dann werde ich tendentiell mehr Informationen aufnehmen, die das bestätigen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Best%C3%A4tigungsfehler

Wenn Informationen auf verschiedene Art und Weise interpretierbar sind, entscheide ich mich für die Interpretation, die meine Weltsicht bestätigt.

Wenn ich mich vor einer wichtigen Entscheidungen drücke, werde ich mich auf Gründe dafür fokussieren, wieso es gar nicht so schlimm ist, das Ganze noch ein wenig aufzuscheiben.

Selbst, wenn dadurch teilweise extreme Schwierigkeiten entstehen, lügen wir uns freiwillig solange einen in die Tasche, bis der Leidensdruck kaum noch auszuhalten ist – und wir den Scherbenhaufen mühevoll zusammenkehren müssen.

Ausreden im Außen suchen

Wenn wir versagen, dann sind wir dazu geneigt, Gründe für die Misere im Außen zu finden.

Frei nach dem Motto: “Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld.”

Auch wenn es sicherlich hin und wieder höhere Gewalt eine Rolle spielt – wir sind immer besser beraten, selbst Verantwortung für das zu übernehmen, was wir tun.

Nur so können wir wachsen und etwas verändern.

Die wichtigste Regel, um Selbstbetrug aktiv anzugehen ist die 100%-ige Verantwortung für dein Leben zu übernehmen.

Hinterfrage dich regelmäßig und schaue, wo du Verantwortung abgibst.

Wo sind die Umstände oder andere Menschen Schuld?

Wo versuchst du, dein Handeln mit Faktoren zu rechtfertigen die außerhalb von dir und deinem Wirkungsbereich liegen?

Sie sind ein starkes Zeichen dafür, dass du Verantwortung abgibst. Schaue diesen Situationen ins Auge. Frage dich, was du ändern kannst.

Auch dann, wenn tatsächlich andere Kräfte im Spiel sind.

Denn du hast mehr Einfluss auf dein Leben, als du möglicherweise denkst. Sobald du Selbstbetrug hinter dir lässt, wirst du mehr und mehr in deine Kraft kommen uns aus einer Position der Stärke den Herausforderungen diesem Lebens begegnen.

Beispiele für Selbsttäuschung

1. Ich bin gar nicht wütend, traurig, ärgerlich, …

Seine Gefühle zu leugnen ist einer der am weitesten verbreiteten Arten von Selbsttäuschung. Oft sind uns Gefühle unangenehm und peinlich. Wir denken, wir wären schwach und angreifbar, wenn andere Menschen mitbekommen, wie es uns geht.

Deshalb antworten wir auf die Frage, wie es uns geht, routinemäßig mit “Alles gut…”.

Vor allem aber bei uns selbst wollen wir bestimmte Gefühle nicht wahrnehmen. Vielleicht haben wir in unserer Kindheit gelernt, dass es nicht ok ist, wütend oder traurig zu sein.

Jetzt unterdrücken wir diese Gefühle oder lenken uns ab. Meiner Ansicht nach ist die Fähigkeit, seine Gefühle vollständig zu spüren und zu akzeptieren der wichtigste Schritt zu einem glücklichen Leben.

Betrügst du dich hier selbst, hältst du dich unbewusst von einem glücklichen Leben ab.

Sei also ehrlich zu dir und checke immer wieder, wie es dir gerade wirklich geht

2. Ach, eigentlich ist es gar nicht so schlimm…

Selbstbetrug

Vielleicht steckst du in einer Beziehung fest unter der du seit Jahren leidest. Möglicherweise gehst du jeden Tag mit Abneigung oder sogar Angst zur Arbeit.

Doch aus Angst vor Veränderung und Konfrontation veränderst du nichts.

Stattdessen belügst du dich selbst.

Du erfindest Gründe, wieso dein Verbleib in offensichtlich schlechten Umständen gerechtfertigt ist und spielst die Gründe für eine sofortige Veränderung konsequent herunter.

Wie du dir vorstellen kannst, führt dieses Verhalten nicht dazu, dass sich deine Lebenssituation verbessert. Du rechtfertigst dein Handeln und verzerrst die Realität, weil du nicht mit deinen Ängsten in Kontakt kommen willst.

3. Jemand anders ist für mein Versagen/ meine Gefühle verantwortlich

Es liegt in der Verantwortung eines jeden, mit seinen Gefühlen umgehen zu lernen. Jeder Mensch kann das lernen.

Trotzdem geben wir anderen Menschen gerne die Schuld dafür, wie es uns geht. Das vergiftet nicht nur die Beziehung, es schränkt auch unser Leben massiv ein.

Ganz sicher werden Gefühle durch andere Menschen ausgelöst. Doch Schuld daran sind sie niemals. Es sind deine Gefühle und es liegt in deiner Verantwortung, sie loszulassen.

Wenn du das akzeptierst, bist du frei. Dann kannst du selbst entscheiden, wie du dich fühlst und belügst dich und andere nicht mehr selbst.

Selbsterkenntnis, der erste Schritt aus deinem Selbstbetrug

Bei anderen Menschen erkennen wir schnell, wenn sich sich belügen. Wir haben einen objektiven Blick. Manchmal beobachten wir fassungslos, wie sie so lange gegen immer die gleiche Wand laufen.

Doch wie sieht es bei uns aus? Wie präzise ist unser Blick für uns selbst wirklich? Wie genau kannst du dich erkennen?

Wie detailliert kannst du die Beweggründe deiner Handlungen nachvollziehen?

Eins vorweg: Wenn die Antworten auf diese Fragen nicht ganz so positiv auffallen, ist das kein Beinbruch.

Wir Menschen sind Meister der Selbstbetrugs. Du bist nicht alleine, mach dir keine Sorgen.

Sei offen dafür, dass deine Sicht auf die Welt nicht die Sicht ist. Das ist übrigens eine wunderbare Übung, um sein Ego unter Kontrolle zu bekommen.

Sei neugierig für neue, akuratere Betrachtungsweisen. Klammere dich nicht an deine Weltsicht fest, als hinge dein Leben davon ab – sondern sei offen für Veränderung. Bleib im Flow.

Vor 5 Jahren hast du die Welt in einigen Punkten wahrscheinlich auch noch komplett anders gesehen – wie kannst du so davon ausgehen, dass deine heutige Sicht auf die Dinge die absolute Wahrheit ist?

Lösung: Stetiger Prozess der Selbstreflexion

Selbstbetrug Selbstreflexion

Am Ende führt kein Weg daran vorbei, dich selbst besser kennenzulernen, wenn du Selbstbetrug und Selbsttäuschung den Kampf ansagen willst.

  • Erst wenn du genau wahrnehmen kannst, was du fühlst, kannst du ehrlich mit deinen Gefühlen umgehen.
  • Erst wenn du deine Gedanken aus der automatischen Denkmaschine befreist und in dein Bewusstsein holst, kannst du ihnen ehrlich ins Auge gucken.

Also beschäftige dich mit dir selbst. Gehe in Stille. Führe regelmäßig Selbstreflexion durch.

So steigt deine Selbsterkenntnis und du wirst dich nicht mehr so häufig selbst betrügen.

Außerdem holst du durch diese Prozesse mehr Selbstakzeptanz in dein Leben. Denn du lernst, dich objektiv aus einigem Abstand zu betrachten.

Dadurch, dass du so nicht mehr so stark mit deinen Erkenntnissen in diesem Prozess identifiziert bist, machst du dir automatisch weniger Selbstvorwürfe. Du beobachtest dich, anstatt dich zu bewerten.

Kultiviere Offenheit

Bleibe dabei immer offen für Neues. Wir Menschen neigen dazu, nach einer neuen Erkenntnis zufrieden zu sein und wieder in alte Muster zu verfallen.

Doch den wahren Benefit deiner Selbstreflexion erntest du nur dann, wenn du dranbleibst. Wenn du dich über deine Erkenntnisse freust, danach aber tiefer gehst.

So wird es dir auf lange Sicht nicht möglich sein, dich selbst zu betrügen und zu täuschen.

Wieso tust du, was du tust?

Seine eigene Motivation zu verstehen und zu erkennen, aus welchen Werten heraus wir handeln, ist ein zentraler Faktor jedes Selbstreflexionsprozesses.

Wenn wir unbewusst davon motiviert sind, Schmerz zu vermeiden oder vor uns selbst und anderen gut auszusehen, dann sind Selbstbetrug und Selbsttäuschung Tür und Tor geöffnet.

Frage dich also immer wieder, wieso du die Dinge tust, die du tust. Was für Beweggründe findet du?

Positive Formen des “Selbstbetrugs”

Studien konnten herausfinden, dass wir bessere Leistungen erbringen, wenn wir unsere Fähigkeiten ein wenig besser einschätzen, als sie objektiv sind.

In vielen Situationen gibt es hunderte Facetten, die wir betonen können. Wenn wir unseren Fokus leicht auf die positiveren Aspekte verlegen ohne und selbst zu belügen und die negativen ausblenden, blicken wir optimistischer in die Zukunft und fühlen uns so glücklicher.

Solange du nicht in einer weichgespülten Friede-Freude-Eierkuchen Welt lebst, rate ich dir dringend, deinen Fokus aus das Positive zu verschieben.

Alleine sein

Hey du – schön, dass du hier angekommen bist.

Dieser Artikel ist für dich, wenn:

  • du gerade in einer Trennungsphase bist (Beziehung oder auch Freundschaft)
  • du ein Gefühl von Enge und Panik verspürst
  • du gerade aufgewühlt vom Alleine sein bist
  • du keine Minute ohne deine/n Partner/in sein kannst
  • du dich bedürftig und abhängig von deinem Partner fühlst
  • du schnell eifersüchtig wirst
  • du gerade am liebsten etwas mit jemandem unternehmen möchtest, um dich abzulenken
  • du das Wochenende alleine verbracht hast und dich wenig erholt fühlst

In mindestens einer der Situationen erkennst du dich wieder? Dann lies weiter.

Weshalb fühlst du dich so?

Alle obigen Situationen haben eins gemeinsam: Angst vor dem Alleine sein.

Du glaubst, deine Freundin, die nie zu Hause ist und gefühlt jede Minute in Anwesenheit eines Menschen verbringt, ist einfach nur extrovertiert? Meh.

Laut einer Umfrage zu den Angstfaktoren in Deutschland haben 13,5% der Befragten Angst, alleine oder einsam zu sein –
Also jeder siebte Nachbar entlang deiner Straße, um es überspitzt zu formulieren.

Vermeintliche Volkskrankheit hin oder her, Fakt ist: es ist total in Ordnung.

Wenn du gerade eine Trennung durchlebst, verstehe ich dich sehr gut. Dieser Schmerz tut unglaublich weh.

Auch wenn du dich oft dabei ertappst, schnell eifersüchtig zu werden. Oder man dir Klammern vorwirft. Es ist okay und nur ein Zeichen dafür, dass etwas in dir gehört werden möchte.

Welchen Input du heute von uns bekommst

Heute lernst du:

  • was Allein sein wirklich bedeutet
  • wie sich die Angst davor in deinem Leben zeigt
  • woher sie kommt
  • wie du heute schon aktiv an ihr arbeiten kannst
  • wie du alleine sein genießen kannst

Bist du bereit? Dann lies los.

Wie fühlt sich Alleinsein für dich an?

Setze dich einmal hin und fühle in dich hinein. Wie fühlt sich Alleinsein in dir an? Welche Dinge werden dir bewusst?

  • du möchtest dich beschäftigen, am besten in Anwesenheit einer zweiten Person
  • du wirst unruhig, wenn du alleine bist
  • es tauchen Gedanken auf, die du nicht magst oder noch nie gedacht hast
  • meistens hinterfragst du dich und Dinge in deinem Leben
  • du vermeidest aktiv Zeit alleine, planst viele Treffen, Telefonate und Unternehmungen
  • eine immense Traurigkeit nimmt dich ein, du fühlst dich wertlos und beneidest andere
  • du hast typische Angstbeschwerden (Herzrasen, Atemnot, innere Unruhe, etc.)
  • du fühlst dich getrennt von der Welt
  • du fühlst dich ungeliebt
  • egal ob du alleine oder mit Menschen bist, gibt es dir nichts.

Hier kommt zunächst die erste Stolperfalle.

Die ersten 2/3 der Situationen sind Anzeichen dafür, dass du Angst hast, alleine zu sein.
Die letzten beschreiben Einsamkeit.

Alleine sein und Einsamkeit sind zwei verschiedene Dinge

Alleine sein

Während Alleinsein dem Moment entspricht, in dem du physisch alleine bist (du „bist“ und das „alleine“), ist Einsamkeit ein Zustand, eine Art Mindset, in dem du dich befindest.

Einsamkeit kann eintreten, wenn du dich alleine oder unter Menschen aufhälst. Du fühlst dich getrennt, ungeliebt, von der Welt abgeschnitten, vernachlässigt und vergessen. Bald kannst du an dieser Stelle auch mehr darüber lesen, wenn es du eher mit Einsamkeit kämpfst.

Gerne allein sein

Wenn du gerne alleine bist, freust du dich auf deine Zeit alleine zu Hause. Auf den Spaziergang, die Stille.

Sogar auf deinen Artikel, den du alleine im Café oder im Restaurant schreibst.

Nicht gerne allein sein

Menschen, die nicht gerne alleine sind, zeigen in den gleichen Situationen die obigen Anzeichen (Unruhe, Scham, Traurigkeit, Schuld).

Du fühlst dich alleine gelassen, vielleicht sogar verlassen und erbärmlich, wenn du alleine deinen Kaffee trinkst. Das, während du eine lachende Gruppe beobachtest. Du fühlst dich wie ein kleines, wertloses und schuldiges Kind.

Ich weiß, es ist sehr schwer, das einzusehen. Und wahrscheinlich macht sich jetzt gerade in dir das bestätigende Gefühl breit.

Das alles, während dein Verstand mitzieht. Oder dich davon überzeugen will, dass du dich einfach nur ein bisschen zusammenreißen musst und „dat wird dann wieda“.

Bevor du weiterliest, möchte ich, dass du verstehst, dass das nicht du als Person bist. Es ist ein Teil in dir, der von dir wahrgenommen und angenommen werden möchte. Das tut er, weil er bislang vernachlässigt wurde.

Vielleicht rattert es gerade noch mehr in dir – lass es rattern, es ist okay.

Wie fühlt sich gesundes Alleinsein an?

Gesundes Alleinsein, und da, wo du hinmöchtest, fühlt sich folgendermaßen an:

  • entspannend und regenerierend
  • kraftgebend
  • bereichernd und erfüllend
  • frei
  • geborgen, und warm
  • voller Liebe
  • sicher und voller Vertrauen
  • heilsam

Hört sich gut an? Es ist wunderbar. Nur um von Angst in den Genuss deines Alleinseins zu kommen, musst du zunächst verstehen, weshalb du einer der sieben Nachbarn bist, für die Alleinsein eine Herausforderung ist.

Unser natürlichster Schutzmechanismus

Alleine sein

Es ist unser natürlichster und menschlichster Mechanismus, Schmerz zu vermeiden, denn des Menschen größtes Gut ist die Glückseligkeit.

Wenn uns im Kindes- und Jugendalter niemand erklärt und zeigt, dass Schmerz ein wichtiger Teil jeglichen Wachstums und Weiterentwicklung ist, was passiert dann?

Dann werden wir natürlich lernen, Schmerz zu vermeiden.

Haben wir in unserer Kindheit Traumata in Verbindung mit einem Schmerz erlebt, ist es unser natürlichster Schutzmechanimus.

Unser Unterbewusstsein tut das, um unser Überleben zu sichern. Diesen Schmerz können wir als kleines Kind nicht verabeiten, also verdrängen wir. Dazu gleich mehr.

So entwickeln wir im Laufe des Lebens kreative Strategien, Ängste zu umgehen, um den Schmerz nicht fühlen zu müssen.

Wir unterdrücken ihn in Folge unseres alten Schutzmechanismus. Da dieser damals wichtig war, erfüllte er seine Funktion bereits. Doch heute ist er überholt und blockiert uns.

Wie äußert sich, Angst vor dem Alleinsein?

Welche sind die Dinge, die du tust, hinter denen sich Angst vor dem Alleinsein versteckt?

Die Angst, alleine zu sein, manifestiert sich sehr oft in:

  • Abhängigkeiten in der Freundschaft und/oder Partnerschaft
  • Eifersucht in Freundschaft und/oder Partnerschaft
  • Ungesunden Freundschaften und/oder Partnerschaften,
  • Bei respektlosem Umgang mit dir
  • Falschem Verzeihen von respektlosem und verletzenden Verhalten und Verharmlosung verletzender Situationen
  • Kontrollierendem Verhalten
  • Mangelndem Selbstwertgefühl
  • Der Angst vor Trennung und dem Liebeskummer

Situationen, aus denen unsere Angst entstanden sein könnte

Mit unserem Schutzmechanismus der Schmerzvermeidung und uns nun bekannten Tarnstrategien im Hinterkopf, können folgende Lebensabschnitte das Allein sein erschweren. Und so die Angst, alleine zu sein, verursacht haben.

Du hattest ein traumatisches Erlebnis in deiner Kindheit und kamst in Kontakt mit Verlassenheitsängsten, vielleicht sogar Todesängsten.

Vielleicht haben dich deine Eltern auch nur 2 Sekunden alleine gelassen, und du hattest als Baby Todesangst.

Du hast die Scheidung deiner Eltern miterlebt.

Ist eine Person mit einer engen Verbindung zu dir gestorben oder aus deinem Leben gegangen?

Hast du die meiste deiner Zeit mit ihr verbracht hast und warst ihre Präsenz gewöhnt? Dann ist es natürlich herausfordernd, wieder alleine zu sein.

Du hattest ein schmerzhaftes Trennungserlebnis in einer vorigen Beziehung (Freundschaft oder Liebesbeziehung).

In deiner letzten Beziehung befandst du dich in einer Abhängigkeit, vielleicht sogar in einer Co-abhängigen Beziehung – so konnte deine Angst unerkannt bleiben.

Weshalb wir nicht gerne alleine sind

Alleine sein

Wenn wir Angst haben, alleine zu sein und auf einmal alleine sind, kommen viele unbekannte Gedanken zum Vorschein. Sehr viele, unangenehme Gedanken.

Wenn du dich noch nie mit dir beschäftigt hast, kann dies schnell sehr überfordernd für dich sein. Wenn sich eine geballte Gedankenladung in deinem Kopf breit macht, sodass es dir aus den Ohren qualmt und dir die Sicht verschlägt, mehr als verständlich.

Diese Gedanken bringen dich in eine innere Stresssituation.

Sie hinterfragen Dinge, die du abtust oder verdrängst.

Sie bringen deine unerfüllten Sehnsüchte und Wünsche zum Vorschein.

Sie fangen an, dich zu fragen, wer du eigentlich bist und was der Sinn deines Lebens ist.

Sie wühlen dein Verdrängungskontrukt auf und rattern ordentlich daran.

Alleinsein bringt deine Glaubenssätze zum Vorschein

Du wirst mit tiefen Glaubenssätzen konfrontiert, denen du dir nie bewusst warst, wie etwa:

  • Ich bin nicht genug
  • Die Welt ist gegen mich
  • Ich bin schuldig
  • Ich bin nicht gut, so wie ich bin, weil ich mich so fühle.
  • Liebe gibt es nur mit Bedingung
  • Echte Liebe gibt es nur in Filmen
  • und noch viele mehr

Es ist, als ob deine ganze, eigene Wahrheit zum Vorschein kommt.

Was ist denn nun das echte Problem?

So es ist weniger das Alleinsein, das uns stresst. Es ist das exzessive Denken durch die Überforderung der Ungewohntheit.

So entwickeln wir durch das exzessive Denken einen Teufelskreis. Dieser verstärkt unsere Angst, alleine zu sein. So bietet unsere Angst vorm Alleinsein, um die es dann primär gar nicht mehrgeht, einen wunderbaren Nährboden für Einsamkeit und Depression.

Durch diesen Teufelskreis werden wir Sklaven unserer Angst. Und so glauben wir, nur Angst davor zu haben, alleine zu sein.

Aber tatsächlich weißt du einfach nicht, wie du mit dir umgehen musst.

Du siehst also: Alleinsein ist unterm Strich, vereinfacht gesagt, eine Sache des Handlings und gesunden Umgangs.

With this in mind, kannst du dich nun langsam ausprobieren.

Wie du mit dir alleine sein kannst

  • Fange klein an – du kannst dir nun zwei Wochen mit bester Absicht nur für dich alleine gönnen. Aber ich sage dir, das Panikgefühl wird sich nach zwei Tagen breit machen, wenn du dies zum ersten Mal tust.Und du wirst versuchen, es zu unterdrücken, weil es sich nicht gut anfühlt und du es so gelernt hast. Fakt ist also: fange klein an.

    Fange damit an, nur einen Abend alleine zu verbringen. Dann kannst du, wenn sich das gut anfühlt, einen Kaffee alleine im Café trinken.

    Stecke dir kleine Ziele und zieh es durch.

    Merkst du allerdings, dass es nicht mehr geht, ist das auch in Ordnung. Wichtig ist, dass du in kleinen Schritten mehr Zeit alleine verbringst.

  • Nimm dich selbst an – Übe dich darin, das Unwohlsein anzunehmen. Fühle die innere Unruhe, den Stress, das Panikgefühl.Nimm an, dass es gute und schlechte Momente gibt. Diese bilden nur den Prozess ab, der dich aus deiner Angst in die Zufriedenheit führt.
  • Schreibe die Gedanken auf – Nimm dir ein Notizheft und schreibe dir die Gedanken auf, die deinen Stress auslösen, wenn du alleine bist.Schreibe wirklich alles auf: Die Zweifel, die Glaubenssätze, das Stressgefühl, die Panik, die Art von Gedanken, ihre Themen. Schreibe auch auf, welche Worte, Gedanken, äußere Situationen diese auslösen.
  • Hinterfrage dein Verhalten – Welche Ereignisse, Worte, Gedanken lösen die Angst bei dir aus?Wann fängst du an zu klammern, wann wirst du eifersüchtig?

    Wann hast du den Impuls, dich mit jemandem zu treffen oder dich abzulenken?

    Oft merkst du es nicht bewusst, wenn du dich gerade selbst sabotierst. Stell dir bewusst diese Fragen.

  • Sieh deine Angst als Chance – Kennst du den Satz „Everything happens for a reason?“?So kannst du stark davon ausgehen, dass deine Angst in dir und ungeheilte Teile Aufmerksamkeit und Fürsorge von dir möchten.

    Du hast hier eine wunderschöne Chance, über dich hinauszuwachsen und deine Freiheit wieder zu erlangen.

Was kannst du tun, wenn du dich nicht gut dabei fühlst?

  • Erinnere dich an einen Stressmoment – Erinnere dich an einen Stressmoment, an dem du nicht mehr abwarten konntest, wieder alleine zu sein?Wie fühlte sich das an? Befreiend?

    Diese Gefühle werden von deinen Spiegelneuronen gespiegelt und du findest etwas Entspannung in einem Angstmoment.

  • Schaffe Bewusstsein für das Gefühl – und fühle dich hindurch. Nimm es mit der Intention an, es zu akzeptieren, und nicht, es loswerden zu wollen.Manchmal hilft es, dich selbst in den Arm zu nehmen. Dabei einen inneren Dialog zu führen, in dem du dir die Sicherheit deiner eigenen Selbst gibst.

    Verstehe, dass jedes Gefühl seine eigene Funktion hat. Wenn du seine Funktion verstehst und annehmen kannst, löst sich das Gefühl der Panik langsam.

    Dies erfordert anfangs etwas Übung. Doch auf lange Sicht ist es dein einziger Weg.

  • Soziale Medien – bitte, öffne keine sozialen Medien, wenn du dich gerade dabei übst, alleine zu sein.Auf Social Media haben wir die Tendenz, uns selbst in einem helleren Licht darzustellen, als eigentlich ist.

    So kann dies schnell wieder die Gefühle der Traurigkeit, der Schuld und der Minderwertigkeit in dir auslösen.

  • Suche dir die Menschen aus – fühlst du schnell den Drang, dich schnell mit anderen Menschen abzulenken, egal mit wem, nimm das erst einmal bewusst wahr.Wenn du dies doch tust, dann tue es mit Menschen, mit denen du eine liebevolle Beziehung hast.

    Missbräuchliche, missgünstige und energieraubende Menschen nähren deinen Boden der Minderwertigkeitsgefühle, Traurigkeit und Einsamkeit.

  • Angst ist nur eine Interpretation – Wenn du genauer hinschaust, ist das Alleinsein an sich komplett wertbefreit. Ob du nun Angst davor hast, oder dich freust, ist letztendlich nur eine Interpretation.Das Alleinsein bleibt das Alleinsein. Lediglich das Gefühl, für das du dich entscheidest, bestimmt deine Handlung. Dieser Gedanke half mir damals sehr.

Alleine sein

Wie du langfristig an dir arbeiten kannst

  • Mechanismen erkennen – wenn du dein Gedankenbuch führst und durchliest, werden dir bestimmte Mechanismen schnell ins Auge springen. Nun ist es daran, diese zu analysieren und genau da hinzuschauen.Da du nun weißt, welche Auslöser welche Gefühle auslösen, kannst du ganz gezielt und bewusst entscheiden. Du kannst bewusst entscheiden, wie du agieren und dich fühlen möchtest.
  • Dein Unterbewusstsein – Das Obige ist einfacher gesagt als getan. Denn manchmal handeln in unserem Unterbewusstsein weitere Mechanismen. Diese können wir so schnell alleine nicht lösen. Da hilft eine objektive Meinung von außen, wie die eines Therapeuten oder Coaches.
  • Durch welche Situationen glaubst du, kamen diese Mechanismen zustande? Möchtest du das Alleinsein genießen, musst du in deiner Vergangenheit graben. Trifft eine der obigen Situationen, die Angst vor dem Alleinsein auslösen, auf dich zu?
  • Wenn dein exzessives Denken Suizidgedanken enthält – in diesem Fall agieren in deinem Unterbewusstsein sehr starke Mechanismen. An denen kannst du alleine nur schwer arbeiten. In diesem Fall empfehlen wir dir stark und von Herzen, therapeutische Hilfe aufzusuchen.
  • Fühle dich durch den Schmerz – Der beste Weg gegen den Schmerz, ist genau durch ihn hindurch. Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir Meditation ans Herz legen, da sie dich in Kontakt mit dir selbst bringt.Dafür brauchst du keine zwei Stunden zu meditieren, sondern dir Zeit zu nehmen, um in dich hineinzuhören. Wichtig ist, den Schmerz zu fühlen. So kannst du dich Schritt für Schritt von ihm Lösen, wenn du ihn durchlebt hast.
  • Arbeite an deiner Eifersucht und deinem kontrollierenden Verhalten – hier findest du eine detaillierte Anleitung. Wenn du mehr Hilfe brauchst, schreib uns gerne.
  • Ängste annehmen – Lerne, deine Ängste anzunehmen, ihnen eine Daseinsberechtigung zu geben, ihnen zuzuhören. Deine Ängste sind dazu da, um dich zu schützen. Nimm sie an, akzeptiere sie, aber entscheide trotzdem, das Alleinsein zu üben.
  • Gewöhne deinen Körper ans Alleinsein – vielleicht klingt das noch etwas zu spirituell für dich, doch auch dein Körper ist abhängig von den Energien anderer Menschen. Er muss lernen, wieder in seine eigene Energie zu kommen.Aus diesem Grund fühlst du dich vielleicht auch sehr erschöpft, wenn du alleine bist. Auch das kannst du ins Lot bringen, indem du alleine Sport machst. Vielleicht Yoga praktizierst, wenn dir das zusagt (beim Yoga bist du schnell im Einklang und Verbindung mit deinem Körper).
  • Stärke dein Selbstwertgefühl – Das hast du sicher schon oft von uns gehört. Ich sage dir, es ist essenziell. Wenn du dich beim Alleinsein wertlos fühlst, dann möchte auch hier dein Selbstwertgefühl geheilt werden. Schaffst du dies Schritt für Schritt, fällt dir das Alleinsein auch immer leichter. Lies hier gerne mehr darüber nach.
  • Stärke dein Selbstvertrauen – erinnerst du dich, Alleinsein fühlt sich sicher, geborgen und voller Vertrauen an? Ja, denn du hast Angst vor dem Schmerz und davor, mit dem Schmerz nicht umgehen zu können.Wenn du auch dein Selbstvertrauen stärkst, folgt das Gefühl der inneren Geborgenheit und Sicherheit automatisch.

Was ist denn jetzt dieser gesunde Umgang?

Wir erinnern uns: Unterm Strich ist Alleinsein eine Sache des Handlings. Beim Reisen, beim alleine Kaffee trinken. Beim alleine lesen oder alleine sein zu Hause.

Der gesunde Umgang bedeutet zusammengefasst die Kombination aus allen kurzfristigen und langfristigen Tipps, die ich dir eben an die Hand geben durfte. Ich fasse sie hier noch einmal für dich zusammen.

  • Setze dir kleine Ziele, langsam und Schritt für Schritt.
  • Hinterfrage dein Verhalten und deine Gedanken.
  • Finde die Auslöser für dein Handeln, decke deine Muster und Mechanismen auf.
  • Finde den Ursprung deiner Angst in deiner Vergangenheit.
  • Schreibe dir das alles auf.
  • Übe dich in Selbstannahme.
  • Stärke dein Selbstwertgefühl.
  • Überwinde deine Eifersucht und kontrollierendes Verhalten.
  • Überwinde Abhängigkeiten.
  • Fühle dich aktiv durch den Schmerz.
  • Stärke dein Vertrauen in dich selbst.

Wenn du noch Fragen zu einer spezifischen Situation hast, kannst du uns gerne schreiben, wir helfen dir von Herzen gerne damit.

Bis dahin wünsche ich dir alles Beste auf deinem Weg durch diesen Prozess.

Disclaimer: Dieser Artikel basiert auf wissenschaftlichen Fakten sowie Informationen aus persönlicher Erfahrungen. Dieser Artikel ersetzt demnach keine psychologische Beratung oder eine Therapie. Im Falle von Suizidgedanken sollte unbedingt therapeutische Hilfe aufgesucht werden.

Durchsetzungsvermoegen

“Wer seinen Willen durchsetzen will, muss leise sprechen.” (Jean Giraudoux)

Du möchtest Durchsetzungsvermögen aufbauen.

Wer sich nicht durchsetzen kann, der leidet im Leben. Er wird häufiger schlecht behandelt, übergangen und wenig respektiert.

Doch das zu ändern ist nicht schwer. Wenn du ein paar kleine Kniffe beherzigst, wirst du dich entspannt durchsetzen können – und hinterher Freunde bleiben.

In diesem Artikel wirst du lernen, wie du dich durchsetzen kannst, ohne Konflikte zu riskieren und kämpfen zu müssen.

Es ist eindeutlig nicht erklärtes Ziel dieses Artikels, dich zu befähigen, für deine Ziele über Leichen zu gehen und andere Menschen brutal aus dem Weg zu räumen.

Denn wer seine Ansichten gegen jeglichen Widerstand rücksichtslos durchboxt, wird schnell isoliert dastehen und sich so auf lange Sicht schaden.

Es gilt also, einen guten Mittelweg zu finden.

Wir wollen uns dynamisch durchsetzen, dabei aber immer das Wohl anderer Menschen im Auge behalten und Situationen erzeugen, aus denen beide mit erhobenem Haupt auseinandergehen können.

Möchtest du direkt zu den Tipps für mehr Durchsetzungsvermögen können, dann klicke hier.

Durchsetzungsvermögen ist kein Egotrip

Außerdem wollen wir die Fähigkeit entwickeln, unser Ego zurückzuschrauben.

Es geht nicht darum, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und immer unseren Willen durchzudrücken. Wir wollen stets offen bleiben für Feedback.

Durchsetzungsvermögen heißt, stark in der Sache zu sein, sie auch gegen Widerstand zu verfolgen, aber niemals aus Prinzip und damit sinnlos an ihr festzuhalten.

Letzteres Verhalten ist egomotiviert und führt selten zu etwas gutem (außer dass du dich ganz toll und mächtig fühlen kannst – Bestrebungen, die in der Vergangenheit nicht besonders viel Gutes auf dieser Welt verursacht haben).

Wieso wir kein Durchsetzungsvermögen haben

Menschen, die Konflite scheuen, haben in Wahrheit Angst. Sie sehen Konflikte als etwas schlechtes an, das vermieden werden muss.

Sie haben Schiss vor zwischenmenschlichen Spannungen und sozialem Druck.

Um diese Gefühle zu vermeiden stellen sie ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse hinten an und geben kleinbei.

Doch so vermeiden wir nicht etwa Konflikte. Wir sind schlicht feige. Aus Angst vor Zurückweisung geben wir uns selbst auf.

Außerdem verspielen wir mit diesem Verhalten jeglichen Respekt und Augenhöhe mit anderen. Wir sind grundlos unterwürfig. Dann ist es nicht verwunderlich, wenn uns andere den Respekt entziehen, den wir verdient haben.

Wie du dein Durchsetzungsvermögen verbesserst

Durchsetzungsvermoegen verbessern

Falls es dir manchmal auch schwer fällt, dich durchzusetzen: Keine Sorge. Du bist nicht allein. Es geht vielen Menschen so wie dir und viele leiden darunter erheblich.

Sie leiden, weil sie sich hinterher über ihr Verhalten ärgern oder sogar das Gefühl haben, sie wären weniger wert.  

Außerdem entstehen so handfeste Nachteile in Privatleben und Job. Wer sich nicht durchsetzen kann, der wird oft nicht gesehen und dementsprechend übergangen.

In einer Welt, in der traurigerweise oft Schreihälse und rücksichtslose Selbstdarsteller den Längeren ziehen, kann das ganz schön nerven.

Auch wenn das unfair ist macht es keinen Sinn, aus Angst vor Konfrontation immer wieder kleinbei zu geben.

Daher müssen auch wir eher rücksichtsvolleren und introvertierten Menschen lernen, uns durchzusetzen.

Wie du dein persönliches Profil entwickelst

Dafür brauchen wir zu allererst Profil. Wenn wir uns selbst nicht kennen und nicht wissen, was unsere Werte sind, was uns wichtig ist und wo unsere Grenzen verlaufen, können wir uns nicht durchsetzen.

Wir wissen dann schlicht nicht, wofür wir “kämpfen” wollen.

Wenn wir uns treu bleiben und mehr für uns einstehen wollen, müssen wir zuerst wissen, wofür wir überhaupt einstehen wollen.

Dieser Prozess ist zu umfangreich, um ihn in diesem Artikel zu beschreiben. Hier findest du jedoch weiterführende Artikel zu diesem Thema.

  1. Selbstreflexion
  2. Selbsterkenntnis
  3. Grenzen setzen

Was wahre Stärke ausmacht

Außerdem ist es ein Zeichen wahrer Größe anzuerkennen, dass man nicht alles kann und auch nicht alles weiß.

In manchen Bereichen verfügen wir über große Kompetenz, während wir in anderen höchstens einen groben Überblick haben.

Das ist nicht weiter schlimm. Schlimm wird es, wenn wir Stärkern anderer herabwürdigen, nur weil wir uns mit aller Macht durchsetzen wollen.

Das hilft eurer Beziehung und der Sache nicht weiter. Es führt dazu, dass Inkompetenz reagiert und egogetrieben Schaden verursacht.

Lasse dein Ego los. Lass außerdem den Gedanken los, dass du alles können und wissen musst.

Lasse den Glauben los, dass du nur wertvoll bist, wenn du immer bestimmst, wo es langgeht.

Öffne dich stattdessen für Win-Win Situationen.

Das ist wahre Stärke.

2 Schritte zu mehr Durchsetzungsvermögen

Wollen wir unser Durchsetzungsvermögen verbessern, können wir innerlich und äußerlich ansetzen.

Beide Herangehensweisen gehen Hand in Hand und beeinflussen sich gegenseitig positiv.

“Inner Game”

Durchsetzungsvermoegen inner Game

Im Internet findest du viele Tipps, wie du dein Durchsetzungsvermögen verbessern kannst.

Körpersprache, Rhetorik und Argumentationstaktiken sind nur einige einer Vielzahl an Tipps.

Auch wenn du durch die regelmäßige Anwendung dieser Tipps mehr Durchsetzungsstärke entwickelst – solange sie auf einem wackeligen, emotionalem Fundament steht, kaufen die Menschen dir das nur selten ab.

Große Klappe, nichts dahinter.

Fehlt dir innere Stärke, dann bist du angespannt und unsicher und versuchst deinen Zustand mit allerlei Taktiken zu überschminken.

Doch das nimmt jeder Mensch bewusst oder unbewusst wahr. Wir bemerken, wenn jemand eine Maske aufhat.

Stärke daher zuerst dein persönliches Fundament. Davon wirst du dein ganzes Leben profitieren.

Dann hast du kein Durchsetzungsvermögen mehr – du lebst Durchsetzungsvermögen.

1.Selbstwertgefühl stärken

Wenn dir deine Bedürfnisse, Wünsche und Meinungen nicht wichtig sind, wirst du unter dem geringsten Druck zusammenklappen und direkt nachgeben.

Bist du nicht von deinem Wert als Mensch überzeugt und fühlst du nicht, dass du immer wertvoll bist, egal was im außen ist, kannst du dich nicht durchsetzen.

Wenn du andere Menschen über dich stellst, wirst du dich unterordnen. Wenn du glaubst, deine Meinung wäre “falsch” oder nicht wichtig, wirst du nicht konsequent für sie einstehen.

Stärke daher dein Selbstwertgefühl.

  • Stärke dein Selbstwertgefühl.
  • Tue dir jeden Tag etwas gutes.
  • Sprich liebe- und verständnisvoll mit dir.
  • Akzeptiere all deine Gefühle.
  • Lasse alte Gefühle los.
  • Lerne dich selbst besser kennen (Selbsterkenntnis).
  • Sei dein bester Freund.

2. Selbstvertrauen aufbauen

Wenn dir deine Meinung und deine Ziele wirklich wichtig sind, dir aber das Vertrauen in deine Fähigkeiten fehlt, für sie einzustehen, wird es schwer mit dem Durchsetzungsvermögen.

Baue daher konsequent dein Selbstvertrauen auf.

  • Lerne, dir und deinen Fähigkeiten vollkommen zu vertrauen.
  • Stelle dich Herausforderungen und lerne.
  • Verlasse regelmäßig deine Komfortzone.

So beweist du dir jeden Tag aufs Neue, dass du es drauf hast. Du lernst, dir wirklich zu vertrauen. Außerdem entwickelst du die Fähigkeit, auch in herausfordernden Situationen gelassen und entspannt zu bleiben.

Diese universellen Fähigkeiten sind die Grundlage für ein gutes Durchsetzungsvermögen.

“Outer Game”

Wir Menschen haben ein gutes Gespür dafür, wie es unserem Gegenüber geht. Wir schätzen ihn in Sekundenschnelle ein.

Die meisten Menschen bilden sich blitzschnell ein Bild von ihrem Gegenüber. Von diesem Zeitpunkt an kommunizieren sie nicht mehr mit ihrem Gegenüber, sondern mit dem Bild.

Wenn jemand ein Bild von dir entwickelt, dass du ein unsicherer Mensch bist der alles mit sich machen lässt, wird er dich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch so behandeln.

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.

Davon kann man halten was man will, aber wegdiskutieren lässt es sich nicht.

Das passiert bei den meisten Menschen unbewusst und auch du tust das – es gibt also keinen Grund, jemanden dafür zu verurteilen.

1. Dein ersten Eindruck positiv beeinflussen

Durchsetzungsvermoegen erster Eindruck

Doch diesen ersten Eindruck können wir bewusst beeinflussen.

Mit ein paar kleinen Veränderungen in unserem Auftreten bekommen die Menschen ein komplett anderes Bild von uns und behandeln uns direkt mit mehr Respekt.

Alleine dadurch wird es dir viel einfacher fallen, dich durchzusetzen, weil du einen viel höheren Status und Ansehen bei anderen genießt.

Wenn du nicht parallel an deinem Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen arbeitest, wirst du immer Schwierigkeiten haben, diese Verhaltensweisen authentisch zu faken.

Wenn du jedoch von deinem Wert als Mensch und der Wichtigkeit deiner Anliegen überzeugt bist, kommt dieses Verhalten ganz natürlich zu dir.

2. Körpersprache

Eine aufrechte Körpersprache ist wahrscheinlich der Ratschlag, der Menschen mit wenig Durchsetzungsvermögen am häufigsten gegeben wird.

Schon meine Oma sagte damals zu mir “Brust raus, Bauch rein.” Damit hatte sie vollkommen Recht. Denn eine selbstbewusste Körpersrprache ist keine pure Show.

Schon nach wenigen Minuten ändert die Art, wie wir uns bewegen die Art, wie wir uns fühlen.

Ich wette auch du kannst erkennen, ob jemand depressiv oder gut glaunt ist.

Du liest es ganz einfach an seiner Körpersprache ab.

  • Lerne daher, aufrechter zu gehen.
  • Schaue Menschen mehr in die Augen, ohne sie anzustarren.
  • Ziehe deine Schultern nach hinten unten und entspanne sie gleichzeitig.

Am wichtigsten ist es jedoch, aufrecht aber entspannt zu bleiben.

Fühle daher in deinen Körper hinein und schaue, wo du noch angespannt bist. Entwickle die Fähigkeit, loszulassen und dich zu entspannen.

Lasse diese Bereiche dann los, so gut du es kannst. “Bleib mal locker” ist eine weitere Floskel, in der viel Wahrheit steckt.

3. Wortwahl, Aussprache und Rhetorik

Gewöhne dir außerdem an, klar und deutlich zu sprechen. Sprich laut, sodass dich alle im Raum verstehen können.

Gerade die Lautstärke macht vielen Menschen Probleme. Sie haben gelernt, dass sie nicht auffallen sollen. Daher dämpfen sie ihre Stimme teilweise bis zur Unverstehbarkeit.

Das wirkt direkt schwach und unsicher. Eine Faustregel lautet: Wenn du denkst, du schreist schon fast, sprich nochmal 10% lauter und du triffst die richtige Lautstärke.

4. Drücke klar und deutlich aus, was du willst

Drücke dich außerdem klar und deutlich aus. Sage klar, was du willst und was du nicht willst.

Es gibt kaum etwas, was mir stärker das Messer in der Tasche aufgehen lässt, als Menschen, die rumeiern.

  • “Ich weiß nicht…”
  • “Vielleicht könnte man ja mal…”
  • “Mir egal…”
  • “Entscheide du…”
  • “Macht es dir etwas aus, wenn ich unter Umständen…”

Sage klar und deutlich, was du willst.

Wir denken, durch solch ein eieriges Verhalten könnten wir Konflikte vermeiden und andere Menschen nicht gegen uns aufbringen.

Doch in Wahrheit erzeugen wir so mehr Ladung gegen uns, als wenn wir frei heraus sagen, was wir wollen.

Dann sind wir greifbar und Menschen können uns einordnen. Das erzeugt Vertrauen und Verbindung. Wenn Menschen dir vertrauen, werden sie dir leichter Folgen und sich auf deine Vorschläge und Wünsche einlassen.

5. Emotionen

Wenn dir etwas wirklich wichtig ist, zeige es. Sprich passioniert über dein Anliegen, bring Emotionen mit rein.

Damit meine ich nicht, dass du anfängst zu weinen und so eine unangenehme Situation erzeugen sollst.

Vielmehr sollst du mit Überzeugung und Stärke sprechen und diese gleichzeitig fühlen.

Lasse diese Emotionen zu, unterdrücke sie nicht und lasse dich von ihnen tragen.

Andere werden diese Intensität wahrnehmen und dich als Durchsetzungsstark und einordnen.

Bleibe dabei jedoch immer bewusst in der Metaposition.

Lasse dich nicht von deinen Gefühlen fremdbestimmen, sondern benutze sie, um dir Kraft zu geben.

6. Präsent sein und Kontakt zum Gegenüber halten

Dein Gegenüber ist am Ende genauso ein Mensch, wie du. Rufe dir das immer wieder vor Augen, egal wie heiß es in der Diskussion gerade hergeht.

Sei präsent und schaue hinter die Fassade. Verliere bei allen etwaigen Meinungsverschiedenheiten nie aus den Augen, dass die ein Mensch gegenüber sitzt.

Bringe ihm, auch wenn sich alles in dir dagegen sträubt, Wertschätzung und Offenheit entgehen.

Formuliere Verständnis für dein Gegenüber.

Versetze dich in seine Lage und betrachte die Situation durch seine Augen. Lasse dich darauf wirklich ein. Ein lari-fari “Ich verstehe dich ja, aber…” ist höchst respektlos und erzeugt Trennung.

Es gibt Menschen, die bekriegen sich in der Sache bis aufs Blut und gehen hinterher zusammen ein Bierchen trinken und fühlen sich dabei tief verbunden.

Dieses Paradox lässt sich häufig vorfinden und zeugt davon, dass wir Menschen in der Lage sind, uns durchzusetzen und trotzdem Menschlichtkeit und gegenseitigen Respekt nicht über Bord zu werfen.

Natürlich gibt es auch Menschen, die nicht mit sich reden lassen und gemein und hinterhältig sind. Dort gilt es, mit aller Kraft dagegenzuhalten, für sein Recht einzustehen, zu gewinnen und solche Menschen kategorisch aus seinem Leben zu verbannen.

Diese Art von Mensch wird dir nur in Ausnahmefällen über den Weg laufen. Falls du solche Menschen öfters anziehst, dann stehen die Chancen hoch dass du auf irgendeiner Ebene daran nicht ganz unschuldig bist.

Übung macht den Meister

Durchsetzungsvermoegen Übung

Wie überall im Leben macht Übung den Meister. Je mehr Zeit du in dein Selbstwertgefühl investierst, desto stärker wird es wachsen.

Je mehr du deine Komfortzone verlässt, desto schneller wird sich dein Selbstvertrauen entwickeln.

Verstecke dich daher nicht vor dem Leben und seinen Konflikten. Fordere dich hinaus. Stelle dich in deiner Intensität und deinem Tempo Situationen, in denen Durchsetzungsvermögen gefragt ist.

Fokussiere dich dabei auf einen Bereich, auf den du besonders achten willst.

Körpersprache, Fokus auf dein Gegenüber oder Rhetorik.

Übe diese Dinge immer wieder, während du mit anderen Menschen kommunizierst. Überfordere dich dabei jedoch nicht. Diese Entwicklung ist ein Prozess, den du genießen darfst.

Feiere deine Erfolge

Freue dich über kleine Erfolge und erwarte nicht von dir, morgen so selbstbewusst die Brad Pitt zu sein – du wirst höchstwahrscheinlich enttäuscht werden und so eine Menge Energie und Motivation für deine weitere Entwicklung einbüßen.

Wenn du so immer einen kleinen Moment länger für deinen Willen eintrittst, wirst du diese Fähigkeit Schritt für Schritt kultivieren.

Gehe dabei immer soweit, bis es wirklich unangenehm wird – und dann einen kleinen Schritt weiter.

So baust du Widerstandsfähigkeit für sozialen Druck auf und kannst mit der Zeit immer lockerer für dich einstehen, auch wenn die Emotionen gerade hochkochen.

Aus Niederlagen lernen

Stellst du dich dem Leben wirst du auch Niederlagen erleiden. Das beste an Niederlagen ist – sie fühlen sich nie so schmerzhaft an, wie wir es uns vorstellen.

Wenn du eine Niederlage erlitten hast, dich einmal kurz schüttelst und bemerkst, dass du immer noch lebst, verlierst du deine Angst vor Niederlagen.

Du wirst mutiger. Vor allem auch, weil du erfährst wieviel Stärke du aus Siegen ziehen kannst.

Einfühlungsvermögen

Einfühlungsvermögen ist die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und die Welt durch ihre Augen zu sehen.

Es ermöglicht dir zu verstehen, wie es in einem anderen Mensch aussieht.

Mit einem gut ausgeprägten Einfühlungsvermögen kannst du tiefer mit anderen Menschen in Verbindung treten – das fühlt sich gut an.

Du kannst dich besser auf die Wünsche und Bedürfnisse des anderen Menschen einstellen.

Es hilft dir, anderen Menschen wirklich zu vertrauen und ebenso als 100% vertrauenswürdig wahrgenommen zu werden.

Außerdem wirst du offener. Du lernst flexibler zu sein und dynamisch mit anderen Menschen zu interagieren.

Durch diese Grundoffenheit entwickelst du eine tiefe Akzeptanz anderen Menschen gegenüber – und so schlussendlich auch dir selbst.

Darüber hinaus lässt dich diese Art der Verbindung mit anderen spirituell wachsen. Denn wenn wir uns wirklich auf andere einlassen, müssen wir unsere ach so liebgewonnenen Überzeugungen und Glaubenssätze über Bord werfen.

So werden wir unser Ego immer mehr los.

Lerne daher in diesem Artikel 12 Rituale, mit denen du dich spielend leicht in andere Menschen einfühlen kannst.

Es wird deine Beziehungen tiefer, vertrauensvoller und liebevoller machen.

Einfühlungsvermögen schafft Verbindung

Wenn du die Welt des anderen durch dessen Augen siehst, durch seine Ohren hörst und mit seinem Herz fühlst, kommt ihr euch näher.

Einfühlungsvermögen schafft ehrliche Verbindung.

Doch leider neigen wir dazu, die Welt ausschließlich durch unsere eigenen Augen zu sehen und dabei zu vergessen, dass dieser Blick stark eingefärbt ist.

Wir schließen vorschnell von uns auf andere.

So denken wir, wir wüssten wie die Welt funktioniert und nehmen an, sie müsste für alle Menschen gleich funktionieren.

Außerdem haben wir so verdammt enge Grenzen dafür, wie wir sein dürfen, dass wir diese vorschnell bei anderen anlegen.

Dann sind Verurteilung auf unserer Seite und Schuldgefühle auf der anderen Seite Tür und Tor geöffnet.

Ich dachte lange, man müsste einen Job haben, um überleben zu können. So verurteilte ich alle, die in den Tag hineinlebten und taten, wozu sie gerade Lust hatten.

Bis ich dann jemanden traf, dermit genau diesem Lebenssstil deutlich mehr Geld verdiente, als ich.

Ich dachte, der einizge Weg um glücklich zu werden war, das Leben auf einer rationalen Ebene besser zu verstehen. Also verurteilt ich all die “Spiris”, die den ganzen Tag nur fühlen.

Bis ich dann am eigenen Leib erfahren durfte, wie glücklich dieser bewusste Umgang mit seinen Gefühlen macht.

Offen bleiben für andere Sichtweisen

Seitdem versuche ich, offen für andere Weltanschauungen und Realitäten zu sein.

Einfühlungsvermögen unterschiedlich

Wir Menschen sehen und bewerten Situationen in Abhängigkeit von unseren Erfahrungen und unserem Persönlichkeitstyp vollkommen unterschiedlich.

Einfühlungsvermögen hilft, trotz dieser stark voneinander abweichenden Sichtweisen trotzdem Verständnis und Miteinander zu entwickeln.

Wir erkennen, dass nur selten eine Sichtweise deutlich besser als die andere ist – sie ist einfach nur anders.

Einfühlungsvermögen lässt dich wachsen

Sich wirklich in jemanden hineinzufühlen ist nicht mit einem einfach dahergesagten “Ja, das verstehe ich ja…” am besten direkt gefolgt von einem großen “aber…” getan.

Sich in andere Menschen hineinzuversetzen lässt dich wachsen, weil du dabei dein Ego über Bord werfen musst.

Du musst dich für einen Moment von all den Identifikationen mit deinen so liebgewonnenen Überzeugungen, Denkweisen und Gefühlen lösen.

Nur wenn du loslassen kannst und dich voll auf den anderen einlässt, wirst du ihn verstehen können.

Es gilt daher, alle Eitelkeiten, Vorurteile und Besserwissereien für den Moment hinten anzustellen. Wenn du das praktizierst, lässt du dein Ego los.

Denn diesem gefällt nichts besser, als sich zu identifizieren.

Es möchte vergleichen und bewerten. Wenn du damit aufhörst und stattdessen eine neugierige Offenheit entwickelst, wirst du spirituell wachsen und gleichzeitig tiefer mit anderen Menschen in Verbindung treten.

Stelle deine Weltsicht für den Moment zurück

Wenn du dein Einfühlungsvermögen trainieren willst, dann übe dich darin, die Gefühle und Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen.

Es geht ausdrücklich nicht darum zu schauen, ob du seine Ansichten teilst oder seine Gefühle nachvollziehen kannst.

Wenn dir jemand sagt: “Ach, da brauchst du doch keine Angst zu haben” oder “Kein Grund hier gleich wütend zu werden”, dann geht er nicht einfühlsam sondern be- bzw. abwertend mit dir um – das genaue Gegenteil von Einfühlungsvermögen.

Das einzige Ziel eines jeden Menschen – glücklich sein

Einfühlungsvermögen entspannt

Auch wenn du dein Gegenüber noch so wenig vertehen kannst und ihm am liebsten wiedersprechen willst – dafür ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.

Es geht vielmehr darum, echtes Verständis zu entwickeln. Verständnis auf einer tieferen Ebene.

Denn dort ergibt jedes Verhalten deines Gegenübers Sinn.

Er versucht nur, mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln glücklich zu sein

Genauso wie du und allen anderen Menschen auch.

Die Mittel und Wege wie er, du und alle anderen Menschen auf diesem Planeten dieses Ziel erreichen wollen, unterscheiden sich teils erheblich.

Doch das Grundziel bleibt. Dafür kannst du den anderen wertschätzen und dich so mit ihm verbinden.

Wir sind gleich

Außerdem kannst du dir immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass auch dein Gegenüber schon Wut, Angst, Schmerz und Trauer erlebt hat – und dir damit sehr ähnlich ist.

Außerdem hat auch dein Gegenüber Unsicherheiten und Schwächen– genau wie du.

Genauso hat er Wünsche und Bedürfnisse.

Wie du siehst, seid ihr gar nicht so verschieden, wir es oberflächlich scheint. Jeder Mensch ist einzigartig, aber auf einer tieferen Ebene sind wir uns alle sehr ähnlich.

Mit dieser grundlegenden Wertschätzung anderen Menschen gegenüber wird es dir leichter fallen, deine Vorurteile beiseitezuschieben und dich in den wahren Menschen hinter all seinen Fassaden hineinzufühlen.

Die folgenden Techniken werden dir dabei helfen, mehr Einfühlungsvermögen in dein Leben zu holen.

Viel Spaß damit.

12 Rituale für mehr Einfühlungsvermögen

1. Bewusst Verbindung aufbauen

In unserer heutigen Gesellschaft ist vielen Menschen die bewusste Beziehung zu sich verlorengegangen.

Wir sind so abgelenkt von den tausend Reizen die täglich auf uns einströmen, dass es uns schwer fällt bewusst zu sein uns uns länger auf eine Sache (bzw. einen Menschen) zu fokussieren.

Ja, das liebe Goldfischgehirn.

Es springt von einer Facebooknachricht zum nächsten Instagrambild während im Hintergrund der Fernseher läuft und wir uns nebenbei noch “unterhalten”.

Unterhalten setze ich bewusst in Anführungszeichen, denn tiefere Verbindung ist so nicht möglich. Ich sage damit übrigens nicht, dass wir uns ständig tief und die Augen schauen und über die schweren Themen des Lebens reden müssen.

Verbindung kann auch locker, leicht und spielerisch sein. Doch dafür ist deine volle Präsenz notwendig.

Triff die Entscheidung, wieder bewusster zu werden.

Entscheide dich, deinem Gegenüber wieder deine volle, ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Fokussiere ihn, richte deine Antennen auf ihn (Nein, nicht wie in einem FBI-Verhöhr), sondern ganz locker und entspannt.

Einfühlungsvermögen beobachten

2. Mehr Fokus auf das Gefühl

Wir sprechen viel zu viel und spüren zu wenig miteinander.

Sprechen ist wunderbar, doch wird es manchmal genutzt um Spannung abzubauen die besser gefühlt werden sollte.

Das schneidet unsere Gefühlsverbindung zu dem anderen Menschen ab.

Wenn unangenehme Gefühle hochkommen fangen viele Menschen an, wie ein Wasserfall zu plappern anstatt dem Fühlen kurzzeitig ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Lerne, wieder mehr zu spüren. Nimm einige kurze Atemzüge und verlange bewusst den Prozess. Komme von Hektik zur Ruhe. Spüre in deinen Körper hinein und schaue, was jetzt gerade los ist.

3. Deine Intention bewusst fassen

Oft sind wir unbewusst und kommunizieren irgendwie mit unserem Gegenüber. Wir lassen uns treiben und sind nicht besonders aufmerksam.

Wir sparen die Energie, die für ein tieferes Einlassen auf den anderen nötig ist, lieber.

Erstmal ist das angenehm. Aber langfristig schadet das der Verbindung.

Habe eine klare Intention, wann immer du mit anderen Menschen in Kontakt trittest.

Nimm dir vor, dich zu öffnen und dich einzulassen.

Nimm dir vor dich zu fokussieren. So triffst du die bewusste Entscheidung, so einfühlsam zu sein, wie du es in diesem Moment gerade kannst.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

4. Fragen an dich

Frage dich selbst während des Gesprächs immer mal wieder, wie es dem anderen jetzt gehen könnte.

  • Frage dich, was dein Gegenüber gerade wohl fühlt.
  • Denk darüber nach, was er sich gerade wüschen könnte.

Das schärft immer wieder deine Aufmerksamkeit für dein Gegenüber.

Frage das nicht nur deinen Verstand, sondern frage auch dein Gefühl. Was für Informationen sendet dir dein Unterbewusstsein? Fokussiere dich darauf und spüre.

Entwickle vor allem mehr Vertrauen für diese Signale. In unserer kopfgesteuerten Welt trauen wir diesen Impulsen weniger, als wir sollten.

Neugierig auf mehr? Dann klicke auf diesem Artikel und lerne, wie du deine Intuition schulen kannst.

5. Stell Fragen und mache Realitätschecks

Auf seine Intuition zu vertrauen ist gut. Seine Intuition bewusst zu schulen ist besser. Frage daher nach, wie es deinem Gegenüber geht.

Verlass dich auf deine Intuition, aber teste sie immer wieder, in dem du dein Gegenüber fragst, ob du richtig liegst.

  • “Ich kann mir vorstellen, dass du gerade ein wenig wütend bist.”
  • “Da war gerade der Gedanke, dass dir nicht gepasst hat, was ich gerade gesagt habe.”

6. Suche den liebenswerten Kern

Lenke deine Aufmerksamkeit von der oberflächlichen Ebene auf die darunterliegende. Begib dich auf die Suche nach dem in der Einleitung beschriebenen liebenswerten Kern.

Auch diese Suche erfordert eine klare Intention. Halte dir kurz vor einem Gespräch vor Augen, dass du an oberflächlichem Verhalten und Meinungen vorbeisehen möchtest.

Wenn du merkst, dass dich etwas an einer anderen Person nervt, fokussiere dich auf seinen tieferliegenden Kern.

Suche aktiv nach dieser Seite in dem anderen. Denke immer daran, dass ihr nicht sonderlich verschieden seid. Wenn du es schaffst, hinter diese oberflächlichen Dinge zu schauen, dann kannst du den Menschen in seiner Tiefe spüren und akzeptieren.

Das ist ein wahnsinnig intensives, schönes Gefühl und schafft Verbindung.

7. Mitgefühl und Einfühlungsvermögen in deine Meditation einbauen

Wenn du eine regelmäßige Meditationspraxis hast (was ich dir stark ans Herz lege), dann kannst du am Anfang oder am Ende deiner Session dein Mitgefühl stärken.

Informiere dich einmal über Metta Meditation.

Es konnte bewiesen werden, dass nur wenige Minuten dieser Meditationsform täglich zu mehr sozialer Verbundenheit und “einer positiveren Einstellung gegenüber anderen Personen” führt.

Sende gute Wünsche und ehrliche Wertschätzung an eine bestimmte Person oder generell an die Menschheit hinaus:

  • Möge es allen Menschen gut gehen.
  • Mögen alle Menschen entspannt und zufrieden sein.
  • Mögen alle Menschen gesund und glücklich sein.
  • Mögen alle Menschen leicht ihre Ziele erreichen.

Orientiere dich an diesen Botschaften oder entwickle welche, die sich für dich stimmig anfühlen.

8. Tägliche Rituale für mehr Einfühlungsvermögen

Es gibt wirkungsvolle Rituale, mit denen du täglich mehr Einfühlungsvermögen in dein Leben integrieren kannst.

Gewöhne dir an, morgens allen Menschen die heute deinen Weg kreuzen werden, nur das Beste zu wünschen.

Gehe vor jedem Gespräch ein Sekunde in dich und wünsche deinem Gegenüber innerlich das beste, was diese Welt für ihn bereithält.

Wenn du jemanden verabschiedest, wünsche ihm nicht nur verbal “Naja, viel Spaß dir noch…”, sondern wünsche ihm von ganzen Herzen einen wundervollen Tag und ein erfolgreiches und glückliches Leben.

Stell dir dabei kurz vor und fühle nach, wie dieser Wunsch wahr wird und der andere einen schönen Tag hat und sich darüber freut, auf dieser Erde sein zu dürfen.

Gehe für 2-3 Sekunden in diese pure Wertschätzung und sage dir: “Ja, dieser Mensch hat das wirklich verdient.”

Gucke ihm dabei in die Augen und sende ihm diese Energie. Viele Menschen scheuen sich vor diesen manchmal doch etwas stärkeren zwischenmenschlichen Energien.

Gewöhne dich daran, das ist nichts schlimmes.

9. Wertschätzung für die “anderen”

Einfühlungsvermögen anders

Wir mögen es, uns mit ähnlichen Menschen zu umgeben. Sie haben die gleichen Angewohnheiten wie wir, gehen Dinge ähnlich an und sehen die Welt durch eine Brille, die auch unsere sein könnte.

Auf andere Menschen blicken wir oft mit Verwundern oder sogar Ablehnung hinab.

Dabei übersehen wir, dass uns diese Menschen wunderbar ergänzen können.

Eine Gesellschaft floriert erst dann wirklich, wenn es verschiedene Rollen gibt und jeder Mensch seine individuellen Stärken voll zur Geltung bringen kann.

Also übe dich darin, das Anders-sein wertzuschätzen. Such dir gezielt Freude, die anders sind als du. So kannst du deinen Horziont erweitern, mehr Akzeptanz in dein Leben holen und darüber hinaus auch noch persönlich profitieren.

In Lebensbereichen, die deutlich Entwicklungspotential für dich bereithalten sind manche Menschen sicherlich schon weiter. Schotte dich nicht ab, sondern öffne dich.

10. Werte des Gegenübers Herausfinden

Werte sind unser Kompass fürs Leben. Sie bestimmen, wo es langgeht.

Daher fällt es uns viel leichter, andere Menschen zu verstehen, wenn wir ihre Werte kennen.

Ein Freund von mir möchte sich schon seit langer Zeit selbstständig machen. Da ich Menschen gerne bei diesem Vorhaben unterstütze, habe ich ihm gezeigt, wie er das tun kann.

Doch getan hat er leider viel zu wenig. Darüber habe ich mich erst ein wenig geärgert. Doch dann konnte ich akzeptieren, dass mein Freund anders tickt, als ich.

Einer seiner höchsten Werte ist es, sich entspannen zu können und keine Aufgaben und Termine zu haben.

Auch wenn diese Werte natürlich Gift für sein Business sind – ich kann sein Verhalten jetzt viel genauer nachvollziehen.

11. Die Lebensgeschichte des anderen verstehen

Außerdem weißt du niemals, was ein Mensch in seinem Leben alles schon erlebt hat. Es gibt mitunter einschneidende Erlebnisse, die und von dahin tiefgreifend prägen.

Frage deinen Gegenüber gezielt zu Momenten in seinem Leben, wo sich etwas verändert hat.

Frage ihn, woher er kommt und was ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist.

12. Versuchen, den anderen wirklich zu verstehen

“Ich verstehe dich ja, aber…” ist arrogant und trennt die Verbindung. Wie können wir behaupten, jemanden zu verstehen.

Unsere Welten unterscheiden sich teilweise gravierend. Du kannst ihm höchsten sagen “Ich versuche dich zu verstehen…” und dann nachfragen, wie er das genau gemeint hat.

“Ich habe gehört, dass du … gesagt hast, habe ich das richtig verstanden?”

So schaffst du Verbindung, erzeugst Klarheit und zeigst dem anderen, dass du dich wirklich für ihn interessierst, anstatt ihm deine Sichtweise, Bewertung und Interpretation aufdrücken zu wollen.

Wir verstehen uns ja selbst noch nicht einmal im Ansatz. Wie sollte das mit anderen Menschen anders sein?

13. Humor

Einfühlungsvermögen Humor

Gehe zu guter letzt mit einem gewissen Humor an die Sache heran. Nichts lässt dich so schnell loslassen und vergeben wie Humor.

Eine Freundin von mir ist super darin, durch Humor Ladung aus Situationen zu nehmen. Mit ein wenig Abstand betrachtet sind viele Verhaltensweisen doch irgendwie ulkig.

Lass uns uns selbst nicht zu ernst nehmen und ab und an auch mal über uns und andere (liebevoll) lachen.

Einfühlungsvermögen vs. eigene Bedürfnisse

Es ist gut und edel, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihre Wünsche und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Doch genauso wichtig wie die Bedürfnisse anderer sind deine eigenen Bedürfnisse.

Vor allem Menschen, die sehr feinfühlig und offen sind haben Schwierigkeiten damit, persönliche Grenzen zu setzen.

Sie können nicht unterscheiden was ihre Bedürfnisse sind und was ihnen von anderen übergestülpt wird.

Daher heißt es genauso, Einfühlungsvermögen für uns selbst zu entwickeln. Wie geht es dir denn im Moment? Was fühlst du? Was sind deine Impulse und Intuitionen?

Was willst du?

Frage dich auch, ob du gerade überhaupt fähig bist, dich so stark auf die andere Person einzulassen.

Oft haben wir auch genug mit uns selbst zu tun, da ist es vollkommen in Ordnung die Aufmerksamkeit mehr auf uns zu richten.

Außerdem können unsere Einfühlungsversuche dann durchaus gestellt oder unecht wirken, wenn wir uns aus Pflichtgefühl dazu zwingen.

Sich auf einen anderen Menschen so einzulassen, benötigt Energie. Wenn wir diese Energie nicht haben, dann können wir uns nicht komplett einlassen.

Das ist kein Grund zur Schande. Du kannst das deinem Gegenüber ganz simpel erklären: “Du, ich habe heute wirklich einen anstrengenden Tag gehabt und viel mit mir zu tun. Ich sehe, dass es dir gerade nicht gut geht aber habe selbst nicht die Energie, mich um dich zu kümmern.

Auch wenn es schwer vorzustellen ist, die meisten Menschen verstehen das.

Eigene Ladung erkennen

Auch wenn ich erkenne, dass in mir Abneigung oder Ladung auf mein Gegenüber vorhanden ist, sollte ich mich zuerst um mich kümmern und mit dieser Ladung umgehen, anstatt mich zu empathischen Verhalten zu zwingen.

Wenn du getriggert wirst und dich etwas nervt dann stehen die Chancen hoch, dass der andere nur der Auslöser ist. Er ist nicht schuld an deinem Gefühl. Das Gefühl ist in dir.

Gute Laune

Gute Laune zu haben heißt nicht, jeden Tag euphorisch wie ein Flummi durch die Gegend zu springen.

Für mich ist gute Laune eine grundpositive Einstellung zum Leben. Es ist eine leise, aber deutlich vernehmbare innere Freude.

Deshalb bedeutet gut gelaunt zu sein, mit sich und dem Leben zufrieden zu sein. Es bedeutet zu wissen, dass das Leben es gut mit einem meint.

Du hast Lust auf das, was dir dieses Leben bietet. Du weißt, dass du es dir einfach nur nehmen brauchst. Das erzeugt Freude in dir.

Dauerhaft gute Laune entsteht in dir.

Klar, können wir auch gut gelaunt sein, wenn unser Fußballteam nach 7 Niederlagen mal wieder einen Sieg holt.

Doch im Vergleich zu wahrer, tiefer, innerer guter Laune wirken diese Gefühle eher blass.

Gute Laune färbt ab

Ich wette du kennst auch diese eine Person.

Sie nimmt das Leben nicht zu schwer, ist positiv gestimmt und kann in jedem Menschen und jeder Situation etwas Gutes sehen.

Diese Person zieht andere Menschen magisch an. Alle wollen in ihrer Nähe sein.

Keine Kommunikationstechnik kann diese Energie dauerhaft nachahmen. Kommt sie nicht von innen, fällt diese Fasade irgendwann in sich zusammen, wie ein Kartenhaus.

Doch solch eine innere Einstellung können wir entwickeln.

Dazu müssen wir zuerst einmal verselstehen, was schlechte Laune erzeugt und uns so von guter Laune abhält.

Der Grund dauerhaft schlechter Laune

Gute Laune und schlechte Laune

Zuerst einmal: ab und an mal schlecht drauf zu sein ist vollkommen in Ordnung. Kaum ein Mensch ist immer vollends zufrieden und in sich ruhend.

Bei gelegentlicher schlechter Laune hilft es am besten, sie einfach zu akzeptieren.Dann zieht sie weiter.

Doch wenn schlechte Laune chronisch wird, sollten wir etwas tun.

Langfristige Wirkung

Es gibt eine Menge Methoden, die deine Laune kurzfristig anheben. So kannst du Musik hören, die dich in eine gute Stimmung versetzt, dich mehr bewegen, Sport treiben und mehr Lachen.

Diese Tipps haben alle ihren Sinn und auch ich benutze sie regelmäßig.

Doch wenn wir an der Ursache ansetzen wollen, dann müssen wir eine Stufe tiefer gehen.

Wir wollen aufhören, alles in den viel zu kleinen Schrank zu stopfen und so zu tun, als gäbe es die Sachen nicht.

Stattdessen räumen wir ordentlich auf.

Gedanken und Gefühle

In der Persönlichkeitsentwicklung gibt es zwei Strömungen. Die einen behaupten, Gefühle entstehen ausschließlich aus Gedanken.

Wenn wir negative Gedanken denken, dann fühlen wir uns schlecht.

Genauso gibt es Vertreter die behaupten, Gedanken entstehen aus Gedanken.

Wenn wir jahrelang Gefühle unterdrücken anstatt sie loszulassen, dann kommen sie immer wieder.

Aus diesem unterdrückten Gefühlen entstehen dann Gedanken.

Aus Angst entstehen ängstliche Gedanken und aus Wut agressive Gedanken.

Beides macht Sinn. Ich denke du wirst mir zustimmen wenn ich dir sage dass du dich nicht wirklich wohl fühlst, wenn du den ganzen Tag negative Gedanken denkst.

Genauso fällt es dir schwer an Nächstenliebe zu denken wenn in dir Wut und Agression toben.

Aus diesem Grund attackieren wir deine schlechte Laune aus zwei verschiedenen Richtungen.

Wir setzen an deinen Gefühlen und deinen Gedanken an.

Gedanken

1. Dankbarkeit und Wertschätzung

Dankbarkeit und Wertschätzung sind richtige Multitalente wenn es darum geht, gute Laune zu bekommen.

Schau dich einmal in deinem Zimmer um und frag dich, wofür du dankbar sein kannst.

Zuerst für das Zimmer an sich. Du hast ein Dach über dem Kopf und musst nicht frieren.

Viel zu schnell vergessen wir, was wir alles haben und wie gut es uns geht. Das ist nicht selbstverständlich. Für unseren heutigen Lebensstandard haben unsere Großmütter und Großväter und auch unsere Eltern sich den Allerwertesten aufgerissen.

Also sei auch ihnen dankbar, bei allen etwaigen Differenzen.

Schätze außerdem alle Dinge wert, die dir jeden Tag den Leben erleichtern. Freue dich über die U-Bahn (auch, wenn sie voll ist), sonst müsstest du zu Fuß gehen.

Wertschätze das Essen, das in deinem Kühlschrank liegt und im Überfluss vorhanden ist.

Am Ende ist es alles eine Frage des Fokus.

Schaue ich darauf, was ich habe oder darauf, was mir noch fehlt? Sobald ich zu einem großen Teil darauf schaue, was mir noch fehlt, bekomme ich schlechte Laune.

Ich lebe im Mangel.

Doch Fülle und Mangel sind nicht objektiv. Sie entstehen in deinem Kopf. Durch deinen Fokus.

Fokussiere dich also mit Dankbarkeit und Wertschätzung auf das, was du schon hast und steigere so sofort deine gute Laune.

2. Stell dir “gute Laune Fragen”

Gute Laune Unterbewusstsein

Weißt du, was unser Unterbewusstsein und google gemeinsam haben?

Ich bin mir sicher, du hast über diese Frage gerade für eine Sekunde nachgedacht.

Außerdem bin ich mir sicher, dass du eine Antwort gefunden hast. Auch wenn diese Antwort “Woher soll ich das denn wissen?” war.

Genau wie google spuckt unser Unterbewusstsein immer eine Antwort aus, wenn wir nur lange genug fragen.

Das lustige ist, dass wir sogar eine Antwort bekommen, wenn wir eigentlich gar keine Antwort haben.

Das ist so wie in Japan. Dort sollen die Menschen dich lieber in die falsche Richtung schicken, anstatt zuzugeben dass sie keine Ahnung haben (hab ich gehört).

Diese Eigenart des Gehirns können wir für uns nutzen. Wenn wir im die richtigen Fragen stellen, wird es auch mit dem richtigen “gute Laune” Antworten um die Ecke kommen.

Frage dich daher regelmäßig einige der folgenden Fragen:

  • Was läuft gerade besonders gut in meinem Leben?
  • Welche Menschen bedeuten mir wirklich viel?
  • Wer mag mich?
  • Was macht mich glücklich?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Was will ich noch alles schönes erleben?
  • Welche Aktivitäten erfüllen mir mit Freude?

Ich denke du verstehst die Herangehensweise. Falls du bei einigen dieser Fragen nicht sofort eine Antwort präsentiert bekommen solltest, frage nochmal nach.

Manchmal braucht dein Unterbewusstsein eine Weile. Aber es wird wirklich immer mit einer Antwort um die Ecke kommen.

Übe dich außerdem im Vertrauen. Nimm die Impulse ernst, die dir ins Bewusstsein kommen. Oft sind sie nicht das, was wir erwarten. Gerade diese Antworten sind wichtig. Höre sie.

3. Bewegung

Gute Laune und Bewegung

Was meinst du wie lange du mit schlechter Laune durch dein Zimmer tanzen kannst? Ich denke mal, nicht allzu lange – und wenn du lachen musst, weil du dir dabei so doof vorkommst.

Es ist erwiesen, dass Bewegung Emotionen erzeugt. Wenn wir uns wie ein Schluck Wasser in der Kurve bewegen, dann fühlen wir uns auch so. Träge und niedergeschlagen.

Wenn wir uns allerdings wie jemand bewegen, der sich gut fühlt, fühlen wir uns auch gut.

Also Brust raus, Kopf und und ein Lächeln aufsetzen.

Ich weiß, nichts fühlt sich in diesem Moment inauthentischer an. Man muss doch mal “realistisch” sein und sich nicht zum Horst machen.

Jede Faser deines Körpers wehrt sich dagegen. Das liegt daran, dass wir gerne in unseren Mustern bleiben. Sich rauszubewegen erfordert Kraft und ist für unser Überleben nicht zwingend notwendig.

Also verharren wir lieber in Schockstarre und haben weiterhin schlechte Laune.

Doch die Lösung ist nur eine Sekunde entfernt. Triff jetzt die Entscheidung aufzustehen und dich zu bewegen.

Treibe mehr Sport und arbeite an deiner Beweglichkeit. Ich habe eine ganze Zeit lang jeden morgen 2-3 energetische Lieder gehört und bin durch mein Zimmer getanzt.

Das bringt den Kreislauf in Schwung und lockert die Stimmung. Ich habe dabei wirklich losgelassen und bin meinem Körper gefolgt.

Fang beim Tanzen ganz langsam an und steigere dich rein. Lasse immer mehr los, bewege dich immer flotter.

Es beobachtet dich niemand, also kannst du dich mal so richtig schön zum Horst machen :)

4. Lerne positives Denken

Gute Laune Fokus

Zugegeben, wenn wir schlechte Laune haben fällt es nicht besonders leicht, positiv zu denken.

Unsere Gefühle ziehen uns immer wieder zurück. Deshalb ist die Grundlage für positives Denken zuerst einmal, seine Gefühle zu akzeptieren.

Wenn wir versuchen, mit positivem Denken unsere schlechten Gefühle “wegzumachen”, dann führt das zu noch mehr Leid.

Denn, wie wir später noch sehen werden, lassen sich Gefühle nicht so gerne “wegmachen”.

Wenn sie einmal akzeptiert sind, dann richtige deine Aufmerksamkeit bewusst auf die positiven Aspekte des Lebens.

In unserer Dualen Welt gibt es immer mindestens zwei Aspekte einer Sache. Wir haben die Macht zu steuern, worauf wir uns fokussieren.

Denn alles in dieser Welt ist neutral – erst unser Fokus macht es zu dem, was es für uns ist.

  • Fokussiere dich also auf deine Stärken.
  • Schaue, was alles gut läuft.
  • Konzentriere dich auf deine Erfolge, auch wenn sie noch so klein sind.
  • Erinnere dich an schöne (Erfolgs-)Erlebnisse.
  • Denke über Gründe nach, wieso du erfolgreich sein wirst.

Weitere Anregungen für positives Denken findest du übrigens in diesem Artikel über positives Denken.

Gefühle

1. Alle Gefühle annehmen

Ja ich weiß, das klingt nicht gerade einleuchtend. Wir wollen doch unsere schlechte Laune loswerden.

Doch durch Kampf oder Leugnen machen wir es nicht besser. Wieso ist das so?

Um das zu verstehen müssen wir zuerst ergründen, woher unsere schlechte Laune kommt.

Da ich ein positiver Mensch bin gehe ich davon aus, dass dieses ausgeglichene, fröhliche Gefühl der Grundzustand eines jeden Menschen ist.

Die Frage ist also: Wann und wo geht uns dieser verloren?

Im Laufe seines Lebens macht jeder Mensch Erfahrungen, die negative Gefühle erzeugen.

Das ist soweit kein Problem. Negative Gefühle ziehen natürlicherweise einfach weiter.

Problematisch wird es, wenn wir versuchen, diese schlechten Gefühle loszuwerden.

In dem Moment, in dem wir sie unterdrücken und kontrollieren wollen, wird der Keim für dauerhaft schlechte Laune gesäht.

Denn immer wenn wir unterdrücken, erreichen wir genau das Gegenteil von dem, was wir bezwecken wollen.

Die Gefühle bleiben bei uns. Noch schlimmer, sie wandern in unser Unterbewusstsein ab.

Aus diesem Grund denken wir zuerst, wir hätten gewonnen. Doch aus irgendeinem Grund kommen sie in regelmäßigen Abständen immer wieder ans Licht und machen uns das Leben schwer.

Ich gebe dir Recht: Für den Moment sind die Gefühle tatsächlich abgemildert. Wir nehmen sie nicht mehr so stark wahr.

Doch das ist so als wenn in 10 Minuten Besuch kommt und du noch schnell alle rumliegenden Sachen in deinen Schrank stopfst.

Man sieht sie zwar nicht mehr, aber sie sind auch nicht weg.

Sie zerren an dir. Irgendwann wird der Verschluss des Schrankes schlappmachen und alles liegt wieder auf dem Boden.

Jetzt kannst du die Sachen natürlich wieder kurz zusammensammeln und in den Bettkasten feuern.

Oder du nimmst dir wirklich Zeit und räumst einmal wirklich auf.

Aufzuräumen bedeutet, seine Gefühle voll und ganz zu spüren. Es bedeutet, endlich mit ihnen Frieden zu schließen anstatt gegen sie zu kämpfen.

2. Gefühle loslassen

Gute Laune Loslassen

Im nächsten Schritt können wir unsere Gefühle loslassen.

Loslassen ist eine natürliche Fähigkeit. Jeder Mensch bestitzt sie. Auch du.

Erinnere dich einmal an eine Situation, in der du stark angespannt warst. Vielleicht in der Schule, kurz bevor du eine wichtige Prüfung wiederbekommen hast.

Dein Herz klopft, dein Körper ist angespannt. Dann legt den Lehrer dir das Heft auf den Tisch. Vorsichtig öffnest du es und siehst genau die Note, die du dir gewünscht hast.

Wow, was für eine Erleichterung. Die ganze Anspannung fällt sofort von dir ab. Du spürst, wie wieder mehr Energie in dir fließen kann.

Doch außer in solchen Extremsituationen haben wir das Loslassen leider oft verlernt.

Stattdessen halten wir fest und versuchen zu kontrollieren.

Wir versuchen, die Gefühle loszuwerden. Entweder meiden wir Situationen, in denen sie ausgelöst werden (z.B. gehen wir weniger unter Leute, wenn wir uns dort unsicher fühlen oder nehmen keine Herausforderungen mehr an, wenn wir Angst zu Versagen haben).

Oder wir versuchen, andere Menschen und deren Verhalten zu kontrollieren – damit sie uns nicht verletzen.

Beides ist sehr anstrengend, kappt die Verbindung zum Flow und killt deine gute Laune.

Lerne daher, deine Gefühle loszulassen. Fühle das  Gefühl voll, lasse es bei dir sein und dann entspanne dich innerlich und gibt dem Gefühl mehr Raum.

Es wird nach einiger Zeit weiterziehen.

Selbstreflexion

In diesem Artikel lernst du, wie du effektiv Selbstreflexion betreibst.

Wer persönlich wachsen möchte, der kommt um eine gewissenhafte Auseinandersetzung mit sich selbst nicht herum.

Wenn du nicht weißt, was für Gefühle, Denkmuster, emotionale wie mentale Blockaden dich zurückhalten, kannst du dich nicht entwickeln.

Nur wenn du erkennst, welche Auslöser für dein Verhalten verantwortlich sind, kannst du effektiver handeln.

Du kannst nur dann eine Vision für dein Leben finden, wenn du weißt welche Werte für dich höchste Priorität genießen.

Selbstreflexion nimmt daher einen größeren Teil er Entwicklung an, als wir mitunter denken.

Viele unserer Muster liegen im Unterbewusstsein verborgen. Das heißt wir brauchen eine gewisse Zeit, um ihnen auf die Schliche zu kommen.

Doch die gute Nachricht lautet: Wenn wir diesen Mustern einmal erkannt haben, sind wir schon einen Großteil des Weges gegangen.

Die Vorteile ausgiebiger Selbstreflexion

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

Auch wenn dieses Sprichwort heute eher ironisch Verwendung findet, liegt ihm doch eine Menge Wahrheit zugrunde.

Lass uns deshalb in diesem Artikel zusammen auf die Reise machen, dich besser kennenzulernen.

Denn eines kann ich dir versprechen, in dir schlummern Seiten, von denen du dir nicht im Traum vorstellen kannst, dass du sie existieren.

Hätte mir jemand vor 2 Jahren gesagt, dass eine Menge Traurigkeit, Wut und Agression in mir schlummert – ich hätte ihn ausgelacht.

Doch je näher ich mir komme, desto tiefer kann ich schauen. Je mehr ich mich reflektiere, desto mehr Facetten werden mir bewusst.

Daher kann ich dir aus Erfahrung sagen:

Selbstreflektion ist nicht immer angenehm und auch nicht einfach.

Aber dieser Prozess wird sich langfristig immer für dich lohnen.  

Du wirst erfolgreicher werden. Du wirst dich selbst mehr mögen und akzeptieren. Du wirst deine Stärken stärken und besser mit deinen Schwächen umgehen.

Du wirst Ziele schneller erreichen. Außerdem wird dich nur Selbstreflexion deinen Lebensweg finden lassen. Sie lässt dich entspannter mit Menschen umgehen und eine positivere Sicht auf die Welt entwickeln.

Du wirst zu einem bewussteren Menschen der anderen wahre Wertschätzung entgegenbringen kann.

Ich hoffe das waren genug Gründe für dich, um ernsthaft an deiner Selbstreflexion zu arbeiten.

In diesem Artikel zeige ich dir, was genau du tun musst.

Los geht’s.

Was ist Selbstreflexion

Selbstreflexion Selbsterkenntnis

Selbstreflexion findet statt, wenn du deine Aufmerksamkeit auf dich richtest und dich hinterfragst.

Es ist ein Prozess des sich selbst Beobachtens.

Stell dir vor, du schiebst dir eine Pizza in den Ofen und verzichtest auf eine Eieruhr. “Ich vergesse die Pizza schon nicht.”

Nach einizger Zeit weht dir ein leicht verbrannter Geruch um die Nase. “Grillen die Nachb….oh Mist, die Pizza…”

Die erste Frage, die dir womöglich durch den Kopf schießt lautet: “Wie konnte mir das nur passieren?”

Dein Verstand hat sich sofort auf Ursachenforschung begeben. Das nennt sich Selbstreflexion.

Du schaust dich von außen mit ein wenig Abstand an und hinterfragst dein Handeln, deine Motivationen und Reaktionen.

Aus diesem auf dich zurückbesinnenden Prozesses lernst du – im Idealfall zumindest. “Beim nächsten Mal stelle ich die Eieruhr.”

Diese Fähigkeit ist es, die uns von den Tieren trennt. Diese machen eine Erfahrung und lernen daraus höchstens auf einer unbewussten, reflexhaften Ebene – niemals aber können sie sich selbst erkennen.

Diese Fähigkeiten ist dem Mensch exklusiv vorbehalten.

Selbstreflexion führt im Idealfall also dazu, dass wir nicht stumpf in allen Lebensbereichen immer wieder gegen die berühmte gläserene Decke stoßen, sondern einen cleveren Weg finden, sie zu durchbrechen.

Klarheit

Natürlich ist sie auch bei uns Menschen verschieden stark ausgeprägt. Der Blick zurück auf uns ist manchmal verzerrter, als wir das wahrhaben wollen.

Deshalb ist für wirkungsvolle Selbstreflexion eine gewisse Klarheit im Blick auf uns notwendig. Wir Menschen tun nichts lieber, als uns einen in die Tasche zu lügen und Dinge zu schönen.

Wir sind Meister darin, die Pipi-Langstrumpf-Taktik zu fahren. Wir machen uns die Welt gerne so, wie sie uns gefällt.

So müssen wir den harten Fakten erstmal nicht ins Auge schauen. Viele Menschen tendieren dazu, erst aufzuwachen, wenn sich die Tatsachen nicht mehr leugnen lassen.

Dann, wenn die fünfte Beziehung im kapitalem Rosenkrieg in die Brüche geht oder der dritte Krankenhausaufenthalt wegen Übergewicht und Zigarettenkonsum absolviert werden musste.

Die Faustregel lautet: Je eher wir uns der unangenehmen Wahrheit stellen, desto weniger unangenehmer wird sie für uns.

Den Fokus auf uns selbst richten

In einer Welt der Reizüberflutung wird eine ausgiebige Selbstbeobachtung wichtiger den je.

Während tausend Reize an uns zerren wird es gleichzeitig immer schwerer, den Fokus wieder auf sich zu richten.

Doch viele Studien konnten herausfinden, dass diese Fähigkeit nicht nur zufriedener Macht, sondern auch erfolgreicher.

Manager, die sich auch kritisch hinterfragen können, klettern im Schnitt schneller die Karriereleiter empor.

Selbstreflexion ist ein regelmäßiger Prozess

Daher ist eine eingehende Selbstreflexion nichts, was du mal eben zwischen abfrühstückst, während dein Toast im Toaster brutzelt.

Sie ist vielmehr ein Prozess, der dich dein ganzes Leben begleitet. Denn du lernst dein ganzes Leben.

Wenn du eine Sache erkannt hast, dann wartet schon die nächst tieferliegende Sache auf Erkenntnis.

Das mag für einige anstrengend klingen. Für mich ist das ein hochspannender Prozess. Je tiefer ich mich selbst kennenlerne, desto mehr akzeptiere ich mich.

Selbstreflexion benötigt Zeit

Selbstreflexion Zeit

Auch ist nicht zu erwarten, dass du dich von heute auf morgen bis aufs tiefste selbst erkennen kann.

Dein Unterbewusstsein kümmert sich gut um dich. Es lässt immer nur soviel an in dein Bewusstsein kommen, wie du bewältigen kannst – und dann ein bisschen mehr.

Deshalb gehen wir nach dem Zwiebelprinzip vor.

Ich kann dir versichern, dass darunter die nächste Schicht nur darauf wartet, von dir gesehen und gefühlt zu werden.

Nimm dir Zeit dafür. Ziehe dich zurück und denke ausgiebig über dich und dein Leben nach.

Stell dir immer dabei wieder die Fragen aus diesem Artikel. Diese Angewohnheit wird dich im Leben weit bringen. Nicht nur wirst du erfolgreicher werden. Du wirst dich auch auf einer tieferen Ebene kennen- und auch akzeptieren lernen.

Stell dir die richtigen Fragen

Die Basis jeglicher Selbstreflexion sind Fragen.

Wenn wir uns keine Fragen über uns stellen, dann bekommen wir auch keine Antworten.

Dabei kommt es ganz entscheidend auf die Qualität deiner Fragen an. Natürlich kannst du dich nach einer Niederlage fragen, wieso das immer dir passieren muss oder wieso diese Welt so unfair ist.

Auch auf diese Fragen wirst du womöglich eine Antwort bekommen. Nur wird sie dich nicht besonders weiterbringen und obendrein noch dazu führen, dass du Freude un Motivation verlierst.

Suche dir deine Fragen zur Selbstreflexion daher ganz bewusst aus. Frage die richtigen Fragen und du wirst die richtigen Antworten bekommen.

Manche Fragen brauchen etwas, bis eine Antwort erscheint. Sei geduldig. Vor allem aber Stelle die Frage mit der festen Absicht, die Antwort herauszufinden.

Sei fest entschlossen, solange weiterzusuchen, bis du die Antwort erkennst. Sei ernsthaft dabei.

Sei bereit, gerade den unangenehmen Dingenschonungslos ins Gesicht zu blicken. Das erfordert ein wenig Mut und Ausdauer, wird dich aber in Raketentempo wachsen lassen.

Vorbei sind die Zeiten, in denen du dich im Kreis drehst und nicht vorwärtskommst.

6 Fragen zur Selbstreflexion

1. Wer bin ich?

Klingt simpel, nicht wahr? Doch nur auf den ersten Blick. Denn diese Frage ist tiefgründig.

Um dir ein wenig auf die Sprünge zu helfen kannst du dir dazu folgende Fragen stellen.

  • Was macht mich als Mensch aus?
  • Was sind meine Stärken, was sind meine Schwächen?
  • Was sind meine Träume?
  • Wie möchte ich Leben?

Möchtest du noch tiefer in diese Thematik einsteigen, dann schau dir hier meinen Artikel zum Thema Wer bin ich? an.

2. Fragen zu deinem Verhalten

In deinem Leben gibt es sicherlich Situationen, in denen du dich nicht so verhältst, wie du es dir wünscht.

Vielleicht schiebst du Aufgaben ewig lange auf, anstatt sie direkt anzugehen.

Oder du reagierst immer wieder gereizt auf bestimmte Verhaltensweisen anderer Menschen.

Welche Situationen vermeidest du am liebsten obwohl du genau weißt, dass dich eine Konfrontation wachsen lassen würde?

Frage dich nach den Gründen. Gehe tiefer.

Womöglich erkennst du, dass hinter deiner Aufschieberitis eine tiefere Angst zu Versagen steckt. Wenn du Dinge nicht angehst, kannst du theoretisch nicht versagen.

Wenn du das erkennst, kannst du direkt bei der Angst ansetzen. Du kannst gucken, wie du produktiv mit ihr umgehen kannst und so deine Prokrastination in den Griff bekommen.

Genauso kannst du dich fragen, wieso es dich nervt, wenn sich jemand immer in den Vordergrund stellt. Spüre genau in dich hinein. Was für ein Gefühl erzeugt das.

Möglicherweise fühlst du dich nicht gewürdigt. Dann kannst du das deinem Gegenüber kommunzieren oder dieses Gefühl loslassen.

3. Fragen um deine Werte zu erkennen

Selbstreflexion Werte

Deine Werte sind der Kompass deines Lebens.

Sie bestimmten, wo es langgeht. Bist du dir deine Werte nicht bewusst, schlingerst du orientiereungslos durch dein Leben.

Du bist anfällig für Beeinflussung durch andere und fühlst dich haltlos. Du hast keine solide Basis, an der du dein Handeln ausrichten kannst.

Wenn du gerne erfolgreich werden möchtest, dein wichtigster Wert unbewusst jedoch Entspannung und Freizeit ist, könnte daraus ein Problem entstehen.

Deine Werte findest du heraus, indem du dich fragst, was dir in einem bestimmten Lebensbereich wichtig ist.

Wie das genau funktioniert, erfährst du in diesem Artikel über persönliche Werte.

Mache die Übungen aus diesem Artikel, und du wirst doch ganz sicher besser kennenlernen. Am besten ist es, wenn du sie schriftlich ausarbeitest.

4. Finde deine Glaubenssätze heraus

Selbstreflexion Glaubenssätze

Hast du dich jemals gefragt, was du über die Welt glaubst?

Was glaubst du über Beziehungen? Über Erfolg? Über Geld? Über andere Menschen? Über Frauen? Über Männer? Über Arbeit?

Glaubenssätze sind Gedanken, die wir oft gedacht haben.

Um genau zu sein haben wir sie so oft gedacht, dass sie in unser Unterbewusstsein abgewandert sind.

Von dort aus bestimmen sie unser tägliches Handeln weitestgehend unbemerkt.

Wenn du glaubst, dass Arbeit anstrengend sein muss und auf gar keinen Fall Spaß machen darf, dann suchst du dir höchstwahrscheinlich eine anstrengende Arbeit.

Schlimmer noch, du filterst alle Beweise aus deiner Wahrnehmung, die das Gegenteil bestätigen. So bewegst du dich in einer Realitätsblase, aus der du nur ausbrechen kannst, wenn du deinen Glaubenssätzen auf die Schliche kommst.

Stell dir mal vor, wie dein Leben aussehen würde, wenn du glaubtest, dass Arbeit Spaß machen muss und niemals langweilig oder gar stressig sein darf.

Schwer zu glauben, richtig? Glauben… :)

Aber lass dich mal kurz auf dieses Gedankenexperiment ein. Wie würde sich jemand fühlen, der aus tiefstem Herzen daran glaubt? Wie würde er handeln? Wie würde sein Arbeitsleben aussehen? Wie hoch wäre seine Zufriedenheit im Bereich Beruf?

Wie du siehst, deine Glaubenssätze formen deine Realität und damit auch dein Leben.

Also komme ihnen systematisch auf die Spur. Reflektiere über sie. Frage dich, was welche Glaubenssätze du hast und wenn du sie erkannt hast frage dich, ob sie dir nützen.

5. Fragen über deine Fähigkeiten

Wo liegen deine Stärken? Was kannst du besonders gut? In welchem Lebensbereich verfügst du über besondere Kompetenzen?

In welchen Lebensbereichen fühlst du dich sicher, in welchen unsicher?

Fragst du dich das immer wieder, wirst du selbstbewusster. Du lernst dadurch, ich auf deine Stärken zu fokussieren und besser mit deinen Schwächen umzugehen.

6. Fragen zu deinen Bedürfnissen, Wünschen und Träumen

Wenn wir kein Ziel im Leben haben, können wir noch so hektisch durch die Gegend laufen – ankommen werden wir nicht.

Klingt logisch. Doch wenn ich meine Coachingclienten und Leser frage, was genau sie vom Leben wollen, dann kommen meist nur allgemeine Floskeln dabei heraus.

  • “Ich möchte glücklich sein”
  • “Ich möche erfolgreich sein”
  • “Ich möchte mit Respekt behandelt werden”
  • “Ich möchte einen Partner, der zu mir passt (schlimmer noch, der mich glücklich macht)”

Ach wirklich? Ich meine, wer wünscht sich das nicht? Doch was diese Allgemeinplätze konkret bedeuten, wissen nur die wenigsten genau.

Was genau muss passieren, dass du wirklich glücklich bist? Wie genau fühlt sich das an?Was machst du dann? Wie verhältst du dich?

Darüber machen sich die wenigsten Menschen Gedanken.

Doch zu einer gewissenhaften Selbstreflexion gehört dazu, sich über seine Träume, Ziele, Wünsche und Bedürfnisse im Klaren zu werden.

Denn nur dann können wir sie verfolgen. Vielleicht erkennen wir auch ein unbewusstes Bedürfnis, das konträr zu einem bewussteren geht.

Beispielsweise wollen wir Anerkennung von anderen Menschen, aber gleichzeitig auch oft unsere Ruhe. Wie du dir denken kannst, sind diese beiden Bedürfnisse in manchen Situationen nicht ganz kompatibel.

Erkennst du sie, kannst du dein Verhalten viel besser verstehen und auch effektiver gestalten.

Praktische Tools und deine Selbstreflexion zu beschleunigen

Selbstreflexion benötigt Zeit. Sie benötigt Ausdauer. Wir brauchen den Willen hinzuschauen, auch wenn es mal schmerzhaft ist.

Vor allem aber brauchen wir einen klaren Blick. Wenn wir uns selbst “reflektieren”, dabei jedoch alle 2 Minuten am Smartphone kleben, ist das nicht besonders effektiv.

Außerdem fehlt vielen Menschen ein generelles Gespür für sich. Wir leben so stark in der äußeren Welt, dass uns der Kontakt zu uns verloren gegangen ist.

Wir nehmen uns nur noch diffus wahr oder und wandeln unbewusst durch unser Leben.

Deshalb zeige ich dir hier ein paar Tools, mit denen du wieder mehr mit dir in Kontakt kommst und deine Wahrnehmung für dich wieder stärken kannst.

1. Meditation

Selbstreflexion Meditation

Menschen meditieren seit tausenden von Jahren. Irgendwas muss also dran sein an dieser Technik.

Meditation bedeutet, mit dir in Stille zu gehen. Nur mit dir. Während der Meditation gibt es kein Entkommen mehr. Irgendwann musst du dich mehr auf dich fokussieren.

Natürlich nicht ohne Widerstände.

Dein Ego wird sich winden, es wird dich mit zufälligen Gedanken bombardieren. Es wird alle Register ziehen, um dich vom Sitzen in Stille abzubringen.

Keine Zeit, keine Lust, zu anstrengend. Die Liste der Ausreden ist so lang wie der Bart eines Meditationsgurus.

Doch wenn du durchhältst und regelmäßig meditierst, wirst du reich belohnt. Du wirst dich tiefer und präziser spüren.

Es gibt viele Meditationsformen. Such dir eine aus, die zu dir passt. Wie ich Meditation gelernt habe, erfährst du in diesem Artikel.

2. Schreiben

Wir kennen es alle. Wir driften schnell ab. Auf einmal sind wir in unserer Kindheit, dann wieder beim der Geburtstagsfeier in 2 Tagen und danach bei der Steuererklärung.

Aber halt, wollten wir nicht eigentlich Selbstreflexion betreiben?

Um diesen Gedankensprüngen wirkungsvoll vorzubeugen lohnt es sich, unsere Ergebnisse schriftlich zu notieren.

Als ich mit persönlicher Entwicklung angefangen habe, habe ich ein Notizbuch nach dem anderen vollgeschrieben. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Ich rate dir auch, den Großteil dieser Arbeit schriftlich zu machen.

Wenn ich unterwegs bin, dann notiere ich meine Erkenntnisse in meinem Handy und trage es dann zu Hause in mein Büchlein um.

Schreiben bringt Klarheit. Wenn wir etwas nicht klar aufschreiben können, haben wir es auch im Verstand nicht klar. Hier bietet sich eine gute Möglichkeit, tiefer nachzuforschen.

Überwinde den Widerstand und setz dich regelmäßig und in Ruhe mit Stift und Papier hin und beantworte die oben genannten Reflexionsfragen.

Lebensfreude

Hinter fast allem, was wir tun, steht der bewusste oder unbewusste Wunsch, uns danach besser zu fühlen.

Bei einer ausgiebigen Dusche nach einem dreitägigen Festival in Norwegen mag das sehr einleuchtend klingen.

Doch auch bei weniger offensichtlichen Dingen steht dieses Ziel immer in Vordergrund.

Wenn das so ist, wieso gehen wir proaktiv an unser Projekt “Lebensfreude” heran.

In diesem Artikel erfährst du simple Dinge, die du tun kannst um sofort mehr Lebensfreude in dein Leben zu holen.

Ich habe diese Dinge 3 verschiedene Sparten unterteilt – in Denken, Fühlen und Tun.

Bist du bereit? :)

Denken

1. Fokus auf positive Dinge

Wie bei einem Fotoaparat können wir uns auf die verschiedensten Dinge fokussieren. Dabei bleibt der Bildausschnitt immer der gleiche – doch was im Mittelpunkt steht, ändert sich.

Wir können beim Foto von einem Kind auf die süßen Paußbäckchen fokussieren – oder auf den Haufen Hundkot im Hintergrund.

Genauso kannst du das auch in deinem Leben tun. Entweder du fokussierst dich darauf, was gut läuft oder darauf, was schlecht läuft.

Was glaubst du, bringt mehr Lebensfreude? Jetzt könntest du natürlich sagen: “Ja aber man muss doch realistisch bleiben.”

Ohne hier zu lange ausschweifen zu wollen:

Realität ist das, was du draus machst. Sie entsteht in dir. Dein Fokus hat einen erheblichen Anteil daran.

Die Welt ist nicht gut oder schlecht. Sie ist so, wie sie ist.

Nur du allein machst sie durch deinen Fokus zu dem, was sie für dich ist.

Wenn du das nächste Mal merkst, dass wieder alles schlecht läuft und alles ganz ungerecht ist und du auf keinen Fall etwas tun kannst – halte kurz inne.

Frage dich, ob es in diesem Moment nicht etwas anderes gibt, worauf du ranzoomen willst.

2. Fokus auf das, was ich will

Wir bekommen mehr von dem, worauf wir uns in unserem Leben fokussieren.

Trotzdem fokussieren sich viele Menschen ausschließlich darauf, was sie nicht mehr wollen.

Sie wollen:

  • nicht mehr so schlecht behandelt werden.
  • ihren langweiligen Job nicht mehr machen.
  • nicht mehr immer an den falschen geraten.

Doch wenn ich dann nachfrage, was sie wollen, kommt höchstens ein unspezifisches “Naja glücklich sein.”

Das ist natürlich zu wenig. Wollen wir mehr Lebensfreude, dann müssen wir genau wissen, wie diese Lebensfreude aussieht.

Male es dir in den buntesten Farben aus. Mache die Bilder groß. Fühle, wie du dich fühlst. Schmecke, was du schmeckst. Höre, was du hörst.

Tue das regelmäßig.

Ernstens wirst du viel mehr Lebensfreude haben, weil die ganzen Horrorfilme in deinem Kopf durch eine Vision ersetzt wurden, die sich gut anfühlt.

Zweitens polst du dich so darauf, diesen Zustand dauerhaft in dein Leben zu holen.

3. Dankbarkeit

Lebensfreude Achtsamkeit

Man kann kaum einen Ratgeber aufschlagen ohne dabei über ein Kapitel zum Thema Dankbarkeit zu stolpern.

Seitdem ich regelmäßig Wertschätzung und Dankbarkeit in mein Leben integriert habe, fühle ich mich deutlich besser.

In dem Moment, in dem wir die Dinge um uns herum wertschätzen und nicht als gegeben ansehen, können wir das Leben viel mehr genießen.

Dann liegt unser Fokus nämlich auf Fülle anstatt auf Mangel. Dann sehen wir mehr, was wir schon alles haben – anstatt all die Dinge, die wir noch nicht haben.

Es wird immer Dinge geben, die du noch nicht hast (und vielleicht auch niemals haben wirst).

Du könntest theoretisch dein ganzes Leben damit verbringen nach Dingen zu suchen, die dir noch fehlen und dich dann unglücklich fühlen.

Klingt ganz nüchtern betrachtet nicht allzu clever.

Lass uns stattdessen darauf fokussieren, was wir schon haben und dafür dankbar sein.

Fühlen

1. Widerstand loslassen – Gefühle akzeptieren

Wenn es eine Sache gibt, die uns wirklich Lebensfreude und Lebensenergie raubt, dann ist das unsere Gefühle nicht zu spüren.

Zuerst macht das sogar Sinn. Wer möchte schon unangenehme Gefühle wie Wut, Trauer, Anspannung oder Angst spüren?

Da liegt nichts näher, als sich abzulenken oder für kurzfristige Erleichterung zu kleinen Mittelchen zu greifen.

Das verstehe ich zu 100%.

Doch langfristig schießen wir uns so selbst ins Bein. Denn immer, wenn wir Gefühle unterdrücken, leidet unsere Lebensfreude.

Unterdrücken ist anstrengend – es raubt Energie. Außerdem blockiert jedes unterdrückte Gefühl den Energiefluss in uns.

Wenn du dich ständig müde, träge und antriebslos fühlst dann stehen die Chancen gut, dass da einige Gefühle ein wenig mehr Aufmerksamkeit vertragen könnten.

Wie du das genau tust würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Aber ich wäre nicht ich wenn ich zu diesen Themen nicht auch schon Artikel verfasst hätte.

Hier kannst du meine Artikel zum Thema Gefühle lesen.

2. Den Drang loslassen, sich zu schützen

Sich vor dem Leben oder unangenhmen Gefühlen schützen zu wollen verpulvert mindestens genauso viel Lebensfreude, wie seine Gefühle zu unterdrücken.

  • Wenn wir uns nur noch mit Menschen treffen, die uns nicht auch kritisch begegnen, versuchen wir uns zu schützen.
  • Wenn wir einen Job machen der uns unterfordert, dann versuchen wir uns vor dem Gefühl der Unsicherheit zu schützen.
  • Wenn wir vor jeder Beziehung weglaufen bevor es ernst wird, versuchen wir uns vor dem zu schützen, was in dieser Beziehung an unangenehmen Gefühlen wachgerüttelt werden könnte.

Sobald wir versuchen, Verletzungen und Herausforderungen zu vermeiden, holen wir mehr Leid in unser Leben.

Denn in Wahrheit leiden wir dann am wenigsten, wenn wir dem Leben offen begegnen.

Wenn wir das Leben leben und Erfahrungen machen, anstatt uns zu verstecken.

Hier kann Wachstum stattfinden. Hier können wir uns entwickeln. Je mehr wir das tun, desto weniger fürchten wir uns vor dem Leben und desto mehr Lebensfreude gewinnen wir.

Tun

1. Sich um andere Kümmern – das Ego hintenanstellen

Lebensfreude um andere Kümmern

Einer meiner Mitbewohner hat es sich auf die Fahne geschrieben, das Gemeinschaft sein oberster Wert ist. Er stellt das “Wir” über das “Ich”. Auch wenn das heißt, dass er Zeit, Ressourcen und andere Dinge für andere gibt, anstatt sie für sich selbst zu nutzen.

Außerdem erwartet er für diese Taten keine Gegenleistung. Er tut es einfach.

Ich verfolge seinen Weg schon seit einiger Zeit und habe das Gefühl, seine Lebensfreude, Energie und Tatkraft wächst von Tag zu Tag. Ich kenne niemanden, der sich in so kurzer Zeit so funfamental verändert hat.

Nun musst du nicht gleich dein Hab- und Gut verkaufen und es an eine wohltätige Organisation spenden.

Aber überlege dir, wie auch du dich um andere kümmern kannst. Schaue, was du geben kannst ohne dafür etwas zu erwarten um anderen etwas gutes zu tun.

Dabei sind die Möglichkeiten unbegrenzt:

  • Gib einem Flüchtling Deutschunterricht
  • Höre jemandem wirklich zu ohne auf deine Zeit zu sprechen zu warten
  • Koche ein leckeres Essen für deine Mitbewohner
  • Hilf anderen Menschen, erfolgreich zu werden

Werde am besten selbst kreativ und schaue, wo du anderen Menschen etwas gutes tun kannst.

P.S.: Dieser Tipp wird dir eine Menge Lebensfreude geben. Aber erst in dem Moment, wo du ehrlich den Wunsch loslässt, für dein Handeln eine Gegenleistung zu bekommen.

2. Sich eine schöne Lebensumgebung schaffen

Schönheit und Ästhetik sind Ausdruck des Universums. Was? Ok, ein wenig einfacher ausgedrückt: Wenn du es dir schön machst, lebst du im Einklang mit dem Großen Ganzen.

Noch ein wenig einfacher?

Diverse Studien konnten beweisen, dass wir in einer schönen Umgebung kreativer und produktiver arbeiten, gesünder leben und so mehr Lebensfreude haben.

Also gucke auch du, wie du deine Umgebung schön gestalten kannst. Die Hauptsache ist, dass du dich wohlfühlst. Für mich ist das ein eher minimalistischer Stil.

Genauso kenne ich aber auch Menschen, die fühlen sich mit allerlei kleinen Dingen um sich herum erst pudelwohl.

Deiner Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

3. Mimik und Körperhaltung

Ich wette du kannst relativ schnell erkennen, ob ein Mensch gut oder schlecht gelaunt ist. Du liest es an seiner Mimik und Körpersprache ab.

Genauso, wie Gefühle sich auf unsere Körpersprache und Mimik auswirken, so wirkt sich unsere Körpersprache und Mimik auch auf unsere Lebensfreude aus.

Untersuchungen konnten zeigen, dass ein paar Minuten Lachen schon dazu führt, dass Glückshormone ausgeschüttet werden.

Ich weiß, wenn man gerade nicht so gut drauf ist fühlt es sich falsch und anstrengend an, einfach so dümmlich zu grinsen.

Genauso fehlt uns oft die Energie, um uns frei und ausgelassen zu bewegen.

Aber ich lade dich trotzdem ein, es einmal zu probieren. Spring über deinen Schatten. Vielleicht sogar schon beim Lesen dieser Zeilen. Na los, hoch mit den Mundwinkeln.

Ja, gut so. Noch ein bisschen mehr. Super.

Na, wie fühlst du dich? War das vielleicht ein bisschen lustig? Vielleicht musstest du auch Lachen weil du dachtest “Was für eine doofe Übung”.

Wie dem auch sei, sie hat höchstwahrscheinlich funktioniert. In dir kam die Energie ein wenig mehr zum Fließen.

Das ist alles, was wir erreichen wollen.

4. Neue Dinge Tun

Lebensfreude neues probieren

Unser Gehirn liebt es, neue Dinge auszuprobieren. Wenn wir diesen Drang nicht hätten, wäre die Menschheit heute nicht da, wo sie ist.

Trotzdem verbringen die meisten Menschen 99.5% ihrer Zeit mit den immergleichen Abläufen und Gewohnheiten.

Wieso? Weil uns Neugier systematisch aberzogen wurde. In einer Gesellschaft, in der Fehler gnadenlos bestraft werden, herrscht diese unnatürliche Angst vor dem Neuen.

Brich daraus aus. Schaue, was es in diesem Leben alles zu entdecken gibt. Schaue, wie sich das anfühlt.

Probiere viel aus.

Das ist übrigens auch einer der schnellsten Wege, deine Mission zu finden. Die fällt nämlich nicht so einfach vom Himmel, sondern will entdeckt werden.

Aber das ginge jetzt zu weit.

Mach dich auf, zeig dich dem Leben, probiere Dinge aus, lerne. Dein Gehirn wird dich mit einer Menge Glücksgefühlen und Lebensfreude belohnen.

5. Sich liebevoll behandeln

Jeder Mensch hat Fehler. Genauso hat jeder Mensch auch Stärken und Dinge, die wunderbar an ihm sind.

Leider konzentrieren sich viele Menschen nur darauf, was alles falsch an ihnen ist. Nicht nur das, sie machen sich dafür auch noch fertig.

Sie mögen sich so, wie sie sind, nicht. Das führt unweigerlich dazu, dass sie sich schlecht fühlen.

Dafür gibt es ein ganz einfaches Gegenmittel: Selbstliebe.

Wenn wir die Beziehung zu uns wieder liebevoll gestalten, dann holen wir so eine Menge Lebensfreude in unser Leben.

Wenn wir uns selbst mögen, haben wir keine Angst auf andere Menschen zuzugehen. Wir gönnen uns Glück und Erfolg. Das führt zu mehr Lebensfreude.

Probiere es aus. Sage dir für den Anfang jeden Morgen im Spiegel, dass du ein wunderbarer Mensch bist. Gucke dir dabei wirklich in die Augen. Sieh dabei hinter die Maske, sieh dabei dich.

Mache das für eine Woche jeden Morgen für 2 Minuten und bemerke die Veränderung!

6. Kontakt mit der Natur

Lebensfreude Natur

Viele von uns, mich eingeschlossen, sind Stadtmenschen. Auch wenn ich jedes mal wieder komplett geflasht bin, nachdem ich längere Zeit in der Natur verbracht habe, tue ich dies doch viel zu selten.

Doch auch der hochtechnisierte Mensch kann immer noch eine Menge Energie aus der Natur ziehen.

Ihre Kraft hat eine positive Wirkung auf uns, ob uns das bewusst ist oder nicht.

Verbringe also hin und wieder einmal Zeit in der Natur. Mache einen kleinen Spaziergang. Mache mit ein paar Freunden eine Wanderung mit Zelten.

Setz dich einmal mit einer Decke in den Wald und lausche. Lass dein Handy zu Hause und spüre wirklich einmal, was dort im Wald los ist.

7. Bewegung

Lebensfreude Bewegung

Wie wollen wir uns energiegeladen und freudvoll fühlen, wenn wir den ganzen Tag regungslos und zusammengesunken vor dem Rechner hängen.

Das wird schwer. Der Mensch ist, kaum zu glauben, nicht zum sitzen gemacht. Er ist für Bewegung ausgelegt. Springen, Gehen, Laufen.

Treibe daher regelmäßig Sport. Gehe mehr zu Fuß. Fahre Fahrrad. Mache nach dem Aufstehen 5 Minuten Gymnastik. Wenn nötig in deinem Bett. Recke dich, strecke dich und hole dabei tief Luft.

Dein Körper und deine Lebensfreude werden es dir danken.

8. mehr sozialer Kontakt

Auch wenn es in Zeiten von am Gesicht festklebenden Smartphones kaum zu glauben ist – der Mensch ist ein soziales Tier.

Ohne soziale Kontakte gehen wir ein. Dabei schlägt gerade in Deutschland eine Einsamkeitsepidemie um sich. Das kann sogar gesundheitliche Folgen haben.

Ich vermisse auf längeren Reisen immer nur eine Sache wirklich. Der Kontakt mit wirklich guten Freunden. Nur er zieht mich immer wieder nach Hause.

Deshalb sorge dafür, dass du dich oft mit Menschen umgibst, die dir gut tun. Ziehe wenn nötig in eine WG oder ein Wohnprojekt.

Wenn du nicht genug Leute kennst, dann lerne nette Menschen kennen. Jeder Mensch ist insgeheim auf de Suche nach interessanten, neuen Menschen. Mache dir das zu nutze.

Wenn du alleine wohnst dann verbringe so viel Zeit wie möglich mit anderen Menschen.

Gehe mit ihnen Essen und eranbredet euch für Hobbies.

Nicht nur steht im wirklichen Kontakt mit anderen Menschen großes Wachstum für dich bevor.

Es wird deiner Lebensfreude einen großen Boost geben.

9. gesunde Ernährung und guter Schlaf

Lebensfreude Ernährung

Wie soll es uns gut gehen, wenn unser Körper nicht genügend Zeit zur Erholung bekommt und wir ihm keine guten Energiequellen zufügen.

Wie das genau geht würde den Umfang dieses Artikels sprengen. Aber mach dich auf die Suche nach einer Ernährungsweise, die sich gut für dich anfühlt.

Ich habe vieles ausprobiert und bin momentan bei einer glutenfreien, vegetarischen Ernährung mit wenig Zucker angelangt.

Durch sie habe ich viel mehr Energie, kann mich besser fokussieren und fühle mich meistens ausgeglichen und fit.

Was für mich funktioniert, muss aber nicht für dich funktionieren. Kauf dir deshalb einige Bücher über Ernährung, mach dir ein Bild von dem Feld und probiere Dinge aus.

Du wirst es nicht bereuen.

Selbsterkenntnis

In diesem Artikel erfährst du 7 praktische Wege, um mehr Selbsterkenntnis in dein Leben zu holen.

Erst wenn wir uns selbst erkennen, können wir wachsen. Nur wenn wir wirklich hinschauen, können wir eine tiefe Beziehung zu uns selbst aufbauen.

Daher lohnt es sich, mehr Selbsterkenntnis in sein Leben zu holen.

Dadurch können wir uns viel präziser auf unsere Ziele ausrichten. Wir können nur an unseren Schwächen arbeiten und gleichzeitig unsere Stärken betonen, wenn wir diese kennen.

Nur wenn wir uns selbst erkennen, können wir Selbstbewusstsein aufbauen.

Was Selbsterkenntnis bedeutet

Selbsterkenntnis ist ein Prozess, in den wir uns bewusst und möglichst objektiv selbst beobachten und unser Verhalten hinterfragen.

Sich selbst zu erkennen heißt, sich präziser wahrzunehmen. Es bedeutet Dinge aus Licht zu holen, die womöglich unser gesamtes Leben vor uns im Verborgenen lagen.

Es heißt zu schauen, auf welche Auslöser wir besonders heftig reagieren.

Selbsterkenntnis ist ein bewusster Fokus darauf, wie wir jeden Tag fühlen, denken und handeln.

Wir entwickeln in diesem Prozess ein klareres Bild davon, wo unsere Ängste liegen, aber auch für unsere Stärken und Talente.

Was treibt mich an?

Es beeinhaltet die Frage danach, was ich wirklich im Leben will (Was möchte ich, vs. was möchten andere für mich).

Wo sabotiere ich mich selbst?

Was motiviert mich so zu handeln, wie ich handle?

Selbsterkenntnis – Bewusstheit ist der Schlüssel

Selbsterkenntnis Bewusstheit

Um dich auf einer tieferen Ebene zu verstehen und erkennen, musst du genauer hinsehen, als du es zuvor getan hast.

Fühle Gefühle, die dir vorher verborgen geblieben sind. Beobachte Gedanken, die vormals unbemerkt an dir vorbeigezogen sind.

Dafür musst du dir Zeit nehmen, in der du dich nur mit dir selbst beschäftigst.

In dieser ungestörten Zeit offenbarst du dich dir selbst ganz automatisch Schritt für Schritt.

Das ist eine schonende Methode, denn dein Unterbewusstsein wird dir immer nur so viel neues zeigen, womit du auch emotional umgehen kannst.

Sei gleichzeitig darauf eingestellt, dass sich möglicherweise Dinge zeigen, die du so nicht von dir gedacht hast. Das kann manchmal desillusionierend oder gar schmerzhaft sein.

Genau hinzuschauen erfordert Mut.

Wir könnten entdecken, dass wir uns jahrelang selbst betrogen haben. Außerdem müssen wir uns möglicherweise eingestehen, dass wir in manchen Bereichen doch nicht so glänzen, wie wir uns das lange eingeredet haben.

Am Ende steht auch ein, manchmal schmerzhaftes, Loslassen eines alten Selbstbildes.

Das kann schön sein, aber auch Widerstand erzeugen.

  • Schön ist es, wenn wir alte Limitierungen und Ängste loslassen.
  • Widerstand entsteht, wenn Illusionen platzen wie eine Seifenblase.

Genau aus diesem Grund wollen wir oft nicht so genau hinsehen. Kurzfristig fühlt es sich viel besser an, diese Illusionen aufrecht zu erhalten.

Doch das steht wahrer Selbsterkenntnis und persönlichem Wachstum im Wege.

Mach dich also auf die Reise. Erkenne dich selbst. Vertraue dabei auf den Prozess. Das, was sich dir zeigt, will gerade von dir gesehen werden.

Lasse deine Ungeduld los. Sei aber hartnäckig. Schaue immer wieder hin. Wendest du die Tipps für mehr Selbsterkenntnis aus diesem Artikel regelmäßig an, wirst du dich bald deutlich besser kennen und spüren.

Was Selbsterkenntnis bringt

Wenn der Weg zu mehr Selbsterkenntnis also manchmal langwierig, steinig und schmerzhaft werden kann – wieso sollte ich diese Strapazen auf mich nehmen?

Selbsterkenntnis führt dich zu neuen Ufern. Du kannst nur etwas verändern, wenn du es erkennst. Damit bist du schon den halben Weg gegangen.

Außerdem kannst du nur mit alten Dingen abschließen, wenn sie dir bewusst sind. Vielleicht hält dich eine unbewusste Angst seit Jahren an einem Platz in deinem Leben, an dem du eigentlich nicht sein möchtest.

Erst wenn du diese Angst erkennst, kannst du über sie hinweggehen.

Vielleicht steht seit Jahren nur ein kleiner, fieser unbewusster Glaubenssatz über Beziehungen zwischen dir und einer liebevollen und dauerhaften Partnerschaft.

Wenn du diesen nicht erkennst, wird er dich bis in alle Ewigkeit von trauter Zweisamkeit abhalten.

Durch Selbsterkenntnis stellst du die Weichen für die Zukunft. Du lässt altes los und öffnest dich für neues.

Du lernst außerdem, wer du wirklich bist (und sein willst) und kannt dein Handeln wie stärker an dieser Vision ausrichten, anstatt weiterhin planlos von links nach rechts zu treiben.

Mit dir ist nichts “kaputt”

Selbsterkenntnis kaputt

Selbsterkenntnis heißt ausdrücklich nicht, Detektiv zu werden für das, wo wir “kaputt” sind.

Sie ist vielmehr die notwendige Grundlage, damit du dich weiterentwickeln kannst.

Ich spreche hier von einer Entwicklung auf Basis von Selbstakzeptanz und in dem Wissen, dass du auf einer tiefen Eben vollkommen in Ordnung bist.

Egal, was sich dabei für etwaige Abgründe auftun – alles darf da sein. Vergiss das bei all dem Soul-Searching niemals.

Alle Gefühle, alle Verhaltensweisen, alles was du getan hast – es ist in Ordnung.

Unterdrücken – der größte Feind der Selbsterkenntnis

In unserer heutigen Welt winkt die Ablenkung hinter jeder Ecke. Das Smartphone bietet uns auf Knopfdruck Informationen, die für 10 Leben reichen.

Wir können Chatten, Essen, Sex haben, … – alles nur, um uns nicht mit uns selbst auseinandersetzen zu müssen.

Auf den ersten Blick ist das angenehm. Wir müssen uns nicht spüren – denn das kann manchmal schmerzhaft sein.

Stattdessen können wir uns ablenken, so ein bisschen hin- und herdriften und wenn wir wieder an einen Punkt kommen, wo uns das Leben etwas über uns lehren will einfach die Dosis hochfahren.

Ist diese Flucht vor der Introspektive unbewusst, schadet sie dir. Solange du darin gefangen bist, wirst du dich im Kreis drehen.

Erst, wenn du dir regelmäßig Zeit nimmst, die du bewusst nur mit dir verbringst, kann sich etwas tun.

Wege zu mehr Selbsterkenntnis

Selbsterkenntnis Weg

Es gibt hunderte Wege, sich selbst besser kennenzulernen. im Folgenden findest du einige Anregungen, wie du wieder mehr mit dir in Kontakt kommen und interessante Dinge über dich erfahren kannst.

Am Ende geht es bei Selbsterkenntnis immer um Achtsamkeit. Je feinfühliger ich für mich bin, desto mehr kann ich mich verstehen und “erfühlen”.

Die folgenden Übungen dienen dazu, deine Antennen zu kalibrieren und auf Empfang zu stellen.

Am Ende möchte ich, dass du ständig in bewusstem Kontakt mit dir stehst und in jeder Skeunde deines Lebens präsent bist mit dem, was gerade bei dir los ist.

Möchtest du noch ein wenig tiefer in die Sache einsteigen dann empfehle ich dir meinen Beitrag mit dem Thema “Wer bin ich?“.

1. Meditation – verbringe mehr Zeit in Stille

Bei der Selbsterkenntnis geht es darum, sich genauer wahrzunehmen und sich dadurch tiefer kennenzulernen.

Das funktioniert nirgends so gut, wie in Stille. Wenn wir meditieren, gibt es keine Ablenkung. Wir sind allein mit uns.

Niemand kann uns mehr helfen. Ich gebe zu, das ist ein wenig drastisch ausgedrückt, aber du verstehst was ich meine.

Verbringe regelmäßig Zeit mit dir in Stille. Ich lege dir wärmstens ans Herz, dir eine Meditationstechnik zu suchen. (Wie ich Meditation gelernt habe, kannst du hier lesen)

Genauso kannst du dir auch regelmäßig einige ungestörte Stunden nur für dich und deine Introspektive nehmen.

Wie du das am Ende machst, ist nicht so wichtig. Entscheidend ist, dass du es machst.

Wenn du alle äußeren Ablenkungen eliminierst, dann hast du irgendwann keine Chance mehr, als dich mehr zu spüren.

Du wirst mit dir selbst konfrontiert, ob du es willst, oder nicht. Was meinst du, wieso so viele Menschen nur noch mit Radio oder Fernseher einschlafen können? Richtig, sie haben Angst vor der Stille.

Sie haben Angst vor der Zeit mit sich allein.

Überwindest du diese Angst und schaust wirklich hin was dahintersteckt, lernst du dich auf einer ganz neuen Ebene kennen.

Auf einmal kommen lange nicht gefühlte Emotionen hoch. Du kommst mit deiner inneren Unruhe in Kontakt, vor der du schon so lange flüchtest.

Vielleicht fälllt dir zum ersten Mal in deinem Leben dieser rasende, innere Dialog auf, der dich in einer Tour kritisiert und Angst vor dem Leben einladen will.

Vielleicht nimmst du auch wieder Kontakt zu dieser lange unterdrückten Freude und Lust aufs Leben auf.

Wer weiß das schon?

Lade all diese Dinge ein, da sein zu dürfen. Nimm dir Zeit für sie, beobachte sie. Verdränge sie nicht, sondern spüre sie – ohne Bewertung.

2. Be(schreibe) dich

Selbsterkenntnis Schreiben

Hast du dich schon einmal gefragt, was du ein Mensch du bist? Wie würdest du dich jemandem beschreiben, den du nicht kennst?

Was macht dein Wesen aus? Was sind deine Stärken, aber auch deine Schwächen? Was für ein Charakter bist du?

Wie ist dein Verhältnis zu anderen Menschen? Was sind deine Wünsche, Bedürfnisse und Träume. Was willst du vom Leben?

Du würdest dich wundern, wie wenige Menschen sich darüber schonmal wirklich eingehende Gedanken gemacht haben. Vielleicht gehörst du ja noch dazu?

Lass uns das ändern. Am besten schriftlich. Setz dich also hin und schreibe ausführlich nieder, was für ein Mensch du bist.

Ich bin mir sicher, dass du dich dadurch fundamental neu kennenlernen wirst und ein viel genaueres Bild von dir zeichnen kannst. Dieses Bild dient dann aus Grundlage für mehr Selbstakzeptanz und Selbstliebe, aber auch für deine persönliche Entwicklung.

3. Ergründe deine Gefühle

Jeder Mensch fühlt – jeden Tag und jede Sekunde seines Lebens.

Trotzdem haben immer mehr Menschen den Kontakt zu ihren Gefühlen verloren. Sie unterdrücken ihre Gefühle – oder sie werden unkontrolliert von ihnen überwältigt und sind vollständig mit ihnen identifziert.

Beides ist nicht gesund.

Entwickle daher mehr Achtsamkeit für deine Gefühle. Nimm dir am Tag immer wieder kurze Auszeiten, um einfach nur zu spüren.

Frage dich: “Was nehme ich gerade wahr, was fühle ich?”

Ein guter Startpunkt dafür sind deine Körperempfindungen. Spüre in deinen Körper hinein und fokussiere dich auf das erste, was du wahrnimmst.

Bleib mit deiner Aufmerksamkeit einfach da. Lasse den Wunsch los, etwas zu verändern. Sei präsent mit dem, was ist.

Lasse auch den Drang gehen, das Gefühlte mit mental zu analysieren und zu verstehen. Bei Gefühlen gibt es wenig zu verstehen. Dafür umso mehr wahrzunehmen.

So entwickelst du eine klarere Wahrnehmung für dich und deine Gefühle.

Machst du dir diese Präsenz mit deinen Gefühlen zur Gewohnheit, dann wirst du klarer mit deinen Gefühlen sein.

Du wirst sie mehr akzeptieren können. Sie werden zu deinen Freunden, anstatt zum Gegner.

Irgendwann wirst du zu jeder Sekunde deines Lebens präsent mit deinen Gefühlen verbunden sein – dann kennst du dich wirklich.

4. Reflektiere deine Reaktionen

Gibt es in deinem Leben Situationen, in denen du regelmäßig an dein Limit kommst?

  • Welche Verhaltensweisen von Menschen lassen dich so richtig hochfahren?
  • In welchen Situationen wirst du unsicher und passiv?
  • Wovor hast du schon Tage vorher Angst?

Anstatt zu versuchen, dich abzulenken oder diese Situationen von vornherein zu vermeiden – stelle dich ihnen.

Rufe sie dir ins Bewusstsein und schaue sie dir ganz genau an.

Frage dich, welche Bilder dir durch den Kopf gehen. Welche Gedanken machen dir Angst? Was genau lässt dich Wut und Agression spüren?

5. Hinterfrage deine Motivation

Frage dich: “Wieso tue ich genau das in meinem Leben, was ich gerade tue?”

Wieso habe ich genau diesen Job? Wieso sind genau diese Menschen in meinem Freundeskreis?

Wieso bin ich mit genau diesem Partner zusammen (oder wieso habe ich im Moment keinen Partner?)

Wieso streite ich mich über die immer gleichen Themen? Was bewegt mich da so?

Auch aus den Antworten auf diese Fragen wirst du eine Menge über dich lernen, wenn du dir Zeit nimmst, sie ausführlich zu beantworten.

6. Wie siehst du diese Welt?

Selbsterkenntnis Welt

Frage dich außerdem, wie du diese Welt wahrnimmst. Ist diese Welt ein Platz voller Fülle, Wachstum, Freunde und Spaß?

Oder muss man ums Überleben kämpfen? Glaubst du, um selbst zu gewinnen, müssen andere verlieren?

Was denkst du über Arbeit und Geld? Gibt es Geld im Überfluss oder muss man dafür hart arbeiten?

Musst du einen Job haben, um zu überleben oder vertraust du darauf, dass das Universum für dich sorgen wird?

Sind andere Menschen grundlegend hilfsbereit, liebe- und vertrauensvoll? Oder muss man aufpassen, nicht übers Ohr gehauen oder verletzt zu werden?

Deine Glaubenssätze über die Welt sagen eine Menge über dich aus und formen dein gesamtes Weltbild.

Das verzwickte daran ist, dass wir uns nur sehr selten über unsere Glaubenssätze im Klaren sind.

Wir haben sie schon so oft gedacht, dass wir uns ihnen nicht mehr bewusst sind.

Sie sind in unser Unterbewusstsein abgewandert.

Von dort aus kontrollieren sie, wie wir diese Welt wahrnehmen und dadurch auch, ob wir mit Freude und Leichtigkeit, oder aber mit Ängsten und Schwere leben.

Selbsterkenntnis heißt, unseren Glaubenssätzen auf die Schliche zu kommen.

7. Wo lege ich mir selbst Steine in den Weg und wieso?

Das leidige Thema Selbstsabotage. Wir sabotieren uns in allen Lebensbereichen.

Regelmäßig. Unbewusst.

Schaue daher dein Leben an. Wo rennst du scheinbar immer wieder gegen eine Mauer aus Glas?

  • In deinen Beziehungen?
  • Bei deinem Job?
  • In deiner Selbstständigkeit?
  • Mit deinen Finanzen?

Wir sabotieren uns immer genau dann, sobald wir auf irgendeiner Ebene mit Erfolg mehr negative Folgen verknüpfen, als positive.

Außerdem legen wir uns dann selbst Steine in den Weg, wenn wir uns den Erfolg unbewusst nicht gönnen.

Schaue also genauer hin.

Sindes wirklich äußere Umstände, wieso dein Business nicht funktioniert? Gerätst du wirklich immer an den falschen Partner?

Ich behaupte, dass das nicht allzu oft der Fall sein wird. Spätestens wenn sich in einem Lebensbereich ein Fail an den nächsten reiht würde ich die Ohren ordentlich spitzen.

Schaue dir die tieferliegenden Gründe ganz genau an.

Vielleicht entstehen ja wie aus dem Nichts Gründe für eine Trennung, weil du Angst davor hast, dich komplett zu öffnen.

Oder das Geld rinnt dir auf unerklärliche Art und Weise sofort wieder durch die Finger, weil du Geld unterbewusst als etwas schmutziges ansiehst oder dir nicht vertraust, damit vernünfitg umgehen zu können.

Die wahren Gründe für seine Selbstsabotage sind so individuell wie wir Menschen. Schaue daher genauer hin. Gib dich nicht mit billigen Ausreden zufrieden. Grabe tiefer und erkenne so dein wahres Wesen.

P.S.: Wenn du selbstsabotierendes Verhalten entdeckst ist das kein Grund, dich dafür fertigzumachen.

Es ist vielmehr Grund zur Freude. Denn nun kannst du anfangen an den Gründen zu arbeiten anstatt noch länger ihr Opfer zu sein.

Selbsthass

Leiden wir unter Selbsthass, dann ist die Beziehung zu uns selbst bis aufs tiefste zerüttet.

Wir mögen uns so, wie wir sind nicht. Nein, wir haben eine tiefe Abneigung gegen uns.

Wir hassen die Art, wie wir uns verhalten.

Wir können nicht ausstehen, dass wir immer wieder von den gleichen Unsicherheiten aus der Bahn geworfen werden.

Wir nerven uns selbst mit unser Trantütigkeit, Schüchternheit und Faulheit.

Wir wollen anders sein, als wir sind. Wir akzeptieren uns so, wie wir sind, nicht.
Doch das muss nicht sein: In diesem Artikel wirst du erfahren, wie du Selbsthass ganz simpel überwinden kannst.
In 10 einfachen Schritten wirst du lernen, dich selbst mehr zu akzeptieren (und später zu lieben) und zu deinem eigenen besten Freund zu werden.

Klingt das gut für dich?

Dachte ich’s mir doch.

Lass uns direkt loslegen.

Wie Selbsthass entsteht

Jeder Mensch hat ein Idealbild und ein Selbstbild.

Das Idealbild beschreibt, wie wir gerne sein möchten. Beispielsweise offen, erfolgreich, mutig, selbstbewusst, empatisch und locker.

Es gibt uns eine Vorstellung davon, wie wir zu sein haben um uns mögen zu dürfen und wertvoll zu sein.

Das Selbstbild beschreibt, wie wir uns zur Zeit sehen. Vielleicht finden wir uns verschlossen, faul, schüchtern oder langweilig.

Je stärker dieses Selbstbild von dem Idealbild abweicht, desto mehr Selbsthass kann entstehen.

Es ist uns nun nicht möglich, uns so zu akzeptieren, wie wir sind. Je größer dieser Unterschied, desto weniger mögen wir uns.

Wir fühlen uns schuldig und wie ein Versager. Wir vergleichen uns mit anderen Idealbildern und hassen uns dafür, dass wir ihnen nicht ensprechen.

Das tieferliegende Problem hinter Selbsthass

Selbsthass Selbstablehnung

Aus diesen Gedanken und Gefühlen entsteht dann ein niedriges Selbstwertgefühl.

Ein hohes Selbstwertgefühl bedeutet zu wissen: “Ich bin in Ordnung so, wie ich bin.”

Selbsthass drückt sich in dem Glauben aus: “Ich muss erst etwas verändern, um in Ordnung zu sein.”

Meinstens sind diese Muster in der Kindheit oder Jugend entstanden.

So wurden wir schlecht behandelt oder mussten hören, wir können nichts und wären nichts wert.

Das führt dann dazu, dass wir uns selbst immer kritischer gegenüberstehen. Wir denken, mit uns stimme etwas nicht.

Wir fühlen sehr stark, dass wir uns unbedingt verändern müssen.

Deshalb hat die klassische Persönlichkeitsentwickelung auch so einen Erfolg. Sie verkauft dir die Illusion, du könntest glücklich werden, indem du dich veränderst.

Doch schürrt dieser Gedanke nur noch mehr Selbsthass. Denn hier werden dir weitere Ideale verkauft. Es kommen weitere Punkte auf deiner Checkliste dazu, wie du zu sein hast.

Persönliche Entwicklung ist gut, jedoch nie aus einem Mangelgefühl sich selbst gegenüber heraus, sondern immer von einem Fundament der Selbstakzeptanz.

Was du bei Selbsthass auf keinen Fall tun solltest

Daher solltest du auf keinen Fall versuchen, etwas an dir zu verändern. Schmeiß für einen Moment die ganze Selbstoptimierung und Erfolgsstreben über Bord und setz dich mit dir auseinander.

Je mehr du etwas verändern willst, desto mehr bestärkst du den glauben, dir würde etwas fehlen.

Gehe daher in die entgegengesetzte Richtung. Lerne, dich wieder mehr zu akzeptieren.

Lerne, dich so zu mögen, wie du bist.

Sich zu akzeptieren heißt nicht, aufzugeben

Das heißt übrigens nicht, dass du deine ganzen schlechten Angewohnheiten von nun an gutheißen sollst.

Du sollst sie für den Moment akzeptieren. Das ist ein großer Unterschied. Ich glaube dass Menschen mit einem hohen Selbstwertgefühl immer danach streben, die beste Version ihrer selbst zu sein.

Doch nicht aus einem Mangel heraus und in dem Denken, nur dann in Ordnung zu sein.

Sondern aus der Fülle heraus. Aus einem natürlichen Antrieb.

Das Fundament für diesen gesunden Antrieb ist Selbstakzeptanz.

Erst wenn wir alles an uns akzeptiert haben, können wir entscheiden, wie wir sein wollen. Außerdem lösen sich 90% aller “Probleme” schon in Luft auf, wenn wir wahre Selbstakzeptanz praktizieren.

Anzeichen von Selbsthass

Im folgenden liste ich dir ein paar Anzeichen von Selbsthass auf. Wenn du direkt zu mehr Selbstakzeptanz springen willst, dann klicke bitte hier.

Soziale Schwierigkeiten

Selbsthass sozial

Wenn wir uns insgeheim nicht mögen, sind wir extrem angespannt in der Gegenwart anderer Menschen.

Wir denken, wir müssten uns irgendwie anders geben, als wir sind.

Wir können uns unmöglich vorstellen dass uns jemand so mögen könnte, wie wir sind.

Kein Wunder, wir mögen uns ja selbst nicht.

Das führt dann dazu, dass wir eine Maske aufsetzen. Wir versuchen jemanden darzustellen, der wir gar nicht sind.

Auch wenn wir darin große Perfektion erreichen – andere Menschen haben eine gute Intuition.

Sie werden unterschwellig immer merken, dass wir inauthentisch sind.

Das schadet der Verbindung und es fällt uns schwer, echte Freundschaften aufzubauen.

Außerdem ist es extrem anstrengend, diese Masken aufrecht zu erhalten. Wenn du nach dem Zusammensein mit anderen Menschen oft erschöpft bist anstatt energetisiert, dann liegt das daran, dass du nicht du selbst bist.

Auch hier bringt Selbstakzeptanz wirkliche Verbindung und Entspanntheit mit anderen Menschen.

Wenn du merkst, dass Menschen dich so mögen, wie du bist, hast du viel mehr Freiheit in dein Leben geholt.

Selbstsabotage

Jemand, der unter Selbsthass leidet neigt dazu, sich selbst zu sabotieren.

Wenn wir nicht davon überzeugt sind, Glück und Erfolg zu verdienen, dann werden wir uns unbewusst immer wieder Steine in den Weg legen.

Wenn wir glauben, erst anders sein zu müssen um erfolgreich oder glücklich zu sei, wird es schwer dieses Ziel zu erreichen.

Eifersucht

Außerdem sind wir ständig neidisch und eifersüchtig auf andere Menschen. Wir glauben, dass wir nicht gut genug sind und andere uns den Partner oder die Freunde wegnehmen.

Wir glauben, wir müssten kämpfen und ganz besondere Dinge tun, damit Menschen bei uns bleiben.

Ironischerweise wird genau dieses Verhalten dazu führen, dass wir am Ende tendentiell doch verlassen werden.

Wenn wir anfangen, uns selbst zu akzeptieren mit allen Schwächen und diese auch zeigen, dann bleiben Menschen bei uns.

Klar, vielleicht sagen auch manche Menschen “Lebwohl”. Doch die richtigen werden auf Dauer bei dir bleiben, das verspreche ich dir.

Schuldgefühle

Wenn wir unter Selbsthass leiden, dann können wir uns Fehler schlecht verzeihen. Wir denken, wir wären schlecht, weil wir etwas nicht richtig gemacht haben.

Dann verurteilen wir uns für dieses Fehlverhalten. Daraus resultiert nur noch mehr Selbsthass.

Anstatt aus dem Fehler zu lernen und ihn abzuhaken hacken wir auf uns herum.

Außerdem haben wir beim nächsten Versuch drei Mal so viele Selbstzweifel. Wir entwickeln mehr und mehr Angst, zu versagen.

Denn unterbewusst wissen wir, dass wir schlecht sind, wenn wir Fehler machen. Das macht uns auf Dauer kaputt und führt zu einer Spirale nach unten.

Selbstzerstörendes Verhalten

Selbsthass Selbstzerstörung

In extremen Fällen kann Selbsthass auch zu selbstzerstörerischem Verhalten führen. Mit diesem Thema habe ich leider keine Erfahrung und auch keinerlei Kompetenz.

Wenn du merkst, dass du dir selbst körperlich Schaden zufügen möchtest oder es tust, such dir professionelle Hilfe.

Es gibt Therapeuten die auf solche Themen spezialisiert sind und dir helfen können.

Sich Hilfe zu holen ist vollkommen in Ordnung, mutig und der erste Schritt aus deiner Lage heraus.

Wieso Selbsthass oft so hartnäckig ist

Selbsthass ist oftmals so hartnäckig, weil wir uns schon so an unsere Denkweisen über so gewöhnt haben.

Wir haben die starke Überzeugung, dass wir nicht in Ordnung wären. Das Problem dabei ist, dass so der Blick für alternative Sichtweisen verstellt ist.

Das ist so, als wenn du die Welt durch ein großes Fernglas wahrnimmst. Du siehst nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit. Alles was links und rechts davon passiert, blendest du aus.

In diesem Artikel wirst du lernen, deinen Blick wieder zu weiten. Wir wollen gezielt nach Beweisen suchen, dass du vollkommen in Ordnung bist.

So legen wir die Basis für gesundes, nachhaltiges persönliches Wachstum.

Bist du bereit?

Los geht’s!

Wie du deinen Selbsthass überwinden kannst

Was ist das Gegenteil von Selbsthass? Selbstliebe!

Der Schritt von Selbsthass zu Selbstliebe ist dabei nicht so schwer, wie du womöglich gerade denkst.

Denn Selbstliebe ist kein Hexenwerk.

Es sind vielmehr simple Verhaltensweisen, die du jeden Tag im Umgang mit dir praktizierst.

Ändere mit diesem Artikel von heute an deine Gewohnheiten im Umgang mit dir selbst.

So wirst du dich bald schon viel mehr so akzeptieren können, wie du bist.

1. Sei dein bester Freund

Selbsthass bester Freund

Wie gehst du mit einem guten Freund um, wenn er einen Fehler gemacht hat?

  • Richtig, du baust ihn auf.
  • Du bist für ihn da.
  • Du redest ihm gut zu.

“Das wird alles schonwieder”, da bist du dir ganz sicher.

Schnell geht es deinem Freund dadurch besser. Jedem Menschen tut echte Zuneigung gut.

Schade nur, dass wir sie uns so selten selbst geben. Dabei kann es so einfach sein. Hier findest du einige praktische Anregungen, wie du dich wieder liebevoller behandeln kannst.

Integriere sie nach und nach in dein Leben und du wirst merken, wie du deinem Selbsthass schnell den Rücken kehren kannst.

2. Kontrolliere deinen Fokus

Menschen, die unter Selbsthass leiden, fokussieren sich oft ausschließlich auf ihre Schwächen.

Dadurch entgeht ihnen, dass sie auch viele Stärken haben.

Wenn du in einem Raum immer nur auf eine Wand achtest und die anderen 3 Wände konsequent ignorierst, dann kann an einer anderen Wand das schönste Gemälde der Welt hängen – du wirst es nicht wahrnehmen.

So ist es auch bei uns selbst.

Also, fokussiere dich auf deine Stärken. Schaue, was bei dir alles gut läuft. Frage dich: “Was kann ich besonders gut?”

Nimm dir ein leeres Blatt Papier raus und stehe nicht eher vom Schreibtisch auf, bis du nicht mindestens 50 Stärken auf diesem Blatt Papier niedergeschrieben hast.

P.S. Falls du aufgrund deines Selbsthasses glaubst, du könntest keine 50 Stärken finden, gibt dir ein wenig Zeit.

Bleib vor dem Blatt sitzen, auch wenn du nichts mehr weißt. Solange du deinen Fokus auf deine Stärken hältst, wird dir dein Unterbewusstsein liefern.

Lass dich nicht so sehr von deinem inneren Kritiker leiten. Schreibe alles auf, auch wenn es noch so kleine Sachen sind.

3. Behandle dich liebevoll

Selbsthass gut behandeln

Um sich liebevoll zu behandeln gibt es hunderte Möglichkeiten. Du kannst beispielsweise deine Zeit morgens im Badezimmer zu einer Selbstliebe-Session machen.

Fokussiere dich dazu vollkommen auf dich.

Nimm dir ein paar Minuten mehr Zeit, als sonst. Sage dir, dass du dir jetzt Zeit nimmst, um dich nur um dich zu kümmern.

Dann pflege deinen Körper so, wie es sich gut für dich anfühlt.

Creme dich ausgiebig ein. Du kannst deine Zähne mit der Intention putzen, dass du dir einen Dienst leistest und deine Zähne jetzt schön sauber machst.

Stehst du unter der Dusche, nimm dir Zeit um dich schön zu pflegen. Genieße diese Zeit.

Außerden kannst du:

  • Dir wirklich hochwertige Lebensmittel kaufen
  • Deine Wohnung gemütlich einrichten
  • Dich gut und stilvoll kleiden

4. Gönn dir regelmäßig Dinge

Außerdem kannst du dazu übergehen, dir regelmäßig gute Dinge zu gönnen. Das muss übrigens nicht teuer sein.

Fang damit an, dir kleine Dinge zu gönnen und dich dann zu steigern.

Die können auch kostenlos sein wie ein langer Spaziergang im Wald.

Viele Menschen machen anderen Geschenke um ihnen zu zeigen, dass sie ihnen viel bedeuten. Zeige dir das genauso selbst.

Du kannst auch 5-10% deines Nettogehalts auf ein Spaßkonto legen. Mach es dir zur Regel, dass du dieses Geld pro Monat ausgeben musst. Und zwar für Dinge, die dir wirklich Freude machen.

Da können ordentlich Widerstände hochkommen – mir ging es auch so. Doch es wird sich lohnen und dir mehr Selbstliebe in dein Leben holen.

Weitere Anregungen

  • Gönn dir eine Massage
  • Gönn dir ein hochwertiges Restaurant
  • Gönn dir eine Taxifahrt bei schlechtem Wetter
  • Gönn dir einen kurzen Städtetrip

Lass uns das wieder öfters zeigen und uns gute Dinge gönnen und lernen, diese auch zu genießen.

5. Investiere in dich

Wieviel wir in uns investieren zeigt an, wie wichtig wir uns sind. In unserem Leben gibt es nichts wertvolleres, als uns selbst.

Kein Investment in Aktien oder Bitcoin kann so viel Rendite bringen, als wenn du regelmäßig in dich investierst.

Bilde dich weiter. Lerne neue Fähigkeiten.

Lies regelmäßig Bücher über persönliche Entwicklung.

Buche Workshops oder Coachings.

Ich habe schon sehr sehr viel Geld für Weiterbildungen und Seminare ausgegeben. Doch am Geld alleine liegt es nicht.

Seminare, die auf Selbstkostenbasis liefen haben in meinem Leben bisher den größten Einfluss auf gehabt.

Geld ist also keine Ausrede, wir können auch sehr günstig in uns investieren.

6. Sprich liebevoll mit dir

Wie genau grübeln wir manchmal nach, wie wir Kritik an anderen richtig verpacken. Aber bei uns selbst?

Da wird geschimpft, gemeckert und kritisiert was das Zeug hält. Das passiert dann noch in einem Tonfall, bei dem selbst Horst Seehofer neidisch werden würde.

Gewöhne dir deshalb an, wieder liebevoller mit dir zu sprechen. Sei sanft in deiner Stimme.

Oft hallen in unseren Köpfen noch fiese Stimmen aus der Vergangenheit nach. Höre nicht mehr auf sie. Entscheide nun selbst, wie du mir dir sprechen willst.

So zeigst du dir jeden Tag, dass du dich magst.

7. Schaue dich regelmäßig im Spiegel an

Selbsthass Spiegel

Noch ein riesen Ding für mehr Selbstliebe. Tritt jeden Tag vor den Spiegel und schaue dir tief in die Augen.

Nimm dich wahr.

Sieh, wer da steht.

Baue einen tiefen Kontakt zu dir auf. Schaue in dich hinein und erkenne das unumstößlich gute Wesen in dir.

Du willst nichts weiter, als geliebt werden. Du willst akzeptiert werden und glücklich sein.

Entdecke den Teil tief in dir, der sich das so sehr wünscht und das so sehr verdient hat.

Sage ihm, dass du dich um ihn kümmerst und ihm genau diesen Wunsch erfüllen wirst.

Natürlich kann sich das am Anfang ein wenig merkwürdig anfühlen.

Dieser Teil wurde schon lange Zeit ignoriert. Gib ihm ein wenig Zeit, um wieder mehr zum Vorschein zu kommen. Gehe auch entspannt mit möglichen Widerständen um. Sie zeigen dir, dass du auf dem richtigen Weg bist.

8. Frage andere

Andere Menschen haben einen viel objektiveren Blick auf dich. Sie nehmen Facetten an dir wahr, die du schon ewig ausgeblendet hast.

Suche dir Menschen, denen du vertraust. Frage sie, welche Stärken sie in dir sehen und freu dich über die Antworten.

Ich bin überzeugt, dass du so einige sehr überraschende Dinge hören wirst, die sich gut anfühlen.

9. Dokumentiere deine Erfolge

Immer, wenn Menschen die unter Selbsthass leiden etwas erreichen, wird diese Leistung direkt wieder geschmälert.

“Alles nicht der Rede wert.”

oder

“Das kann ja jeder.”

Ich sage dir, es ist doch der Rede wert und es kann eben nicht jeder. Erkenne endlich deine Stärken an.

Dazu kannst du dir ein kleines Büchlein nehmen und jeden Tag notieren, was du heute für Erfolge feiern konntest. Schreibe jede Kleinigkeit auf. Schalte deinen inneren Kritiker für diese Arbeit stumm.

Nimm dir dafür mindestens 5 Minuten Zeit jeden Abend.

10. Lebe deine Träume

Selbsthass Träume

Frage dich immer wieder, wie du leben willst. Mit welchen Menschen willst du dich umgeben? Wie willst du dich fühlen? Was willst du arbeiten?

Zu Selbstliebe gehört auch, es sichwert zu sein für seine Ziele einzustehen.

Das heißt nicht, dass du morgen alles hinschmeißen sollst. Aber du solltest dir im Klaren darüber ein, was du willst.

Je öfter du daran denkst und je klarer dein Bild ist, desto eher wirst du es erreichen.

Grenzen setzen

Persönliche Grenzen sind wichtig. Sie schützen uns davor, schlecht behandelt, ausgenutzt oder über den Tisch gezogen zu werden.

Sie helfen uns, mit erhobenem Haupt durch die Welt zu gehen und uns durchzusetzen, falls das nötig sein sollte.

Grenzen sind individuell. Wo ein Mensch komplett an die Decke geht, bleibt ein anderer vollkommen entspannt.

Sie sind nicht automatisch gut oder schlecht. Sie sind zuerst einmal neutral.

Grenzen können sich sogar widersprechen. Ein Mensch findet es unangemessen, von fremden Menschen direkt angefasst zu werden.

Jemand anderers findet es unverschämt, bei der Begrüßung distanziert behandelt zu werden.

Genau aus diesem Grund bergen Grenzen Konfliktpotential. Deshalb fällt es vielen Menschen das Grenzen setzen schwer. Sie haben Angst vor Konflikten und zwischenmenschlicher Spannung.

Dann ordnen sie sich lieber unter, aus Angst anzuecken.

Doch “Ja” -sagen obwohl du es nicht willst heißt auch immer “Nein” -sagen zu dir.

Uns sind andere oft wichtiger als wir selbst. Das ist per se nicht schlecht. Hilfsbereitschaft und Offenheit gehören zu einem guten sozialen Miteinander dazu.

Leider hat chronisches Unterordnen viel mehr mit einem schlechten Selbstwertgefühl und mangelndem Selbstrespekt zu tun als mit Nächstenliebe und Selbstlosigkeit.

Was bedeutet es, Grenzen setzen zu können

Lass uns zuerst einmal klären was es bedeutet, wenn man Grenzen setzen kann.

Grenzen zu setzen heißt, “Nein” oder “Stop” sagen zu können.

Es bedeutet, deine Werte zu kennen und für sie einzustehen.

Es bedeutet, dass du ein klares Bild davon hast, was Menschen mit dir machen dürfen und was nicht – und dass auch durchsetzt.

Es heißt genau zu wissen, was du bereit bist für andere zu tun, und was nicht.

Doch genau das fällt vielen Menschen aus den folgenden Gründen leider viel schwerer als es müsste.

Wieso wir keine Grenzen setzen können

1. Angst vor Ablehnung

Grenzen setzen Angst vor Ablehnung

Wir Menschen sind Rudeltiere. Soziale Einbindung ist für uns lebensnotwenig. Aus diesem Grund haben wir großen Schiss davor, von der Gruppe verstoßen zu werden.

In früheren Zeiten hätte das den Tod bedeutet.

Deshalb sind wir in sozialen Situationen oft vorsichtig. Wir stecken oft lieber zurück, als dass uns jemand nicht mehr mag.

Wir wollen von anderen nicht als egoistisch, gemein oder rücksichtslos bezichtigt werden.

Wir haben Angst, dass sie uns nicht mehr mögen. Doch heute ist aus der Gruppe ausgestoßen zu werden nicht mehr lebensgefährlich.

Das Gegenteil ist oft der Fall.

Wenn wir souverän und ruhig Grenzen setzen, führt das zu mehr Stabilität in der Gruppe.

Unterschwellige Konflikte können so erst gar nicht entstehen und die Atmosphäre vergiften.

2. Angst vor Konflikten

Doch in der heutigen Gesellschaft werden Konflikte als etwas grundsätzliches negatives angesehen.

Konflikten sollte besser aus dem Weg gegangen werden.

Sie werden als unangenehm oder gar gefährlich wahrgenommen. Wir sind eher bereit, Demütigungen zu “schlucken” oder Ausnutzen zu akzeptieren, als für unsere Grenzen einzustehen und so einen Konflikt zu riskieren.

Auch wenn wir immer einen Grund finden, uns dieses Verhalten schönzureden – unser Unterbewusstsein betrügen wir nicht.

Es registiert jede noch so kleine Inkongruenz. Innerlich baut sich so Spannung auf. Unser Selbstwertgefühl nimmt schaden.

Außerdem zieht es uns Energie ab, denn die Demütigung kreist noch wochenlang in unserem Bewusstsein umher.

Zum anderen ist ein vernünftiger Umgang mit der “Gegenseite” kaum mehr möglich. In uns ist solch eine Ladung präsent, dass wir entweder in die Luft gehen oder diese Person aus Angst meiden.

Manchmal kommt es dann wegen den größten Kleinigkeiten zum Eklat. Wir rasten völlig überzogen aus und schaden uns und der Beziehung zu unserem Gegenüber mehr, als dass wir damit irgendetwas klären.

Hätten wir direkt eine Grenze gesetzt, hätten wir zwar einen Konflikt riskiert. Dieser wäre aber deutlich weniger dramatisch gewesen, als die aufgeladene Situation, in der wir uns jetzt befinden.

Kleiner Hinweis: Immer, wenn du dich bei jemandem über andere beschwerst, ist dort Ladung auf diese Personen. Frage dich, wo hat diese Person eine Grenze von dir übertreten. Dann nimm all deinen Mut zusammen und kommuniziere es dieser Person.

3. Der Drang gefallen zu wollen

Wenn wir allen alles Recht machen wollen, dann wollen wir anderen gefallen.

Wir haben Angst davor, dass jemand schlecht über uns redet. Wir wollen verhindern dass Menschen denken wir wären faul, egoistisch oder rücksichtslos.

Wir wollen Anerkennung.

Diese Sucht nach Anerkennung resultiert aus einem schlechten Selbstwertgefühl. Wir wollen immer dann Bestigung von Außen, wenn wir sie uns selbst nicht geben können.

Weil wir denken, wir wären wenig wert. Wir glauben, wir müssten diesen Wert immer wieder beweisen.

Übrigens, wie wichtig können wir unsere Grenzen überhaupt nehmen, wenn wir denken wir wären weniger wert?

So reden wir allen nach dem Mund und vermeiden Grenzkonflikte. Hier fahren wir ein viel zu großes Risiko, abgelehnt zu werden.

Auf lange Sicht schaden wir uns und der Beziehung zu anderen. Außerdem ordnen wir uns immer weiter unter. So wollen wir immer mehr gefallen und haben immer mehr Schwierigkeiten, unsere Grenzen zu wahren.

Wie du lernen kannst, Grenzen zu setzen

1. Ein hohes Selbstwertgefühl als Grundlage

Um konsequent Grenzen zu setzen und für sie einzustehen, musst du von deinem Wert als Mensch überzeugt sein.

Du musst innerlich ganz klar wissen, dass deine Grenzen schützenswert und wichtig sind.

Sei der wichtigste Mensch in deinem Leben.

Das hat nichts mit Egoismus zu tun. Wer zu selbstlos ist und sich für andere aufgibt, schadet sich selbst dabei.

Damit du dich ehrlich und ohne falsches Pflichtgefühl liebevoll um andere kümmern musst, musst du dich erstmal um dich selbst kümmern.

Wenn du das nicht vorher tust, ist keine Kommunikation auf Augenhöhe möglich. Du wirst helfen, weil du denkst man müsste anderen helfen, nicht weil du es wirklich willst.

2. Werde dir deiner Grenzen bewusst

Grenzen setzen Werte

Um aufrichtig für deine Grenzen einstehen zu können musst du sie zuerst kennen.

Klingt logisch?

Ich bin mir sicher dass eine Menge Menschen sich noch nie bewusst Gedanken über ihre Grenzen gemacht haben.

Wir sind uns über viele unserer Grenzen nicht bewusst. Doch wenn sie überschritten werden, bekommen wir das garantiert mit.

Sofort macht sich ein unangenehmes Gefühl ins uns breit. Wir werden angespannt. Wut oder auch Verzweifelung stellen sich ein.

2.1 Fragen, um deine Grenzen kennenzulernen

Um deine persönlichen Grenzen herauszufinden, frage dich:

  • Wann hattest du das letzte Mal das Gefühl, dich verteidigen zu müssen?
  • Wann hast du das letzte Mal bereut etwas getan zu haben, was du eigentlich nicht tun wolltest?
  • Über welches Verhalten eines Menschen hast du dich das letzte Mal bei jemand anderem beschwert?

Solche und ähnliche Fragen geben einen Hinweis auf deine Grenzen. Sie herauszufinden ist der erste Schritt, um für sie einzustehen. Um einen Schritt tiefer zu gehen, frage dich:

  • Was sind deine Werte und Überzeugungen?

2.2 Werte und Überzeugungen

Wie deine Grenzen aussehen ist eng mit deinen Werten gekoppelt. Wie eingangs schon beschrieben sind Grenzen individuell.

Wenn Privatsphäre ein hoher Wert von dir ist, übertritt jemand deine Grenze, wenn er dich unangemeldet besuchen kommt. Wenn dir Geselligkeit wichtiger ist, wirst du dich darüber freuen.

Im zweiten Fall wurde keine Grenze wurde übertreten, im ersten schon. Frage dich also, was deine Werte sind.

  • Was ist dir wichtig im Leben?
  • Was würde mir fehlen?
  • Was will ich in der Welt ändern?
  • Was sollten Menschen öfters tun?

Diese Fragen geben dir einen guten Eindruck davon, was deine Werte sind. Wenn sie verletzt werden, übertreten Menschen eine deiner Grenzen.

2.3 Wo und wann werden deine Grenzen missachtet

Finde im nächsten Schritt heraus, in welchen Situationen du ausgenutzt wirst. So erkennst du die Bereiche, in denen am dringendsten gehandelt werden muss.

Frage dich dazu:

  • Wie sah die Situation aus?
  • Welche Gefühle hast du?
  • Wovor hattest du Angst?
  • Was hast du gedacht?
  • Was war der Auslöser?
  • Welche negativen Folgen hattest du im Kopf?

2.4 Lass die belastenden Emotionen los

Grenzen setzen Loslassen

Wenn Menschen jahrelang Grenzüberschreitungen tolerieren, dann kann sich eine Menge Ladung aufstauen.

Wenn du nach einem Artikel über Grenzen setzen suchst dann kann ich mir vorstellen, dass du die Nase ganz gut voll hast. Vielleicht bist du wütend oder enttäuscht.

Wenn wir anfangen, mehr Grenzen zu setzen, dann reagieren wir am Anfang oftmals über.

Wir suchen Konfrontation mit jedem oder hauen generell erstmal ein hartes “NEIN” raus.

Aus Wut oder Unsicherheit schießen wir über das Ziel hinaus.

Damit machen wir uns im besten Falle ein wenig lächerlich, im schlimmsten richten wir zwischenmenschlich großen Schaden an.

Ich verstehe dich: Du willst etwas ändern und nicht mehr alles mit dir machen lassen. Das ist sehr mutig und wird dein Leben verändern.

Sei dir trotzdem dieser Ladung bewusst. Schaue, ob starke Emotionen in dir brodeln und lasse sie vorher los (Wie das geht erfährst du in meinem Artikel über das Loslassen).

3. Das wichtigste Mindset um Grenzen zu setzen

Gehe immer davon aus, dass andere Menschen nicht von grundauf böse sind. Sie sind oft auch unbewusst. Niemand ist perfekt.

Viele suchen einen einfachen Weg für ihr Leben.

Immerhin hast du es ihnen mit deinem Verhalten auch sehr leicht gemacht. Natürlich dient das nicht als Entschuldigung, aber habe Nachsicht.

Mit diesem Mindset verhinderst du, dass du anderen vorschnell grobe Vorwürfe machst (und diese im schlimmsten Fall noch nicht einmal aussprichst) und so eure Beziehung vergiftest.

Jeder Mensch versucht, glücklich zu sein.

Gleichzeitig ist niemand perfekt. Deshalb sind die Versuche mancher Menschen sicherlich nicht optimal.Zeige daher Mitgefühl, auch wenn es schwer ist.

Aus diesem Mindset lassen sich Grenzen dann auch viel souveräner setzen.

4. Kommuniziere angemessen

Wenn jemand jahrelang Demütigungen geschluckt hat und systematisch ausgenutzt wurde, kann das erste Grenzen setzen ein wenig holprig sein.

Vielleicht agiert er noch ein wenig zu zhaghaft oder schießt schroff über sein Ziel hinaus.

Kommuniziere daher freundlich aber bestimmt.

Die meisten Menschen respektieren deine Grenzen, wenn du sie ihnen freundlich zeigst.

Auch wenn du Mitgefühl zeigst und dem anderen signalisierst, dass du ihr Bedürfnis respektierst, kannst du viele Situationen entschärfen.

Dein Gegenüber wird dann genauso Verständnis für deine Grenze aufbringen und ihr werdet gemeinsam eine Lösung finden, die für beide angemessen ist.>

5. Kommuniziere klar anstatt rumeiern

Grenzen setzen Kommunikation

Klare Grenzen machen es einfach, sie zu respektieren. Wenn niemand so genau weiß, was er sich bei dir leisten kann und was nicht, werden deine Grenzen viel leichter aus Versehen übertreten.

Mache also unaufgeregt aber deutlich klar, was geht und was nicht geht. Im besten Falle schon bevor eine Situation aus dem Ruder läuft.

Mache es dir zur Regel, dass du ein Thema spätestens dann ansprichst, wenn es dich 3x genervt hat. So kannst du verhindern, dass du dich über die Zeit so reinsteigerst, dass aus lauter angestauter Wut keine neutrale Kommunikation mehr möglich ist.

6. Fange klein an

Fange beim Grenzen setzen klein an. Suche dir zum Anfang Situationen, die dich nicht direkt auf 180 bringen.

Es sollte sich bei diesen Situationen nicht allzu viel Wut angestaut haben.

7. Ein Teil-Nein tut es auch

Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Du musst nicht immer mit der Faust auf den Tisch hauen und alle Brücken hinter dir abbrechen.

Manchmal kann auch ein Teil-Nein reichen. Mal angenommen, jemand fragt dich ständig, ob du ihm helfen möchtest. Diese Person ist dir wichtig und du möchtest helfen, musst dafür aber deine eigenen Ziele zurückschrauben.

Eine Möglichkeit wäre nun dieser Person einen festen Zeitrahmen zu stecken. Du sagst ihr dass du ihr gerne hilfst, aber nach 30 Minuten wieder zu deinen Aufgaben zurückkehren musst.

8. Stehe zu deiner Grenze

Einige Menschen werden versuchen, auf die Tränendrüse zu drücken. Vor allem dann, wenn sie sich schon lange auf dich verlassen haben.

Vielleicht drohen sie dir auch. Sie deuten an, dass sie den Kontakt mit dir abbrechen wollen oder ganz schrecklich doll enttäuscht von dir sind.

Lass dich nicht erpessen oder unter Druck setzen. Stehe zu deiner Grenze. Wenn du dir sicher bist, dass du etwas nicht tun willst, dann halte auch diesen Sturm aus.

Es wird sich lohnen und dich selbstbestimmter und selbstbewusster machen.

Mögliche Negative Folgen von Grenzen

Zu enge Grenzen können sich auch negativ auf unser Leben auswirken. Grenzen sollten nicht dazu führen, dass wir einen riesigen Schutzwall um uns aufbauen.

Dann vereinsamen wir schnell aus Angst, dass uns jemand verletzt oder betrügt.

Schaue daher auch, wie dich Grenzen möglicherweise einschränken. Es bringt nichts, angespannt und kampfbereit durch das Leben zu hetzen in ständiger Angst, jemand könnte unsere Grenzen verletzen.

Unser Ziel ist es, deutlich aber liebevoll und entspannt Grenzen zu setzen.

Nichts ist in Stein gemeißelt

Grenzen setzen Zeitrahmen

Grenzen sind nicht in Stein gemeißelt.

Es gibt immer die Möglichkeit, die eigenen Grenzen aufzuweichen. Du kannst dich jederzeit dazu entscheiden, nachsichtig zu sein.

Achte dabei aber immer darauf, dass du es tust, weil du es willst, nicht weil jemand anderes dich emotional unter Druck gesetzt hat.

Minderwertigkeitskomplexe

In diesem Artikel wirst du lernen, wie du deine Minderwertigkeitskomplexe überwinden kannst.

Zuallererst möchte ich dir Mut zusprechen: Du bist mit diesen Gefühlen nicht so alleine, wie du dich vielleicht fühlst.

Fast jeder Mensch ist irgendwo davon betroffen und viele Menschen konnten sich bisher davon befreien.

Wie auch du das schaffen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Kennst du auch diese Selbstzweifel?

  • Bin ich überhaupt wertvoll?
  • Wieso sollte mich jemand mögen?
  • Ich sehe häßlicher aus, als alle anderen.
  • Ich bin nicht schlau genug.

Die Grundannahme hinter all diesen Minderwertigkeitskomplexen lautet:

“So, wie ich bin, bin ich nicht gut genug.”

Unser innerer Kritiker mäkelt jeden Tag an uns herum. Er will uns verklickern, dass wir uns erst verändern müssen, um wertvoll, liebenswert, erfolgreich sein zu dürfen.

Die Ursasche aller Minderwertigkeitskomplexe

Minderwertigkeitskomplexe Kindheit

Die Ursache all dieser Probleme ist ein schwaches Selbstwertgefühl.

Deshalb haben wir eine vornehmlich negative Sicht auf uns selbst. Sie ist vor allem in unserer Kindheit und Jugend entstanden.

Während dieser Phase sind wir sehr offen und formbar. Wenn wir in dieser Zeit nur Zuneigung erhalten, wenn wir uns benehmen, gute Noten schreiben und nicht negativ auffallen, dann ist Liebe an Bedingungen geknüpft.

Wenn wir alles erfüllen wird unser Grundbedürfnis nach Zuwendung und Liebe erfüllt. Wenn nicht, dann nicht.

Diese Muster wirken noch weit in unsere Erwachsenenzeit hinein. Auch wenn wir uns schon längst um uns selbst kümmern können glauben wir immer noch, Leisten zu müssen um genug zu sein.

Auswirkung ausgeprägter Minderwertigkeitsgefühle

Diese Muster haben sich so sehr in uns festgesetzt, dass wir ihnen unbesehen Glauben.

Sie erzeugen dadurch eine ganze Menge Stress, weil wir diese “Makel” verstecken wollen.

Unsere Lebensqualität leidet. So können wir nicht mehr locker mit anderen Menschen sein, machen Flüchtigkeitsfehler und werden oft scheinbar ohne Grund rot.

Außerdem fühlen wir uns oft gekränkt, denn wir sind hypersensibel und verstehen jede kleinste Äußerung von anderen als herbe Kritik an uns selbst.

Wir sehen immer die negative Seite einer Situation und meinen, die Welt kontrollieren zu müssen.

Minderwertigkeitskomplexe und Selbstvertrauen

Außerdem trauen wir uns wenig zu. Wir bleiben lieber in unserem Schneckenhaus. Hier kann immerhin niemand sehen, wenn wir Scheitern.

Wenn wir mit fremden Menschen sprechen, fühlen wir uns oft unterlegen und verspüren den Drang, uns zu beweisen. Außerdem sehen wir ständig Anzeichen dafür, dass andere uns nicht mögen oder vielleicht sogar etwas Böses wollen.

Oder wir sind süchtig nach Anerkennung von anderen. Ständig müssen wir erzählen, was wir alles können und wie toll wir sind – obwohl wir selbst gar nicht so wirklich davon überzeugt sind.

Wir können keine Komplimente annehmen und verkaufen uns stehts exorbitant unter Wert.

Wenn jemand uns lobt, dann relativieren wir das Lob direkt. Über Erfolge können wir uns nicht freuen und die kleinsten Misserfolge versetzen uns in tagelange schlechte Laune und Selbstkritik.

All das bestärkt am Ende nur wieder unsere Annahme, wir sein minderwertig und nicht in Ordnung so, wie wir sind.

Mehr zum Thema Selbstvertrauen gibts übrigens hier.

9 Wege, deine Minderwertigkeitskomplexe zu überwinden

Wollen wir unsere Minderwertigkeitskomplexe überwinden, müssen wir eine entscheidende Änderung in unserem Denken vornehmen.

Wir müssen verstehen, dass es keine minderwertigen Menschen gibt. Klar, jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen.

Jedoch ist jeder in seinem Kern unumstößlich gut. Daran kann nichts etwas ändern.

Das heißt nicht, dass du nicht an deinen Schwächen arbeiten sollst. Ganz im Gegenteil. Ein Mensch, der sich selbst liebt, wird sich darum kümmern, die beste Version seiner selbst zu werden.

Trotzdem ist der erste Schritt, um Minderwertigkeitskomplexe zu überwinden, sich voll und ganz zu akzeptieren.

Selbstakzeptanz ist die Grundlage für gesundes persönliches Wachstum.

1. Minderwertigkeit existiert nur in deinem Kopf

Wenn es keine mehr oder weniger wertvollen Menschen gibt dann heißt dass, Minderwertigkeit entsteht nur in deinem Kopf.

Alles hängt mit deiner Bewertung zusammen. Von deinen Bewertungen über dich und deine Fähigkeiten.

Da Bewertungen pure Gedankenkonstruktionen sind, können wir Einfluss auf sie nehmen. In den folgenden Übungen zeige ich dir, wie du das machst.

2. STOP-Schild für das Gedankenkaroussell

Minderwertigkeitskomplexe Stop

Immer, wenn du dir selbstabwertender Gedanken bewusst wirst, sage STOP.

Solche Gedanken haben nur so immense Macht über uns, weil wir sie lassen.

Wenn wir ihnen erlauben, sich in stundenlang über unsere Minderwertigkeit auszulassen dann ist es kein Wunder, dass wir uns hinterher schlecht fühlen.

Das kennst du bestimmt auch. Du sitzt da und die Gedanken werden immer fieser und fieser. Sie ziehen dich hinunter. Das können sie aber nur machen, weil du sie lässt.

Das ist übrigens kein Kampf gegen deine Gedanken. Es ist Bewusstwerdung. Du sollst diese Gedanken nicht mundtot machen wollen.

Deine einzige Aufgabe ist es, sie zu bemerken. Denn sobald sie unbemerkt ihr Unwesen treiben können, wirken sie wirklich fatal.

Durch das Licht deiner Bewusstheit werden sie zum zahnlosen Tiger. Bemerke sie also immer wieder und sage STOP. Nicht, damit sie nicht mehr plappern, sondern damit du bewusst dabei bist und sie bemerkst.

So entziehst du ihnen am Ende die Macht über dich.

3. Den Gedanken auf den Zahn fühlen

Um unsere Gedanken über uns nun schrittweise in positivere Gedanken zu verwandeln ist es nötig, sie zuerst in Frage zu stellen.

Nehmen wir ihnen alles ab, was sie so erzählen, dann fallen wir immer tiefer in diese Gedanken hinein.

Dies alles führt letztendlich dazu, dass wir unsere Umwelt nur noch nach Beweisen absuchen, die unsere Annahme bestätigen, dass wir tatsächlich minderwertig sind.

Beispiele, die eventuell das Gegenteil beweisen, nehmen wir schlicht nicht mehr wahr.

Das ist wirklich krass, denn in dem Moment, wo wir nicht aktiv nach ihnen suchen, existieren sie für uns tatsächlich nicht.

4. Stell dir die richtigen Fragen

Minderwertigkeitskomplexe Kopf

Stell diese Annahmen dann vorsichtig in Frage.

Frage dich:“Was wäre, wenn das gar nicht stimmt?”

Und dann mach dich aktiv auf die Suche nach Beweisen für das Gegenteil: “Gab es schonmal eine Situation, in der ich bei anderen Menschen gut angekommen bin?

“Habe ich in meinem Leben wirklich immer Fehler gemacht?”

Gib dir ein bisschen Zeit. Ich bin mir sicher, dass du bald die ersten, vielleicht noch etwas schüchternen Antworten bekommen wirst. Am Anfang wäre es möglich, dass du ihnen nicht so recht trauen willst.

“Kann das wirklich sein?”

Erlaube dir, diesen Stimmen zu glauben. Mache es dir zur Gewohnheit. Das ist der erste Schritt zu mehr Selbstwertgefühl.

5. Ändere deinen Fokus

Wenn du einmal erkannt hast, wenn die Gedanken so richtig loslegen, entscheide dich bewusst, worauf du dich fokussieren willst.

Wenn du die Gedanken lässt, fokussieren sie sich auf negative Dinge. Das tun sie, weil sie es in deiner Kindheit gelernt haben.

Sie laufen auf Autopilot. Das muss nicht sein. Du kannst bewusst entscheiden, worauf du dich fokussieren willst.

Wie funktioniert das mit dem Fokus?

Stell dir die richtigen Fragen. Wenn du unter Minderwertigkeitskomplexen leidest, dann stellst du dir die falschen fragen.

Wenn ich raten müsste würde ich vermuten, dass du dich Dinge fragst wie:

“Wieso muss ich immer so viele Fehler machen?

oder

“Warum mögen mich so wenige Menschen?”

oder

“Wieso muss ich nur so schlimm aussehen heute?”

Unser Unterbewusstsein agiert dabei ähnlich wie google. Du stellst ihm eine Frage und er spuckt dir eine Antwort aus.

Google würde dir auch nicht sagen: “Was für selbstabwertende Fragen stellst du mir denn hier?”

Nein. Es spuckt dir einfach eine Antwort aus. Genauso funktioniert dein Unterbewusstsein. Wenn du ihm solche Fragen stellst, gibt es dir Antworten. Dann wirst du hören “Weil du dumm bist und nichts drauf hast” und “Weil du langweilig und humorlos bist.”

Also stell dir von heute ab bessere Fragen.

Frage dich:

“Was ist alles liebenswert an mir?

“Was sind meine Stärken?”

“Was mögen die Menschen an mir”

“…”

Frage dich das oft genug ernsthaft und du wirst Antworten bekommen. Antworten, die sich gut anfühlen und dein Selbstwertgefühl stärken.

Das kann sich möglicherweise am Anfang ein wenig komisch anfühlen. Kein Problem. Das liegt nur daran, dass du etwas neues, ungewohntes tust. Bleibe ein wenig dran und schon bald werden diese Fragen zu deiner neuen Natur.

Minderwertigkeitskomplexe Fokus

6. Senke deine Anforderungen an dich selbst

Wir Menschen haben ein genaues Konzept davon im Kopf, wie wir zu sein haben, damit wir “gut genug” sind.

Bei Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen liegt diese mentale Messlatte oftmals sehr hoch.

So hoch, dass sie nur jeden hundersten Versuch zu überspringen ist. Das Problem ist, dass viele Menschen denken, sie könnte nicht selbst bestimmen, wie hoch die Latte liegt.

Dann hetzen sie ihr ganzes Leben übertriebenen Idealen hinterher und fühlen sich schlecht, wenn diesen so oft nicht entsprechen können.

Es gibt da draußen tatsächlich Menschen, für die ist das einzige Kriterium um glücklich und zufrieden zu sein, dass sie atmen.

“Wenn ich atme, ist alles in Ordnung. Dann ist der Tag ein guter Tag.”

Klingt verrückt? Stimmt. Das ist zugegebnermaßen ein wenig extrem. Doch ich glaube, du verstehst das Konzept dahinter.

Frage dich einmal, wo in den verschiedenen Lebensbereichen deine Messlatte gerade hängt.

Ist es wirklich nötig, mit anderen Menschen immer lustig und unterhaltsam zu sein?

Musst du deine Aufgaben wirklich immer vollkommen fehlerfrei und in rekordzeit bewältigen?

Je mehr Beschränkungen wir uns auferlegen, desto unentspannter sind wir. Wenn du in einer lockeren Runde ständig einen mentalen Haken an 10 “Coolness-Checkboxen” machen musst, wie stressig ist das?

Kanst du so locker sein? Nein, du hast ständig Angst, ein Sache falsch zu machen. Das willst du unbedingt vermeiden und bist daher angespannt.

Setzt du deine Anforderungen herunter, wirst du lockerer. Es gibt nichts zu erreichen. Du kannst einfach du selbst sein und die Zeit genießen.

7. Gib dir selbst, was du dir von anderen wünschst

Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen brauchen viel Bestätigung von Außen. Sie geben sich selbst wenig Wert und hoffen, dass andere es für sie tun.

Doch das hieße ja, dass andere mehr Macht über dich haben, als du selbst.

Wenn sie sich erbamen und dir Bestätigung geben, kannst du dich gut fühlen. Wenn nicht, dann fühlst du dich minderwertig.

Das macht keinen Sinn. Wir können uns nämlich immer gut und wertvoll fühlen wenn wir lernen, uns Anerkennung selbst zu geben.

Der erste Schritt dazu ist zu lernen, dir wieder selbst die Erlaubnis zu geben.

Gib dir die Erlaubnis:

  • Das zu sagen, was du sagen willst
  • Das zu tun, was du tun willst
  • Das zu fühlen, was du gerade fühlst
  • So zu sein, wie du bist
  • Das zu mögen, was du magst
  • So auszusehen, wie du aussiehst
  • Die Entscheidung zu treffen, die du treffen willst
  • Zu der Meinung stehen, die du für dich richtige hältst

Wenn du diese Erlaubnis von anderen abhängig machst, dann gleicht deinem Leben einem Lauf auf Eierschalen.

Du bist stets angespannt, weil du darauf wartest, dass jemand anders dir die Erlaubnis für irgendetwas gibt.

8. Stehe zu deinen Schwächen

Minderwertigkeitskomplexe Selbstbild

Lege dir mehr Gelassenheit im Umgang mit deinen Fehlern und Schwächen zu. Stehe zu ihnen.

Jeder Mensch hat Fehler, nicht nur du.

Andere Menschen werden dich dafür lieben, glaub mir. Immer, wenn wir versuchen Fehler zu verstecken oder unsere Schwächen zu überspielen, sind wir unauthentisch.

Anderen Menschen fällt es dann schwer, eine Verbindung zu uns aufzubauen. Sie wissen nie so genau, woran sie sind. Ihr Bauchgefühl sagt ihnen, dass wir irgendwo unehrlich sind.

Das lässt uns unsympatisch wirken, nicht unsere Schwächen.

Fange an, zuerst selbst zu deinen Schwächen zu stehen. Wenn wir mal ehrlich sind bleibt dir in diesem Moment auch gar nichts anderes übrig.

Von dort aus kannst du immer noch persönlich wachsen. Selbstakzeptanz ist das Fundament.

9. Sei rücksichtsvoll bei Niederlagen und Fehlern

Genauso, wie jeder Mensch Schwächen hat, macht jeder Mensch auch Fehler. Fehler gehören zum Leben dazu. Aus ihnen lernen und wachsen wir.

Doch anstatt Fehler für sich zu nutzen, können Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen sie nicht akzeptieren.

Anstatt sich zu fragen: “Was kann ich aus diesem Fehler lernen?”, fragen sie sich, wieso sie immer alles falsch machen müssen.

Dann betreten Selbstmitleid oder Selbsthass die Bühne und verstärken unser Problem nur noch.

Wenn du einen Fehler gemacht hast, frage dich, was du daraus gelernt hast. Kümmere dich verantwortungsvoll um etwaige Konsequenzen und entschuldige dich aufrichtig, sollte das nötig sein.

Dann ziehe weiter. Vergiss den Fehler und erinnere dich an die Lektion. So wird sich deine Angst vor Fehlern sehr schnell auflösen. Denn Fehler sind für dich jetzt etwas, das dich voranbringt und nichts, was du unbedingt vermeiden musst.

Vermeide außerdem aus einem Fehler zu schließen, dass du in der Zukunft weiterhin versagen wirst.

In der Folge traust du dich mehr und zeigst dich mehr – was soll schon passieren? :)

Dein Selbstbild proaktiv gestalten

Was in unserer Kindheit passiert ist, können wir nicht ändern. Auch tragen wir dafür keine Schuld.

Wie wie wir uns jetzt sehen und was für ein Mensch wir sein wollen, dass können wir jetzt ganz proaktiv beeinflussen.

Entscheide bewusst, wie du dein Leben leben willst. Mache dir Gedanken über deine Werte.

Gestalte dein Selbstbild selbst.

Nein sagen

Kennst du das auch? Du hast dir felsenfest vorgenommen, dieses Mal eine Grenze zu setzen und endlich “Nein” zu sagen.

  • Vielleicht bittet dich dein Chef wieder einmal um Überstunden.
  • Oder ein Kollege lädt seine Arbeit bei dir ab, um früher Feierabend zu machen.
  • Ein Freund fragt dich regelmäßig nach größeren Gefallen.

Es gibt tausend Situationen, in denen wir uns ausgenutzt und schwach fühlen – und trotzdem gehen wir nicht entschieden genug dagegen vor.

Wir wollen eigentlich “Nein” sagen, entscheiden uns dann doch für ein “Ja”.

Hinterher ärgern wir uns darüber. Manchmal sogar viele Wochen.

Manchmal müssen wir sogar ernsthafte Konsequenzen in Kauf nehmen, weil wir es verpasst haben, im richtigen Moment “Nein” zu sagen.

Lerne in diesem Artikel, selbstbewusst, gelassen und ohne Streit Nein zu sagen. Es gibt da 6 simple Regeln, mit denen dir das Nein-sagen total leicht fallen wird.

Erfahre in diesem Artikel, welche das sind.

Wenn du direkt zu den praktischen Tipps kommen willst, dann klicke hier.

Nein sagen – eine Frage des Drucks

Je höher der Druck auf uns wird, desto schwerer fällt es uns, Nein zu sagen.

Vielleicht kennst du das wenn ein Straßenmusiker zu dir an den Tisch kommt. Er hat eine grausige Vorstellung abgeliefert aber bleibt penetrant Sekunde um Sekunde an deinem Tisch stehen.

Der Druck steigt. Irgendwann gibst du ihm einen Euro, nur damit er geht. Alles in dir sträubt sich dagegen, für so eine Frechheit von Performance Geld zu bezahlen. Aber der Druck wird zu hoch. Du kannst nicht mehr “Nein” sagen.

So geht es uns auch in vielen anderen Bereichen des Lebens. Allen voran im Job. Aber auch in der Familie und Freudeskreis können viele Menschen nicht “Nein” sagen.

Vorteile davon, “Nein” sagen zu können

Zu allererst: Ich möchte mit diesem Artikel nicht bezwecken, dass du zu einer “Nein-Sage-Maschine” mutierst die durch die Welt rennt und anti-alles ist.

Als guter Freund oder Freundin hilft man seinen Mitmenschen auch, wenn man eigentlich gar keinen Bock drauf hat.

Wenn uns jedoch Kollegen, Freunde oder sogar Familie auf der Nase herumtanzen und unsere Unfähigkeit, Nein zu sagen ausnutzen, ist es an der Zeit Grenzen zu setzen.

Wenn du lernst “Nein” zu sagen, baust du Selbstbewusstsein auf. Denn du lernst dadurch, für dich einzustehen. Das erzeugt innere Stärke.

Du lernst, dich durchzusetzen.

Außerdem begenen wir andere Menschen auf Augenhöhe. Du wirst zu jemandem, der respektiert anstatt ausgenutzt wird. Das vertieft deine Beziehungen zu anderen Menschen.

Außerdem lernst du, dich auch ohne Zuspruch anderer sicher zu fühlen. Dadurch fühlst du dich frei.

Der Grund, wieso wir Ja anstatt Nein sagen

Die Krux ist nur, dass wir genau diese Dinge brauchen, um souverän “Nein” sagen zu können.

Wir haben eben kein Selbstvertrauen und können uns nicht durchsetzen.

Wenn jemand nicht “Nein” sagen kann, dann hat er Angst vor den Konsequenzen eines Nein.

Er glaubt, er wäre besser dran, wenn er sich zurücknimmt und die Bedürfnisse und Wünsche andererüber seine eigenen stellt.

Deshalb ist die Angst unser wahrer Gegner.

Im Grunde genommen haben wir nämlich selten Angst vor den Konsequenzen an sich. Wir haben Angst davor, wie uns diese Konsequenzen fühlen lassen.

Und noch mehr Angst haben wir davor, mit diesen Gefühlen nicht umgehen zu können.

Wir vertrauen uns einfach nicht, mit den Konsequenzen eines “Nein” umzugehen.

Wir denken wir verfügten nicht über die Fähigkeiten, einen Konflikt auszuhalten.

“Ich könnte nicht damit umgehen, wenn meine Kollegen mich nicht mehr mögen.”

1. Grenzen und unser Selbstwertgefühl

Nein sagen Grenzen

Eine Ebene darunter ist unser Selbstwertgefühl verantwortlich.

Menschen mit einem schwachen Selbstwertgefühl neigen dazu, ihre Bedürfnisse nicht wichtig zu nehmen.

Sie haben den Eindruck, sie seien erstmal nicht gut genug und müssten es erst beweisen.

Da bietet es sich natürlich an, anderen Menschen viel zu helfen und ständig große und kleine Gefallen zu tun – um dafür Anerkennung und Lob zu bekommen.

Kurzfristig und oberflächlich fühlt sich das gut an. Wir bekommen den freundlichen Schulterklopfer.

Doch tief in uns wissen wir, dass wir hier unsere Würde aufgeben. Es fühlt sich tief in uns nicht richtig an. Oberflächlich denken wir jedoch, wir müssten es tun.

2. Die Angst, als egoistisch gesehen zu werden

Oft haben wir Angst “Nein” zu sagen, weil wir Angst haben als egoistisch abgestempelt zu werden.

Doch du wahrst deine Grenzen. Daran ist nichts egoistisch. Es ist dein gutes Recht.

In Wahrheit ist jemand der möchte, dass du deine Grenzen für seine aufgibst, egoistisch.

Seine Bedürfnisse sind ihm wichtiger, als deine. Außerdem hat sich gut um sich selbst, seine Grenzen und Bedürfnisse zu kümmern nichts mit Egoismus und alles mit Selbstwertgefühl und Selbstliebe zu tun.

Daher ist auch der erste Schritt, um dauerhaft entspannt Grenzen setzen und “Nein” sagen zu können, ein hohes Selbstwertgefühl aufzubauen.

3. Angst vor Zurückweisung

Die Angst vor Zurückweisung ist wohl der häufigste Grund dafür, dass wir nicht Nein sagen können.

Wir haben Schiss, dass andere uns nicht mehr mögen, wenn wir ihnen einen Gefallen ausschlagen.

Am Ende, so unser Glaube, sitzen wir alleine und traurig da.

Wir wollen es mit aller Macht vermeiden, zurückgewiesen zu werden und sagen daher oftmals “Ja”, obwohl wir “Nein” meinen.

Oberflächlich scheint das auch zu klappen. Zuerst “mögen” uns alle. Ist ja auch klar, jeder freut sich, wenn ihm verlässlich Arbeit abgenommen wird.

Doch soziale Interaktion ist nur erfüllend, wenn sie auf Augenhöhe stattfindet. Wenn sich eine der beiden Personen zu unterwürfig zeigt, ist das für beide anstrengend.

Wenn eine Partei immer nur “Ja und Amen” sagt, kann kein Flow entstehen. Das ist für beide Seiten frustrierend.

Daher sind die Chancen, von anderen wirklich gemocht zu werden viel höher, wenn du auch mal “Nein” sagst. Denn dann zeigst du klare Kante. Andere respektieren dich. Auf gegenseitigem Respekt sind gute soziale Beziehungen aufgebaut.

Sollte dir jemand wegen deines “Neins” böse sein, dann weißt du auch, mit welcher Person du in Zukunft nicht mehr so viel Zeit verbringen willst.

Denn es kann auf Dauer nicht zufrieden machen von Menschen umgeben zu sein, die dir nur im Falle eines “Ja” wohlgesonnen sind.

Auch wenn es sich hart anfühlt, trenne dich von solchen Menschen so schnell wie du kannst.

4. Wir wollen uns wichtig fühlen

Wichtig nicht im Sinne von “sich wichtig machen”, sondern im Sinne von “ich werde gebraucht”.

Menschen die nicht “Nein” sagen können, leiden oft unter dem Helfersyndrom. Sie brauchen ständig Bestätigung, dass sie gebraucht werden.

Sie wollen hören, dass sie helfen und ihre Sache dabei gut machen. Daher sind sie auch leicht zu manipulieren. Ein bisschen Honig ums Maul schmieren hier, ein kleines Kompliment da und schon wird uns keine Bitte mehr abgeschlagen.

Oft sind Minderwertigkeitskomplexe die Ursache für dieses Verhalten. Irgendwann haben wir gelernt, dass wir nur gut sind, wenn wir anderen helfen.

Dieses Muster ist auf lange Sicht sehr destruktiv.

5. Angst vor Konflikten

Nein sagen Konflikt

Menschen, die nicht “Nein” sagen können, haben Angst vor Konflikten. Konflikte sind in unserer heutigen Zeit ein rotes Tuch.

Sie gelten als unangenehm und sollten möglichst vermieden werden. Zuerst vermeiden wir tatsächlich einen Konflikt, wenn wir “Ja” sagen.

Kurzfristig ist die gute Stimmung gerettet. Es kommt zu keiner offnen Konfrontation.

Doch was ist mit dem Unterschwelligen? Da entstehen eine Menge Konflikte. Zum einen baut sich in dir Druck auf weil du merkst, dass du dich ausnutzen lässt.

Zum anderen merkt dein Gegenüber auch, dass du deine wahren Gefühle zurückhältst.

Dadurch entsteht ein riesiges Konfliktpotential. Daher übertreiben es auch viele Menschen am Anfang, wenn sie das Nein sagen lernen wollen.

In ihnen brodelt so viel angestaute Wut, dass sie im Moment des “Nein” oft recht impulsiv an die Oberfläche drängt.

6. Angst vor Schuldgefühlen

Wenn wir keine Bitte ausschlagen können, dann plagt uns womöglich die Angst, diese Entscheidung hinterher zu bereuen.

Wir fühlen uns verantwortlich für das Wohl anderer. Wir wollen nicht der sein, der hinterher Schuld ist, das es jemandem schlecht geht.

Wenn wir jemanden auf der Arbeit unsere Hilfe verwähren und dieser hinterher sein Projekt nicht schafft und im schlimmsten Fall entlassen wird, plagen uns Schuldgefühle.

Schuldgefühle entstehen, wenn wir Vorwürfe von anderen zu sehr an uns heranlassen.

Klar, die Person hat ihren Job verloren, aber bist du da Schuld dran? Sicherlich nicht.

Trotzdem fällt es uns schwer, das zu sehen.

7. Angst etwas zu verpassen

“Über was die Kollegen wohl in der Bar nach Feierabend noch so sprechen? Bestimmt kann ich morgen im Büro nicht mitreden.”

Obwohl wir müde und etwas verkühlt sind sagen wir zu. Alles in uns wehrt sich dagegen und würde viel lieber zu Hause im Warmen sitzen und einen Tee trinken.

Stattdessen sagen wir widerwillig zu. Wir können nicht anders aus der Angst etwas zu verpassen.

Diese Angst hat sicherlich Parallelen zu der Angst vor Ablehnung.

Wenn wir Abends nicht mit in die Bar gehen könnten wir am nächsten Tag schon nicht mehr zur Gruppe dazugehören.

Ich bestreite nicht, dass sich zurückzuziehen dazu führen kann, weniger in einer Gruppe integriert zu sein.

Wenn wir aber bei allen Projekten und Unternehmungen dabei sein wollen, obwohl wir schon komplett überlastet sind, dann tun wir uns damit nichts gutes.

Wir brennen schnell aus. Außerdem lassen wir uns auch so wieder leicht manipulieren.

Wie du es schaffst, souverän “Nein” zu sagen

Nein sagen Komunikantion

“Nein” zu sagen ist nicht gleichbedeutend mit einem Kleinkrieg. Es gibt viele Möglichkeiten, um anderen schonend, aber dennoch bestimmt unsere Grenzen zu kommunizieren.

Wenn wir diese kleinen Kniffe kennen, wird es uns viel leichter Fallen, “Nein” zu sagen.

Denn wir müssen uns so weniger Sorgen um große Konfrontationen oder Zurückweisung machen.

Gleichzeitig treten wir souverän auf. Es gibt nichts Schlimmeres, als ein “Nein” unnötig abzumildern. Das schwächt das “Nein” und auch wenn du es erst meinst, wird es von anderen überhört werden.

Es muss auch nicht immer ein knallhartes und unumstößliches “Nein” sein. Manchmal fahren wir mit kleinen Kompromissen wesentlich besser.

Wenn jemand ihre Grenzen jedoch massiv verletzt, dann ist klare Kante angesagt.

Dazwischen gibt es eine Menge Grautöne.

1. Klarheit über Werte und eigene Bedürfnisse

Viele Menschen sind sich nicht bewusst darüber, wo ihre Grenzen liegen. So ist es natürlich nicht möglich, diese Grenzen zu wahren.

Um klar “Nein” sagen zu lernen ist es daher unerlässlich, sich über seine eigenen Grenzen, Bedürfnisse und Werte im Klaren zu sein.

Mit folgenden Fragen kommst du deinen Werten sehr einfach auf die Spur:

  • Was ist dir wichtig im Leben?
  • Wie sollten Menschen behandelt werden?
  • Wie sieht ein gutes Miteinander aus?

Schaue auch, wann du dich das letzte Mal über einen Menschen beschwert hast. Mit Sicherheit hat er eine Grenze von dir übertreten und du hast nicht entschieden genug “Nein” gesagt.

Wenn es in deinem Leben wiederkehrende Situationen gibt, in denen du wütend wirst ist das ein Zeichen dafür, dass jemand deine Werte verletzt hat.

2. Visualisiere dein “Nein”

Du musst nicht gleich ins kalte Wasser springen. Du kannst dir zuerst Vorstellen, wie du eine Grenze ziehst.

Dabei kannst du üben, wie du beim nächsten mal ganz ruhig und gelassen “Nein” sagen kannst.

Stell dir die Situation detailiert vor. Versetze dich genau hinein und mache deine mentalen Bilder so groß es geht.

Versetze dich in die Situation hinein und stell dir vor, wie du dieses Mal “Nein” anstatt “Ja” sagst. Du kannst so ganz entspannt üben, “Nein” zu sagen ohne Angst davor haben zu müssen.

In deiner Vorstellung kann kein Chef ausrasten und dir auch niemand die Freundschaft kündigen. Hier kannst du die Reaktion anderer Menschen kontrollieren. Du kannst dir vorstellen, wie dein Gegenüber das “Nein” rücksichtsvoll und locker akzeptiert und eure Verbindung später mehr auf Augenhöhe verläuft.

3. Spiele die Szene nach

Wenn du einen Schritt weitergehen möchtest, dann spiele die ganze Szene nach. Bewege dich so, wie du dich bewegen willst – selbstbewusst und ruhig. Sprich so, wie du sprechen willst – nämlich klar und deutlich.

So adierst du noch ein paar Modalitäten zu deiner Erfahrung und übst sie so auf noch einem tieferen Level ein.

4. Klar kommunizieren

Es gibt beim “Nein sagen” kaum etwas wichtigeres, als klar und deutlich zu kommunizieren.

Alle vielleicht…, eventuell, … womöglich sind hier fehl am Platz. Sobald du deinen Standpunkt aufweichst um die Stimmung nicht zu vergiften, weichst du deine Position auf.

Sie wird sofort viel weniger ernst genommen. Du musst übrigens nicht deine Stimme heben und einen roten Kopf bekommen, damit Menschen dich ernst nehmen.

Klar, langsam und deutlich zu sprechen reicht aus. Formuliere klar, was du willst. Das wird dir natürlich leicht fallen, denn du hast dir schon Gedanken über deine Werte gemacht und die Situation schon einige Male durchgespielt.

5. Zeige Empathie

Die meisten Menschen übertreten nicht mit voller Absicht deine Grenzen.

Kaum jemand steht morgens auf und nimmt sich vor, heute Menschen auszunutzen.

Falls du doch so jemanden kennst, suche bitte sofort das Weite.

Viel öfters gehen wir Menschen den Weg des geringsten Widerstandes.

Ohne über Grenzen anderer nachzudenken schauen wir, wie wir am bequemsten an unser Ziel kommen.

Wenn jemand schwer “Nein” sagen kann, führt der Weg dann oft über ihn.

Nimm das Menschen nicht so übel. Vielleicht tust du das auch in manchen Lebensbereichen – ohne es mitzubekommen.

Führst du böses im Schilde?
Nein.

Und so tun es auch andere Menschen nicht. Sie versuchen nur, glücklich zu sein und ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Zeige daher Mitgefühl. Sage dir, dass diese Person es im Moment nicht besser weiß und kann anstatt sie direkt zu verurteilen.

Verurteilst du, staut sich Wut in dir an. Eine Eskalation ist fast unumgänglich.

Wenn du aus echtem Mitgefühl eine Grenze setzt, dann erzeugt das weiger Ladung in dir und dein “Nein” wird sich viel weicher und entspannter anfühlen.

“Ich kann verstehen, dass du gerne meine Hilfe haben würdest. Aber ich muss freundlich ablehnen. Ich bin mir sicher, dass du das auch so hinbekommst.”

Auch kannst du den anderen zu Empathie dir gegenüber einladen.

“Wenn ich dir jetzt helfen würde, dann würde ich wichtige eigene Aufgaben vernachlässigen müssen.”

6. Spiele nach deinen Regeln

Wie wir schon festgestellt haben, gehören Gefallen und Hilfestellungen zu einem guten Miteinander dazu.

Deshalb wollen wir nicht kategorisch alles ablehnen, nur weil wir einen Artikel zum Thema “Nein” sagen gelesen haben.

Anderen Menschen zu helfen fühlt sich gut an. Deshalb kannst du auch einfach ein Gegenangebot machen.

Wenn dich jemand fragt, ob du ihm bei einem Umzug helfen kannst, dein ganzes Wochenende aber schon voll ist, biete ihm doch an, ihm abends eine Stunde bei der Einrichtung zu helfen anstatt 7 Waschmaschinen in den fünften Stock zu tragen.

Was du tun kannst, wenn du überrumpelst wirst

Nein sagen überrumpelt

Manchmal kommt jemand mit einer Bitte um die Ecke und wir sind komplett überrumpelt.

Irgendwie haben wir das Gefühl, wir müssten sofort eine Entscheidung treffen.

Doch in den meisten Fällen ist das nicht dringend nötig.

Du kannst immer um ein wenig Bedenkzeit bitten. Dabei muss keine Notlüge her. Du kannst deinem Gegenüber direkt sagen, dass du ein wenig Bedenkzeit brauchst.

So musst du nicht in der Hitze des Gefechts eine Entscheidung treffen und dabei womöglich nicht im Vollbesitz deiner geistigen Kräfte sein.

Wie wir in dem Beispiel mit dem Straßenmusiker am Anfang sehen konnten, fällen wir in solchen Situationen selten die Entscheidung, die wir wirklich wollen.

Also, gibt dir ein wenig Zeit zum Nachdenken und Abkühlen.Fälle dann eine Entscheidung. So hast du auch nochmal Zeit, dir Gedanken über deine Werte zu machen und die Situation zu visualisieren.

Übung macht den Meister

“Nein” sagen zu lernen ist ein Prozess. Wenn wir unser Leben lang zurückgesteckt haben, dann kann sich das am Anfang ungewohnt anfühlen.

Ängste können hochkommen. Es kann sogar passieren, dass wir es uns fest vornehmen und dann doch wieder in alte Muster verfallen.

Alles kein Problem. Die Unfähigkeit, “Nein” sitzt oft tief und braucht daher Zeit.

Wichtig ist, dass du dranbleibst. Es bringt nichts, morgen allen Mut zusammenzunehmen und das größte “Nein” deines Lebens auszusprechen – um dann zu denken, es sei alles geregelt.

Für deine Grenzen einzustehen ist eine Lebenseinstellung.

Fange daher klein an. Suche dir am besten Punkte, die nicht so viel emotionale Ladung in dir erzeugen und übe hier das “Nein” sagen.

Steigere dich langsam und taste dich an die Themen heran, die ein wenig herausfordernder wirken.

Selbstbehauptung

Es kann schon richtig nerven. Kollegen übergehen uns, die Kinder tanzen uns auf der Nase herum und unsere Meinung wir selten ernst genommen.

Wirst du bei Entscheidungen oder Aktivitäten meistens übergangen? Stehst du oft in der zweiten Reihe?

Behandeln dich einige Menschen nicht mit dem Respekt, der dir gebührt?

Hast du manchmal das Gefühl, ausgenutzt zu werden und nichts dagegen zu tun? Das kann ich gut verstehen, denn so geht es vielen Menschen.

…doch leider geben wir viel zu häufig Kleinbei.

Das ist weit entfernt von souveräner, entspannter Selbstbehauptung

in solchen Stresssituationen.

In diesem Artikel wirst du lernen, wie du dich entspannt und souverän selbst behaupten kannst. Auch in hitzigen Situationen wirst du gelassen für dich einstehen können.

Klingt gut?

Alles klar, los gehts.

Was ist Selbstbehauptung

Selbstbehauptung bedeutet, für seine Grenzen einzustehen. Es geht bedeutet, zu seiner Meinung zu stehen, wenn nötig auch bei Gegenwind.

Es bedeutet, Nein sagen zu können, wenn es nötig ist.

Wenn immer wieder Späße auf deine Kosten gemacht werden heißt es, stop zu sagen.

Sourän Selbstbehauptung lernen heißt, auch in stressigen Situationen ruhig zu bleiben und sich durchzusetzen.

Es heißt, mit einem erhobenen Kopf und Würde durch das Leben zu gehen.

Genauso heißt es aber auch, sich entschuldigen zu können, wenn man über das Ziel hinausgeschossen ist.

Wieso wir uns nicht selbst behaupten

Selbstbehauptung

Der Grund dafür ist, dass wir Angst vor einem Konflikt haben.

Wenn uns jemand ungerecht behhandelt dann ist es im ersten Moment viel bequemer, nichts zu tun.

Denn sich selbst zu behaupten kann Konflikte und Ablehnung erzeugen. So glauben wir zumindest.

Außerdem trauen wir uns nicht zu, in der Hitze des Gefechts einen kühlen Kopf zu bewahren und uns zu behaupten. Uns fehlt das Selbstbewusstsein in Konfliktsituationen.

Vielleicht hast du früher mal negative Erfahrungen gemacht wenn du zu dir stehen wolltest und bist jetzt gehemmt.

Daher riskieren wir erstmal keine Szene und unser Leben bleibt stressfreier. Vorerst. Denn die langfristigen Folgen mangelnder Selbstbehauptung sind gravierend.

Wir werden ausgenutzt, übergangen und verlieren den Respekt anderer Menschen und vor uns selbst.

Selbstbehauptung vermeidet Konflikte

Doch ich kann dich beruhigen…

Auch wenn es sich für dich im Moment anders anfühlt – deine Sorgen sind unbegründet.

Denn wenn wir uns unaufgeregt selbst behaupten führt das dazu, dass uns Menschen mehr respektieren.

Entspannt Grenzen zu setzen beugt großen Konflikten oft sogar vor.

Wie natürliche Authorität entsteht

Selbstbehauptung Grenzen

Hast du dich einmal gefragt, wieso manche Menschen scheinbar eine natürliche Authorität ausstrahlen?

Sie strahlen aus dass sie jederzeit bereit sind, für sich und ihre Grenzen einzustehen. Ruhig und sachlich, aber bestimmt.

Dahinter verbirgt sich ein natürlicher Prozess.

Wenn jemand viel mit sich machen lässt neigen wir Menschen dazu, es auch zu machen.

Wenn wir merken, jemand lässt nicht so viel mit sich machen, dann begegnen wir ihm auch mit dem nötigen Respekt.

Deshalb lohnt es sich, an seiner Selbstbehauptung zu arbeiten.

Schon bald musst du dich nicht mehr selbst behaupten, weil die Menschen dich ganz automatisch mit Respekt behandeln.

Selbstrespekt: Die Grundlage der Selbstbehauptung

Die Grundlage jeglicher Selbstbehauptung ist Selbstrespekt.

Selbstrespekt ist die tiefe Überzeugung dass du, deine Grenzen und deine Wünsche und Bedüfrnisse wichtig sind.

Wenn du tief in dir denkst, du wärst es nicht wert, wieso solltest du dann für dich einstehen?

Wenn du so über dich denkst, dann spüren das andere Menschen und behandeln dich ganz automatisch so.

Das beste ist…

Diese Überzeugung kann systematisch aufgebaut werden. Lies weiter.

Anleitung: Selbstbehauptung lernen in 4 Schritten

Im folgenden findest du 4 Schritte, mit denen du Selbstbehauptung lernen kannst.

Schritt #1: Entwickle Klarheit über deiner Grenzen

Um für dich und deine Grenzen einzustehen musst du zuerst einmal wissen, wie diese genau aussehen.

Klingt logisch. Doch viele Menschen sind sich darüber absolut nicht im Klaren.

Du musst eine genaue Vorstellung davon entwickeln, was deine Werte sind.

Das beudetet, eine genaue Vorstellung davon zu haben, was Menschen mit mir machen dürfen und was nicht.

Nimm dir dazu Zeit für einen ausführlichen Blick nach Innen. Frage dich zuerst in allen wichtigen Lebensbereichen, was deine Werte sind.

Finde deine Werte heraus

Selbstbehauptung Werte

Um deine Werte zu erkennen frage dich: “Was ist mir im Bezug auf (Familie, Job, Freundschaft, …) wichtig?

Du kannst das Pferd auch von hinten aufzäumen: “Worüber rege ich mich im Bezug auf (Familie, Job, Freundschaft, …) regelmäßig auf?”

Aus diesen Fragen kannst du deine Werte ablesen. Doch Werte sind sehr unpräzise.

Es kommt drauf an, was sie für dich im Leben bedeuten.

Nehmen wir einmal an, “Respekt”  hat einen hohen Wert für dich im Job. Was muss passieren, dass du dich respektiert fühlst? Reicht es, wenn dich jeder morgens freundlich grüßt, oder brauchst du jeden zweiten Tag einen Blumenstrauß auf dem Tisch.

Frage dich daher als zweiten Schritt: “Was muss passieren, damit Wert X für mich erfüllt ist?”

Jetzt hast du eine Liste davon, wie deine Werte im realen Leben konkret aussehen. Wo mangelnder Respekt vorher noch ein dumpfes, undefiniertes Gefühl war, hast du jetzt ein klares Bild.

So kannst du deine Grenzen viel einfacher wahren, denn sie sind glasklar erkennbar.

Schritt #2: Ruhe bewahren

Selbstbehauptung Ruhe bewahren

In Situationen, in denen deine Fähigkeit zur Selbstbehauptung gefragt ist, ist das Energielevel oft sehr hoch.

Das heißt du stehst unter Stress. Wie du sicherlich weißt, lässt sich unter akutem Stress nicht besonders effektiv kommunizieren.

Es ist hier extrem wichtig, dass du cool bleibst. Das funktioniert nicht, indem du die aufkommende Energie unterdrückt oder überspielst.

Vielmehr geht es darum, sich in solchen Situationen zurück in den Moment zu holen.

Nimm dazu einen tiefen Atemzug und richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper. Frage dich, was du wahrnimmst.

Sei präsent damit und erlaube dir alles zu fühlen, was du gerade fühlst. Das wird paradoxerweise zur Folge haben, dass du umsichtiger Handeln kannst. Denn in diesem Moment wirst du zum Beobachter deiner Gefühle.

Du erkennst: “Hier bin ich, da ist der Stress.”

Wie du auch bei Stress innerlich gelassen bleibst

Jetzt bist du viel zentrierter und kannst von einem ruhigen Ort aus eine Handlungsoption wählen.

Tust du das nicht die die Gefahr groß, dass du impulsiv und aus dem Gefühl heraus agierst. Jeder kennt diese Menschen, die sich dann mit schwitziger Stirn immer mehr in die Bredouille reden und komplett unsouverän agieren.

Mit diesem kleinen Achtsamkeitstrick kannst du das vermeiden und aus deiner Mitte heraus handeln.

Um dich auf solche Situationen besser vorzubereiten kann ich dir nur wärmstens ans Herz legen, regelmäßig Achtsamkeitsübungen zu machen oder Meditation zu lernen.

Denn sie wissen nicht, was sie tun

Mir hat es geholfen zu realisieren, dass viele Menschen sich nicht bewusst sind, wenn sie persönliche Grenzen übertreten.

Anstatt sofort zu denken, sie würden das aus Boshaftigkeit heraus machen, halte kurz inne.

Mache dir bewusst, dass die andere Person auch nur ein Mensch ist und daher fehlbar.

Menschen sind unterschiedlich und haben unterschiedliche Grenzen.

Auch wenn es manchmal kaum zu glauben ist, Menschen übertreten deine Grenzen oft komplett ohne es zu merken. Darüber können wir uns aufregen und moralisch urteilen, oder es einfach akzeptieren.

Akzeptanz führt zu mehr Gelassenheit, denn es nimmt sofort die Feinseligkeit aus der Situation. Das ist sehr kraftvoll.

Wir sehen unser Gegenüber dann wieder als Menschen und nicht als böswilligen Angreifer. So können wir mit ungefähr 500% weniger innerer Ladung agieren.

Schritt #3: Richtig kommunizieren

In Stresssituationen neigen wir oftmals dazu, überzureagieren. Das liegt daran, dass wir hektisch sind und unsere Fähigkeit zu denken eingeschränkt ist.

Dann driften wir in zwei ungesunde Extreme ab.

  • Extrem #1: Wir ziehen uns komplett zurück und machen uns klein
  • Extrem #2: Wir kommunizieren angreifend und agressiv

Lösung: Gewaltfreie Kommunikation

Selbstbehauptung

Hierbei geht es darum, unsere Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, anstatt andere Menschen verantwortlich zu machen.

Wir sprechen dabei von uns.

Platt formuliert werfen wir ihr nicht vor: “Mir geht es schlecht und du bist dafür verantwortlich.”

Wir kommunizieren stattdessen ein Bedürfnis. Denn es geht uns nicht schlecht, weil unser Gegenüber doof ist, sondern weil ein Bedürfnis nicht erfüllt wurde.

Das Bedürfnis ist hier die Erfüllung deines Wertes aus Schritt #1.

Stell dir vor, du wirst auf der Arbeit übergangen. Andere nehmen den kompletten Raum ein.

Du spürst, wie Wut in dir aufsteigt. Nachdem du die Wut wie in Schritt #2 akzeptiert hast, formuliere nun ein Bedürfnis.

Anstatt zu sagen:“Ich bin wütend weil ihr mich immer übergeht” sage stattdessen, “Ich bin wütend weil ich mich übergangen fühle.”

So bleiben wir bei uns und übernehmen Verantwortung für unsere Gefühle.

Das ist ein kleiner, aber sehr wichtiger Unterschied.

Danach bitten wir unsere Kollegen, mehr acht auf uns zu geben und uns mit einzubeziehen.

Empathie zeigen

Eventuell kannst du dich auch noch empathisch zeigen und mitteilen, dass du weißt wie es in dem anderen aussieht.

Du könntest sagen:“Ich weiß, euch ist das Projekt sehr wichtig und ihr habt viele gute Ideen dazu, die gehört werden sollten…ich fühle mich aber zur Zeit ein wenig übergangen und bitte euch, mich ein wenig mehr in das Projekt mit einzubeziehen.”

Praktische Tipps zum Selbstbehauptung lernen:

1. Übernimm Verantwortung

Selbstbehauptung funktioniert nur, wenn du Verantwortung für dein Leben übernimmst.

Solange du andere Menschen dafür verantwortlich machst, dass sie über deine Grenzen treten, wird sich nicht viel ändern.

Für dich einzustehen heißt, Verantwortung zu übernehmen. Es ist deine Aufgabe.

Nimm sie ernst.

2. Taste dich langsam heran

Wenn du dein ganzes Leben untergeordnet hast, dann kann diese neue Selbstbehauptung herausfordernd sein.

Wenn du merkst, dass du wieder in alte Muster zurückrutschst, ist das kein Grund zum Verzweifeln.

Du befindest dich auf einer spannenden Reise. Gehe deinen Weg in deinem Tempo und gehe langsam.

Such dir Lebensbereiche aus, in denen es dir leichter fällt, dich zu behaupten. Fange mit kleinen Dingen an und steigere dich langsam.

Du musst nicht direkt vor 10 Kollegen Vollgas geben. Es kann reichen jemanden freundlich anzusprechen, wenn er sich im Supermarkt vordrängelt.

So sammelst du positive Erfahrungen, dass du es kannst.

3. Lerne, Spannung auszuhalten

Selbstbehauptung Spannung

Wir behaupten uns oft nicht selbst, weil wir die Spannung in solchen Momenten als unangenehm empfinden.

Lerne daher, die Spannung auszuhalten. Wenn du merkst, dass du dich am liebsten sofort aus einer Situation verdrücken willst, bleibe noch eine kurze Weile da.

Sei präsent mit der Spannung. Akzeptiere sie.

Vor allem aber: Denke in solchen Situationen nicht lange nach. Je länger du darüber brütest, was du am besten sagst, desto schwerer wird es für dich.

Sei mutig und mache den Schritt in die Situation hinein und vertraue darauf, dass alles gut werden wird. Denn das wird es.

Selbstbewusstsein stärken Übungen

Der Kernpunkt meines ausführlichen Artikels zum Thema Selbstbewusstsein stärken ist:

Selbstbewusstsein entsteht durch reale Erfahrungen in der realen Welt.

Selbstbewusstsein ist der tief verankerte Glaube: “Egal, was da auf mich zukommen mag, ich werde damit fertig.”

Doch sich das immer wieder einzureden ist nur bedingt wirksam. Unser Unterbewusstsein will harte Fakten sehen. Es lässt sich nicht so leicht täuschen.

Deshalb habe ich in diesem Artikel 12 wirklich simple praktische Wege zusammengestellt, wie du durch kleine, tägliche Gewohnheiten einen großen Einfluss auf dein Selbstbewusstsein nehmen kannst.

Auch andere Menschen werden deine Veränderung merken. Das ist ein gutes Gefühl.

Vor allem aber geht es hier um dich. Durch diese Übungen wirst du lernen, dich mehr anzunehmen.

Du wirst selbstbewusster werden. Du wirst dir selbst mehr vertrauen und dich besser gewapnet für das Leben fühlen. Dann kannst du offener für andere Menschen sein, mehr aus dir herausgehen endlich deine Traumziele im Leben erreichen.

12 hoch-effektive Selbstbewusstsein stärken Übungen

1. Arbeite an deiner Körpersprache

Selbstbewusstsein stärken Übungen Körpersprache

Schon meine Oma wusste es: “Brust raus, Bauch rein Junge”, sagte sie mir immer, halb im Spaß, halb Ernst.

Doch da ist viel Wahres dran. Wissenschaftler konnten herausfinden, dass unsere Körperhaltung sich direkt auf unseren emotionalen Zustand auswirkt.

Wenn du zusammengesunken in deinem Stuhl kauerst und dich gar nicht bewegst – was meinst du, wie fühlst du dich dabei?

Mache jetzt mit mir folgende Übung: Stell dich hin, mach dich groß, atme tief ein und reiße 10x deine Arme so schnell hoch und runter, wie du kannst.

Was du bei dieser simplen Übung bemerken wirst: Sie fühlt sich gut an und gibt dir Energie.

Wenn du also dein Selbstbewusstsein stärken willst, dann ändere deine Körpersprache.

Stell dir die Frage, wie sich wohl jemand bewegen würde, der viel Selbstvertrauen hat.

Dann mache ihn nach:

  • Brust raus.
  • Mach dich groß.
  • Lass die Schultern nach hinten unten hängen.
  • Bewege dich langsam und sicher.

Übe diese Haltung, bis du dich so fühlst, als könne dich nichts mehr aufhalten.

Auch wenn sich das am Anfang ein wenig komisch anfühlen mag – das geht erfahrungsgemäß nach einigen Minuten vorbei und schon fühlst du dich selbstbewusster.

2. Verändere die Art, wie du sprichst

Das gleiche Prinzip gilt auch für deine Tonlage. Wenn du mit leiser, dünner und piepsiger Stimme undeutlich sprichst, fühlst du dich auch so.

Klein und leise.

Wenn du dir jedoch angewöhnst, langsam und deutlich zu sprechen, führt das zu mehr Selbstbewusstsein.

Sprich laut und nimm dir Zeit die Wörter richtig zu betonen.

Überlege einmal welche(n) Schauspieler(in) du so richtig selbstbewusst findest. Schaue dir einen Film mit ihm oder ihr an und nimm dir ein Beispiel an seiner Art zu reden.

3. Lächle mehr

Selbstbewusstsein stärken Übungen Lächeln

Lächeln ist der Anzeichen für Selbstbewusstsein.

Wenn ich mich hier in Berlin umgucke dann schauen die meisten Menschen drein, als ob ihre Milch heute morgen verschimmelt war.

Sei nicht einer von vielen.

Lächle regelmäßig. Nur für dich.

Auch hier konnte ganz offiziell wissenschaftlich bewiesen werden, dass alleine dadurch Glückshormone ausgeschüttet werden und wir uns gut fühlen.

Menschen, die von ihrern Fähigkeiten überzeugt sind, lächeln viel.

Sie wissen, sie werden mit allen Herausforderungen dieses Lebens fertig und können daher entspannt lächelnd durch ihr Leben gehen.

4. Atme

Immer, wenn du merkst, dass du in einen ungewollten Zustand gehst: Atme. Die Atmung ist unsere direkte Verbindung zu Körper und Geist.

Wir können sie zum Teil kontrollieren.

Viele Menschen atmen heutzutage flach und hektisch. Zu viel Stress und mangelndes Bewusstsein führt dazu.

Dadurch übersäuern sie, fühlen sich unwohl und gestresst in ihrem Körper und haben chronisch wenig Energie.

Gehe daher mit deiner Aufmerksamkeit immer wieder zu deinem Atem zurück. Konzentriere dich darauf, langsam und tief in deinen Bauch zu atmen.

Ein paar bewusste Atemzüge reichen oftmals schon aus, um uns zu beruhigen. Bemerke, wie du mit jedem Einatmen neue Energie in dein Körper bringst und mit jedem Ausatmen Anspannung loslassen kannst.

5. Mache eine 30 Tage Challenge

Nimm dir vor, eine Sache 30 Tage lang jeden Tag zu tun. Dadurch stärkst du dein Selbstbewusstsein.

So zeigst du dir, dass du etwas durchziehen kannst. Fange dabei ruhig mit kleinen Herausforderungen an.

Einige Anregungen:

Verplfichte dich wirklich. Vor allem gegenüber dir selbst, aber lasse dein Vorhaben auch andere Menschen wissen.

Das erhöht auf eine sanfte Art und Weise den Druck.

Nimm die Herausforderung ernst und bleib wirklich dran. Nach ein paar Tagen kann es sein, dass ein kleines Motivationstief kommt. Nutze hier ein wenig Willenskraft und trotzdem weiterzumachen.

Du wirst schnell merken, wie dir diese Herausforderung von Tag zu Tag leichter fällt.

6. Kleide und pflege dich gut

Selbstbewusstsein stärken Übungen Kleidung

Jeder kennt den Spruch: “Kleider machen Leute.”

Erinnere dich mal daran zurück, als du das letzte Mal ein schönes neues Kleidungsstück gekauft hast.

Wie hast du dich da gefühlt? Ich fühle mich dabei immer selbstbewusst. Ich zeige mir damit nämlich, dass ich es wert bin.

Ich kümmere mich um mich selbst. Das macht ein gutes Gefühl. Im Businessbereich gibt es auch den Spruch: “Kleide dich stets für die Position, die du willst, nicht für die, die du gerade hast.”

Der Mechanismus hinter beiden Sprüchen ist simpel. Die Art, wie du dich kleidest verändert, wie du auf andere wirkst. Sie behandeln dich sofort anders.

Sei hier ruhig experimentierfreudig. Einen Stil zu finden, der zu dir passt und in dem du dich wohlfühlst kann ein wenig Zeit brauchen.

Sie verändert ebenfalls, wie du dich fühlst. Ich halte wenig von der “Fake it until you make it” Herangehensweise. Doch wenn es eine Abkürzung hin und mehr Selbstbewusstsein gibt, dann ist das sicherlich dein Kleidungsstil.

Wieso machst du nicht einfach mal ein komplettes Umstyling?

7. Tracke deine Erfolge

Ich frage Menschen gerne, was ihre #1- Strategie ist, um erfolgreich zu werden.

Viele Antworten mir ohne zu zögern: “Ein Erfolgstagebuch zu schreiben.”

Schreibe dir jeden Abend 3-5 Dinge auf, die an diesem Tag wirklich gut gelaufen sind. Du musst dabei nicht jeden Tag für Weltfrieden und das Ende des Klimawandels sorgen.

Wenn du einen Menschen nett angelächelt hast oder ein wirklich gutes Mittagessen gezaubert hast, reicht das völlig aus.

Sei möglichst konkret, schreibe jedoch keinen Roman. Manchmal reicht ein Wort schon aus.

Ziel hierbei ist, seinen Fokus gezielt auf seine Erfolge zu lenken. Wenn wir uns immer wieder bewusst vor Augen halten, was wir alles gut können und gut machen, dann steigt dadurch unser Selbstbewusstsein.

Es möchte nämlich Beweise in der realen Welt haben, dass du es wirklich drauf hast.

Voila, liebes Unterbewusstsein, such dir eines meiner Tausend Erfolgserlebnisse aus.

8. Bewege dich

Bewegung sorgt für gute Laune und Sport ist gesund. Außerdem sorgt regelmäßige Bewegung für mehr Selbstvertrauen.

Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper.

Wenn du dich beweglich, stark und ausdauernd fühlst, gibt dir das Power für die Herausforderungen des Alltags.

Suche dir also eine Art dich zu bewegen, die dir liegt. Du musst dabei nicht 3x in der Woche im Fitnessstudio schwere Gewichte haben, wenn dir das nicht liegt.

Sport sollte Spaß machen.

Regelmäßiges Yoga ist genauso angebracht wie eine Laufgruppe oder der gute, alte Turnverein. Du wirst ein ganz neues Körpergefühl bekommen und das auch ausstrahlen.

Außerdem kannst du dich hier direkt mit Menschen umgeben, die ähnliche Interessen haben. Womit wir direkt beim nächsten Punkt wären.

9. Sprich mit Menschen

Wir Menschen sind soziale Wesen. Ohne Kontakt zu anderen Menschen gehen wir psychisch schlicht ein.

Trotzdem ist in der Gesellschaft ein alarmierender Trend zu Vereinsamung festzustellen.

Wir können auch aus den gemütlichen vier Wänden mit anderen kommunizieren.

Scheinbar. Denn bei dieser Art von Kommunikation fehlen viele Kanäle. Sie macht unglücklich.

Gehe also wieder mehr unter Menschen. Ja, in der realen Welt. Gehe offen auf andere zu.

Das mag sich erst einmal furchteinflößend anfühlen, denn man könnte ja zurückgewiesen werden. Doch als ich gemerkt habe, dass mich nicht jeder Mensch mögen muss und ich nicht zu jedem passe, ist mir ein unglaublicher Stein vom Herzen gefallen.

Meine Einstellung:

Früher: “Ich muss unbedingt gemocht werden, sonst fühle ich mich schlecht.”

Heute: “Mal gucken, ob wir gut zusammenpassen und uns verstehen?”

Das macht 100x lockerer und lässt dich mit “Zurückweisungen” entspannt umgehen.

Suche dir Menschen, die zu dir passen und dich unterstützen. Geh dahin, wo du Gleichgesinnte triffst. Dort hast du immer eine einfache Gesprächsgrundlage.

Sei proaktiv und organisiere von dir aus Treffen.

Es gibt meiner Meinung nach kaum etwas, bei dem wir stärker wachsen, als im bewussten Kontakt zu anderen Menschen.

Auch wenn es manchmal ein wenig herausfordernd sein kann, setze dich diesem sozialen Kontakt aus und wachse daran.

Es gibt nichts besseres, was du für dein Selbstbewusstsein tun kannst.

10. Kümmere dich um deine Mitmenschen

Ein weiterer Punkt ist, sich von Herzen um andere zu kümmern. Ich kannte man jemanden, der hat sich vor jedem Kontakt mit einem anderen Menschen gefragt: “Wie kann ich diesen Menschen besser zurücklassen, als ich ihn vorgefunden habe?”

Stell dir auch diese Frage. Hilf anderen Menschen. Zaubere ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Unterstütze sie.Gib, ohne direkt eine Gegenleistung zu erwarten.

Schraube sowieso deine Erwartungen an andere Menschen zurück. Das ist einer der wichtigsten Tipps für ein glückliches Leben.

Aber tue dies, weil du es wirklich willst. Finde den Platz in dir, aus dem Empathie und Nächstenliebe entspringt und gehe immer wieder zu ihm zurück.

11. Mache eine Reise

Selbstbewusstsein stärken Übungen Reise

Nein, du musst nicht gleich 5 Monate mit dem Rucksack durch Asien reisen. Fahre mal ein Wochenende in eine andere Stadt. Heute kann man so günstig reisen, wie noch nie.

Auf dem Weg lernst du andere Lebensweisen und interessante Menschen kennen. Du verlässt deine Komfortzone und wächst daran.

Als nächsten Schritt probiere doch einmal Couchsurfing aus.

12. Tanze

Ja, ich weiß. Voll uncool. Aber tanzen hilft. Auch wenn es sich anfangs ein wenig ungelenk und komisch anfühlt. Dieses Gefühl kannst du loslassen und dann lostanzen.

Ich habe eine Zeit lang jeden Morgen mein Lieblingslied gehört und mich dazu bewegt. Höre auf deine Impulse. Folge deiner Intuition bei den Bewegungen. Es gibt keine Jury und keinen Pokal.

Du hast auch keine Zuschauer. Bewege dich zur Musik, so wie es sich für dich gut anfühlt.

Genieße es.

13. Sage “Nein”

Selbstbewusstsein stärken Übungen Nein sagen

Grenzen setzen und zu ihnen stehen erzeugt eine Menge Selbstbewusstsein. Wenn du das nächste Mal etwas wirklich nicht möchtest, sage einfach mal “Nein”.

Ich kann verstehen, dass du davor Bammel hast. Ging mir genauso. Denn schließlich könnte die andere Person uns dann ja nicht mehr mögen.

Doch meiner Erfahrung nach passiert genau das Gegenteil. Wenn ich aus einer Position der Stärke handle und zu meinen Grenzen stehe, behandeln mich andere Menschen mit mehr Respekt.

Die Verbindung wird gestärkt und mit ihr mein Selbstbewusstsein. Falls dann jemand wirklich nicht mehr dein Freund sein will, dann hast du eine gute Lektion über diesen Menschen gelernt.

Selbstmitleid überwinden

„Selbstmitleid ist mit Abstand das schädlichste nicht pharmazeutische Betäubungsmittel, es macht süchtig, beschert kurzzeitig eine Art Wohlgefühl und isoliert seine Opfer von der Wirklichkeit.“ – John W. Gardner

Hast du das Gefühl, dass alles und jeder sich gegen dich verschworen hat?

Fühlst du dich abgelehnt und ungerecht behandelt?

Jammerst du dir selbst und anderen Menschen ständig dein Leid vor?

Vielleicht hast du eine unangenehme Erfahrung gemacht und fühlst dich nun als Opfer der Umstände?

Und es scheint so, als würde es Niemandem nur annährend so mies gehen wie dir?

Überall wo du Menschen beobachtest, lachen diese und sprühen nur so vor Lebensfreude. Auch deinen Freunden scheint es so viel besser als dir zu gehen und du beneidest sie insgeheim um ihre Unbeschwertheit. Es kommt dir einfach ungerecht vor, dass bei ihnen alles glatt läuft.

Kommt dir das alles, ziemlich bekannt vor?

Dann wird es jetzt höchste Zeit, aus deinem Selbstmitleidssumpf herauszukriechen!

Ich helfe dir dabei!

Wenn du es ein für alle Mal satthast, dich ständig zu bedauern und endlich aus dem Kreislauf des Selbstmitleides ausbrechen willst bist du hier goldrichtig!

In diesem Artikel stelle ich dir 9 einfache Praxisübungen vor, die dich aus der Selbstmitleidsfalle sprichwörtlich herauskatapultieren.

Ich helfe dir, wieder zuversichtlicher, optimistischer und lebensfroher auf dich und deine derzeitige Situation zu blicken und verrate dir Übungen, wie du mit Selbstmitleid auch in Zukunft umgehen kannst.

Bevor ich dir die Praxisübungen vorstelle, möchte ich mir dir aber folgende Frage klären:

Woran du Selbstmitleid erkennst

Ob und wie stark du vom Selbstmitleid „infiziert“ bist, kannst du anhand dieser Fragen ganz einfach testen.
Selbstmitleid ist etwas, das aus Gedanken und den daraus resultierenden Gefühlen entsteht.

Diese oder ähnliche Fragen schießen dir dann durch den Kopf:

  • „Warum immer ich?“
  • „Womit habe ich das verdient?“
  • „Warum geht es den anderen immer besser als mir?“
  • „Warum haben es andere immer leichter im Leben als ich?“
  • „Was habe ich verbrochen, dass es mir nun so geht?“
  • „Warum ist das Leben so ungerecht zu mir?“
  • „Wie kann es sein, dass andere immer Glück haben und ich immer Pech?“
  • „Sieht denn keiner, wie schlecht es mir geht?“

Diese Gedankenspirale geht immer weiter und weiter, wodurch sich Selbstmitleid noch verstärkt.

„Die Welt ist unfair!“, denkst du dir schlussendlich und sinkst noch tiefer in deinen Sumpf aus Selbstmitleid.

Genau dann, wenn du dich mit deinem Leid intensiv beschäftigst, landest du in der Selbstmitleidsfalle.

Verstehe mich nicht falsch, jeder von uns hat sich diese oder ähnliche Fragen wohl schon einmal gestellt und dies ist einem gewissen Maße auch vollkommen in Ordnung!

Gerade wenn man wirklich einen schlimmen Schicksalsschlag erlitten hat oder sehr ungerecht behandelt oder zurückgewiesen wurde, ist es absolut menschlich, sich für eine gewisse Zeit selbst zu bemitleiden.

Doch auf lange Sicht gesehen wird es dich auf deinem Weg keinesfalls vorwärtsbringen!

Nämlich wenn es zur Gewohnheit wird und du dich ständig im Selbstmitleid suhlst, ohne es überhaupt noch zu merken.

Und mal ganz ehrlich:
Führen dich die eben gestellten Fragen auf irgendeiner Weise zu einer Lösung oder bieten sie vielmehr Raum für noch mehr Selbstmitleid?

Sie führen nicht zu einer Lösung, im Gegenteil, denn es entsteht noch mehr Selbstmitleid! Umso öfter du dich selbst bedauerst und es anderen Menschen mitteilst, desto größer wird der Schmerz, den du verspürst.

Aber wie fühlt sich Selbstmitleid nun konkret an und welche Folgen haben starkes Selbstmitleid?

Bevor ich auf die Übungen zu sprechen komme, gehen wir den beiden Fragen kurz auf den Grund.

Wie fühlt sich Selbstmitleid an?

Ob und wenn wie ausgeprägt du unter deinem Selbstmitleid leidest, kannst du anhand dieser Liste einmal prüfen.

Merkmale, an denen du Selbstmitleid erkennst:

  • Wenig Begeisterung
  • Wenig Lebensfreude
  • Ständiges Jammern über das Leben
  • Lustlosigkeit und Energielosigkeit
  • Andauernde Müdigkeit
  • Fehlende Kreativität
  • Einsamkeit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Opferhaltung
  • Innere Unruhe und Anspannung
  • Gedankenkreisen

Stimmen ein oder mehrere Punkte mit deiner Gefühlslage überein, deutet dies stark darauf hin, dass du unter Selbstmitleid leidest.

Was längerfristiges Selbstmitleid aber für zahlreiche Konsequenzen nach sich zieht, zeige ich dir im nächsten Schritt. Es ist wichtig, dass du dies frühzeitig erkennst, denn durch Selbstmitleid schadest du nicht nur dir selbst, sondern auch den Menschen um dich herum.

Folgen von Selbstmitleid

Selbstmitleid ist wie ein langsam einschleichendes Gift, das uns immer mehr einnimmt, uns lähmt und uns nur noch an unsere scheinbaren Benachteiligungen denken lässt.

Das dauerhaftes Selbstmitleid eine Vielzahl von Folgen mit sich bringt, hast du dir sicher schon gedacht. Doch damit du sie frühzeitig erkennst, habe ich sie hier für dich aufgelistet.

Übersicht mit den Folgen von Selbstmitleid

  • Selbstmitleid schafft neues Drama
  • Selbstmitleid vergiftet unsere Gefühle und Beziehungen
  • Durch Selbstmitleid machen wir Schuldzuweisungen
  • Durch Selbstmitleid fühlen wir uns als Opfer
  • Durch Selbstmitleid übersehen wir die schönen Dinge
  • Selbstmitleid erschafft Einsamkeit/Isolation (wir oder andere kapseln sich ab)
  • Durch Selbstmitleid haben wir das ständige Gefühl der Benachteiligung
  • Durch Selbstmitleid fühlen wir Neid
  • Selbstmitleid macht uns unbeliebt
  • Selbstmitleid macht uns antriebslos
  • Selbstmitleid macht uns ohnmächtig
  • Extremes Selbstmitleid kann zu Burnout und Depressionen führen

Wie du siehst, führt ständiges Selbstmitleid zu psychischen und physischen Störungen, weshalb es wichtig ist, die Symptome frühzeitig zu erkennen.

Wie kannst du diese Folgen aber nun vermeiden?

Indem du ab heute, genauer gesagt JETZT, die Dinge in einem ganz anderen Licht wahrnimmst und lernst auch mit offenbar „negativen“ Erlebnissen besser umzugehen, sodass Selbstmitleid erst gar nicht entstehen kann.

So schaffst du wieder Platz für die positiven und schönen Dinge im Leben!

Ich helfe dir, den Mut und die Kraft aufzubringen, dich aus deinem Selbstmitleid herauszuholen und dir zu einem gelasseneren, optimistischeren und glücklicheren Leben zu verhelfen.

Bist du bereit?

Dann sind hier meine 10 Tipps für dich:

Raus aus dem Selbstmitleid: 9 einfache Praxisübungen, um Selbstmitleid zu überwinden

Übung 1: Akzeptiere die Situation

Wenn du dich in irgendeiner Art und Weise ungerecht behandelt fühlst und mit der aktuellen Lage unzufrieden bist, willst du die Situation nicht akzeptieren und natürlich sofort etwas daran verändern.

Das ist verständlich, aber um dich aus deinem Selbstmitleidssumpf zu befreien, geht es darum, die Situation erst einmal anzunehmen.

Ja, du hast richtig gehört. Es bringt rein gar nichts, Widerstand gegen das zu leisten, was ist, denn rückgängig kannst du die Situation ohnehin nicht machen.

Was dir widerfahren ist oder welche vermeintliche Ungerechtigkeit dir auch begegnet ist, es bringt gar nichts sich dagegen aufzulehnen, denn es wird nichts an der „Ungerechtigkeit“ ändern.

Im Gegenteil Selbstmitleid verstärkt sich dadurch nur noch wertvolle Energie wird dir entzogen.

Kämpfe also nicht dagegen an, lasse alle Gefühle zu und akzeptiere die Situation, so wie sie jetzt ist. Das ist der erste entscheidende Schritt, um Selbstmitleid aufzulösen.

Übung 2: Löse dich von Bewertungen

Jeder Mensch sammelt im Laufe seines Lebens „schöne“ und „weniger schöne“ Erfahrungen und das gehört nun mal dazu.

Doch es kommt weniger darauf an, was geschieht, sondern vielmehr, wie es geschieht beziehungsweise wie wir es erleben, anhand unserer Bewertungen und Reaktionen.

Die Situation an sich ist immer neutral, nur unsere Bewertungen machen sie zu einem „gut“ oder „schlecht“.

Selbstmitleid wird daher nicht durch das Ereignis an sich verursacht, sondern dadurch wie wir über dieses Ereignis denken und fühlen.

Doch kann es sein, dass diese Bewertung gar nicht immer mit den Tatsachen übereinstimmt?

Bei Selbstmitleid bewerten wir ein Geschehnis meist über und sehen so häufig nur eine verzerrte Version davon.

Wir sehen nur das Schlechte und so halten wir das Erlebte oftmals für negativ, obwohl es von außen als vollkommen neutral betrachtet werden kann.

Übung 3: Sprich mit anderen über deine Situation


Wenn es dir schwerfällt, einen neutralen Blick auf dein vermeintliches Unrecht zu werfen, ziehe andere Menschen hinzu.

Hole dir die Meinung Anderer ein und thematisiert gemeinsam das Erlebnis.

Achte darauf, wie sie reagieren und welchen Rat sie dir erteilen. Dies kann dir eine ganz andere Sicht auf die Dinge geben und deine Perspektive verändern und somit unglaublich zur Überwindung von Selbstmitleid beitragen.

Versuche aber die Situation so sachlich wie möglich zu schildern, ohne zu überschwänglichen Gefühlsausbrüchen zu neigen und dich im Selbstmitleid zu suhlen.

Du kannst ihnen folgende Fragen stellen:

  1. Wie empfindest du die Situation?
  2. Wie hättest du das Erlebnis bewertet?
  3. Wie hättest du an meiner Stelle reagiert?

Du wirst sicherlich überrascht sein, was da für Antworten kommen. Vielleicht kommen die Personen zu ganz anderen Schlüssen als du.

Übung 4: Sei dankbar für die schönen Dinge

Wie mies es dir momentan auch gehen mag, ich bin mir sicher, dass es trotzdem nicht nur Schlechtes in deinem Leben gibt – ganz bestimmt nicht.

Es gibt sicherlich auch etwas, wofür DU Dankbarkeit fühlen kannst.

Das kann z.B. ein guter Freund, ein Familienmitglied, ein Haustier oder ein schönes Erlebnis sein, an das du dich gerne erinnerst.

Richte deinen Blick jetzt ganz bewusst auf die Lebensbereiche, die gut funktionieren und sei dankbar dafür!

Schaffst du es diese Dinge in deinem Leben wertzuschätzen, trotz deines erlebten „Unrechts“?

Stelle dir die folgenden Fragen und beantworte sie für dich:

  • Was macht dich derzeit zufrieden?
  • Was hast du bisher alles erreicht?
  • Wofür kannst du in deinem Leben dankbar sein?

Frage auch Freunde, Familienangehörige und Bekannte, wofür sie in ihrem Leben dankbar sind. Glaube mir, es wird dich verwundern, was ihnen alles einfällt.

Umso mehr du deinen Fokus nun auf die schönen Momente lenkst, desto weniger Aufmerksamkeit bekommt dein Selbstmitleid, was bedeutet, dass es nach und nach schrumpft, umso öfter du dich in diese positive Grundstimmung versetzt.

Dadurch bekommst du mehr Kraft und Lebensenergie, um nach Lösungen für deine jetzige Situation zu suchen, statt dich weiterhin auf die Probleme zu konzentrieren.

Wenn du jetzt nochmal aus einem neutralen Standpunkt auf deine erlebte „Ungerechtigkeit“ blickst, ohne sie zu bewerten, kannst du dann möglicherweise einen positiven Nutzen daraus ziehen?

Überlege mal für dich:

  • Was könnte dieses Erlebnis Positives mit sich bringen?
  • Worauf will es dich möglicherweise hinweisen?
  • Was kannst du aus der Situation lernen?

Schreibe alle Gedanken dazu auf.

Übung 5: Sorge für gute Stimmung und Bewegung

Wenn du dich selbst bemitleidest, empfindest du Wut, Frust oder auch Trauer.

Wie aber schaffst du es diese negativen Gefühle in positive umzuwandeln?

Ein leichter und effektiver Weg ist, sich ganz bewusst in eine positivere Stimmung zu versetzen, indem du dich mit Dingen beschäftigst, die dir Freude bereiten.

Beispiele:

  • Lies ein schönes Buch
  • höre deine Lieblingsmusik
  • oder mache einen Spaziergang in der Natur

Einer der besten Möglichkeiten, um Glückshormone auszuschütten ist, Sport zu treiben. Auch wenn du ein Sportmuffel bist, gibt es sicherlich auch eine passende Sportart für dich. ;)

Hier kannst du dich richtig auspowern und deinen Gefühlen Ausdruck verleihen.

Durch den Sport wirst du neue Energie tanken, die dir hilft mit deinem Selbstmitleid besser umzugehen.

Übung 6: Suche dir Vorbilder

Wenn du auf dich und deine Situation blickst, kommt sie dir erst einmal wie das Schlimmste auf der Welt vor. Aber womit vergleichst du das Erlebte?

Meinst du nicht, dass es Personen gibt, die in einer wesentlich brenzligeren Lage sind als du?
Überprüfe einmal, ob deine Situation wirklich so schlimm ist, wie du sie im Augenblick siehst.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass du das Ausmaß der Situation übertreibst und deine Möglichkeiten unterschätzt.

Deine eigenen Probleme können dir auf einmal viel kleiner vorkommen, wenn du sie von einem anderen Standpunkt aus betrachtest, quasi aus einer höheren Perspektive.

Um mit deinem Leid besser umgehen zu können und dich über das Erlebte auszutauschen, ist es sinnvoll dir Gleichgesinnte zu suchen, die Ähnliches erlebt haben wie du.

Entweder redest du mit Personen aus deinem Umfeld darüber, die in einer ähnlichen Situation wie du stecken oder du recherchierst mal im Internet nach Erfahrungsberichten oder tauscht dich auf Foren mit Menschen aus, die ebenso an Selbstmitleid zu knabbern haben oder dieses vielleicht schon überwunden haben.

Finde Folgendes heraus:

  • Wie sind sie damit umgegangen?
  • Haben sie einen Ausweg gefunden? Und wenn ja wie?
  • Welche Strategien gibt es, Selbstmitleid zu überwinden?

Vorbilder können eine unglaubliche Stütze sein, wenn es darum geht, einen Weg aus dem Selbstmitleid zu finden, da andere ihn bereits vor dir gegangen sind.

Übung 7: Nutze das Hier und Jetzt für Zukunftsbilder


Ein wichtiger Punkt, um Selbstmitleid zu überwinden, ist im Hier und Jetzt zu verweilen. Das was geschehen ist, ist geschehen und ist nicht ungeschehen zu machen.

In diesem Moment sollte es keine Rolle mehr für dich spielen.

Es geht darum zu überlegen, was du JETZT tun kannst, damit es dir in Zukunft besser gehen wird.

  • Wie möchtest du dich in Zukunft fühlen?
  • Was musst du jetzt dafür tun?
  • Wer oder was könnte dich dabei unterstützen?

Male dir aus, wie es sein wird, wenn du nicht mehr mit Selbstmitleid zu kämpfen hast, sondern stattdessen motiviert, lebensfroh und energiegeladen in den Tag startest.

Dann fühlst du dich nicht länger als Opfer der Umstände, sondern kannst zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Je lebendiger deine Vorstellungsbilder sind, umso motivierter bist du, endlich aktiv zu werden und dein Leben anzupacken!

Übung 8: Frage nach dem Wozu statt nach dem Warum

Wenn in deinem Leben etwas „schief läuft“, zum Beispiel in deinen Beziehungen oder im Job und du dich dabei zurückgesetzt fühlst, kommt schnell die Frage nach dem „Warum?“ auf.

  • „Warum ist mir das passiert?“
  • „Wie konnte es so weit kommen?“
  • „Warum hat das nicht geklappt?“
„Warum immer ich?“

Doch die Frage nach dem Warum ist alles andere als zielführend, denn wenn du immer an die Vergangenheit zurückdenkst und dort versuchst zwanghaft die Ursache deiner Probleme zu finden, wird sich dein Selbstmitleid nur verstärken, weil du das Erlebte immer wieder von Neuem abspulst.
Natürlich ist es wichtig, nach den Ursachen zu suchen, um daraus lernen zu können, jedoch ist es wichtig, seinen Blick nach vorne zu richten und nicht ständig in der Vergangenheit nach Lösungen zu suchen.
Frage stattdessen lieber nach dem „Wozu?“

Die Frage nach dem Wozu bekommt eine ganz andere Bedeutung als das Warum und verändert deine Sicht auf die Dinge. Wenn du nach dem Wozu fragst, verwandelt sich das erlebte „Unrecht“ plötzlich in eine wichtige Stufe auf deinem Lebensweg, aus der du lernen und an der du wachsen kannst.

Das macht Mut und gibt dir Hoffnung, die Situation zu lösen, um der Selbstmitleidsfalle zu entkommen.

Übung 9: Entwickele Selbstmitgefühl statt Selbstmitleid

Bei Selbstmitleid liegt der Schwerpunkt darauf, sich selbst zu bemitleiden und zu bedauern.

Was du aber tun kannst, ist statt Selbstmitleid zu empfinden, Selbstmitgefühl zu entwickeln.
Statt dich nun zu fragen, womit du das Unrecht verdient hast, kannst du Verständnis für deine Situation aufbringen und so schneller zu einer Lösung gelangen

Diese Art von Selbsttrost ist viel effektiver als Selbstmitleid, denn dadurch ergibt sich ein viel verständnisvollerer und fürsorglicherer Umgang mit seinen eigenen Gefühlen und seinen Stärken und Schwächen.

Selbstmitgefühl kann dir helfen, dich aus deiner Opferrolle zu befreien und wieder Verantwortung für dich und dein Leben zu übernehmen, statt andere zu beschuldigen und für dein Leid verantwortlich zu machen.

Raus aus dem Selbstmitleid und rein ins Leben!

Jetzt kennst du wertvolle Praxisübungen, um von nun an anders mit Selbstmitleid umzugehen und gar nicht erst neues Selbstmitleid anzuhäufen.
Setze die 9 Praxisübungen um, integriere sie in dein Leben und du wirst schon bald tiefgreifende Veränderungen bemerken. Nicht nur in dir, sondern auch in der Außenwelt.

Verwende deine Energie statt für das Klagen, nun für die Verwirklichung deiner Ziele.

Sich hin und wieder ein bisschen zu bedauern und seine Wunden zu lecken ist völlig in Ordnung, nur zur Gewohnheit sollte es nicht werden.

Es werden immer mal Situationen auftauchen, die dir auf den ersten Blick nicht gefallen und es wird vorkommen, dass Menschen nicht das sagen, was du hören willst, aber es ist deine Entscheidung, wie du ab heute damit umgehst!

Nimm jede Situation so an, wie sie sich zeigt und verschwende deine kostbare Lebensenergie nicht, indem du dich über sie aufregst und dich selbst bemitleidest.

Konzentriere dich stattdessen wieder auf die positiven Dinge in deinem Leben und sei dankbar!

Es liegt an dir, worauf du deine Aufmerksamkeit lenkst, wie du die Situation bewertest (ob du sie überhaupt bewertest) und wie du reagierst.

Gehe mit dem Fluss des Lebens und du wirst sehen, dass etwas Magisches passiert: Selbstmitleid verwandelt sich in Lebensfreude.

Ich wünsche dir alles Gute auf deiner Reise!